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Nachzucht
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„Enrichment“ – was ist das denn nun schon wieder? Viele haben den Begriff vielleicht schon mal im Zusammenhang mit der Zootierhaltung gehört. Oder gesehen, was er bedeuten kann, wenn sie im Zoo Affen beobachtet haben, die kleine Leckerbissen aus Kisten herauspulen mussten. Aber bei Reptilien? Das Enrichment-Konzept geht über eine reine Beschäftigungstherapie für gelangweilte Zootiere weit hinaus – und kann auch in der Terraristik Anwendung finden. Und dabei helfen, Terrarientiere aktiver und artgerechter zu halten. von Frank Kröhnke

Viele Leser werden sich nach dem Betrachten des Covers dieser REPTILIA vielleicht gefragt haben: „Was bedeutet Enrichment überhaupt?“ Um diesen Begriff zu erklären, zäume ich das Pferd von hinten auf. Zwei Beispiele:

  • Ein Zimmer mit Fenster und Toilette, ein Sofa, ein voller Kühlschrank und ein Fernseher – das wäre für einen Menschen eine Grundausstattung, die sein Leben sichern würde. Dennoch wären viele unter diesen Bedingungen langfristig nicht glücklich.
  • Das Gegenteil von Enrichment wäre ein völlig leeres Terrarium zur Haltung eines Reptils. Da dieser Zustand jedoch nicht mit den Maßgaben des Tierschutzgesetzes konform ist, gehen wir davon aus, dass die Behältergröße den Mindestanforderungen entspricht, und fügen unserem leeren Terrarium noch eine Wärmelampe, Bodengrund, eine Versteckmöglichkeit und ein kleines Wasserschälchen hinzu. Nun haben wir die gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen erfüllt.

Die aus Nordafrika stammende Atlasagame ist eine kräftige, lebhafte Echse. Die Tiere gelten als schreckhaft, werden aber im Terrarium ausgesprochen zutraulich. Auch die Nachzucht kann über Jahre gelingen. von Angelika Hollerbaum

Wir halten seit vielen Jahren Reptilien, und besonders haben es mir dabei die Agamen angetan. Bei einem Vortrag über Marokko hörte und sah ich zum erstem Mal Agama impalearis und war von den kleinen Atlasagamen gleich begeistert.
Im November 2013 konnte ich eine Gruppe Jungtiere erwerben. Die Kleinen bezogen ein Terrarium mit den Maßen 180 x 60 x 60 cm mit selbst gestalteter Rückwand im Wohnzimmer. Die Grundbeleuchtung besteht aus einem LED-Stab und zwei Tageslicht-UV-Lampen (Bright Sun, 35 W), die einen Stein anstrahlen. Unter dem Stein ist eine Heizmatte (8 W) angebracht, die früh am Morgen, noch vor dem Anschalten des Lichts, den Stein für zwei Stunden erwärmt. In der Nacht ist ein Vernebler zugeschaltet, der mehrmals in der Nacht 10 Minuten arbeitet und so für ausreichend Feuchtigkeit sorgt.

Ein schwarzes Jahr war das erste Corona-Jahr 2020 für ungezählt viele. Warum das auf die Kreuzotter sogar im doppelten Wortsinn zutrifft, zeigt Ole Dost hier mit eindrucksvollen Bildern und ergänzt damit die Foto-Dokumentation über die Farbvarianten der Kreuzotter aus REPTILIA Nr. 148 von Andre Schmid. von Ole Dost

Zwei Faktoren dürften im Vordergrund stehen, wenn es um den metaphorischen Sinn der Nicht-Farbe Schwarz geht: Durch die mangelnde Reisefreiheit, seit der friedlichen Revolution von 1989 erstmals wieder ein gebräuchlicher Ausdruck, wurden die landschaftlichen Hotspots unseres Landes mit noch mehr Ausflüglern geflutet als ohnehin. Da viele dieser Besuchermagnete auch zu den letzten Verbreitungszentren der Kreuzotter gehören, kam es wohl vermehrt zur Begegnung Viper-Mensch-Hund, was immer großer Grund zur Sorge ist –und zwar um die Kreuzotter. Ich erlebte in meiner Nordschwarzwälder Heimat im ungewöhnlich warmen April gleich zwei Kreuzottern, die während der Wanderungsphase von den Winterquartieren zu den Balzplätzen auf sehr belebten Wanderwegen „festhingen“, weil sie vom Besucherverkehr hoch gestresst Wanderer und Radfahrer anfauchten. Unter den gleichen Umständen fand meine Tochter im August während ihrer Pfadfinderfreizeit im Elbsandsteingebirge ein trächtiges Kreuzotterweibchen.