von Andreas S. Hennig

In der MARGINATA 56 berichtete ich über das niedersächsische Wiederansiedlungsprojekt zur Europäischen Sumpfschildkröte. Im Rahmen dieses Projektes werden im NABU-Artenschutzzentrum Leiferde bei Gifhorn Emys orbicularis gehalten, vermehrt und bis zur Auswilderung drei bis fünf Jahre lang aufgezogen. Das Emys-Projekt ist allerdings nur eine Aufgabe von vielen, die das Zentrum zu bewältigen hat. Wesentliche weitere Aufgaben sind Aufnahme und Betreuung verletzter Wildtiere, z. B. Störche, Igel und Mauersegler, sowie Unterbringung und Pflege sogenannter exotischer Wildtiere, also nicht heimischer Arten aus Menschenobhut, die wegen Verstößen gegen Tier- oder Artenschutzgesetz von Behörden eingezogen wurden (z. B. Papageien). Dazu kommt eine steigende Anzahl von Fundtieren – vom Stachelschwein über Erdmännchen und Nandu bis hin zu Boa oder Skorpion.

von Holger Vetter

Bei der Benennung derjenigen Schildkrötenformen, die in den bisherigen Teilen dieser MARGINATA-Serie zur Namensgebung der Testudo-Arten behandelt wurden, standen sehr häufig morphologische Merkmale oder die geografische Herkunft im Vordergrund. Bei der Suche nach dem Ursprung der wissenschaftlichen Bezeichnungen der Steppenschildkröte (Testudo horsfieldii Gray, 1844) begegnen uns nun vor allem menschliche „Paten“, die bei der Beschreibung der verschiedenen Taxa sozusagen ihre Namen zur Verfügung stellten, wenn auch – wie in diesen Fällen meist üblich – ungefragt.

von Andreas S. Hennig

Weichschildkröten sind wegen ihres namensgebenden Panzers eigentlich recht verletzlich. Dennoch haben sie sich auf mehreren Kontinenten durchgesetzt, so auch in Nordamerika. Mit überschaubaren drei Arten und mehreren Unterarten der Gattung Apalone eroberten sie erfolgreich großflächige Regionen der USA, aber auch kleinräumigere Gebiete Kanadas und Mexikos.
In der Terraristik spielen Weichschildkröten keine große Rolle, obgleich gerade die nordamerikanischen Arten neben der handlichen Chinesischen Weichschildkröte (Pelodiscus sinensis) empfehlenswerte Pfleglinge sind.

von Holger Vetter

In den beiden bisherigen Beiträgen dieser Kolumne habe ich mich mit der Namensherkunft der Maurischen Landschildkröte und ihrer Unterarten beschäftigt. Testudo graeca wird in der neueren Literatur innerhalb der Gattung Testudo in die gleichnamige Untergattung gestellt, zu der neben ihr noch die Ägyptische Landschildkröte und die Breitrandschildkröte zählen. Diese beiden Arten sind Gegenstand des vorliegenden Beitrags.

von Andreas S. Hennig

Schmuckschildkröten der Gattung Pseudemys sind überaus dankbare und reizvolle Pfleglinge. Es sind attraktive Sonnenanbeter, deren Haltung viel Freude bereitet. Sie sind sehr umgänglich und besitzen ein insgesamt recht ruhiges Wesen. Im Vergleich zu ihren nordamerikanischen Verwandten, den einst häufig im Zoohandel angebotenen Buchstaben-Schmuckschildkröten (Trachemys scripta), sind die Pseudemys-Arten doch deutlich angenehmer in der Haltung.

