Dosenschildkröten sind Klassiker der Terraristik, stellen jedoch hohe Anforderungen an ihren Halter. Eine Übersicht über die Arten und Unterarten der USA sowie ihre Pflege – aus der Sicht eines Experten aus Massachusetts. von Leo Spinner

Es war im Sommer 1971. Ich war damals fünf Jahre alt, als ich meine erste Carolina-Dosenschildkröte (Terrapene carolina carolina) zu Gesicht bekam. Ich erinnere mich daran, als wäre es gestern gewesen: Ich war gerade dabei, die verwilderte Wiese unseres verschlafenen Grundstücks auf Cape Cod, Massachusetts, USA, zu durchstreifen, als ich diese Entdeckung meines Lebens machte, wie ich damals glaubte. Den ganzen Tag über behielt ich die Dosenschildkröte und bewunderte ihre Schönheit, während ich dem Tier dabei zusah, wie es unermüdlich versuchte, aus dem Behälter zu entkommen, in den ich es gesetzt hatte.

Mit ihren ungewöhnlich stark gekielten Schuppen, die ihnen fast ein „strubbeliges“ Aussehen verleihen, gehören Buschvipern zu den besonders auffälligen Schlangen – wenn man sie denn erst einmal erspäht hat. Ansonsten ist die Grüne Buschviper im Blättergewirr allerdings perfekt getarnt. Im Terrarium können die kleinen Giftschlangen mit der nötigen Umsicht gut gepflegt werden. von Robin Milde

Das weite Verbreitungsgebiet der Grünen Buschviper (Atheris squamigera) liegt im zentralen Afrika und reicht bis ins südliche Afrika hinein. Die Art ist aus der Demokratischen Republik Kongo, Kongo, Uganda, Angola, der Zentralafrikanischen Republik, Nigeria, Süd-Sudan, Togo, Gabun, Kenia, Ghana und mit wenigen Exemplaren sogar aus Tansania nachgewiesen.
Dort lebt sie in unterschiedlichen Lebensräumen: einerseits in Regenwäldern, aber auch an lichteren Waldrändern und in Gebüschen. Bevorzugt werden Tieflandbiotope, doch dringt die Grüne Buschviper auch in höhere Regionen vor.

Seltsames Aussehen und außergewöhnliche Fortpflanzungsbiologie: Salomonenzipfelfrösche sind in allen erdenklichen Färbungen perfekt angepasst an das Leben in der Laubstreu, überraschen aber durch ihre temperamentvolle Art. Gelege werden im Boden vergraben, die Entwicklung erfolgt komplett im Ei. Eine spannende Art für Freunde des nicht Alltäglichen! von Manfred Brunner, Florian Glaser & Thomas Wampula

Es gibt Bilder, die wollen einem einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen – manchmal können dies auch Bilder von Fröschen sein, deren Faszination nie erlahmt. Im alten „Nietzke“, also „Terrarientiere 1“ von Günther Nietzke aus dem Jahr 1977, befindet sich so ein Foto. Schwarzweiß zeigt es einen Helmkopf: groß und plump, ein Maul mit kurzen Beinen – einfach schön!
Damit war der Helmkopf ein Traum- und Wunschfrosch, jedoch eigentlich ohne Hoffnung, ihn je halten zu können. 2010 aber wurde ein Pärchen auf einer Terrarienbörse in St. Pölten angeboten. Da waren sie nun tatsächlich: groß, plump, einfach schön.

Seltsames Aussehen und außergewöhnliche Fortpflanzungsbiologie: Salomonenzipfelfrösche sind in allen erdenklichen Färbungen perfekt angepasst an das Leben in der Laubstreu, überraschen aber durch ihre temperamentvolle Art. Gelege werden im Boden vergraben, die Entwicklung erfolgt komplett im Ei. Eine spannende Art für Freunde des nicht Alltäglichen! von Philippe Goeldlin

ie Salomonen sind eine südpazifische Inselgruppe vulkanischen Ursprungs. Frösche sind die einzigen hier natürlich vorkommenden Amphibien und in rund 20 Arten auf den Inseln vertreten.
Das Verbreitungsgebiet des Salomonenzipfelfrosches (Cornufer guentheri) erstreckt sich sowohl über die zu Papua-Neuguinea zählende autonome Provinz Bougainville und Buka als auch über die Salomonen.

