Die Kapverdischen Inseln vor der westafrikanischen Küste besitzen ein sehr trockenes Klima mit einer meist wüsten- oder halbwüstenartigen Vegetation. Die Herpetofauna ist entsprechend arten­arm. Legendär ist allerdings der vermutlich ausgestorbene Kapverdische Riesenskink, der zuletzt 1912 lebend gesichtet wurde. Doch auch die heute noch auf der Inselgruppe vorkommenden Skink- und Geckoarten sind lohnendes Ziel einer Reise. von Joachim Bretzel

Im Rahmen einer universitären Exkursion ergab sich für mich im September 2017 die Möglichkeit, drei Wochen auf die Kapverdischen Inseln zu fliegen und mit der dortigen Herpetofauna in Berührung zu kommen.
Die Kapverden sind eine Inselgruppe mitten im Zentralatlantik, 570 Kilometer westlich der Küste Senegals. Die Inseln entstanden aufgrund von Plattentektonik und vulkanischen Aktivitäten, die teils heute noch im Gange sind. Der Archipel besteht aus neun bewohnten, fünf kleineren, unbewohnten Inseln und einigen aus dem Meer ragenden Felsen. Geografisch bilden die Kapverdischen Inseln gemeinsam mit den Azoren, Madeira und den Kanaren die Inselregion Makaronesien.

Über den Versuch, die Welt mit Illus­trationen ein Stück besser zu machen. von Sascha Düvel

Was sind Warane? Zunächst einmal echte Schönheiten – was freilich im Auge des Betrachters liegt. Perfekt angepasst an ihren Lebensraum sind sie allemal; immerhin haben sie es bis heute geschafft, erfolgreich auf unserem Planeten unterwegs zu sein. Jetzt liegt es in unserer Hand, dass dies auch so bleibt. Denn Warane gelten als gefährdet. Zwar schützt das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) sie, die Einhaltung der Handelsquote wird aber nur wenig überprüft. Besonders Großwarane werden beispielsweise in Südostasien trotz bestehender Schutzgesetze in hohem Maße gefangen und getötet. Die geschieht hauptsächlich aufgrund der hohen Nachfrage nach Waranfleisch und -häuten. Es soll hier aber auch auf das Problem hingewiesen werden, dass einige kleinere Arten wegen ihres wunderschönen Aussehens für den Heimtiermarkt in nicht nahhaltiger Weise gefangen und gehandelt werden.

Komodo! Für jeden Reptilienfreund ist der Name dieser Insel eines der größten Zauberwörter. Bei uns kann man die größten Echsen der Welt nur in den Zoo-Terrarien von beispielsweise Frankfurt/Main, Leipzig, Prag, Rotterdam und Lausanne bestaunen. Ein eindrucksvolles Erlebnis – doch wer träumte nicht davon, die imposanten Warane auch einmal in freier Natur zu beobachten? Zwei Reiseberichte von den Dracheninseln. von Philip-Sebastian Gehring

Für herpetophile Reiselustige gibt es auf der Welt ein paar Ziele, um die man nicht herumkommt: Meerechsen auf den Galapagos-Inseln im Pazifik beobachten, Chamäleons im Regenwald von Madagaskar suchen und Komodowarane auf Komodo bestaunen. Wenn man sich mit „Echsen-Laien“ über sein Hobby und seine Leidenschaft unterhält, so kommt das Gespräch meist sehr schnell auf Komodowarane und ob es nicht das Lebensziel überhaupt sei, diese einmal live zu erleben.

