Wie oft wurde die Zucht von Königspythons schon totgesagt! Dabei steckt dieses Hobby mehr denn je voller faszinierender Möglichkeiten. Ein Blick auf heute und ein Ausblick auf morgen.. von Justin Kobylka

„Der Königspython-Hype ist vorbei! Wir haben doch alle dieselben Viecher ...“ Einer der führenden Züchter sagte das zu mir, während wir als Tischnachbarn auf der National Reptile Breeders‘ Expo 2014 in Florida standen. „Wir haben höchstens noch ein bis zwei Jahre, dann sind alle Königspythons einfach nur noch Heimtiere für den Zooladen um die Ecke.“ Die Tiere an seinem Stand schienen der lebendige Beweis dafür zu sein: Sein Tisch war voller brandneuer Designermorphen – die wahrscheinlich bis zur nächsten Expo im Preis um die Hälfte fallen würden.
Aus dem heutigen Blinkwinkel muss ich jedoch sagen: Dieser Züchter hätte sich nicht gravierender irren können. Es hat sich herausgestellt, dass auf unserem Gebiet noch so viel zu tun ist – und das Business ist so groß wie eh und je. Anstatt in sich zusammenzufallen, hat der Markt eine Explosion der Kreativität erlebt, richtungsweisende Kombos und Möglichkeiten auf völlig neuen Gebieten sind aufgetaucht. Statt aufzugeben, haben viele Züchter ihre Fantasie bei der Zusammenstellung ihrer Paare spielen lassen, mit unwahrscheinlich faszinierenden Ergebnissen.

Farbmorphenzüchtung speziell beim Königspython ist zu einem ganz eigenen Zweig in der Terraristik geworden. Wer glaubt, dass auf diesem Feld inzwischen alles abgegrast sei, der irrt. Immer wieder tauchen neue spektakuläre Varianten auf. Und nachdem der Markt eine Weile lang übersättigt schien, gibt es nun wieder eine verstärkte Nachfrage. von Stefan Broghammer

Die REPTILIA hat mich gebeten, etwas über die „neusten Morphen“ beim Königspython zu schreiben. Das ist gar nicht einfach. Welche sind interessant genug, um sie vorzustellen? Welche werden begehrt sein, welche nicht viel beachtet? Eine große Rolle spielt hierbei die „Promotion“, die ein Züchter für seine neuen Morphen macht. Nur etwas Neues zu züchten und als genetisch zu prüfen, das reicht meist nicht aus heutzutage. Es gibt schon so viele Morphen und viele ähneln einander. Wer vor rund zehn Jahren einen weißen Königspython gezüchtet hatte, konnte sicher sein, dass ihm die Szene die Tür einrennt, um die „Zutaten“ zu kaufen. Heute gibt es so viele Kombos, die am Schluss weiß sind, dass es schon fast wieder schade ist, wenn man „nur“ weiße Tiere anbietet.

Aufgrund ihrer überschaubaren Größe sind Keilkopf-Glattstirnkaimane gut geeignete Schautiere für Zoos. Sie zeigen ein faszinierendes Brutverhalten, das aber auch einige Probleme bereiten kann. Doch mit der richtigen Strategie steht der harmonischen Haltung nichts im Wege.
von Simone Karlowski

„Keilkopf-Glattstirnkaiman“ – ein Name, für den manche Zoo-Besucher beim Lesen der Gehegebeschilderung einen zweiten Versuch benötigen. Dabei verdeutlicht er eigentlich sehr passend das Aussehen dieser kleinen südamerikanischen Kaiman-Art: keilförmiger Kopf und glatte Stirn. Genauer gesagt: Es geht um den fehlenden knöchernen Grat zwischen den Augen, der die Gattung Paleosuchus charakterisiert.