Mit ihrer einzigartigen Brutbiologie gehören Wabenkröten zweifellos zu den faszinierendsten Amphibien überhaupt. Wie Aliens wachsen die Larven eingewachsen im Rücken der Mutter heran, bis sie schließlich daraus hervorbrechen, je nach Art sogar erst nach der Metamorphose.. Ein unglaubliches Spektakel! Über das wir wenig wüssten, wenn wir diese Amphibien nicht in menschlicher Obhut halten würden. Dennoch bleiben viele Fragen noch ungeklärt. von David Massemin

Unter der bemerkenswerten Familie der Zungenlosen Frösche (Pipidae) ragen die derzeit sieben beschriebenen Arten der neotropischen Wabenkröten (Gattung Pipa) durch ihr skurriles Äußeres, bemerkenswerte anatomische Anpassungen an das Leben in Gewässern, vor allem aber durch ihr hochinteressantes Brutverhalten heraus: Während der Paarung führen diese aquatisch lebenden Frösche im Wasser Loopings aus, in deren Verlauf der Laich auf den Rücken des Weibchens gelangt, wo die Eier später in spezielle Bruttaschen eingebaut werden.

Sie sind der Klassiker unter den Reptilien in menschlicher Obhut: Griechische Landschildkröten. Ganze Generationen von Tierhaltern haben die Panzerträger schon begeistert. Artgerechte Haltung und Nachzucht können heute problemlos gelingen, da die Ansprüche der Tiere bestens bekannt sind. Ein Beispiel für eine artgerechte Haltung aus Österreich. von Hans Esterbauer

Die Griechische Landschildkröte, Testudo hermanni boett­geri, ist eine der beliebtesten Schildkröten in menschlicher Obhut. Adulte Exemplare erreichen normalerweise ein Stockmaß von 20–25 cm. Sie haben einen starren Bauchpanzer (Plastron), der auch bei Weibchen kein Scharnier vor den Hinterbeinen aufweist. Der Rückenpanzer (Carapax) ist mäßig hoch gewölbt. Er verbreitert sich meist etwas zum Schwanzende hin und wirkt deshalb in der Aufsicht oval bis leicht trapezförmig. Die Männchen bleiben stets kleiner als die Weibchen, und ihr Bauchpanzer ist bei geschlechtsreifen Tieren konkav. Die Grundfarbe variiert von gelboliv bis ockerbräunlich. Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Griechenland, Bulgarien, Mazedonien, Serbien und Montenegro, Albanien, das südliche Rumänien, Teile von Kroatien bis in die Türkei. Das Klima im Herkunftsland ist im Sommer sehr sonnig und trocken, im Winter kühl. Die Lebenserwartung liegt bei etwa 80 bis 120 Jahren.

Krokodil- und Alligatorschleichen sind echte Charaktertiere. Im Terrarium werden sie schnell zahm und erweisen sich als recht intelligent, vergleichbar mit Waranen. Während einige Arten gelegentlich gepflegt werden, sind andere noch völliges Neuland. Eine Übersicht. von Christian Langner, Rob Nixon & Frank Colacicco

Die im deutschen Sprachgebrauch als Krokodil- oder Alligatorschleichen bezeichneten Echsen der Gattungen Elgaria und Gerrhonotus haben den Erstautor schon seit früher Jugend in ihren Bann gezogen. Das erste Mal bekam er Anfang der 1980er-Jahre eine dieser Echsen im legendären Terrariengeschäft der Firma Gutsche in Aachen-Brandt zu Gesicht. Schon damals waren die Tiere eher selten im Handel, und der Preis des schön gefärbten, imposanten Männchens von Elgaria multicarinata lag ohnehin weit jenseits des damals zur Verfügung stehenden Taschengeldes.
Der Wunsch aber, diese Tiere eines Tages einmal selbst zu pflegen, blieb bestehen. Es sollte allerdings noch weit über ein Jahrzehnt vergehen, bevor er in Erfüllung gehen konnte. Die seit den 1990er-Jahren gewachsenen Kontakte zu befreundeten Terrarianern in den USA ermöglichten es dem Erstautor schließlich, dass im Tausch nach und nach verschiedene Arten beider Gattungen in seine Terrarien Einzug hielten und die Tiere auch in ihren natürlichen Biotopen beobachtet werden konnten.

Die Gallwespenschleiche ist nicht nur einfach so spektakulär gefärbt – es gibt auch einen spektakulären Grund dafür: Die Jungtiere dieser Art ahmen einen giftigen Tausendfüßler nach und hoffen dadurch Angreifern zu entgehen. In der Literatur stehen falsche Angaben über die Biologie dieser Art – Terrarienbeobachtungen stellen dies richtig. von Christian Langner