Komodo! Für jeden Reptilienfreund ist der Name dieser Insel eines der größten Zauberwörter. Bei uns kann man die größten Echsen der Welt nur in den Zoo-Terrarien von beispielsweise Frankfurt/Main, Leipzig, Prag, Rotterdam und Lausanne bestaunen. Ein eindrucksvolles Erlebnis – doch wer träumte nicht davon, die imposanten Warane auch einmal in freier Natur zu beobachten? Zwei Reiseberichte von den Dracheninseln. von Ivan Kocourek

Als ich klein war, es muss so um das Jahr 1972 in der Tschechoslowakei gewesen sein, geriet mir ein Büchlein mit dem Titel „Dracheninsel“ von František Běhounek in die Hände, einem bedeutenden tschechischen Wissenschaftler und Strahlungsforscher, Professor und Akademiker, aber auch Autor von Abenteuerbüchern für Kinder. Dieses Buch wurde im Jahr 1958 in der Karavana-Edition herausgegeben und beschreibt zwei „Robinsonaden“ – die erste spielt in den winterlichen Rocky Mountains in Nordamerika, die zweite auf der indonesischen Insel Komodo. In dieser Zeit formte sich mein positives Verhältnis zu Reptilien, und so habe ich die Erlebnisse der Hauptperson zwischen den riesigen Waranen aus diesem moosigen Buch mit Begeisterung verschlungen. Im Unterbewusstsein blieb eine Sehnsucht zurück, diese exotische und ferne Insel einmal mit eigenen Augen zu sehen. Damals war das eine völlig unrealistische Vorstellung, da die Regimes im Ostblock Reisen nicht zuließen.

Idylle am Weiher? Alles eine Frage der Perspektive. Für Molchlarven ist der Gelbrandkäfer ein Gegner wie aus einem Horrorfilm, und selbst erwachsene Tiere müssen den wirbellosen Räuber womöglich fürchten. Eine Bestandsaufnahme. von Daniel Jestrzemski

Im Alter von 12 Jahren machte ich mit meinem Vater in einem Hamburger Moorgebiet einen ungewöhnlichen Fang. In einem dunklen und schlammigen Wassergraben von etwa zwei Metern Breite fischten wir im Sommer mit einem Kescher (Netzdurchmesser ca. 18 cm) nach Wassertieren. Bei einem dieser „Fischzüge“ entdeckten wir im Keschernetz sowohl einen adulten Teichmolch (Lissotriton vulgaris) als auch eine ca. 5 cm lange Larve des Gemeinen Gelbrandkäfers (Dytiscus marginalis). Während sich Letztere lebhaft im mitgebrachten Wasserbehälter tummelte, zeigte der Teichmolch zu meiner Enttäuschung keine Lebenszeichen. Wir schlussfolgerten, dass der Schwanzlurch womöglich Opfer eines Angriffs der mitgefangenen Gelb­randkäferlarve geworden war.

Riedfrösche der Gattung Hyperolius sind eine äußerst formenreiche Froschgruppe mit oft attraktiven Farben und Mustern, außerdem bestechen sie durch spannend zu beobachtende Verhaltensweisen. Dass viele Arten sich auch noch sehr leicht pflegen und vermehren lassen, macht sie für die Terraristik hochinteressant. Ein Überblick. von Kriton Kunz

Seit vielen Jahrzehnten wurden Riedfrösche der Gattung Hyperolius für die Terraristik importiert und – zu meist niedrigen Preisen – verkauft, häufig an Ein­steiger. Auf den ersten Blick schien es sich bei diesen oft wunderschön gefärbten und gezeichneten Tieren auch wirklich um ideale Anfängertiere zu handeln. Ins feuchtwarme Tropenterrarium gesetzt, gediehen sie offenbar wochen- oder monatelang bestens. Dann allerdings fiel erst ein Exemplar tot vom Ast, ein zweites folgte. Die restlichen Frösche magerten ab, zeigten Schädigungen der Haut und segneten schließlich ebenfalls das Zeitliche. „So was Blödes! Na ja, Wildfänge eben, da steckt man halt nicht drin“, wurde die Sache häufig abgetan. Entsprechend negative Erfahrungen machten viele Halter, als Beispiele sei auf Polder (1975) oder Heselhaus (1982) verwiesen.

