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Das aktuelle Heft

Titelthema
Testudo
 Haltung
Steppenschildkröte
Porträt
Tropfenschildkröte
 Titelthema
Testudo

von Andreas S. Hennig

Beschreibung
Die Tropfenschildkröte ist mit einer Rückenpanzerlänge von meist 9–12 cm recht klein. Sie besitzt einen schwarz gefärbten, ungekielten Carapax mit kleinen, unregelmäßig angeordneten, gelben Punkten. Kopf, Hals und Beine sind ebenso gefärbt; deren Unterseiten sowie  Maul und Kinn sind gelblich bis orangebraun gefärbt. Die Randschilde sind glatt. Das Plastron ist cremefarben oder gelborange gefärbt. Auf den Bauchschilden befindet sich jeweils ein ungleichmäßig geformter, schwarzer Fleck, der mit zunehmendem Alter größer wird und sich mit den angrenzenden Flecken zu einer schwarzen Zeichnung vereint. Die Brücke zwischen Carapax und Plastron besitzt in Längsrichtung eine ungleichmäßig geformte, schwarze Balkenzeichnung.
Auffallend sind zwei dicke, warzige Hautwülste am Halsansatz, die sich beim Einziehen des Kopfes in den Panzer wie ein Tor schützend vor dem eingezogenen Kopf schließen. Die runde Pupille wird von einer bräunlich gefärbten Iris eingefasst.
Männchen besitzen einen längeren und an seiner Wurzel dickeren Schwanz. Die Kloakenöffnung ist weiter vom Schwanzansatz entfernt als bei Weibchen.

von Andreas S. Hennig

Zweifelsohne sind Schildkröten die Sympathieträger unter den Reptilien. Weitaus schwerer haben es Echsen oder gar Schlangen. Aber selbst unter den Schildkröten gibt es Unterschiede – aus unserer rein subjektiven Sicht: Landschildkröten sind unschlagbar die Favoriten. Sie faszinieren nicht nur eingefleischte Terrarianer, sondern auch jene Personen, die sich nicht über den „Heimtier-Status“ hinaus mit Tieren beschäftigen oder sogar rein gar nichts mit Tierhaltung am Hut haben.

von Holger Vetter

Ein recht großes Verbreitungsgebiet in Vorderasien (Irak, Iran, Israel, Jordanien, Libanon, Syrien, asiatische Türkei, Westjordanland; vom Menschen wurde sie zudem offenbar an verschiedenen Stellen in Ägypten angesiedelt) besiedelt Testudo graeca terrestris Forsskål, 1775. Ihr Name bedeutet im Lateinischen schlicht „auf dem Lande lebend“ und bezieht sich darauf, dass diese Unterart im Unterschied zu den anderen von Peter Forsskål in seinem Werk erwähnten Schildkröten eine landlebende Lebensweise führt. Sie wurde ursprünglich aus der syrischen Stadt Aleppo, dem Libanongebirge und irrtümlich aus den Städten al-Luhayya in Jemen und Kairo in Ägypten beschrieben. Mehrere der ursprünglich als eigenständige Arten oder Unterarten aus Vorderasien beschriebenen Landschildkrötenformen werden aktuell dieser Unterart als Synonyme zugeordnet:
Peter Forsskål selbst publizierte in einem weiteren Werk eine Bezeichnung, bei der es sich aufgrund der unzureichenden Beschreibung wieder um ein „nomen nudum“ handelt, was sie als wissenschaftlichen Namen nicht verfügbar macht: Testudo zolhafa Forsskål in Gray, 1830. Wo die damit bezeichnete Form genau beheimatet sein sollte, wird aus der Beschreibung nicht klar, doch ist anhand der Route der Arabien-Expedition, an der Forsskål teilgenommen hatte, ersichtlich, dass sie aus dem Verbreitungsgebiet von Testudo graeca terrestris stammen muss. Der Name wurde in abgewandelter Schreibweise von der arabischen Bezeichnung „zohalfa“ für „Schildkröte“ abgeleitet.