Die Inselgruppe Langkawi würdigt mit ihrem Namen in der Landessprache einen dort sehr häufigen Greifvogel. Aber auch Amphibien und Reptilien sind hier in großer Zahl zu Hause. Die Vielfalt der Herpetofauna und die tropische Landschaft samt Traumstränden des zu Malaysia gehörenden Archipels laden zu Herping-Touren geradezu ein. von Kai Kolodziej und Chantal Cenker

Langkawi ist nicht nur ein einziges Eiland, sondern ein Archipel, der aus 104 Inseln besteht.  Er liegt im Nordwesten Malaysias und gehört zum Bundeststaat Kedah. Dieser bildet auch die Grenze nach Thailand, und die thailändische Nachbarinsel Ko Taruto ist nur wenige Kilometer von Langkawi entfernt (Grismer et al. 2006). In diesem Artikel beziehen wir uns aber auf die Hauptinsel Pulau Langkawi. Der Name Langkawi bedeutet so viel wie „Insel der Brahimenweihe“ auf Ma­laiisch, und diese Greifvögel sind auf der Insel auch wirklich zahlreich vertreten. Wenn man die Insel per Fähre in Kuah erreicht, begrüßt einen an der Anlegestelle die übergroße Statue dieses beeindruckenden Vogels.

Costa Rica ist eines der beliebtesten Naturreiseziele in Lateinamerika. Selbst beim klassischen Familienurlaub kann man hier imposante Begegnungen mit großen Leguanen erleben. Dabei fallen erstaunliche Unterschiede zwischen dem Verhalten Schwarzer und Grüner Leguane in Natur und Terrarium auf. Woran könnte das liegen? von Philipp Haag

Meine Familie und ich verbrachten unseren Jahresurlaub 2019 in Costa Rica. Das Land in Mittelamerika ist für jeden Reptilienfan ein absolutes Muss auf der To-do-Liste. Die Ticos (Einwohner von Costa Rica) lieben und schützen ihre Natur. Nirgendwo liegt Müll in der Vegetation, und Ausflugsziele entsprechen wirklich den Bildern auf den Flyern. Bis auf Angeln wird keine Jagd betrieben. Mensch und Tier leben hier friedlich nebeneinander. Davon profitieren ganz besonders auch Touristen. Die Tiere empfinden den Menschen nicht grundsätzlich als Bedrohung und fliehen erst bei kurzen Distanzen. Tiersichtungen im natürlichen Lebensraum und einzigartige Naturkulissen sind garantiert.

Ein vor vielen Jahren gesehenes Froschbild kann den späteren Lebensweg prägen. Unser Autor war von Oophaga lehmanni so begeistert, dass er sich schwor, diesen außergewöhnlichen Pfeilgiftfrosch später einmal in freier Natur zu beobachten. Aus der fixen Idee wurde zunächst ein Praktikum und dann eine Studien-Abschlussarbeit. Trotz abenteuerlicher Umstände ... von Andreas Zarling

Findet man in Deutschland Frösche gut, mag man es wohl schlicht und gibt sich mit gefühlt 10.000 Tieren derselben Art zufrieden. So jedenfalls fühlte sich für mich immer die heimische Amphibienfauna an: eher repetitiv als wirklich spannend. Gut, persönliche Vorlieben variieren, das sehen manche natürlich anders. Mir war aber immer nach mehr Abwechslung zu Mute, und ich habe außerdem eine gewisse Vorliebe für, sagen wir, übertrieben bunte Amphibien ...
Gerade wer sich mit Fröschen beschäftigt, der wird zwangsläufig um die Neotropen nicht herumkommen: Dort gibt es Orte, deren lokale, von den Farben und Mustern her schon fast an einen Karnevalsumzug erinnernde Amphibiendiversität höher ist als die von ganz Deutschland, vielleicht sogar Europa. Ein Tal in der Westflanke der westlichen Andenkordillere im kolumbianischen Bundesstaat Valle del Cauca ist genau so ein Ort: Anchicayá (gesprochen: AnTschiKah-Ja). 

