Quer durch Nordamerika vom Atlantik bis an den Pazifik. Vor 150 Jahren suchten Abertausende europäische Siedler auf abenteuerlichen Routen ihren Weg durch großartige, wilde Landschaften in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Die Geschichte des Großen Trecks hat sich tief in das kollektive Bewusstsein gebrannt, bis heute sind die USA für viele ein Sehnsuchts­ort geblieben. Noch dazu einer, der für Reptilien- und Amphibienfreunde allerhand zu bieten hat. REPTILIA-Redakteur Heiko Werning hat sich den alten Traum von der Durchquerung des Kontinents von Ozean zu Ozean erfüllt. Nicht am Stück, sondern über Jahre, in vielen einzelnen Reisen. Unsere in loser Reihenfolge erscheinende Serie „Der Große Treck“ verfolgt die Route von Ost nach West.
von Heiko Werning

Man kann in diesen Tagen natürlich keinen Artikel über Reisen in die USA beginnen, ohne auf die aktuelle Situation Bezug zu nehmen. Dabei ist es fast schon bizarr: Denn mein ganz persönliches Corona-Jahr begann genau dort, wo Teil 6 dieser Reihe aufhörte und dieser siebte, viel zu lang verschobene Text nun anfangen soll: in der Big-Bend-Region im tiefen Westen von Texas.

Thailand bietet mit seinem tropischen Klima ideale Lebensbedingungen für eine Vielzahl an Reptilien und Amphibien. Unsere Autoren besuchten den Süden Thailands vom 9. September bis 20. September 2016 und vom 6. Juli bis 9. Juli 2018 und konnten eine ganze Reihe an Vertretern der Herpetofauna beobachten. von Kai Kolodziej und Chantal Cenker

Bei unseren zwei Aufenthalten im Süden Thailands besuchten wir u. a. das Gebiet um die Stadt Trang. Hier konnten wir die Malaiische Gruben­otter (Calloselasma rhodostoma) in großer Stückzahl finden. In dem Stück Regenwald, in dem wir unterwegs waren, war die Art tagsüber fast nicht aufzufinden, nachts allerdings war die Menge sehr beeindruckend. Wir konnten in einer Nacht zehn Exem­plare nachweisen!

Am Anfang standen der Urlaubsbericht eines Onkels – und ein REPTILIA-Artikel. Der Beginn einer tropischen Leidenschaft. West-Malaysia ist ein faszinierendes Urlaubsziel für Terrarianer, die sich auch für Kultur und eine multikulturelle Gesellschaft begeistern können: vom Stadtpark in der Metropole mit originellem Enten-Ersatz bis zur weitgehend naturbelassenen Insel. von Christian Lorenz

Bei einem Besuch bei meinem Onkel zeigte er mir Bilder aus seinem letzten Urlaub auf Pulau Tioman. Pulau Tioman? Das hatte ich doch schon einmal gelesen! Zu Hause kram­te ich in meiner REPTILIA-Sammlung und fand das gesuchte Heft: „Perle im Südchinesischen Meer“ lautete der Untertitel des Zweiteilers von W. Grossmann und F. Tillack. Und so begann mit der Lektüre dieses REPTILIA-Artikels meine Urlaubsplanung. Es sollte eine Mischung aus Kultur, Tierbeobachtungen, Strand und City werden.

Wenn man als botanisch Interessierter zu einer Reise nach Südafrika aufbricht, hat man erst mal keine Reptilien auf dem Schirm. Wer jedoch ohne Scheuklappen unterwegs ist, wird schnell gewahr, dass es dort nicht nur eine große Pflanzenvielfalt gibt, sondern auch jede Menge Reptilien. Und plötzlich ertappt man sich dabei, doch etwas genauer hinzuschauen ... Die Geschichte eines „Fehltritts“. von Elmar Mai

Es war eine organisierte Reise Ende August/Anfang September, also im südafrikanischen Frühling. Sie führte uns im äußersten Westen Südafrikas an der Atlantikküste entlang, vom Kap der Guten Hoffnung hoch bis fast an die Grenze Namibias. Die großen Lebensräume im Osten wie den Krüger-Nationalpark, die Savannen des Binnenlandes und die tropischen Gebiete an der Südküste am Indischen Ozean haben wir – geografisch nicht ganz korrekt gesprochen – links liegen gelassen und somit nur einen sehr schmalen Streifen des Landes kennen gelernt.

