Es war ein lang gehegter Traum: einmal Madagaskar zu bereisen, um die spektakuläre Tierwelt des Inselkontinents in freier Wildbahn zu beobachten. Hauptziel für unseren als Riesenschlangenexperte bekannten Autor waren die Madagaskarboas. Zwei Acrantophis-Arten und zwei Unterarten von Sanzinia mada­gascariensis leben auf dem Inselkontinent. von Markus Borer

Die Planung unserer Reise fing schon mehr als 2,5 Jahre vorher an. Der Trip wurde im Vorfeld speziell auf unsere Wünsche durch „Priori-Reisen Madagaskarhaus-Basel“ zusammengestellt und durchgeführt. Dazu gehörten Hin- und Retourflug nach/von Madagaskar und insgesamt 11 Inlandflüge für unsere verschiedenen geplanten Exkursionen. Im Programm eingeschlossen waren 14 Privat- und Nationalparks mit Park-Guide, die meistens schon im Vorfeld ausgesucht worden waren. Das Kriterium für unsere Nationalpark-Guides war einfach: Sie sollten auf die Schlangenwelt Madagaskar spezialisiert sein.

Auch in der Terraristik gibt es eine Toskana-Fraktion! Der Nordwesten Italiens überzeugt durch landschaftliche Schönheit, kulturelle Highlights, ein angenehmes Klima, kulinarische Spezialitäten - und eine überraschend abwechslungsreiche Reptilien- und Amphibienfauna. Von Höhlensalamandern über Landschildkröten bis zu einer ganz neu beschriebenen Viper gibt es hier allerhand zu entdecken. Lust auf einen kleinen Sommertrip?  von Kai Kolodziej

Der aus den Regionen Toskana, Ligurien und Piemont bestehende Nordwesten Italiens birgt nicht nur in kultureller und kulinarischer Hinsicht zahlreiche Besonderheiten. Speziell dem herpetologisch interessierten Naturfreund bietet diese Gegend im Umfeld von Pizza und Pasta zahlreiche Möglichkeiten zur Naturbeobachtung. Von den 26 Amphibien- und 36 Reptilienarten, die auf dem italienischen Festland vorkommen, sind immerhin 22 (Amphibien) und 25 (Reptilien) im Nordwesten des Landes heimisch, wodurch sich dieses Gebiet für einen Besuch für den naturinteressierten Beobachter besonders anbietet (Speybroeck et al. 2016). Zusammen mit meiner Freundin und einem befreundeten, ebenso herpetophilen Pärchen beschlossen wir, dieses Gebiet im April zu erkunden, um möglichst viele Reptilien und Amphibien aufzuspüren und fotografisch festzuhalten.

Lefkada ist eine recht kleine Insel, die südlich der bekannten Urlaubsinsel Korfu liegt und sogar mit einer „Damm-Brücke“ gut per Auto zu erreichen ist. Die Insel liegt im Ionischen Meer und sollte durch die Nähe zum Festland die für diese Gegend typische Herpetofauna beherbergen. Seltsamerweise liegen aber nur sehr wenige herpetologische Beobachtungen vor, da sie anscheinend nur selten von herpetologisch interessierten Personen besucht wird. Ein Grund mehr, hier einmal seinen Frühjahrsurlaub zu verbringen. Und weil einmal keinmal ist, werden hier gleich die Beobachtungen von zwei „herpetologischen Strandurlauben“ berichtet. von Andre Schmid

Eines Morgens um 4 Uhr, An­fang Juni, brachen wir in Richtung Stuttgarter Flughafen auf und landeten gegen 9.30 Uhr auf dem kleinen griechischen Flughafen von Preveza. Mit dem Mietwagen machten wir uns dann auf den Weg nach Lefkada. Da wir unsere Ferienwohnung erst ab 14 Uhr beziehen konnten, hatten wir noch Zeit, auf der Fahrt den einen oder anderen Stopp einzulegen, um nach Reptilien zu suchen.
Unseren ersten Halt machten wir an den Resten des Schlosses Santa Maura. Bei schon recht heißen Temperaturen gelang hier bereits die erste Reptiliensichtung einer Balkanzornnatter (Hierophis gemonensis), die allerdings recht schnell wieder im hohen Gras verschwunden war. Dennoch ein guter Start.

Die Maya-Ruinen auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán gehören zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Welt. Für Reptilienfreunde bieten sie aber noch einen weiteren Grund zum Staunen: Große, prächtige Schwarzleguane leben hier in erstaunlicher Menge und Furchtlosigkeit. Ein doppelt lohnendes Reiseziel also! von Manfred Rogner

Als ich seinerzeit das erste Mal die beeindruckenden Stätten der Mayas auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán besuchte, ging es mir in erster Linie darum, die ungefähr 90 km von Mérida befindliche Anlage Chichén Itzá kennen zu lernen. Bei ihr handelt es sich nämlich um eine der größten und am besten erhaltenen Ruinen des Landes.  Nicht umsonst ist sie auch die meistbesuchte Stätte der alten Maya- und späteren Tolteken-Kultur. Von Cancún aus dauert die Anfahrt etwa zwei Stunden.

