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Titelthema
Kölner Zoo
Nachzucht
Reisfeldfrösche
Reise
Uganda
Altersrekord
Leopardgecko

Die Terrarienabteilung im Aquarium des Kölner Zoos gehört zu den größten und artenreichsten Amphibien- und Reptilien-Schauanlagen in Deutschland. 2021 wurde diese wegweisende Einrichtung 50 Jahre alt. Sie steht für Umweltbildung, Artenschutz und hat dabei stets auch Kooperationen mit Partnern vor Ort, Behörden und privat (Citizen Conservation) aufgebaut. Kurator Thomas Ziegler und seine Mitarbeiter Anna Rauhaus und Christian Niggemann blicken zurück auf ein halbes Jahrhundert Terraristikgeschichte – und weisen den Blick in die Zukunft. von Thomas Ziegler, Anna Rauhaus & Christian Niggemann

Lange vor dem Bau des heutigen Aquariums gab es im 1860 gegründeten Kölner Zoo bereits Fische, Amphibien und Reptilien. Nach einem Zeitungsbericht von 1903 befanden sich im 1899 erbauten Vogelhaus – das spätere Südamerikahaus und heutige Arnulf-und-Elizabeth-Reichert-Haus – über 30 Aquarien und Terrarien, die jedoch im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden.

Die aus Nordafrika stammende Atlasagame ist eine kräftige, lebhafte Echse. Die Tiere gelten als schreckhaft, werden aber im Terrarium ausgesprochen zutraulich. Auch die Nachzucht kann über Jahre gelingen. von Angelika Hollerbaum

Wir halten seit vielen Jahren Reptilien, und besonders haben es mir dabei die Agamen angetan. Bei einem Vortrag über Marokko hörte und sah ich zum erstem Mal Agama impalearis und war von den kleinen Atlasagamen gleich begeistert.
Im November 2013 konnte ich eine Gruppe Jungtiere erwerben. Die Kleinen bezogen ein Terrarium mit den Maßen 180 x 60 x 60 cm mit selbst gestalteter Rückwand im Wohnzimmer. Die Grundbeleuchtung besteht aus einem LED-Stab und zwei Tageslicht-UV-Lampen (Bright Sun, 35 W), die einen Stein anstrahlen. Unter dem Stein ist eine Heizmatte (8 W) angebracht, die früh am Morgen, noch vor dem Anschalten des Lichts, den Stein für zwei Stunden erwärmt. In der Nacht ist ein Vernebler zugeschaltet, der mehrmals in der Nacht 10 Minuten arbeitet und so für ausreichend Feuchtigkeit sorgt.

Ein schwarzes Jahr war das erste Corona-Jahr 2020 für ungezählt viele. Warum das auf die Kreuzotter sogar im doppelten Wortsinn zutrifft, zeigt Ole Dost hier mit eindrucksvollen Bildern und ergänzt damit die Foto-Dokumentation über die Farbvarianten der Kreuzotter aus REPTILIA Nr. 148 von Andre Schmid. von Ole Dost

Zwei Faktoren dürften im Vordergrund stehen, wenn es um den metaphorischen Sinn der Nicht-Farbe Schwarz geht: Durch die mangelnde Reisefreiheit, seit der friedlichen Revolution von 1989 erstmals wieder ein gebräuchlicher Ausdruck, wurden die landschaftlichen Hotspots unseres Landes mit noch mehr Ausflüglern geflutet als ohnehin. Da viele dieser Besuchermagnete auch zu den letzten Verbreitungszentren der Kreuzotter gehören, kam es wohl vermehrt zur Begegnung Viper-Mensch-Hund, was immer großer Grund zur Sorge ist –und zwar um die Kreuzotter. Ich erlebte in meiner Nordschwarzwälder Heimat im ungewöhnlich warmen April gleich zwei Kreuzottern, die während der Wanderungsphase von den Winterquartieren zu den Balzplätzen auf sehr belebten Wanderwegen „festhingen“, weil sie vom Besucherverkehr hoch gestresst Wanderer und Radfahrer anfauchten. Unter den gleichen Umständen fand meine Tochter im August während ihrer Pfadfinderfreizeit im Elbsandsteingebirge ein trächtiges Kreuzotterweibchen.