Das aktuelle Heft

Titelthema
Herping
Interview
Brückenechsen
Reise
China
Haltung und Zucht
Segelechsen

Die zweite Corona-Welle ist da, der zweite Lockdown auch, und niemand weiß, wann man wieder problemlos reisen können wird. Je nach Wohnort darf man mitunter nicht einmal weiter als 15 Kilometer wegfahren. Keine Chance also, Amphibien und Reptilien in freier Natur zu beobachten? Von wegen! Spannende Entdeckungen lassen sich immer machen. Aber bitte rücksichtsvoll, der Natur und den Tieren gegenüber! Naturfotograf Benny Trapp weiß, wie’s geht. von Benny Trapp

Herping vor der Haustür – das klingt für manche leichter als für andere, je nachdem, wo man halt zu Hause ist. Wohnt man mitten in der City, wird man es gewöhnlich schwerer haben, Wildtiere in Fußentfernung zu beobachten, als am Stadtrand oder auf dem Land. Aber auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel, denn einige Amphibien und Reptilien haben es durchaus geschafft, bis in die Zentren der Zivilisation zu gelangen und sich dort zu etablieren.

Segelechsen sind wahrhaftig außergewöhnliche Tiere! Es handelt sich nicht nur um die größten Agamen der Welt, dank ihrem riesigen Segel und dem auffälligen Schädel sind sie auch sonst eine auffällig-bizzare Erscheinung. Trotzdem kennen nur wenige sie näher, viele Angaben in der Literatur oder im Internet sind verwirrend oder schlicht falsch. Im Terrarium wurden sie zwar immer wieder gehalten, doch letztlich haben sie sich kaum stärker etabliert. Dabei können Segelechsen farblich spektakulär sein, mit Unterschieden sowohl zwischen den Arten als auch den Individuen. Dasselbe gilt für ihr Verhalten. Ein Bericht über die Haltung verschiedener Hydrosaurus-Arten seit 25 Jahren.
Teil 1 (Nr. 143): Systematik, Biologie, Merkmale, Bestimmung; Teil 2 (Nr. 144): Zoohaltung, Erwerb, Zähmen, das Terrarium; Teil 3 (Nr. 145): Wasserteil, Einrichtung, Bepflanzung; Teil 4 (Nr. 146): Technik.
von Oliver Fischer

Ernährung
Es ist nicht leicht, den natürlichen Ernährungsgewohnheiten von Segelechsen auf den Grund zu gehen. Sie wurden hauptsächlich als Pflanzenfresser beschrieben (z. B. Kopstein 1924; Manthey & Schuster 1999; Taylor 1924), die u. a. sehr gerne Feigen nehmen (Gaulke 1989). Dies widerspricht in Teilen aber der Tatsache, dass Segelechsen auch als Lauerjäger agieren. Denn sie beobachten stets aufmerksam ihre Umgebung, und sobald sie von ihrem „Hochsitz“ aus ein Beutetier erspähen, stürzen sie sich von ihrem Ast oder Liegefelsen he­runter und jagen der Beute hinterher.
Auch die von mir gehaltenen Tiere lassen eine prächtige Schüssel an Blättern und Früchten sofort unbeachtet, wenn es irgendwo etwas Krabbelendes oder Kriechendes zu holen gibt. Meine zutraulichen Tiere von H. celebensis springen aufgeregt umgehend auf mich, wenn ich mit ihrem Lieblingsfutter, „Black Tiger“-Crevetten, in der Hand das Terrarium öffne. Segelechsen können sogar durchaus kannibalisch sein. So ist in einem philippinischen Youtube-Video zu sehen, wie ein adultes Tier seinen kleineren Artgenossen packt und frisst.

Der Traum jedes Terrarianers ist frei gestaltbare Fläche irgendeiner Form. Durch den Umzug in ein neues Heim stand unserem Autor ein neuer Raum zur Verfügung, den er für seine Reptilien herrichten konnte. Der Umbau der alten Terrarienanlage zu einer neuen für die aktuellen Bedürfnisse konnte beginnen. Ein in vielerlei Hinsicht lehrreiches Unterfangen. von Joschka Schulz

Man lernt nie aus, erst recht nicht als Terrarianer. Aber in meinem ehemaligen Terrarienraum habe ich über die Jahre einen Arbeitsablauf ausgefeilt, der Sinn ergeben hat. Wichtig bei der Neukonzeptionierung für den neuen Raum ist, dass man sich bei einem solchen Projekt nicht von anderen Menschen reinreden lässt. Ich habe die letzten Jahre nun einmal meine Erfahrungen gemacht und baue darauf mein eigenes, neues System auf, denn ich weiß am besten, wie meine Terrarienhaltung funktioniert und wie nicht. Was man an den Ergebnissen deutlich sieht.