Sägeschwanzechsen der Gattung Holaspis haben schon seit vielen Jahren einen festen Platz als Bewohner unserer Terrarien. Aufgrund ihrer agilen und munteren Art lassen sie sich sehr gut beobachten. Ihr Pfleger wird schnell von ihrem artspezifischen Verhalten fasziniert sein und ausgeprägte Besonderheiten feststellen. Ein versierter und begeisterter Pfleger dieser quirligen, farbenprächtigen Echsen ist Jürgen Mayrbäurl aus Steyr (OÖ), der sie seit Jahren erfolgreich pflegt und züchtet. Den Lesern diese interessante Echse etwas näherzubringen, ist Ziel dieses Berichtes. von Hans Esterbauer

Die Ostafrikanische Sägeschwanzeidechse wurde im Jahr 1896 vom österreichischen Herpetologen Franz Werner (15.8.1867–28.2.1939) als Holaspis guentheri laevis beschrieben. Inzwischen wurde die ehemalige Unterart durch Untersuchungen von Broadley (2000) in den Artrang erhoben. Die beiden Arten H. guentheri und H. laevis sind die einzigen Vertreter der Gattung der Sägeschwanzeidechsen.

Thailand und Malaysia sind nicht nur gut zu bereisen, sie bieten auch einer unüberschaubaren Vielzahl von Wirbellosen Heimat. Darunter sind eine ganze Reihe höchst interessanter und außergewöhnlicher Gottesanbeterinnen. Aber auch die weitere Insektenfauna lohnt einen näheren Blick. von Thomas Rönisch und Jens Kühne

In REPTILIA Nr. 96 (August/September 2012) stellten wir unsere Erlebnisse, Erkenntnisse und Aufsammlungen in Sachen Wirbellosen in Südostasien vor. Seitdem sind mehrere Jahre vergangen. Wir waren nicht untätig und haben versucht, weitere interessante und haltbare Insekten, speziell Mantiden, aufzufinden, die wir im Hobby etablieren wollten. Die erste Aufsammlung im Oktober 2010 im Zentrum  der malaiischen Halbinsel sollte, gerade in Hinsicht auf die Vielfalt an Arten, nicht so schnell getoppt werden können. Doch hat sich in der Zwischenzeit einiges geändert – gerade unser Wissen um Standorte und Biologie hatte sich vergrößert, und so konnten wir noch intensiver eintauchen in die Welt des asiatischen Mikrokosmos.

Nur wenige Gottesanbeterinnen lösen bei Wissenschaftlern und Liebhabern gleichermaßen eine derartige Faszination aus wie die metallisch glänzenden Rindenläufer der indo-malayischen Gattung Metallyticus – wenn auch aus verschiedenen Gründen … von Christian J. Schwarz

Oft sind die für Wissenschaftler spannendsten Arten kleine, unscheinbare Kreaturen, die dem typischen Mantodeenpfleger nur ein höfliches „interessant ...“ entlocken. Dagegen sind die großen, robusten Arten, die viele Neueinsteiger faszinieren, hinsichtlich ihres Verhaltens wissenschaftlich schon größtenteils abgearbeitet.

Rindenbewohnende Gottesanbeterinnen stellen neben Bodenrennern und den typischen Lauerjägern die dritte ökologische Großgruppe der Mantodea. Die Unterschiede betreffen  mehr als bloß den Aufenthaltsort – die diesen speziellen Lebensraum bewohnenden Gottesanbeterinnen zeigen eine ganze Reihe von Anpassungen, die auch für die Terrarienhaltung bedeutende Konsequenzen nach sich ziehen. von Christian J. Schwarz

Eine wichtige ökologische Komponente für rindenbewohnende Gottesanbeterinnen ist die Zweidimensionalität ihres Lebensraumes. Fast alle Rindenbewohner, die ich kenne, reagieren nur auf Beute, die sich auf der Rinde bewegt. Fliegende Insekten, die von vielen Lauerjägern geschickt im dreidimensionalen Raum erkannt und erbeutet werden, werden von Rindenläufern größtenteils ignoriert, solange sie sich nicht auf der Rinde niederlassen. In dieser Hinsicht stehen Rindenmantiden den Bodenrennern näher als den Lauerjägern, sowohl ökologisch als oft auch verwandtschaftlich. Und tatsächlich kann man sich einen Baumstamm als eine zu einem Zylinder gerollte, zweidimensionale Fläche vorstellen. Gemeinsam sind beiden Gruppen die schnelle Bewegungsweise und die oft damit einhergehende Verlängerung der Laufbeine. Rindenmantiden unterscheiden sich von Bodenbewohnern durch den flachen Körperbau und bei manchen Ökotypen auch durch gut ausgebildete Flügel.

