Bartagamen gehören zu den beliebtesten Terrarientieren schlechthin. Aber es scheint wenig im Bewusstsein zu sein, dass diese Sonnenanbieter sich auch gut für Freilandaufenthalte eignen. Ein Erfahrungsbericht. von Kevin Keßler

Anfang 2018 entstand die Idee, uns ein Freizeitgrundstück (Garten) für einen Teil unserer Tiere zuzulegen. So begaben wir uns auf die Suche und hatten schnell das Glück, einen geeigneten Ort zu finden. Das Grundstück ist um einiges größer, als wir es uns ursprünglich gedacht hatten, und so entwickelten sich auch die Pläne weiter, auch den Wüsten- und Steppenbewohnern unseres Hauses eine größere Fläche zur Verfügung zu stellen.

Der Anblick einer Bärtigen Krötenkopfagame, die mit ihren rosa Hautlappen an den Mundwinkeln droht, ist schon für sich genommen sehr spektakulär. Die Tiere dann auch noch bei ihrer innerartlichen Kommunikation mit eigenartigen Schwanzbewegungen zu beobachten und sie zur Vermehrung zu bringen, zählt sicher zu den Höhepunkten in der terraristischen Laufbahn von Agamenfreunden. von Daniel Porcu

Die Gattung der Krötenkopf­agamen (Phrynocephalus) umfasst rund 30 Arten. Ihre Verbreitung reicht von der Arabischen Halbinsel über Osteuropa und Mittelasien bis in die Mongolei und den Nordosten Chinas, wo sie bevorzugt aride Lebensräume mit sandigem Boden besiedeln.

Saara loricata ist eine wundervolle Wüstenagame für das Terrarium – attraktives Äußeres und spannend zu beobachtendes Verhalten lohnen ihre Pflege allemal. Dornschwanzagamen-Spezialist Kamiel Hamers stellt die eindrucksvolle Art ausführlich vor. von Kamiel Hamers

Das erste Mal, dass ich ein Bild der Irakischen Dornschwanzagame sah, die seinerzeit wissenschaftlich noch Uromastyx loricata hieß, war im einschlägigen Buch von Thomas Wilms. Erst im Jahr 2010 allerdings kontaktierte mich ein Freund und teilte mir mit, dass Petr Kodym (der Züchter der Art aus dem erwähnten Buch von Wilms) Jungtiere aus eigener Nachzuchten abzugeben hatte. Damals vermehrte ich einige wenige Arten der Dornschwanzagamen und freute mich, nun auch diese selten zu sehende Spezies zu bekommen.

Nicht nur aufgrund ihres aufsehenerregenden Erscheinungsbildes ist diese Laubheuschrecke ein lohnendes Studienobjekt. Auch ihre Fortpflanzungsstrategie ist äußerst bemerkenswert. Beides zusammen macht sie zu einem hochinteressanten Terrarienpflegling. von Thomas Rönisch & Jens Kühne

Das erste Mal fand ich (J.K.) Macroxiphus sumatranus in Fraser‘s Hill, ein bekannter Touristenanlaufpunkt in den Bergen von Malaysia. Die Farben dieser Art sind schlichtweg atemberaubend, und ein großes Gefühl der Begeisterung überkam mich in diesem Moment.

Lungenlose Salamander werden vergleichsweise selten im Terrarium gehalten. Dabei weisen sie eine Reihe interessanter Besonderheiten auf, von der ungewöhnlichen Atmung bis hin zur Brutpflege. Der Silbersalamander eignet sich sogar für Einsteiger in die Schwanzlurch-Haltung – einen angemessen kühlen Raum vorausgesetzt. von Friedrich Rudolf Becker

Unter den zahlreichen im Hob­by Terraristik gepflegten Tierarten nehmen Schwanzlurche (Urodelen) noch immer einen eher geringen Stellenwert ein, der höchstens von den verwandten Blindwühlen (Gymnophiona), der dritten bekannten Amphibienordnung, unterboten wird. Selbstredend hängt diese Geringschätzung zum einen damit zusammen, dass man von Salamandern und Molchen keineswegs „Luftsprünge“ erwarten kann. Es handelt sich – gelinde ausgedrückt – eher um zurückhaltende Terrarienbewohner. Auch die Tatsache, dass die meisten Vertreter nur in unbeheizten Kellerräumen artgerecht gehalten werden können und zudem fast ausschließlich nachtaktiv sind, lässt diese Tiere für viele Hobbyisten unattraktiv erscheinen. Zum anderen ist es in Zeiten, in denen von einer weltweiten Amphibienkrise gesprochen wird, da zahlreiche Bestände durch Pilzinfektionen und schwindende Lebensräume bedroht sind, schlichtweg schwierig, an Exemplare eher „unkonventioneller“ Schwanzlurch-Arten zu gelangen.

