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Tagaktive Zwerggeckos
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Conraus Taggeckos
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Nord-Italien

Wenn man den Begriff „tagaktive Geckos” hört, denkt man zuallererst an die Gattung Phelsuma, deren Vertreter aufgrund ihrer prachtvollen Färbung schon lange in der Terraristik höchst beliebt sind. Aber auch andere tagaktive Geckos sind den meisten Geckokennern ein Begriff, wie z. B. die teilweise winzigen Kugelfingergeckos aus der Gattung Sphaerodactylus, hübsch gezeichnete Geckos aus der Gattung Gonatodes – oder eben die zahlreichen Arten aus der Gattung Lygodactylus. Und die sind einen näheren Blick unbedingt wert! von Beate Rölll

Die tagaktiven Geckos der Gattung Lygodactylus sind auch unter dem Namen Zwergtaggeckos bekannt, obwohl die Bezeichnung „Zwerggecko”, speziell im Vergleich mit den Kugelfingergeckos, gar nicht unbedingt auf alle Arten zutrifft. Die kleinsten Arten haben eine Kopf-Rumpf-Länge von knapp 3 cm, die größten Arten erreichen stattliche 5 cm. Der Schwanz ist etwa so lang wie Kopf und Rumpf zusammen oder oft sogar etwas länger, sodass die Gesamtgröße der Tiere zwischen 6 und 10 cm liegt. Eine andere populäre Bezeichnung für die Gattung Lygodactylus lautet „Haftschwanzgeckos”. Das klingt nicht besonders gefällig, trifft aber zu. Denn alle Arten haben zusätzlich zu ihren Haftzehen ein Haftorgan unter der Schwanzspitze. Und das besteht – genau wie die Haftzehen – aus meist paarig angeordneten Haftschuppen. Ein netter Spitzname lautet kurz und knapp „Lygos”, eine Bezeichnung, die an das französische „les Lygodactyles” erinnert. Im Englischen heißen sie einfach „dwarf geckos “ (Zwerggeckos).

Moderne Zoos sollen die Besucher begeistern, unterhalten und sie gleichzeitig für den Schutz der Tiere und der natürlichen Lebensräume sensibilisieren. Zwei neu eröffnete zoologische Anlagen in der Schweiz haben erfreulicherweise versucht, dieses Ziel auch verstärkt mit Amphibien und Reptilien umzusetzen. Einer, der an der Entstehung dieser spektakulären Großanlagen beteiligt war, ist Oliver Fischer von der Firma X-Reptile, die Leuchtmittel für die Terraristik herstellt. In diesem Mehrteiler in REPTILIA hat er zunächst die neuen Anlagen Aquatis in Lausanne (REPTILIA Nr. 129 & 130) und das Savannenhaus im Walter Zoo Gossau (REPTILIA Nr. 131) vorgestellt, um jetzt auf die praktische Umsetzung moderner Terrarienbeleuchtung für Schauanlagen am Beispiel von Aquatis einzugehen. von Oliver Fischer

Auch als Terrarianer in den eigenen vier Wänden kann man sicher einige unserer Überlegungen bei der Bestückung der neuen Terrarienanlagen von Aquatis und anderen zoologischen Anlagen übernehmen.
Wie in meinem Grundlagenartikel zur Terrarienbeleuchtung in der REPTILIA Nr. 128 beschrieben (Fischer 2017), ist eine der meiner Meinung nach wichtigsten Erkenntnisse der letzten Jahre, dass Reptilien Licht und damit die Umwelt völlig anders sehen als wir Menschen. Was wir als ein helles, natürlich weißes Lampenlicht empfinden, wird in vielen Fällen von den Tieren ganz anders wahrgenommen. Dies liegt vor allem daran, dass ihre Sehzellen in der Netzhaut in anderen Bereich absorbieren und damit anders auf die Umwelt reagieren als bei uns Menschen.

Die Küste der Adria im Nordosten Italiens ist ein äußerst beliebtes Urlaubsziel – unzählige Hotels und anmietbare Strandplätze mit Liegen und Schirmen inklusive. Der Inbegriff der Touristenhölle ist wohl die Urlaubsstadt Bibione. Aber selbst hier kann man echten Natururlaub verbringen. von Andre Schmid

Natürlich ist ein Massentourismus-Ort wie Bibione nicht die erste Adresse für einen naturinteressierten Reptilienmenschen wie mich. Bedingt durch einen Familienurlaub mit meiner Freundin stand dieses Ziel jetzt jedoch auf dem Plan. Da man die Dinge manchmal so nehmen muss, wie sie kommen, informierte ich mich dennoch voller Vorfreude über die lokale Herpetofauna. Nachdem ich von einem inselartigen Vorkommen der Aspisviper (Vipera aspis fransisciredi) gelesen hatte, stieg die Begeisterung nochmals sprunghaft an.