Es müssen nicht immer Bartagamen sein – unter den australischen Agamen finden sich eine ganze Reihe hochinteressanter Arten, von denen einige gelegentlich auch in der Terraristik gehalten werden. Gowidon longirostris wird nur selten gepflegt, dabei zeigen diese Echsen aus den Trockengebieten Australiens eine faszinierende Vielfalt an Verhaltensweisen und innerartlicher Kommunikation. Bei ausreichend Platz sind sie höchst interessante und attraktive Pfleglinge, die auch gut zur Vermehrung zu bringen sind. von Philipp Haag

Über einen befreundeten Terrarianer habe ich im Jahr 2020 adulte europäische Nachzuchten dieser australischen Agamen kaufen können. Da Langnasenagamen in Deutschland bisher nur selten gehalten wurden, sind Erfahrungsberichte über diese Art auch nicht vorhanden. Einzig das Buch „Wasseragamen und Segelechsen“ von Heiko Werning (2008) konnte ich als literarische Quelle nutzen. In dem Buch wird das Taxon noch unter der Gattung Lophognathus geführt. Seit 2011 wird die Art zu Gowidon gestellt.

Die amerikanischen Peitschennattern der Gattung Masticophis sind in der Terraristik kaum vertreten. Dabei sind diese lebhaften, tagaktiven Schlange ausgesprochen hübsch. Eine besonders attraktive Vertreterin ist die Westliche Peitschennatter Masticophis flagellum testaceus aus dem Südwesten Nordamerikas. Allerdings braucht sie auch etwas Platz. Kann man den bieten, ist die Nachzucht im Terrarium gut möglich – man muss die selten gehaltenen Tiere nur überhaupt erst einmal bekommen von Volker Franz

Als ich vor einigen Jahren meine erste Peitschennatter in Arizona über die Straße huschen sah, war es um mich geschehen – ich habe mich in diese Art verliebt. Es handelte sich damals um eine ca. 180 cm lange pinkfarbene Schönheit. So schnell, wie sie gekommen war, war sie auch wieder verschwunden. Auf dieser Reise konnte ich noch drei weitere Peitschennattern sehen. Mir gelang es aber nicht, auch nur ein einziges Bild von ihnen zu machen.
Zu Hause angekommen, machte ich mich gleich auf die Suche nach Tieren dieser Art, was sich aber als nicht so einfach herausstellte. Erst nach mehrjähriger Suche konnte ich dann über das Internet endlich drei einjährige Nachzuchten von einer Züchterin aus Frankreich bekommen. Über die Haltung und Nachzucht dieser drei Nattern und über ihre Lebensweise und Biologie möchte ich in diesem Artikel berichten.

In ihrer italienischen Heimat ist die Apennin-Gelbbauchunke stark gefährdet. Im Terrarium lassen diese besonders kontrastreich gefärbten Unken sich aber gut halten und nachzüchten. Ihr taxonomischer Status ist bislang noch umstritten. von Markus Harzdorf

Neben den auch in Deutschland vorkommenden Europäischen Rotbauchunken – Bombina bombina (Linnaeus, 1761) – und Gelbbauchunken – Bombina variegata (Linnaeus, 1758) – gibt es innerhalb Europas noch eine dritte Art, deren Status jedoch umstritten ist. Die Rede ist von der Apennin-Gelbbauchunke oder auch Italienischen Gelbbauchunke. Einige Autoren führen diese als eigenständige Art Bombina pachypus (Bonaparte, 1838) an. Andere Systematiker betrachten diese Unken dagegen als Unterart der Gelbbauchunke, Bombina variegata pachypus. Fakt ist jedoch, dass die Tiere im Verhalten und in ihren Vorlieben sowie in ihrer optischen Erscheinung von normalen Gelbbauchunken abweichen. Auch das natürliche Verbreitungsgebiet beider Formen ist deutlich getrennt und überlappt sich nicht. Während im nördlichen Italien noch die Nominatform Bombina variegata variegata vorkommt, wird diese südlich der Po-Ebene von der Apennin-Gelbbauchunke abgelöst. Deren Verbreitungsgebiet reicht dann bis zum südlichen Kalabrien.