Der Nordosten Griechenlands gehört zu den touristisch weniger bekannten Regionen des Landes. Hier kann man nicht nur zwei Landschildkröten-Arten finden, sondern auch zahlreiche andere Amphibien und Reptilien. Örtliche Naturschutzstationen bieten oft einen guten ersten Anlaufpunkt. von Werner & Yvonne Lantermann

2017 führte uns unsere alljährliche Südeuropa-Studienreise Mitte Mai nach Nordost-Griechenland. Wir starteten zunächst vom Flughafen Thessaloniki zum Kerkini-See im Norden von Festland-Griechenland, etwa 20 km vor der Bulgarischen Grenze gelegen, und später dann an einen zweiten Standort, nämlich Richtung Kavala bis zum kleinen Ort Keramoti, der gegenüber der Insel Thassos direkt am Thrakischen Meer liegt. Von dort aus wollten wir u. a. das nahe gelegene Nestos-Delta aufsuchen, um dort Vögel und Reptilien zu beobachten. Über unsere Schildkrötenbeobachtungen bei Keramoti haben wir in der elaphe bereits früher berichtet (Lantermann & Lantermann 2019).

Quer durch Nordamerika vom Atlantik bis an den Pazifik. Vor 150 Jahren suchten Abertausende europäische Siedler auf abenteuerlichen Routen ihren Weg durch großartige, wilde Landschaften in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Die Geschichte des Großen Trecks hat sich tief in das kollektive Bewusstsein gebrannt, bis heute sind die USA für viele ein Sehnsuchtsort geblieben. Noch dazu einer, der für Reptilien- und Amphibienfreunde allerhand zu bieten hat.
REPTILIA-Redakteur Heiko Werning hat sich den alten Traum von der Durchquerung des Kontinents von Ozean zu Ozean erfüllt. Nicht am Stück, sondern über Jahre, in vielen einzelnen Reisen. Unsere in loser Reihenfolge erscheinende Serie „Der Große Treck“ verfolgt die Route von Ost nach West.
1: Melting Pot Süd-Florida (REPTILIA Nr. 117); 2: Der Norden Floridas (REPTILIA Nr. 119); 3: Die Okefenokee-Sümpfe Georgias (REPTILIA Nr. 123); 4: Von den Great Smoky Mountains zu den Sümpfen Louisianas (REPTILIA Nr. 125); 5: Don’t Mess With Texas (REPTILIA Nr. 128); 6: Den Rio Grande entlang – von der Golfküste bis Big Bend (REPTILIA Nr. 130); 7: Chihuahua-Wüste (REPTILIA Nr. 143).
von Heiko Werning

Der alte Funke glüht noch. Haben sich die USA unter Trump zur internationalen Lachnummer entwickelt und galten vielen aufgrund der desaströsen Corona-Bilanz bereits als abgemeldet, ist das Lästern über „die Amis“ in den letzten Wochen vernehmlich leiser geworden. Denn das Tempo, mit dem das Land seine Impfkampagne vorantreibt, lässt die zögerlichen Europäer plötzlich blass aussehen. Da sind sie wieder, die amerikanischen Tugenden: Entschlusskraft, Ärmel hochkrempeln, Bedenken beiseiteschieben, loslegen. Auf jeden Fall kann man damit rechnen, dass die Pandemie in den Staaten bald so weit eingehegt sein wird, dass sich das Land wieder für den Tourismus öffnet. Nach der langen Zeit des virusbedingten Mehr-oder-weniger-Eingesperrtseins wird es dann sicherlich auch viele europäische Terrarianer wieder in die Weiten des Westens ziehen. Wie wäre es dann mit einem Trip durch New Mexico?

