Die kroatischen Inseln Cres und Lošinj in der Kvarner Bucht waren das Ziel einer biologischen Studienfahrt im Sommer 2017. Auf Cres erwartete die Schüler neben einigen gut bekannten Amphibien- und Reptilienarten auch eine seltene Überraschung. von Alexander Hepp

Ein Vorteil des Berufs Lehrer ist, dass man viele Gestaltungsmöglichkeiten im Schulalltag hat. Da ich selber seit über 20 Jahren Terrarianer bin und mich seit mittlerweile fünf Jahren für einheimische Amphibien und Reptilien, insbesondere Lacertiden, interessiere, lasse ich regelmäßig mein Hobby in meine unterrichtlichen Aktivitäten am Klenze-Gymnasium München einfließen.

Idylle am Weiher? Alles eine Frage der Perspektive. Für Molchlarven ist der Gelbrandkäfer ein Gegner wie aus einem Horrorfilm, und selbst erwachsene Tiere müssen den wirbellosen Räuber womöglich fürchten. Eine Bestandsaufnahme. von Daniel Jestrzemski

Im Alter von 12 Jahren machte ich mit meinem Vater in einem Hamburger Moorgebiet einen ungewöhnlichen Fang. In einem dunklen und schlammigen Wassergraben von etwa zwei Metern Breite fischten wir im Sommer mit einem Kescher (Netzdurchmesser ca. 18 cm) nach Wassertieren. Bei einem dieser „Fischzüge“ entdeckten wir im Keschernetz sowohl einen adulten Teichmolch (Lissotriton vulgaris) als auch eine ca. 5 cm lange Larve des Gemeinen Gelbrandkäfers (Dytiscus marginalis). Während sich Letztere lebhaft im mitgebrachten Wasserbehälter tummelte, zeigte der Teichmolch zu meiner Enttäuschung keine Lebenszeichen. Wir schlussfolgerten, dass der Schwanzlurch womöglich Opfer eines Angriffs der mitgefangenen Gelb­randkäferlarve geworden war.

Meistens gilt die Bewunderung in der Herpetologie den vielfältigen Überlebensstrategien von adulten Froschlurchen. Der Weg zum „Meister der Anpassung“ beginnt aber viel früher. Bereits als Larve nutzen Laubfrösche das Spiel der Pigmente und scheinen fähig zu sein, sich das Verhalten von fremden Arten anzueignen. Ein Fallbeispiel anhand von Nördlichem Kammmolch und Europäischem Laubfrosch im selben Fortpflanzungsgewässer.  von Philipp Goeldlinr

Amphibien haben nicht nur als erste Wirbeltiere das Land erobert, sondern sich auch in beeindruckender Art und Weise an die Bedingungen des jeweilig besiedelten Fleckchens Erde angepasst. Entweder, indem sie Strategien der Spezialisierung verfeinerten, oder, indem sie sich in gegenteiliger Richtung zu Generalisten entwickelt haben.
Meistens wird bei der Beobachtung der Anpassungsstrategien die Aufmerksamkeit auf die Arten- und Formenvielfalt der Lurche in ihrer endgültigen Entwicklungsstufe als Landwirbeltier gerichtet, während die Larven nie wirklich im Mittelpunkt der Neugier gestanden haben, obwohl anzunehmen ist, dass die bemerkenswerte Erfolgsgeschichte dieser Tiere bereits da ihren Ursprung hat.
Dass sich einige Kaulquappen bestimmter Verhaltensweisen bedienen, um sich vor Fischen zu schützen, ist von der Erdkröte (Bufo bufo) weitläufig bekannt. Deren Larven haben ein fischeigenes Verhalten adaptiert und tarnen sich in größeren Schwärmen, um den Fressfeinden größer respektive als Gesamtkorpus zu erscheinen. In diesem Artikel möchte ich nun eine Beobachtung ins Zentrum rücken, die Harald Cigler, Amphibienschutzbeauftragter im Kanton Zürich in der Schweiz, im Juli 2006 am Europäischen Laubfrosch (Hyla arborea) machte und dokumentierte. Zusammen mit Gaston Guex vom Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften der Universität Zürich startete er im Anschluss ein Experiment, um sie zu validieren.

Reptilien kümmern sich nach Eiablage oder Geburt großteils nicht weiter um ihren Nachwuchs. Pythons bilden hier eine der wenigen Ausnahmen. Wie weitreichend die Brutfürsorge beim Südlichen Felsenpython ist, haben Forscher aber erst jetzt herausgefunden. von Krion Kunz

Im Lauf der Evolution entwickelte Anpassungen beim Fortpflanzungsgeschehen können entscheidend zum Überleben einer Art beitragen, beispielsweise den geografischen Lebensraum erweitern, den die sie zu besiedeln vermag. So gilt das komplexe Brutpflegeverhalten von Vögeln und Säugetieren als eine der Ursachen für ihren großen Erfolg.
Bei den ektothermen, also von äußeren Wärmequellen abhängigen Reptilien dagegen ist Brutpflege die Aus­-
nahme. Beispiele für Arten mit hoch entwickeltem Brutpflegeverhalten sind die Krokodile sowie die australischen Stachelschwanzskinke der Gattung Egernia, bei denen die Jungen bis zum Eintritt der Geschlechtsreife – im Fall von E. stokesii fünf Jahre – in der Familiengruppe der Eltern bleiben.