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Boas zählen zu den Evergreens der Terraristik. Heute gelingt sogar die Nachzucht solcher Spezies, die sich bis vor einiger Zeit nicht einmal langfristig halten ließen. Auch die Erhaltungszucht bedrohter Arten und Unterarten gewinnt an Bedeutung. von Kriton Kunz

Boa constrictor ist wohl der einzige wissenschaftliche Name einer Schlange überhaupt, der selbst Laien ein Begriff ist. Er steht im Mainstream schon immer stellvertretend für Exotik, Gefahr aus dem Hinterhalt, eine „Würgeschlange“ mit gewaltiger Kraft – ein sehr schräges Bild dieser Art und ihrer Boa-Verwandtschaft, das sich da im öffentlichen Bewusstsein etabliert hat.

Segelechsen sind wahrhaftig außergewöhnliche Tiere! Es handelt sich nicht nur um die größten Agamen der Welt, dank ihrem riesigen Segel und dem auffälligen Schädel sind sie auch sonst eine auffällig-bizzare Erscheinung. Trotzdem kennen nur wenige sie näher, viele Angaben in der Literatur oder im Internet sind verwirrend oder schlicht falsch. Im Terrarium wurden sie zwar immer wieder gehalten, doch letztlich haben sie sich kaum stärker etabliert. Dabei können Segelechsen farblich spektakulär sein, mit Unterschieden sowohl zwischen den Arten als auch den Individuen. Dasselbe gilt für ihr Verhalten. Ein Bericht über die Haltung verschiedener Hydrosaurus-Arten seit 25 Jahren. Teil 1 dieser Artikel-Reihe finden Sie in REPTILIA Nr. 143, Teil 2 in Nr. 144. von Oliver Fischer

Bei Segelechsen – und natürlich auch anderen wasserliebenden Großechsen, wie Wasseragamen oder Wasserwaranen – bildet das nasse Element einen zentralen Teil der Terrariengestaltung und braucht allein schon aufgrund der Größe der Tiere auch ein entsprechendes Volumen, was einige technische Überlegungen erfordert.
Während in den deutschen „Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien“ von 1997 lediglich „ein geheiztes Wasserbecken“ ohne weitere Größenanagabe angegeben wird, sehen die Richtlinien anderer Länder eine Wasserfläche von z. B. 4 x 2 x 1 multipliziert mit der Kopf-Rumpf-Länge der Tiere an.

Nicht nur in den Tropen gibt es Amphibien mit spektakulären Lebensweisen. Auch vor unserer europäischen Haustür haben wir kuriose Arten. Die Geburtshelferkröten der Gattung Alytes sind dafür ein hervorragendes Beispiel. Die auf Mallorca heimische Art Alytes muletensis galt schon als ausgestorben. Ab jetzt helfen Terrarianer und Zoos gemeinsam im Projekt Citizen Conservation, sie zu erhalten. von Philipp Ginal

Die fünf Arten der Geburtshelferkröten – A. cisternasii, A. dickhilleni, A. maurus, A. muletensis und A. obstetricans (Letztere mit den vier Unterarten A. o. obstetricans, A. o. boscai, A. o. pertinax sowie A. o. almogavarii) – sind vor allem auf der Iberischen Halbinsel (A. cisternasii, A. dickhilleni, alle Unterarten außer der Nominatform von A. obstetricans) verbreitet. Lediglich das Verbreitungsgebiet von A. o. obstetricans erstreckt sich bis nach Deutschland. Alytes muletensis besiedelt dagegen als Inselendemit den Norden Mallorcas, während A. maurus der einzige Gattungsvertreter außerhalb Europas und in Marokko beheimatet ist.