Südafrikas Norden mit dem weltberühmten Krüger-Nationalpark ist eines der beliebtesten Reiseziele für alle, die viele Großsäuger im natürlichen Lebensraum erleben wollen. Doch die Region hält noch viele weitere lohnende Ziele bereit, und neben Klassikern wie Elefanten und Löwen gibt es auch in der Reptilien- und Wirbellosenwelt reichlich zu entdecken. Auch auf einem Familienurlaub mit dreijährigem Kind. von Volker Harport

Im Januar 2018 verbrachten wir unseren Familienurlaub in Südafrika. Es wurde die erste große Reise mit unserem dreijährigen Sohn. Wir besuchten unsere langjährigen Freunde, die Familie Reissig, in Johannesburg und entspannten im warmen südafrikanischen Sommer. Natürlich wollten wir auch die Natur genießen und Wildtiere beobachten. Uns ist es besonders wichtig, dass unser Sohn mit Tieren aufwächst und die Natur kennen und schätzen lernt. Er unterstützt mich bei der Heimtierpflege unserer Terrarien und ist sehr gerne bei Zoobesuchen dabei. In Johannesburg unternahmen wir Tagesausflüge in den Johannesburger Zoo, besichtigten den Vogelpark Montecasino und das Rhino and Lion Nature Reserve in Krugersdorp.
Mit Susanne Reissig besuchte ich die bekannten Spinnenexperten Astri und John Leroy. Das Ehepaar leitet seit mehreren Jahren den Spider Club of Southern Africa. Sie bieten Exkursionen an und schrieben mehrere Spinnenbücher. Astri und John gaben mir viele wertvolle Informationen über Habitate von Skorpionen und Vogelspinnen.

Die Weihnachtsinsel – entlegener kann ein Ort auf der Welt kaum sein. Aber nicht entlegen genug, als dass vom Menschen eingeschleppte Tiere nicht auch dort dramatische Schäden angerichtet hätten. Zwei endemische Reptilien gelten inzwischen als in der Natur ausgerottet. Ein professionelles Artenschutzprojekt verspricht nun Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Eine reptilische Weihnachtsgeschichte. von Elena Schwarz

„Wie wäre es, wenn wir Weihnachten dieses Jahr auf der Weihnachtsinsel feiern würden?“ „Oh ja, ist das nicht dort, wo es die Millionen von roten Krabben gibt, die zum Meer wandern?“ „Genau, und wenn die Jungen aus dem Meer kommen, werden auch die Walhaie angelockt!“ „Super, dann auf zur Weihnachtsinsel!“ – So ähnlich spielte sich der Dialog zu unserer Urlaubsplanung für die Weihnachtsferien 2016/2017 ab. Das Stichwort „Walhai“ genügt bei Tauchern wie uns bereits als Grund, ein Urlaubsziel auszuwählen, aber als rundum Naturinteressierte wollten wir natürlich auch alles Weitere erleben, was die Insel zu bieten haben würde.

Die Seychellen gelten als Traumreiseziel für Strandurlauber in den Tropen. Aber die Inseln haben weitaus mehr zu bie­ten als nur fantastische Strände. Reptilienfreunde kommen hier voll auf ihre Kosten, nicht nur wegen der berühmten Riesenschildkröten. Ein Reisebericht. von Bastian Krüger

Der Flug mit der Nummer DE 2302 bringt meine Freundin Barbara und mich in eine andere Welt. Als das Flugzeug nach gut neun Stunden in den Sinkflug übergeht, können wir die üppig bewaldeten Granitfelsen von Mahé erblicken. Schon lange habe ich mir vorgestellt, die Seychellen zu bereisen. Jetzt ist es endlich so weit. Zehn Tage haben wir Zeit, werden die Inseln Mahé, Praslin, Curieuse und Cousin bereisen und dabei auf La Digue bei unseren Gastgebern Birgitt und Alvis im Guesthouse „Bois d‘Amour“ zu Hause sein.

Die Küste der Adria im Nordosten Italiens ist ein äußerst beliebtes Urlaubsziel – unzählige Hotels und anmietbare Strandplätze mit Liegen und Schirmen inklusive. Der Inbegriff der Touristenhölle ist wohl die Urlaubsstadt Bibione. Aber selbst hier kann man echten Natururlaub verbringen. von Andre Schmid

Natürlich ist ein Massentourismus-Ort wie Bibione nicht die erste Adresse für einen naturinteressierten Reptilienmenschen wie mich. Bedingt durch einen Familienurlaub mit meiner Freundin stand dieses Ziel jetzt jedoch auf dem Plan. Da man die Dinge manchmal so nehmen muss, wie sie kommen, informierte ich mich dennoch voller Vorfreude über die lokale Herpetofauna. Nachdem ich von einem inselartigen Vorkommen der Aspisviper (Vipera aspis fransisciredi) gelesen hatte, stieg die Begeisterung nochmals sprunghaft an.

