Bei Fröschen im Terrarium denken die meisten Terrarianer sicherlich zuerst an die knallbunt gefärbten Pfeilgiftfrösche. Das dicht bepflanzte Tropenterrarium für diese Amphibien gilt vielen als Inbegriff vollendeter Terraristik. Doch daneben gibt es noch eine Fülle weiterer spektakulärer Frösche, die ebenfalls hochinteressante Pfleglinge sind. Eine ganz besondere Gruppe soll Ihnen in dieser REPTILIA näher vorgestellt werden. Frösche, die in puncto Fortpflanzungsstrategien, Gestalt, Färbung, Größenunterschiede und Verhalten alle Register ziehen, die die Natur zu bieten hat: die Laubfrösche aus Süd- und Mittelamerika!

Bei kaum einer anderen Tiergruppe unterscheiden sich die Spezies so stark voneinander wie bei den neotropischen Laubfröschen. Jede Art ist auf eine bestimmte ökologische Nische spezialisiert. Von kleinen, nur wenige Zentimeter messenden Exemplaren bis hin zum skurrilen Riesenmakifrosch (Phyllomedusa bicolor) reicht die Palette. Von Explosionslaichern, die sich zu Tausenden auf einmal über temporären Tümpeln zusammenfinden, um dort gemeinsam zu laichen und so die Überlebenschance der Jungen zu erhöhen, bis hin zu Fröschen, die aus ihren Rückentaschen fertig entwickelte Jungtiere entlassen. Von Arten, die ganz und gar auf ihre Tarnung vertrauen und regelrecht mit der Umgebung verschmelzen, bis hin zu Spurrells Laubfrosch (Agalychnis spurrelli), der befähigt ist, im Gleitflug elegant von Baum zu Baum zu segeln und damit dem Tod sprichwörtlich das eine oder andere Mal von der Schippe springt. Auch in ihrem Aussehen lassen diese Frösche keine Wünsche offen: als Baumrinden- oder Flechtenimitat, mit orange-schwarz getigerten Flanken, leuchtend bunt gefärbt oder aber mit hörnerartigen Auswüchsen sind sie ein Spiegel für die Vielfalt der Natur. All dies und noch vieles mehr haben die neotropischen Laubfrösche zu bieten. Doch was sind neotropische Laubfrösche überhaupt?