Ihr bizarres und oft wunderschönes Aussehen sowie ihre faszinierende Lebensweise sorgen dafür, dass Gottesanbeterinnen zu den Langzeit-Favoriten der Wirbellosenfreunde gehören. Der asiatische Kontinent hält eine schier unglaubliche Vielfalt dieser räuberischen Insekten bereit, die inzwischen auch in der Terraristik reich vertreten sind. Ein ideales Tätigkeitsfeld für Terrarianer – ob Neueinsteiger in der Mantidenpflege oder alte Hasen, die nach weiteren Herausforderungen suchen. von Christian J. Schwarz & Sören Materna

Es ist nicht verwunderlich, dass asiatische Gottesanbeterinnen nach der BUGS-Ausgabe von 2014 nun erneut zum Titelthema einer Terrarienzeitschrift geworden sind, erfreuen sich Mantodeen aus diesem Teil der Welt doch weiterhin großer Beliebtheit bei Wirbellosen-Haltern (Schütte & Wieland 2014). Das liegt zum einen an der unerreichten Formenvielfalt, zum anderen am in den letzten Jahren konstanten Zustrom guten Zuchtmaterials und interessanter Arten.

Wer wie die Gartenkreuzspinne ein Netz aus feiner, klebriger Spinnseide ausspannt – kaum erkennbar und optimal ausgerichtet in der Flugbahn von Fliegen und Bienen –, der kann sich ohne Deckung weithin sichtbar in die Mitte des Netzes setzen und warten, bis sich ein Opfer darin verfängt. Wer allerdings kein solches Hilfsmittel hat, sondern „eigenhändig“ Beute fängt, der hat als Lauerjäger nur Erfolg, wenn er gut getarnt ist ... von Ute und Jürgen Schimmelpfennig

Ein Meister der Tarnung ist die Veränderliche Krabbenspinne: Sie verändert ihre Körperfarbe passend zur Farbe der Blüten, auf denen sie lauert. Allerdings ist das ein Privileg der erwachsenen Weibchen. Für sie ist es nämlich besonders wichtig, genügend Beute zu fangen, denn sie brauchen viele Nährstoffe, um Eier zu bilden. Zwei Farben stehen zur Auswahl: Weiß oder Gelb. „Von Geburt an“ ist die Spinne weiß, denn schon beim Jungtier enthält die Haut einen weißen Farbstoff. Erst wenn das Weibchen heranreift, bildet es auch noch einen flüssigen gelben Farbstoff, der zunächst in tiefer liegenden Zellschichten auf Vorrat gelagert wird.

Die Gattung Dendropsophus mit ihren aktuell ca. 95 Arten gehört zur Familie der Laubfrösche. Es handelt sich um sehr interessante und teilweise ausgesprochen farbenprächtige Frösche. Das Verbreitungsgebiet der Gattung reicht vom südlichen Mexiko über Mittelamerika bis nach Argentinien in Südamerika und erstreckt sich über die verschiedensten Biotope. Als besonders attraktiv und gut haltbar im Terrarium erweist sich Dendropsophus marmoratus. Auch die Nachzucht gelingt regelmäßig. von Konstantin Taupp

Dendropsophus marmoratus sind kleine, sehr robuste und deshalb für die Terrarienhaltung sehr gut geeignete Frösche. Weibchen erreichen eine Größe zwischen 40 und 45 mm, wohingegen Männchen mit ca. 30 mm deutlich kleiner bleiben und deshalb sehr gut unterschieden werden können.