Früher waren Arten der nordamerikanischen Gattung Nerodia auch in der europäischen Terraristik weit verbreitet und sehr beliebt. Leider hat sich das mittlerweile geändert, und Schwimmnattern, wie sie im Deutschen heißen, bilden hierzulande nur noch eine Randerscheinung. Das ist sehr schade, denn diese Schlangen geben pflegeleichte, beeindruckende Schautiere ab – so auch die Siegelring-Schwimmnatter. von Leo Spinner

Für einen Bewohner von New England an der US-Nordostküste wie mich gibt es direkt vor der Haustür den Großteil des Jahres nicht allzu viele „reptilische Lockungen“. Ich erinnere mich noch, wie ich meiner Kindheit in Cape Cod in Massachusetts während der lang anhaltenden Winter sehnsüchtig darauf wartete, dass es endlich Frühling werde und ich die ersten terraristisch spannenden Geschöpfe in die Finger bekäme. Dieser Teil des Kontinents hatte in der Beziehung nicht gerade viel zu bieten, aber von den Arten, die es gab, waren viele sehr pflegeleicht. Unter denjenigen, die besonders früh zum Vorschein kamen, waren Flecken-Querzahnmolch (Ambystoma maculatum), Tropfenschildkröte (Clemmys guttata), Zierschildkröte (Chrysemys picta), Strumpfbandnattern (Thamnophis) und die massige Siegelring-Schwimmnatter (Nerodia sipedon), die allesamt von Ende März bis Anfang April aus der Überwinterung erschienen.

Thamnophis scalaris ist eine weniger bekannte Strumpfbandnatter. Ihre Heimat sind Gebirge Mexikos, entsprechend spezieller sind auch ihre Temperaturansprüche. Die Art besticht durch eine klare Zeichnung, große Farbvarianz und eine geringe Körpergröße. Eine Strumpfbandnatter für Kenner. von Frank Thews

Thamnophis scalaris kommt aus Mexiko. Das Verbreitungsgebiet der Treppen-Strumpfbandnatter ist auf das Hochland von Jalisco bis Veracruz beschränkt. Sie besiedelt Höhen von 2.100 bis 4.300 m, das Habitat ist geprägt durch Mischwälder mit weitläufigen offenen Stellen und Grasflächen. Meine Tiere stammen von einem Fundort in 2.670 m Höhe, das genauere Habitat ist mir leider nicht bekannt.

Strumpfbandnatter ist längst nicht gleich Strumpfbandnatter. Thamnophis cyrtopsis ocellatus gehört nicht nur farblich zu den herausragenden Arten, sie weist auch einige Eigenheiten in der Lebensweise auf. Für Einsteiger gibt es geeignetere Arten, aber für erfahrene Terrarianer ist diese Unterart ein echtes Juwel. von Philipp Haag

Ich habe mit unserem Hobby Terraristik im Alter von zehn Jahren angefangen. Da es in unserer Nachbarschaft ein Reptiliengeschäft gab, kam eins zum anderen. Ich war vom ersten Tag an fasziniert von Echsen, Schlangen, Kaimanen und Co. Jetzt bin ich 37 Jahre alt und pflege seit 27 Jahren Reptilien. Da ich meine gesamte Schulzeit über fast meine komplette Freizeit in Terraristikgeschäften gejobbt habe, durfte ich mit allen handelsüblichen Reptilien Erfahrungen sammeln. Allerdings habe ich mich privat die ersten 21 Jahre nur mit Echsen beschäftigt. Im Jahr 2014 verliebte ich mich dann in ein Pärchen Diamantpythons (Morelia spilota spilota).