Portugal ist ein beliebtes Urlaubsland. Vor allem die Metropole Lissabon und die Atlantikstrände des Algarve ziehen Touristen an. Aber das Land an der Südwestspitze Europas hat noch viel mehr zu bieten. Die Serra de Montemuro ist ein lohnendes Reiseziel auch für alle, die nach Amphibien und Reptilien Ausschau halten. von Rudolf Malkmus

Eines der massigsten und höchsten unter den zahlreichen aus Granit und silurischen Grauwacken aufgebauten Gebirgen (serras) Nordportugals ist die Serra de Montemuro. Aus dem tief eingeschnittenen, auf nur 50 m Höhe liegenden Tal des Rio Douro erhebt sie sich bis in 1.382 m Höhe wie eine gewaltige Bergmauer (monte muro), die Flanken von wildromantischen Schluchten durchfurcht. In ihnen stürzen reißende, kaskadenreiche Bergbäche (Bestança, Cabrum, Balsemão,Paiva) zu Tal, deren Wasser den Douro speisen.

Verbringen Sie diesen Sommer daheim? Kein Grund, auf einen Hauch von Mittelmeer zu verzichten. Ein Wochenendtrip zum Kaiserstuhl lässt sich fast immer verwirklichen und bietet wunderbare Beobachtungsmöglichkeiten, die einen in den Süden versetzen. von Claudia und Andreas Schäberle

Badberg, Winklerberg, Ihringen und Altvogtsburg – diese Ortsbezeichnungen lassen das Herz von Eidechsen-Liebhabern höher schlagen. Eine Jahresdurchschnittstemperatur von 9,9 °C, regenreiche, warme Sommer und trockene, aber kalte Wintermonate zeichnen das Klima am Kaiserstuhl aus.
Die bekannten Weinberge am Ihringer Winklerberg bieten nicht nur den preisgekrönten Reben eine perfekte Lebensgrundlage, sondern auch zahlreichen Eidechsen. In unmittelbarer Nähe sind hier die Zauneidechse (Lacerta agilis), die Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata) und die Östliche Smaragdeidechse (Lacerta viridis) anzutreffen. Daneben ist seit den 1990er-Jahren auch die Mauereidechse Podarcis muralis brongniardii hier heimisch. Das Mauereidechsenvorkommen basiert auf Aussetzungen von Jungtieren aus dem Mittelrhein- und Moseltal (Laufer et al. 2007). Auch die Blindschleiche kommt hier vor, wir selbst konnten sie allerdings nur anhand eines Totfundes nachweisen. Die ebenfalls am Kaiserstuhl heimische Schlingnatter (Coronella austriaca) blieb uns leider ganz verborgen.

Nord-Kroatien ist von Österreich aus nur eine Tagesreise entfernt, aber bietet fantastische herpetologische Beobachtungs­möglichkeiten. Hier findet man schon zahlreiche südosteuropäische Charakterarten. Ein idealer Tipp für einen Kurztrip in der warmen Jahreszeit. von Kai Kolodziej und Philip Prokosch

Mitte Mai brachen wir gegen die Mittagszeit von Wien aus an die Westküste von Istrien auf, wo wir unsere gemeinsame Herping-Tour beginnen wollten. Das erste Ziel, eine Ruinenstadt im Landesinneren, erreichten wir am selben Tag gegen 22 Uhr. Hier erhofften wir aufgrund der milden Nachttemperaturen, die Katzenaugennatter (Telescopus fallax) bei der nächtlichen Jagd zu finden, immerhin hatte sich diese Stelle schon zuvor als vielversprechend erwiesen. Auch wenn wir in dieser Hinsicht enttäuscht wurden, konnten wir in den Spalten des Mauerwerks zahlreiche Skorpione (Euscorpius italicus) beobachten. Eine Schwarzlicht-Lampe leistete dabei sehr gute Dienste!