Gewiss, insbesondere die Weibchen sind voluminöser als die Vertreter vieler anderer Wasserschildkrötenarten wie beispielsweise Moschus- (Sternotherus odoratus) oder Chinesische Dreikielschildkröte (Mauremys reevesii), doch sind es deswegen nicht minder geeignete Pfleglinge. Sie erlauben faszinierende Einblicke in die Welt der Schildkröten: ein anmutiges Balzspiel, hochinteressante Eiablage-Strategien oder auch der Wandel vom Insekten- zum Pflanzenfresser.

von Holger Vetter

Ein recht großes Verbreitungsgebiet in Vorderasien (Irak, Iran, Israel, Jordanien, Libanon, Syrien, asiatische Türkei, Westjordanland; vom Menschen wurde sie zudem offenbar an verschiedenen Stellen in Ägypten angesiedelt) besiedelt Testudo graeca terrestris Forsskål, 1775. Ihr Name bedeutet im Lateinischen schlicht „auf dem Lande lebend“ und bezieht sich darauf, dass diese Unterart im Unterschied zu den anderen von Peter Forsskål in seinem Werk erwähnten Schildkröten eine landlebende Lebensweise führt. Sie wurde ursprünglich aus der syrischen Stadt Aleppo, dem Libanongebirge und irrtümlich aus den Städten al-Luhayya in Jemen und Kairo in Ägypten beschrieben. Mehrere der ursprünglich als eigenständige Arten oder Unterarten aus Vorderasien beschriebenen Landschildkrötenformen werden aktuell dieser Unterart als Synonyme zugeordnet:
Peter Forsskål selbst publizierte in einem weiteren Werk eine Bezeichnung, bei der es sich aufgrund der unzureichenden Beschreibung wieder um ein „nomen nudum“ handelt, was sie als wissenschaftlichen Namen nicht verfügbar macht: Testudo zolhafa Forsskål in Gray, 1830. Wo die damit bezeichnete Form genau beheimatet sein sollte, wird aus der Beschreibung nicht klar, doch ist anhand der Route der Arabien-Expedition, an der Forsskål teilgenommen hatte, ersichtlich, dass sie aus dem Verbreitungsgebiet von Testudo graeca terrestris stammen muss. Der Name wurde in abgewandelter Schreibweise von der arabischen Bezeichnung „zohalfa“ für „Schildkröte“ abgeleitet.

von Andreas S. Hennig

Zweifelsohne sind Schildkröten die Sympathieträger unter den Reptilien. Weitaus schwerer haben es Echsen oder gar Schlangen. Aber selbst unter den Schildkröten gibt es Unterschiede – aus unserer rein subjektiven Sicht: Landschildkröten sind unschlagbar die Favoriten. Sie faszinieren nicht nur eingefleischte Terrarianer, sondern auch jene Personen, die sich nicht über den „Heimtier-Status“ hinaus mit Tieren beschäftigen oder sogar rein gar nichts mit Tierhaltung am Hut haben.

von Heiko Werning

Die USA sind das Land mit der größten Artenvielfalt an Schildkröten weltweit. Und nirgendwo ist es einfacher, sie als Naturfreund auch zu genießen. Perfekte touristische Infrastruktur, zahlreiche Schutzgebiete, die die großartige Natur für Besucher erschließen, und zudem die oft überraschende Individuendichte vieler Arten machen das Land zu einem Traumziel für Schildkrötenfreunde. Kommen Sie mit auf eine Reise von Küste zu Küste durch den Süden der USA!

von Eric Egerer

Meeresschildkröten verbringen den allergrößten Teil ihres Lebens im Meer und sind daran hervorragend angepasst. Nur zur Eiablage genau an dem Sandstrand, an dem sie selbst ausgeschlüpft sind, kriechen die Weibchen in der Nacht ans Land und kehren noch vor Tagesbeginn wieder ins Wasser zurück. Und dieses Ereignis findet nicht einmal jedes Jahr statt! Die Männchen vollziehen die Paarung im Wasser und kommen überhaupt nie an Land. Nur direkt nach dem Ausschlüpfen sind die kleinen Schildkröten ganz kurz außerhalb des Wassers, aber sie eilen sofort zum Meer, da gerade dieser Moment einer der gefährlichsten im ganzen, bis zu 80 Jahre dauernden Meeresschildkrötenleben ist, da unzählige Räuber nur auf sie gewartet haben.