China steht durch seine wirtschaftlichen Erfolge und die Corona-Pandemie derzeit im Fokus der Weltöffentlichkeit wie kaum ein anderes Land. Für Menschen aus dem Westen ist es immer noch eine weitgehend fremde Welt. Dabei lohnt ein genaueres Hinsehen auch in Sachen Herpetofauna, selbst wenn man nur zu Besuch in einer der zahlreichen Millionenmetropolen des Landes ist – was eines Tages nach Corona hoffentlich wieder möglich sein wird. Unser Autor war in der Großstadt Hangzhou und hat sich auch ein bisschen in deren Vororten umgeschaut. von Benjamin Aunkofer

Lebende Schlangen in freier Natur sind bei vielen Chinesen außerordentlich unbeliebt. Sicherlich kennt jeder Reptilienenthusiast die tendenzielle Ablehnung dieser Reptlien in der mitteleuropäischen Bevölkerung, in China ist der „igitt“-Faktor jedoch noch mal deutlich stärker ausgeprägt, und diesen Reptilien – übrigens auch den Echsen – wird meistens eine hochgradige Giftigkeit unterstellt. Dass Schlangen in China gleichzeitig als besondere Delikatesse auf manchen Speisekarten zu finden sind, scheint dabei keine Rolle zu spielen. Vermutlich wird diese kulinarische Vorliebe aber ohnehin überwiegend von einer Minderheit der Han-Chinesen gepflegt.

Reisen ist in Corona-Zeiten ein schwieriges Unterfangen. Erst recht, wenn das Ziel auch herpetologisch interessant sein soll. Zu den Ausnahmen, die noch relativ problemlos bereist werden können, gehören die Kanarischen Inseln. Sie sind derzeit (Stand 14.11.2020) kein Corona-Risikogebiet, relativ problemlos und kostengünstig zu erreichen und auch im Winter ein lohnendes Ziel. Einzige Voraussetzung derzeit: ein negativer Corona-Test. Die botanisch wohl attraktivste Insel der Kanaren ist La Palma. Aber auch herpetologisch lohnt sich eine Exkursion auf „La Isla Bonita“, der schönen Insel. von Rolf Leptin

Die ungefähr 700 km2 große Insel La Palma liegt im Atlantischen Ozean, etwa 400 km vor der marokkanischen Küste. Sie ist die nordwestlichste der politisch zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln und gleichzeitig auch die ursprünglichste und waldreichste. Es gibt auf diesem aus Vulkanen entstandenen relativ kleinen Eiland hohe Berge, tiefe Schluchten, wilde Küsten und zahlreiche Pflanzenarten in fünf Klima- und Vegetationszonen, wovon jedoch nur ein geringer Teil endemisch ist. Vieles wurde in hunderten von Jahren hauptsächlich aus Süd- und Mittelamerika dorthin verbracht.

In Zeiten von Corona sind Fernreisen gerade nicht möglich. Aber in Europa sind viele Gegenden wieder zugänglich, darunter Italien, das derzeit nicht mehr zu den Risikogebieten zählt. Daher spricht nichts gegen eine verantwortungsvoll nach Corona-Regeln durchgeführte Reise. Derzeit hat man sogar den Vorteil, dass vergleichsweise wenig Touristen unterwegs sind. Unsere Autoren haben Süditalien bereits im Jahr vor der Pandemie bereist. Die Region zählt zu den ältesten Kulturlandschaften Europas. Hier findet man überall Zeugnisse längst vergangener Zeiten. Küsten-, Berg- und Hügellandschaften prägen Süditalien und laden zum Erkunden ein. Und, nicht zu vergessen: Wo Ruinen sind, da sind meist auch Eidechsen ... von Claudia und Andreas Schäberle

Unsere fast dreiwöchige Italienreise im Juni 2019 begann an den Thermalquellen Saturnias. Der kleine Thermalort liegt in der toskanischen Meremma 100 km südlich von Florenz. Aus den Quellen strömen pro Sekunde 800 Liter 37 °C warmes, schwefelhaltiges Wasser, das von den Hängen des Monte Amiata stammt. Wer sehr früh am Morgen dran ist, kann die Quellen fast alleine genießen – nach einer 700 km langen Autofahrt genau das Richtige, um wach zu werden. Direkt an den Felsen rund um die Thermalquellen konnten wir schnell Ruineneidechsen (Podarcis siculus campestris) und Mauergeckos (Tarentola mauritanica) feststellen. Die scheuen Geckos leben mancherorts in großen Gruppen. Auch hier konnten wir die nacht- oder dämmerungsaktiven Geckos beim ausgiebigen Sonnenbad beobachten.


