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Titelthema
Amerikanische Erdschildkröten
Haltung und Zucht
Tigernatter
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Haltung und Zucht
Milchkrautwanzen

Sie sind die Erdferkel unter den Schildkröten – und gleichzeitig perfekte Terrarientiere für Freunde terrestrisch lebender Schildkröten, die keine Freilandanlagen besitzen. Dabei haben Amerikanische Erdschildkröten der Gattung Rhinoclemmys bisher leider zu wenig Aufmerksamkeit in der Terraristik erhalten. Weil sie zu häufig und zu billig angeboten werden – oder gar nicht. von Stephan Ettmar

Erdschildkröten der Neuen Welt werden taxonomisch in der Gattung Rhinoclemmys zusammengefasst. Sie gehören stammesgeschichtlich zu den Altwelt-Sumpfschildkröten (Geoemydidae), die ihren Verbreitungsschwerpunkt sonst eigentlich in Südostasien haben. Innerhalb dieser Familie werden sie jedoch als eigene Subfamilie angesehen, die nicht näher mit den in der Alten Welt vorkommenden Arten verwandt ist. Sie bilden also sozusagen das Gegenstück zu den Europäischen Sumpfschildkröten (Emys sp.), welche die einzigen Vertreter der Neuweltlichen Sumpfschildkröten (Emydidae) in der Alten Welt sind.

Herrlich gefärbt und gemustert ist sie, die Milchkrautwanze – eigentlich viel zu schön zum Verfüttern. Aber vielleicht kann man sich ja für beides entscheiden: ein kleines Schau­terrarium und eine gut florierende Futtertierzucht. von Kriton Kunz

Kaum eine ernst zu nehmende terraristische Veröffentlichung zu Echse, Frosch & Co, in der nicht darauf hingewiesen wird, wie wichtig es doch sei, seine Lieblinge möglichst vielseitig und abwechslungsreich zu füttern. In der Praxis beschränkt sich das Angebot dann jedoch oft auf die „üblichen Verdächtigen“, etwa Heuschrecken, Heimchen und Grillen.
Selbst wer nicht das ohnehin rar gewordene Wiesenplankton keschern möchte, das man wohl mittlerweile lieber ganz in der Natur lassen sollte, kann die Palette jedoch mit wenig Aufwand zumindest um einige leicht zu züchtende Kandidaten erweitern, von Asseln über Blattläuse bis hin zu Ofenfischchen. Manche Futtertiere sind darüber hinaus ihrerseits hochinteressant, etwa Asthmakäfer, oder hübsch anzusehen, beispielsweise Rosenkäfer – oder beides, wie im Fall der hier vorgestellten Milchkrautwanze, Oncopeltus fasciatus.


USA-Trip geplatzt, Borneo-Aufenthalt storniert, Amazonas-Tour gecancelt – Terrarianer sind ein reiselustiges Völkchen und normalerweise überall auf der Welt unterwegs, um ihre favorisierten Tiere im Feld aufzuspüren, zu beobachten und zu fotografieren. Monatelang waren Reisen nicht mal innerhalb Europas möglich, und auch jetzt wartet mancher vorsichtig ab, bevor er sich wieder ans Mittelmeer traut. Aber draußen ist Sommer, Reptilien-Saison! Und wer Kinder hat, will mit ihnen auch in den Sommerferien Herpetologisches unternehmen. Benny Trapp, Naturfotograf mit Schwerpunkt Amphibien und Reptilien, stellt Alternativen für den Herpeto-Trip vor der Haustür vor.
von Benny Trapp

Was für ein Jahr ...! Normalerweise wäre ich genau jetzt in Griechenland, um Naturfreunde und Studentengruppen durch die Natur zu führen, ihnen Amphibien, Reptilien, aber darüber hinaus auch viele andere Tiere, idyllische Landschaften, Pflanzen und ein bisschen Kulturelles zu zeigen. Aber dann kam Corona, lateinisch (corona) für Krone – eine Vokabel, die ich bisher nur in Bezug zu einigen wissenschaftlichen Namen von Tierarten setzen musste.
Nun sitze ich also statt auf einer griechischen Wiese an meinem Schreibtisch und schreibe auf Bitte von REPTILIA-Redakteur Heiko Werning über meine Erfahrungen mit Herpeto-Touren im eigenen Land, um denen ein paar Tipps zu geben, die in diesem Jahr nicht das machen können, was sie eigentlich geplant hatten.
Trotz all meiner finanziellen Verluste und des Zusammenbruchs nahezu aller Aufträge versuchte ich als positiv denkender Mensch schon früh, das Beste aus der Situation zu machen, die sich ja nun einfach nicht ändern lässt. Viel zu oft hat sich in meinem Leben schon so Grundlegendes geändert, als dass ich nicht genau wüsste, dass es eben immer schon irgendwie weitergeht. So war das Mantra für mich schon Anfang dieses Krisenjahres bald klar: „Wir bleiben zu Hause!“