Selbst senkrecht oder kopfüber an glatten Glasscheiben entlang zu laufen, hat Menschen schon immer fasziniert. Seit über hundert Jahren ist diese Frage intensiver Forschungsgegenstand. Dank moderner Verfahren haben wir inzwischen eine recht genaue Vorstellung von den Besonderheiten des Geckofußes. Auch die Bionik interessiert sich für diese kleinen Reptilien. von Tobias Machts & Antonia Beuttner

Eine wissenschaftliche Kenntniszunahme innerhalb der Biologie beruht auf der ständigen Verbesserung verschiedener Methoden. Optische Hilfsmittel spielen hierbei eine entscheidende Rolle bei der Untersuchung von Ultrastrukturen. Während bei herkömmlichen Lichtmikroskopen die Auflösungsgrenze bei ca. 0,2 µm liegt, ist sie bei Elektronenmikroskopen mit rund 0,2 nm deutlich höher. Es existieren je nach Untersuchungsinteresse verschiedene Typen von Elektronenmikroskopen. Neben dem Transmissionselektronenmikroskop (kurz: TEM), bei welchem eine Probe mit einem gebündelten Elektronenstrahl „durchleuchtet“ wird, findet das sogenannte Rasterelektronenmikroskop (kurz: REM) in der Biologie Verwendung. Mit diesem wird die Oberfläche eines Präparats abgerastert (ähnlich einem Scanvorgang), was zu einem kontrastreichen, plastisch wirkenden Abbild der Präparatsoberfläche führt. Im Grunde genommen stellt das Rasterelektronenmikroskops somit eine Art „Auflichtmikroskop“ dar. Da der Elektronenstrahl eine Oberfläche so ungehindert wie möglich abrastern soll, herrscht im Raster­elektronenmikroskop ein Hochvakuum. Dadurch müssen die Präparate vorher einen speziellen Trocknungsprozess vollziehen (siehe unten). Die eigentliche Bilderzeugung entsteht durch energiearme Sekundärelektroden, die aufgrund des Elektronenstrahlbeschusses aus der Oberfläche des Präparates herausgeschleudert werden. Diese Sekundärelektronen werden mit einem Kollektor eingefangen und verstärkt.
Das eigentliche Bild wird ähnlich dem Bild in einer Fernsehröhre erzeugt. In diesem Fall wird die Sekundärelektronenausbeute zur Helligkeitssteuerung des Schreibstrahls in der Fernsehröhre benutzt (viele Elektroden: heller Bildbereich; wenig Elektroden: dunkler Bildbereich).

von Eric Vance

Als der Biologe Luis Zambrano Ende der 1990er-Jahre seine Laufbahn begann, stellte er sich vor, er werde irgendwo mitten in der Wildnis arbeiten und vielleicht in einer vergessenen Ecke von Mexikos Halbinsel Yucatán neue Arten entdecken. Stattdessen fand er sich Jahre später in den verschmutzten, trüben Kanälen von Mexiko-Citys Distrikt Xochimilco wieder. Hier sollte er Amphibien zählen. Der Job hatte zwar auch seine guten Seiten: Er arbeitete nur ein paar Minuten von seiner Wohnung entfernt und erforschte den Axolotl (Ambystoma mexicanum), ein „Nationalheiligtum“ Mexikos und vielleicht der bemerkenswerteste Schwanzlurch auf der ganzen Welt. Dennoch konnte es Zambrano nicht erwarten, dass dieses erste Jahr vorüberging. „Ich muss schon sagen, anfangs hasste ich das Projekt“, gibt er zu. Und das mit gutem Grund: „Ich konnte überhaupt nichts fangen!“