Familienurlaub im Sommer ins südliche Afrika. Drei Länder, 5.000 km und 18 Tage. Im Fokus standen klar die großen Säugetiere. Unser Sommer ist bekanntlich der südafrikanische Winter – nachts wurde es teils sehr kalt, und es herrschte große Trockenheit. Nicht die besten Bedingungen also, um Reptilien zu beobachten. So war „Herping“ auch kein geplanter Reiseschwerpunkt. Doch wer die Augen offen hält, findet zu jeder Jahreszeit herpetologische Highlights. Ein Bericht über Beobachtungen am Wegesrand. von Ingo Kober

Unsere organisierte Reise im Sommer 2016 mit insgesamt elf Teilnehmern wurde von ortskundigen Guides geführt. Den ersten Tag nach der Anreise verbrachten wir in einem Hotel in Johannesburg, wo wir warteten, bis sich unsere international (Deutschland, Australien, Neuseeland, Schweiz, Tschechische Republik) zusammengesetzte Reisegruppe gefunden hatte. Natürlich waren mitten in der Stadt keine großartigen Beobachtungen zu erwarten, doch als eine Gruppe Hagedasch-Ibisse (Bostrychia hagedash) laut rufend am Hotel vorbeiflog, fühlte ich mich doch gleich in Afrika angekommen. Den charakteristischen Ruf dieses Vogels verbinde ich untrennbar mit dem afrikanischen Busch.
Auf dem Parkplatz des Hotels konnte ich auch bereits einige Gepunktete Kapskinke (Trachylepis punctatissima) beobachten. Somit hatte sich die Herpetofauna ebenfalls schon frühzeitig vorgestellt.

 Quer durch Nord­amerika vom Atlantik bis an den Pazifik. Vor 150 Jahren suchten Abertausende europäische Siedler auf abenteuerlichen Routen ihren Weg durch großartige, wilde Landschaften, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Die Geschichte des großen Trecks hat sich tief in das kollektive Bewusstsein gebrannt, bis heute sind die USA für viele ein Sehnsuchtsort geblieben, trotz Trump. Noch dazu einer, der für Reptilien- und Amphibienfreunde allerhand zu bieten hat.
REPTILIA-Redakteur Heiko Werning hat sich den alten Traum von der Durchquerung des Kontinents von Ozean zu Ozean erfüllt. Nicht am Stück, sondern über Jahre, in vielen einzelnen Reisen. Immer auf der Suche nach „Herps“. Unsere in loser Reihenfolge erscheinende Serie „Der große Treck“ verfolgt die Route von Ost nach West. Kommen Sie mit zu den interessantesten herpetologischen Zielen der USA.
Teil 1, Melting Pot Süd-Florida: REPTILIA Nr. 117; Teil 2, der Norden Floridas: REPTILIA Nr. 119; Teil 3, die Okefenokee-Sümpfe Georgias: REPTILIA Nr. 123; Teil 4, von den Great Smoky Mountains zu den Sümpfen Louisianas: REPTILIA Nr. 125; Teil 5, Don’t Mess With Texas: REPTILIA Nr. 128.


Dass Texas eher ein Reiseziel für den fortgeschrittenen USA-Besucher ist, hatte ich im letzten Teil des „Großen Trecks“ bereits erwähnt. Der Bundesstaat ist riesig, die Wege von Ziel zu Ziel sind lang, die Strecken dazwischen von teils erschlagender Monotonie, weil man stundenlang durch Felder oder Weiden fährt, so weit das Auge reicht.

Im Mündungsbereich des Rio Grande
Auch die Küste kann nicht ganz mithalten mit den Traumstränden Floridas oder des Pazifiks. An der texanischen Golfküste paart sich eher ein Hauch von Nordsee mit, zumindest im Sommer, unangenehmer schwüler Hitze, ein paar Ölbohrplattformen am Horizont und einem eher gräulich trüben Wasser. Die texanische Riviera, wie sie spaßeshalber manchmal genannt wird, ist sicher kein Touristenmagnet. Dennoch hat auch sie ihren Reiz, und einzelne State Parks erlauben es sogar, direkt am Strand zu campen. Überhaupt wirkt hier alles noch etwas untouristischer und ursprünglicher, wenn auch nicht natürlicher – die Vegetation im Hinterland musste weitgehend der Landwirtschaft weichen. Zaunleguane und Laubfrösche hält das selbstverständlich nicht ab, und wer sich nicht daran stört, sein „road cruising“ zum Einbruch der Dämmerung zwischen Feldern zu zelebrieren, hat gute Chancen, die allgegenwärtigen Texas-Klapperschlangen (Crotalus atrox) aufzuspüren – nicht umsonst stehen am Straßenrand große Werbeschilder für angeblich klapperschlangensichere Cowboy-Stiefel ... Aber auch Strumpfband-, Wasser-, Bullen- und diverse andere Nattern scheuen die Nähe zur Landwirtschaft nicht und können auf den Straßen gefunden werden.