Ohne Zweifel ist der – zumeist nasse und kalte – Oktober nicht gerade der lieblichste Monat bei uns in Deutschland. Welch verlockende Vorstellung, diesen Zeitabschnitt des Jahres in einem warmen, weit entfernten Südseeparadies zu verbringen ... Zumindest in Gedanken können Sie als REPTILIA-Leser nun schon mal losfliegen – nach Hawaii! Und dabei schauen, ob die Inselgruppe auch in herpetologischer Hinsicht einen Besuch wert ist. von Nicolas von Lettow-Vorbeck

Meine Frau und ich hatten das Privileg, dem deutschen Oktober entkommen zu können, denn unsere Hochzeitsreise führte uns ins weit entfernte Hawaii. Vor dem Südseetraum steht allerdings eine ausgedehnte Flugreise. Wir hüpfen mit einer kleinen Propellermaschine von Hannover nach Kopenhagen – von dort geht es in knapp 11 Stunden Flug nach San Francisco. Nach kurzem Aufenthalt und aufwendigen Einreiseformalitäten (Ganzkörper­untersuchung meiner Frau inklusive) besteigen wir schließlich eine Boeing 757 nach Hawaii. Gute fünf Stunden zeigt der Blick durchs Flugzeugfenster nur den endlosen Pazifik – dann kommt endlich der Archipel in Sicht.

Die Kykladen inmitten der Ägäis sind zweifellos eines der herpetologisch interessantesten Gebiete Griechenlands. Sie bieten einen Lebensraum für eine sehr spezielle und großteils endemische Herpetofauna. Während Naxos die größte Kykladeninsel ist, sticht Santorini sie in Sachen Bekanntheitsgrad lässig aus. Grund genug, diese beiden Inseln einmal zu besuchen. Und so ging es im September los auf Reptiliensuche. von Andre Schmid

Die Tatsache, dass Santorini touristisch äußerst hoch im Kurs steht, bringt den Vorteil mit sich, dass die Insel via Direktflug schnell und einfach erreichbar ist. Nachdem wir auf Santorini gelandet waren, zeigte sich gleich das volle Ausmaß des Tourismus. Auf dem Weg zu unserem Hotel staute es sich aufgrund der Massen an Touristen auf Quads, Rollern und Mietautos an allen Ecken und Enden, und so verdreifachte sich die Fahrtzeit. Glücklicherweise hatten wir ein Appartement am Rand von Fira angemietet, was ein ständiges Autofahren überflüssig machte, da herpetologisch interessante Gebiete direkt dahinter zu finden waren. So machte ich mich nach dem Einchecken und dem ersten Abendessen direkt auf den Weg, bewaffnet mit einer Taschenlampe, um die angrenzenden Wiesen nach Katzennattern (Telescopus fallax) abzusuchen. Es dauerte nicht lange, bis ich die erste abgestreifte Haut dieser Schlangen in einer Steinmauer entdeckte. Leider blieb die weitere Suche trotzdem erfolglos.

Es war ein lang gehegter Traum: einmal Madagaskar zu bereisen, um die spektakuläre Tierwelt des Inselkontinents in freier Wildbahn zu beobachten. Hauptziel für unseren als Riesenschlangenexperte bekannten Autor waren die Madagaskarboas. Zwei Acrantophis-Arten und zwei Unterarten von Sanzinia mada­gascariensis leben auf dem Inselkontinent. von Markus Borer

Die Planung unserer Reise fing schon mehr als 2,5 Jahre vorher an. Der Trip wurde im Vorfeld speziell auf unsere Wünsche durch „Priori-Reisen Madagaskarhaus-Basel“ zusammengestellt und durchgeführt. Dazu gehörten Hin- und Retourflug nach/von Madagaskar und insgesamt 11 Inlandflüge für unsere verschiedenen geplanten Exkursionen. Im Programm eingeschlossen waren 14 Privat- und Nationalparks mit Park-Guide, die meistens schon im Vorfeld ausgesucht worden waren. Das Kriterium für unsere Nationalpark-Guides war einfach: Sie sollten auf die Schlangenwelt Madagaskar spezialisiert sein.