Wenn in den vergangenen Jahren aus den USA Molche und Salamander importiert wurden, so handelte es sich vor allem um Arten aus den östlichen und südöstlichen Staaten. Doch auch an der Westküste des Landes sind interessante Vertreter zu Hause. Allein in Kalifornien sind 46 Schwanzlurche bekannt. Einer davon: der Rauhäutige Gelbbauchmolch, Taricha granulosa. von Friedrich Rudolf Becker

Der Rauhäutige Gelbbauchmolch (Taricha granulosa) ist ein bis zu 22 cm groß werdender Vertreter der Echten Salamander (Salamandridae). Seinen Namen verdankt er der rauen, körnigen Hautoberfläche und der gelborange Färbung seiner Unterseite. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Alaska im Norden und bis ins kalifornische Santa Cruz County südlich von San Francisco im Süden. Die Art bewohnt unterschiedlichste Habitate vom Flachland bis ins Hochgebirge und hält sich meist in der Nähe von permanenten Gewässern auf.

Während andere Vertreter der Gattung Emydura in der Terraristik weit verbreitet sind, allen voran E. subglobosa, führt E. krefftii in dieser Beziehung ein Schattendasein. Völlig unverdient, denn diese interessant zu beobachtende Art ist leicht zu halten, einfach nachzuzüchten und zudem sehr fruchtbar! von Eduardo Villalba

Kreffts Spitzkopfschildkröte (Emydura krefftii krefftii) ist unter Haltern und Züchtern von Schildkröten kaum verbreitet. Auf dem Markt für Terrarientiere ist sie so gut wie nie erhältlich, im Gegensatz zur beliebten Rotbauch-Spitzkopfschildkröte (E. subglobosa, früher unter E. albertisii bekannt), die von vielen Liebhabern in aller Welt reichlich vermehrt wird und in Europa sehr häufig anzutreffen ist.

Asseln im Terrarium zu pflegen, ist im Allgemeinen weder schwierig noch bereitet es viel Arbeit. Es genügt, die routinemäßigen Pflegearbeiten ein- oder zweimal pro Woche durchzuführen. Dazu zählt, die Tiere zu füttern, Reste aus dem Behälter zu entfernen und Wasser zu versprühen. von Eduardo Villar Zabal & Julio Llaria Soto

Die häufigsten Assel-Arten lassen sich mit Leichtigkeit in praktisch jedem Fleckchen Natur unter Steinen oder Totholz finden. Im Garten lassen sie sich anlocken, indem man kleine Stücke Obst oder Gemüse unter Holzbrettern oder Ziegelsteinen auslegt, die man an einer feuchten, schattigen Stelle platziert.
Zudem können Sie viele der Arten, die wir in diesem Titelthema der REPTILIA vorstellen, auf Terraristikbörsen finden. Oder Sie knüpfen in einschlägigen Internetforen entsprechende Kontakte zu Züchtern. Die Zahl der Terrarianer, die sich mit den attraktivsten Arten beschäftigt, steigt ständig, und auf diese Weise kommt man immer leichter an Nachzuchten.

Landasseln waren in der Terraristik lange nur als Futtertiere verbreitet und geschätzt. Das hat sich in den letzten Jahren mit dem Aufkommen höchst attraktiver Arten und – Leopardgecko, Königspython & Co lassen grüßen – Farbformen grundlegend verändert. Nun stehen die teils höchst attraktiven Krebstierchen selbst im Fokus engagierter Liebhaber. Als Futtertiere sind sie aber nach wie vor ebenfalls eine wertvolle Abwechslung im Speiseplan. von Eduardo Villar Zabal & Julio Llaria Soto

Wenn wir mit anderen Terrarianern über die Tiere sprechen, die im Mittelpunkt dieses Artikels stehen, spiegelt ihr Gesicht immer Erstaunen wider – und ein wenig Spott. „Was, Asseln?“ Sogar etwas Mitleid schlägt uns entgegen.
Das ändert sich jedoch von Grund auf, wenn solche Menschen feststellen, wie überraschend groß und wunderschön diese Tiere sein können. Dazu kommt, dass sie leicht zu halten und völlig harmlos sind.