Bei Diploglossus lessonae handelt es sich um eine sehr farbenprächtige Schleiche. Besonders im Jugendkleid sind diese Echsen spektakulär gefärbt. Die Jungtiere weisen eine kontrastreiche Schwarzweißbänderung auf, die sich von der Schnauze über die gesamte Körperoberfläche bis in die Region der Schwanzspitze fortsetzt. Die komplette Unterseite ist leuchtend rot gefärbt.
Mit zunehmendem Alter der Tiere verblasst diese Zeichnung. Die Streifenzeichnung der Jungtiere verschwindet nahezu vollständig, ist bei jüngeren Adulti aber noch ansatzweise zu erkennen. Bei den Männchen färben sich die Kopf- und Halsregion sowie der Schwanz hellgelb. Ihre Rückenzeichnung wird mit zunehmendem Alter einfarbig braun. Die Weibchen erscheinen meist komplett bräunlich, nur selten sind auch bei ihnen die gelben Farbanteile vorhanden, dann aber meist deutlich blasser. Die rote Ventralfärbung der Jungtiere bleibt bei beiden Geschlechtern auch im Erwachsenenalter erhalten, aber etwas weniger ausgeprägt. Frisch gehäutete Exemplare erscheinen am farbintensivsten.
Die Häutungsreste werden anscheinend gefressen, da im Terrarium noch nie welche gefunden wurden. Beobachtet wurde dies jedoch bisher noch nicht. Die auffällige Warnfärbung der Jungtiere bleibt bei der nahe verwandten und ähnlich gefärbten westbrasilianischen Art Diploglossus fasciatus auch im Erwachsenenalter erhalten.

Geißelspinnen sind ebenso heimliche wie faszinierende Kreaturen. Ihre bizarre Gestalt macht sie in der Terraristik beliebt, doch noch spannender sind ihre Verhaltensweisen. Erst allmählich beginnen wir, mehr darüber herauszufinden. Unser kolumbianischer Autor wirft einen Blick nicht nur auf die Arten seines Heimatlandes, sondern auch auf den aktuellen Stand der Verhaltensforschung. von Jorge Cañas-Orozco

Wohl den meisten Menschen fallen zum Thema „Spinnentiere“ neben den Webspinnen höchstens noch die Skorpione ein. Die Arachniden bilden jedoch eine Tierklasse mit einem weit größeren Reichtum an Formen, Größen und Verhaltensweisen. Unter ihren Vertretern befindet sich auch die Ordnung der Geißelspinnen (Amblypygi). Diese Tiere zeichnen sich durch ein sehr langes, dünnes erstes Beinpaar aus, das nicht der Fortbewegung dient. Vielmehr sind diese Beine, denen die Evolution eine peitschen- oder geißelförmige Gestalt verliehen hat, ihre wichtigsten Werkzeuge: Sie erfüllen neben der Tastfunktion auch chemorezeptorische Aufgaben. Mit ihrer Hilfe finden Geißelspinnen Beute oder Geschlechtspartner und können Gefahren erkennen, ja, sich generell in der Welt zurechtfinden.

Königspythons sind wunderschöne Tiere, faszinierende Lebewesen und auch für Anfänger gut geeignete, preisgünstig zu erstehende Terrarienbewohner. Aber Königspythons können auch hochpreisige Investmentobjekte sein. Spezielle Farbmorphen erzielen mitunter beeindruckende Preise, und ihre Zucht ist nicht nur Liebhaberei, sondern auch eine wirkliche Investment-Entscheidung. Besonders problematisch ist dies bei Hetero-Tieren, die nur Erbanlagen für bestimmte Merkmale in sich tragen, diese aber nach außen gar nicht zeigen. Ein Einblick in die Geschäftswelt, spannend wie ein Wirtschaftskrimi – mit noch offenem Ausgang. von Stefan Broghammer

Ich hoffe, dieser Artikel hat sich zum Zeitpunkt des Drucks noch nicht erübrigt, das wäre schade. Oder, falls er sich doch erübrigt haben sollte: dann hoffentlich durch eine Wendung zum Positiven.

Eine neue Morphe
2017 habe ich die ersten Bilder einer neuen Königsypthon-Morphe gesehen, des Red Balls. Sie gingen durch das Internet und waren die Sensation für alle Königspython-Züchter und -Enthusiasten. Ein kleiner, bis dato unbekannter Züchter hatte ihn gezogen. Es waren recht wackelige, laienhafte Bilder auf Facebook zu sehen. Ich arbeitete zu diesem Zeitpunkt an der Neuauflage meines Python-regius-Buches und wollte unbedingt gute Fotos von dem Tier haben bzw. natürlich auch Informationen darüber, um es mit in das Buch zu nehmen.
Also versuchte ich, den Züchter über Facebook zu kontaktieren, was nicht einfach war – leider ohne Erfolg. Schade erst einmal. Es haben wohl unzählige Terrarianer versucht, Infos, Preise und eventuell auch Tiere zu bekommen. Dem Züchter war das wohl zu viel, er hat fast alle Anfragen ignoriert. Einige Wochen später habe ich es noch einmal versucht, über den Facebook-Messenger mit meinem Namen, und bat ihn um Fotos für das Buch. Ich bekam Antwort, alle benötigten Infos und auch einige Bilder, was mich sehr freute.