von Axel Kwet

Die Artenzahlen steigen und steigen: Weltweit sind derzeit über 10.700 Reptilienarten bekannt, allein im vergangenen Jahr kamen wieder 171 Arten und zehn Unterarten (darunter fünf Galápagos-Meerechsen der Gattung Amblyrhynchus, s. TERRARIA/elaphe 4/2017) hinzu. Bei einigen dieser insgesamt 181 neuen Taxa handelt es sich um keine echten Neubeschreibungen, sondern um sogenannte Revalidierungen (sieben Artnamen, die als ehemalige Synonyme nun ihre taxonomische Gültigkeit wiedererlangten) bzw. Erhebungen in den Artrang (11 frühere Unterarten, die jetzt als eigene Arten gelten). Insgesamt war die Beschreibungsrate 2017 sogar etwas höher als in den beiden Vorjahren, in denen 178 (2016) bzw. 136 (2015) Reptilien neu hinzukamen; sie lag allerdings nicht ganz so hoch wie 2014 mit 200 neuen Taxa. Insgesamt pendeln die Beschreibungsraten seit 2006, als wir erstmals eine solche Liste veröffentlicht haben, um einen Mittelwert von 162 neuen Arten und Unterarten pro Jahr.

von Axel Kwet

Genau 180 Amphibienarten wurden im vergangenen Jahr neu beschrieben – inklusive zweier in den Artrang erhobener Unterarten und elf revalidierter Taxa, die als ehemalige Synonyme wieder für gültig erklärt wurden. Damit war 2017 ein überdurchschnittliches Jahr, denn das Mittel in den letzten elf Jahren lag nur bei 156 Neubeschreibungen. Weltweit sind derzeit knapp 7.800 Arten der Frosch-, Schwanz- und Schleichenlurche bekannt.
Wie immer verzeichnete 2017 die größte der drei Amphibienordnungen auch die weitaus meisten Zuwächse, nämlich die Froschlurche. 167 neue Arten, also 93 % aller Beschreibungen, kamen bei den Anuren hinzu. Dagegen fielen die Blindwühlen (Gymnophionen) mit nur zwei neuen Arten, aber auch die Schwanzlurche (Urodelen) mit elf Arten, darunter allein acht Lungenlose Salamander in der Familie Plethodontidae, deutlich ab.
Innerhalb der Anuren gab es 2017 im Vergleich zu den Vorjahren erstmals einen neuen Spitzenreiter unter den Familien mit den stärksten Zuwächsen: Den ersten Platz belegten unangefochten die Engmaulfrösche (Microhylidae). 40 Arten dieser vielgestaltigen, fast weltweit in den Tropen verbreiteten Froschfamilie kamen neu hinzu; allein 26 Stumpffia-Arten wurden auf einen Schlag aus Madagaskar beschrieben (siehe TERRARIA/elaphe 1/2018: S. 56–57). Hierdurch wurde auch der serienmäßige „Gewinner“ der vergangenen Jahre, die Familie Craugastoridae, auf Platz zwei verwiesen. Noch immer ist diese neotropische (in tropischen Gebieten Amerikas) verbreitete Froschgruppe mit über 800 Arten aber die größte Amphibienfamilie; sie zeigte 2017 ebenfalls einen starken Zuwachs mit 31 Neubeschreibungen, darunter 16 Pristimantis-, sieben Phrynopus- und fünf Bryophryne-Arten. Auch zwei Arten in einer neuen Gattung (Microkayla) kamen hinzu.
Die zweitgrößte Anurenfamilie nach den Craugastoridae – und noch vor den Microhylidae – sind weltweit betrachtet die Laubfrösche (Hylidae), die mit 13 neuen Arten 2017 den dritten Platz belegten. Danach folgten die Ruderfrösche (Rhacophoridae), die Kröten (Bufonidae) und die tropischen Frösche der Familie Dicroglossidae mit jeweils zehn sowie die Asiatischen Krötenfrösche (Megophryidae) und Nachtfrösche (Nyctibatrachidae) mit jeweils acht Arten. Alle anderen Froschfamilien kamen auf deutlich weniger Neubeschreibungen...

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