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Titelthema
Nordamerik. Kleinleguane
Reportage
Moderne Zooanlagen
Terrarienhaltung
Östliche Eidechsennatter
Reise
Südliches Afrika

Sie sind der Inbegriff von Echsen in Nordamerika. Selbst unbefangene Touristen begegnen ihnen fast zwangsweise beim Besuch der Nationalparks in den USA oder der Ruinenstätten in Mexiko. Aber auch in der Terraristik gehören die Kleinleguane aus der Familie Phrynosomatidae zu den Klassikern, ohne je den ganz großen Boom erlebt zu haben. Eine kleine Übersicht über eine höchst erfolgreiche Gruppe, die trotzdem immer etwas im Schatten steht. von Heiko Werning

Ganz gleich, ob man an einer kalifornischen Strandpromenade den Surfern zuschaut, durch die Canyons in Utah wandert oder die altehrwürdigen Ruinen von Teotihuacán bei Mexico City besucht: Sie sind immer da. Meist unbemerkt hocken Nordamerikanische Kleinleguane der Familie Phrynosomatidae auf Mauern, an Palmen oder auf Felsen und beobachten aufmerksam ihre Umgebung. Sie sind überwiegend recht klein und gut getarnt, farblich und in der Zeichnung ihrer meist braungrauen Umgebung bestens angepasst. So laufen sie häufig etwas unterhalb der Wahrnehmungsgrenze von Menschen. Dabei sind viele Arten echte Kulturfolger, die vom Menschen sogar profitiert haben, weil sie in seiner Nähe gut leben können. Zaunpfähle und Mauern sorgen für neue Habitate in strukturarmen Lebensräumen, Schutt und Ruinen für Versteckplätze, Vorräte und Abfälle für gute Futterquellen. Es ist wohl auch diese Anpassungsfähigkeit, die dafür sorgt, dass viele Kleinleguane sehr gute Terrarienpfleglinge abgeben. Doch auch in dieser Echsengruppe gibt es echte Spezialisten, und selbst die häufigsten Arten überraschen mit ausgeklügelten Strategien und packenden Verhaltensweisen. In jedem Fall lohnen sie eine nähere Betrachtung.

Eidechsennattern sind seit Jahrzehnten in der Terraristik bekannt. Ihre Haltung war zumeist aber Spezialisten der europäischen Schlangenfauna vorbehalten. Durch regelmäßige Nachzuchten von Liebhabern ist diese faszinierende Natter nun auch einem größeren Halterkreis zugänglich geworden. Das ausgeprägte Temperament, die Bewegungsfreudigkeit und die Größe der Tiere verlangen aber sehr geräumige Terrarien. von Oliver Gius

Nachzuchten von Eidechsennattern waren lange Zeit äußerst schwer bis gar nicht erhältlich, und die angebotenen Wildfänge zeigten häufig alle negativen Eigenschaften, die Wildfängen nachgesagt werden. Das hat dazu geführt, dass Eidechsennattern nur einem hartgesottenen Kern von Terrarianern vorbehalten waren. Mittlerweile sind aber zumindest von Malpolon insignitus regelmäßig Nachzuchten erhältlich, sodass auch die Zahl der Halter dieser äußerst interessanten Art in letzter Zeit deutlich gestiegen ist.
Eingewöhnte Exemplare gefallen vor allem durch ihr Verhaltensrepertoire. Auch der „grimmige“ Blick dieser Trugnattern zieht so manchen Reptilienfreund in seinen Bann. Werden die Ansprüche dieser Art beachtet, erweist sie sich als sehr gut für das Terrarium geeignet und bereitet große Freude und spannende Beobachtungen.
Ich erhebe keinen Anspruch darauf, dass die von mir beschriebene Pflege die einzig richtige Haltungsform darstellt. Vielmehr soll mein Bericht dazu beitragen, Fehler zu vermeiden, nicht zu wiederholen und dadurch die Lebensumstände der gehaltenen Tiere zu verbessern.

Familienurlaub im Sommer ins südliche Afrika. Drei Länder, 5.000 km und 18 Tage. Im Fokus standen klar die großen Säugetiere. Unser Sommer ist bekanntlich der südafrikanische Winter – nachts wurde es teils sehr kalt, und es herrschte große Trockenheit. Nicht die besten Bedingungen also, um Reptilien zu beobachten. So war „Herping“ auch kein geplanter Reiseschwerpunkt. Doch wer die Augen offen hält, findet zu jeder Jahreszeit herpetologische Highlights. Ein Bericht über Beobachtungen am Wegesrand. von Ingo Kober

Unsere organisierte Reise im Sommer 2016 mit insgesamt elf Teilnehmern wurde von ortskundigen Guides geführt. Den ersten Tag nach der Anreise verbrachten wir in einem Hotel in Johannesburg, wo wir warteten, bis sich unsere international (Deutschland, Australien, Neuseeland, Schweiz, Tschechische Republik) zusammengesetzte Reisegruppe gefunden hatte. Natürlich waren mitten in der Stadt keine großartigen Beobachtungen zu erwarten, doch als eine Gruppe Hagedasch-Ibisse (Bostrychia hagedash) laut rufend am Hotel vorbeiflog, fühlte ich mich doch gleich in Afrika angekommen. Den charakteristischen Ruf dieses Vogels verbinde ich untrennbar mit dem afrikanischen Busch.
Auf dem Parkplatz des Hotels konnte ich auch bereits einige Gepunktete Kapskinke (Trachylepis punctatissima) beobachten. Somit hatte sich die Herpetofauna ebenfalls schon frühzeitig vorgestellt.