Das Gros der Asselarten ist anpassungsfähig und vermehrt sich reichlich. Ihre Populationen in der Natur sind meist riesig und offenbar nicht bedroht. In der Terraristik hat sich erst eine relativ überschaubare Zahl an Arten etabliert – aber es werden beständig mehr, und immer mehr Halter entdecken die Vorzüge dieser interessanten Krebstiere. von Eduardo Villar Zabal & Julio Llaria Soto

Vorab etwas Erfreuliches: Asseln gehören, soweit wir wissen, normalerweise nicht zu den vielen gefährdeten Arten auf unserem Planeten. Ein sehr spezieller Ausnahmefall ist die extrem bedrohte Pseudolaureola atlantica, eine leuchtend gelb gefärbte, von Stacheln bedeckte Assel mit der zweifelhaften Ehre, die vermutlich seltenste Art der Welt in ihrer Verwandtschaftsgruppe zu sein. Sie lebt in einigen kleinen, inselartigen Reliktvegetationen auf der isoliert liegenden Insel St. Helena, wo sie nicht den Boden bewohnt, sondern Baumfarne sowie Melanodendron, und sich vermutlich von Pollen und Sporen ernährt. Mit nur rund 100 bekannten Exemplaren (Juvenile und Adulte zusammengerechnet) ist der Weltbestand dieser Art kritisch bedroht. Ein Erhaltungszuchtprogramm im Terrarium soll die skurrile Spezies erhalten.

Lust auf eine etwas andere Schildkröte? Die Großkopfschlammschildkröte verbindet die Skurrilität mit guter Haltbarkeit. Auch die Nachzucht gelingt, wenn die Inkubation auch nicht ganz unproblematisch ist. Aber: Vorsicht, bissig! von Ole Klawonn

Der Formenreichtum, den die Schildkröten mit ihren gerade einmal 356 rezenten Arten entwickelt haben, ist enorm. Da gibt es Zwerge, die ausgewachsen nur knapp 10 cm lang werden, Riesen mit einer Länge von zwei Metern, behäbige Pflanzenfresser, blitzschnell zupackende Räuber, auffallend schön gezeichnete Arten und manche graue Mäuse. Wen die behauptete Sanftmütigkeit einer Griechischen Landschildkröte schnell langweilt und die Schönheit eines Schmuckschildkrötenschlüpflings kitschig anmutet, der findet bizarre Arten wie die Fransenschildkröte (Chelus fimbriatus), die Geierschildkröte (Macrochelys temminckii) oder die Chinesische Großkopfschildkröte (Platysternon megacephalon), die das Begehren wecken. Da die erstgenannte Art allerdings über 40 cm Panzerlänge plus einen fast ebenso langen Hals entwickelt, ist für die dauerhafte Pflege ein riesiges Aquarium erforderlich. Die Geierschildkröte wird sogar noch deutlich größer und unterliegt in Deutschland zudem einem Haltungsverbot. Die Chinesische Großkopfschildkröte ist in geräumigen Aquarien zwar gut haltbar, darf jedoch nicht mehr importiert werden, da sie auf Anhang I des Washingtoner Artenschutzabkommens geschützt ist, und wird bislang nur in geringen Stückzahlen nachgezogen.

Frösche der Gattung Boophis gelangen immer wieder einmal in die Terraristik. Über eine längerfristige erfolgreiche Haltung oder gar die Nachzucht allerdings war bislang wenig bis gar nichts zu hören. Nun ist bei B. albilabris endlich der Durchbruch gelungen, sodass diese attraktive Art hoffentlich bald regelmäßig als Nachzucht erhältlich sein wird. von Judit Tavaszi

Madagaskar ist die viertgrößte Insel der Welt. Die dort anzutreffenden verschiedenen Klima­- und Vegetationszonen bieten einer Vielzahl an Arten optimale Lebensräume, darunter auch Amphibien und Reptilien. Froschlurche finden sich vor allem in den östlichen Regenwäldern sowie in nördlichen und zentral-östlichen Regionen des Landes, die feuchtes bis halbfeuchtes Klima aufweisen.