USA-Trip geplatzt, Borneo-Aufenthalt storniert, Amazonas-Tour gecancelt – Terrarianer sind ein reiselustiges Völkchen und normalerweise überall auf der Welt unterwegs, um ihre favorisierten Tiere im Feld aufzuspüren, zu beobachten und zu fotografieren. Monatelang waren Reisen nicht mal innerhalb Europas möglich, und auch jetzt wartet mancher vorsichtig ab, bevor er sich wieder ans Mittelmeer traut. Aber draußen ist Sommer, Reptilien-Saison! Und wer Kinder hat, will mit ihnen auch in den Sommerferien Herpetologisches unternehmen. Benny Trapp, Naturfotograf mit Schwerpunkt Amphibien und Reptilien, stellt Alternativen für den Herpeto-Trip vor der Haustür vor.
von Benny Trapp

Was für ein Jahr ...! Normalerweise wäre ich genau jetzt in Griechenland, um Naturfreunde und Studentengruppen durch die Natur zu führen, ihnen Amphibien, Reptilien, aber darüber hinaus auch viele andere Tiere, idyllische Landschaften, Pflanzen und ein bisschen Kulturelles zu zeigen. Aber dann kam Corona, lateinisch (corona) für Krone – eine Vokabel, die ich bisher nur in Bezug zu einigen wissenschaftlichen Namen von Tierarten setzen musste.
Nun sitze ich also statt auf einer griechischen Wiese an meinem Schreibtisch und schreibe auf Bitte von REPTILIA-Redakteur Heiko Werning über meine Erfahrungen mit Herpeto-Touren im eigenen Land, um denen ein paar Tipps zu geben, die in diesem Jahr nicht das machen können, was sie eigentlich geplant hatten.
Trotz all meiner finanziellen Verluste und des Zusammenbruchs nahezu aller Aufträge versuchte ich als positiv denkender Mensch schon früh, das Beste aus der Situation zu machen, die sich ja nun einfach nicht ändern lässt. Viel zu oft hat sich in meinem Leben schon so Grundlegendes geändert, als dass ich nicht genau wüsste, dass es eben immer schon irgendwie weitergeht. So war das Mantra für mich schon Anfang dieses Krisenjahres bald klar: „Wir bleiben zu Hause!“


Quer durch Nordamerika vom Atlantik bis an den Pazifik. Vor 150 Jahren suchten Abertausende europäische Siedler auf abenteuerlichen Routen ihren Weg durch großartige, wilde Landschaften in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Die Geschichte des Großen Trecks hat sich tief in das kollektive Bewusstsein gebrannt, bis heute sind die USA für viele ein Sehnsuchts­ort geblieben. Noch dazu einer, der für Reptilien- und Amphibienfreunde allerhand zu bieten hat. REPTILIA-Redakteur Heiko Werning hat sich den alten Traum von der Durchquerung des Kontinents von Ozean zu Ozean erfüllt. Nicht am Stück, sondern über Jahre, in vielen einzelnen Reisen. Unsere in loser Reihenfolge erscheinende Serie „Der Große Treck“ verfolgt die Route von Ost nach West.
von Heiko Werning

Man kann in diesen Tagen natürlich keinen Artikel über Reisen in die USA beginnen, ohne auf die aktuelle Situation Bezug zu nehmen. Dabei ist es fast schon bizarr: Denn mein ganz persönliches Corona-Jahr begann genau dort, wo Teil 6 dieser Reihe aufhörte und dieser siebte, viel zu lang verschobene Text nun anfangen soll: in der Big-Bend-Region im tiefen Westen von Texas.