Auch in der Terraristik gibt es eine Toskana-Fraktion! Der Nordwesten Italiens überzeugt durch landschaftliche Schönheit, kulturelle Highlights, ein angenehmes Klima, kulinarische Spezialitäten - und eine überraschend abwechslungsreiche Reptilien- und Amphibienfauna. Von Höhlensalamandern über Landschildkröten bis zu einer ganz neu beschriebenen Viper gibt es hier allerhand zu entdecken. Lust auf einen kleinen Sommertrip?  von Kai Kolodziej

Der aus den Regionen Toskana, Ligurien und Piemont bestehende Nordwesten Italiens birgt nicht nur in kultureller und kulinarischer Hinsicht zahlreiche Besonderheiten. Speziell dem herpetologisch interessierten Naturfreund bietet diese Gegend im Umfeld von Pizza und Pasta zahlreiche Möglichkeiten zur Naturbeobachtung. Von den 26 Amphibien- und 36 Reptilienarten, die auf dem italienischen Festland vorkommen, sind immerhin 22 (Amphibien) und 25 (Reptilien) im Nordwesten des Landes heimisch, wodurch sich dieses Gebiet für einen Besuch für den naturinteressierten Beobachter besonders anbietet (Speybroeck et al. 2016). Zusammen mit meiner Freundin und einem befreundeten, ebenso herpetophilen Pärchen beschlossen wir, dieses Gebiet im April zu erkunden, um möglichst viele Reptilien und Amphibien aufzuspüren und fotografisch festzuhalten.

Lefkada ist eine recht kleine Insel, die südlich der bekannten Urlaubsinsel Korfu liegt und sogar mit einer „Damm-Brücke“ gut per Auto zu erreichen ist. Die Insel liegt im Ionischen Meer und sollte durch die Nähe zum Festland die für diese Gegend typische Herpetofauna beherbergen. Seltsamerweise liegen aber nur sehr wenige herpetologische Beobachtungen vor, da sie anscheinend nur selten von herpetologisch interessierten Personen besucht wird. Ein Grund mehr, hier einmal seinen Frühjahrsurlaub zu verbringen. Und weil einmal keinmal ist, werden hier gleich die Beobachtungen von zwei „herpetologischen Strandurlauben“ berichtet. von Andre Schmid

Eines Morgens um 4 Uhr, An­fang Juni, brachen wir in Richtung Stuttgarter Flughafen auf und landeten gegen 9.30 Uhr auf dem kleinen griechischen Flughafen von Preveza. Mit dem Mietwagen machten wir uns dann auf den Weg nach Lefkada. Da wir unsere Ferienwohnung erst ab 14 Uhr beziehen konnten, hatten wir noch Zeit, auf der Fahrt den einen oder anderen Stopp einzulegen, um nach Reptilien zu suchen.
Unseren ersten Halt machten wir an den Resten des Schlosses Santa Maura. Bei schon recht heißen Temperaturen gelang hier bereits die erste Reptiliensichtung einer Balkanzornnatter (Hierophis gemonensis), die allerdings recht schnell wieder im hohen Gras verschwunden war. Dennoch ein guter Start.

Die Maya-Ruinen auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán gehören zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Welt. Für Reptilienfreunde bieten sie aber noch einen weiteren Grund zum Staunen: Große, prächtige Schwarzleguane leben hier in erstaunlicher Menge und Furchtlosigkeit. Ein doppelt lohnendes Reiseziel also! von Manfred Rogner

Als ich seinerzeit das erste Mal die beeindruckenden Stätten der Mayas auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán besuchte, ging es mir in erster Linie darum, die ungefähr 90 km von Mérida befindliche Anlage Chichén Itzá kennen zu lernen. Bei ihr handelt es sich nämlich um eine der größten und am besten erhaltenen Ruinen des Landes.  Nicht umsonst ist sie auch die meistbesuchte Stätte der alten Maya- und späteren Tolteken-Kultur. Von Cancún aus dauert die Anfahrt etwa zwei Stunden.