Es dürfte die weltweit erste und erstmals dokumentierte Nachzucht einer spektakulären, noch weitgehend unbekannten Art sein, die unserem Autor Florian Wagner gelungen ist. Noch vor wenigen Jahren kannten selbst Fachleute den Peruanischen Buntleguan kaum, dann kamen vereinzelt Tiere nach Europa. Die nun wiederholt gelungene Nachzucht gibt uns nicht nur wichtige Daten über die Biologie dieser Art an die Hand, sondern lässt auch hoffen, dass sich die attraktiven Tiere bei uns in den Terrarien etablieren können.. von Florian Wagner

Alles begann 1997, als ich die ersten Tiere dieser atemberaubenden Art in einem Zoofachhandel in Köln erworben habe. Eigentlich wollte ich ein Chamäleon kaufen, doch der Verkäufer überzeugte mich, lieber die als „Chamäleonleguan“ deklarierten Peruanischen Buntleguane zu kaufen. Ich bereue es bis heute nicht! Leider sollte mir die Zucht zunächst nicht glücken, da es sich bei meinen Tieren, anders als behauptet, um zwei Weibchen handelte, und nicht um ein Pärchen. Im Jahr 2006 erhielt ich von einem befreundeten Terrarianer abermals ein Weibchen, das als „Beifang“ bei einem Südamerika-Import nach Europa gekommen und bei ihm gelandet war. Im Jahr 2009 verstarben meine ersten beiden Weibchen nach einer Haltungsdauer von immerhin mehr als 12 Jahren. Da ich die Tiere adult erworben habe, lässt sich das Alter nur schätzen.

Obwohl der spektakulär aussehende Helmleguan eigentlich zu den Klassikern im Terrarium zählt, liegen nur wenige Berichte über seine erfolgreiche langjährige Pflege und Nachzucht vor. Am Frankfurter Senckenbergmuseum werden die Tiere seit vielen Jahren gehalten. Nun gelang dort auch die Nachzucht. von Gunther Köhler & Linda Mogk

Helmleguane (Gattung Corytophanes) sind in drei Arten vom südlichen Mexiko bis nach Kolumbien verbreitet (C. cristatus, C. hernandezii und C. percarinatus) (Köhler 2008). Namensgebend ist der deutlich ausgeprägte Helm, der als vertikales Segel vom Hinterhaupt bis in den Nacken verläuft. Diese Echsen sind ruhige Ansitzjäger, die stundenlang ohne Bewegung an einem Stamm sitzen. Somit verbrauchen sie natürlich wenig Energie, was sich wiederum in einem geringen Nährstoffbedarf widerspiegelt. Während C. cristatus und C. hernandezii Eier legen, ist die berg­bewohnende Art C. percarinatus lebendgebärend (Köhler 1999).

Lange Zeit blieben Fidschileguane ein unerfüllbarer Traum für Terrarianer. Die ersten Exemplare, die verfügbar waren, wurden zu astronomischen Summen gehandelt. Doch auch diese Art konnte mit viel Engagement und Einfühlungsvermögen inzwischen in unseren Terrarien vermehrt werden, wenn ein Fidschileguan auch immer noch etwas Besonderes ist. Nicht zuletzt aufgrund der beunruhigenden Bedrohungssituation in seiner natürlichen Heimat, die der hiesigen Terrarienpopulation bereits den Stellenwert eines „Backups“ gibt. von Ester Laue

Brachylophus fasciatus weiß zu gefallen! Der Fidschileguan ist einer der außergewöhnlichsten Vertreter der Familie der Eigentlichen Leguane (Iguanidae). Er ist farblich spektakulär, zudem ist sein Charme unwiderstehlich. Der Kopf ist gedrungen und kompakt, womit er alle Kriterien des Kindchenschemas erfüllt.

Dosenschildkröten sind Klassiker der Terraristik, stellen jedoch hohe Anforderungen an ihren Halter. Eine Übersicht über die Arten und Unterarten der USA sowie ihre Pflege – aus der Sicht eines Experten aus Massachusetts. von Leo Spinner

Es war im Sommer 1971. Ich war damals fünf Jahre alt, als ich meine erste Carolina-Dosenschildkröte (Terrapene carolina carolina) zu Gesicht bekam. Ich erinnere mich daran, als wäre es gestern gewesen: Ich war gerade dabei, die verwilderte Wiese unseres verschlafenen Grundstücks auf Cape Cod, Massachusetts, USA, zu durchstreifen, als ich diese Entdeckung meines Lebens machte, wie ich damals glaubte. Den ganzen Tag über behielt ich die Dosenschildkröte und bewunderte ihre Schönheit, während ich dem Tier dabei zusah, wie es unermüdlich versuchte, aus dem Behälter zu entkommen, in den ich es gesetzt hatte.

Mit ihren ungewöhnlich stark gekielten Schuppen, die ihnen fast ein „strubbeliges“ Aussehen verleihen, gehören Buschvipern zu den besonders auffälligen Schlangen – wenn man sie denn erst einmal erspäht hat. Ansonsten ist die Grüne Buschviper im Blättergewirr allerdings perfekt getarnt. Im Terrarium können die kleinen Giftschlangen mit der nötigen Umsicht gut gepflegt werden. von Robin Milde

Das weite Verbreitungsgebiet der Grünen Buschviper (Atheris squamigera) liegt im zentralen Afrika und reicht bis ins südliche Afrika hinein. Die Art ist aus der Demokratischen Republik Kongo, Kongo, Uganda, Angola, der Zentralafrikanischen Republik, Nigeria, Süd-Sudan, Togo, Gabun, Kenia, Ghana und mit wenigen Exemplaren sogar aus Tansania nachgewiesen.
Dort lebt sie in unterschiedlichen Lebensräumen: einerseits in Regenwäldern, aber auch an lichteren Waldrändern und in Gebüschen. Bevorzugt werden Tieflandbiotope, doch dringt die Grüne Buschviper auch in höhere Regionen vor.