Die Chinesische Riesenunke ist leider immer noch recht selten in der Terraristik anzutreffen, obwohl Pflege und Vermehrung recht einfach sind, sofern einige Dinge beachtet werden. Unser Autor berichtet hier über seine Erfahrungen und Beobachtungen in der Haltung und Nachzucht von Bombina (Grobina) maxima (Boulenger, 1905). von Markus Harzdorf

Der zoologische Artname und der deutsche Trivalname deuten es schon an: Diese Unkenart ist im Vergleich zu den anderen Arten der Gattung Bombina „riesig“. Während die allgemein bekannten kleinwüchsigeren Arten ca. 4–5 cm an Körpergröße erreichen, werden Chinesische Riesenunken in der Regel 6–7 cm groß. Überholt werden sie nur von den später beschriebenen Hubei-Rotbauchunken, Bombina (Grobina) microdeladigitora Liu, Hu & Yang, 1960. Diese erzielen locker eine Körpergröße von 8 cm, zählten früher allerdings auch als Synonym von Bombina maxima.

Sie zählt zweifellos zu den beliebtesten Vertretern der Froschlurche in der Terraristik – die Chinesische Rotbauchunke (Bombina orientalis). Die Art ist ausgesprochen attraktiv, kann problemlos auch in Gruppen gepflegt werden, ist oft auch am Tag aktiv und lebhaft, leicht zu halten und gut zur Vermehrung zu bringen. Sie ist auch für Einsteiger und Schulzoos ideal, bietet aber auch fortgeschrittenen Amphibienhaltern zahlreiche Beobachtungsmöglichkeiten. von Leandro Bergmann

Begegnungen mit Amphibien und Reptilien erfüllten mich schon früh mit Glück und lösten den Drang nach mehr aus. So ließ es nicht lange auf sich warten, dass ich mir entsprechendes Fachwissen aneignete. Als ich mich bereit fühlte, wagte ich den großen Schritt und schaffte mir eine kleine Gruppe der Chinesischen Rotbauchunke an, die gelegentlich auch als Feuerbauchunke bezeichnet wird. Zunächst pflegte ich ein paar Jahre lang „einfach nur so“, dann fasste ich den Entschluss, mich der Nachzucht anzunehmen. Aktuell befinden sich neben der Chinesischen Rot­bauchunke (Bombina orientalis) auch alle Unterarten der Gelbbauchunke (B. variegata), die Apennin-Gelbbauchunke (B. pachypus), die Europäische Rotbauchunke (B. bombina) und die Chinesische Riesenunke (B. maxima) in meiner Obhut. Zudem gibt es in meiner Nähe eine natürliche Population der Europäischen Gelbbauchunke, die ich besonders gerne beobachte. Meine Erfahrungen möchte ich in diesem Artikel weitergeben.

Der Leopardleguan ist fraglos ein Charaktertier unter den nordamerikanischen Echsen. Die auch große Beute wie kleinere Echsen fressende Art ist im Terrarium leicht zu halten und wird ausgesprochen zahm. Dennoch sind regelmäßige Nachzuchten noch immer die Ausnahme, weshalb die Bestände in der Terraristik allmählich zu verschwinden drohen, denn Importe aus den USA sind selten geworden. von Joschka Schulz

Leopardleguane sind in der Terraristik rar geworden, seitdem die kommerziellen Reptilienimporte aus den USA nachgelassen haben. Ich habe die Leguane zuletzt 2015 nachgezogen und gepflegt. Damals wurden sie wenig wertgeschätzt, und oft wurde kaum Interesse dafür gezeigt, da es recht günstige Tiere auf Reptilienbörsen waren. Mit Veränderungen in meinem Bestand auf kleinere Leguane sind sie bei mir durch das Raster gefallen.
Die Tiere, die ich pflegte, lebten mehrere Jahre in einem kleinen Terrarienfachgeschäft, ohne sich fortgepflanzt zu haben. Ich übernahm sie, als die Zoohandlung geschlossen wurde.

Die Ägyptische Landschildkröte ist die kleinste Vertreterin der Gattung Testudo. Mit ihrer wunderschönen gelblichen Färbung des Panzers und der besonders hoch gewölbten Form begeistert sie Liebhaber in besonderem Maße. Angepasst an ein extremes Klima in ihren Heimatländern, gilt sie als äußerst sensibel und stellt hohe Ansprüche an die Haltung in menschlicher Obhut. Unsere Autorin, die unter ihrem ehemaligen Namen Franziska Biedenweg in der Terraristik bekannt ist, beschreibt, wie diese bezaubernde kleine Landschildkröte erfolgreich zu halten und zur Vermehrung zu bringen ist. von Franziska Schlorf

Die Ägyptische Landschildkröte (Testudo kleinmanni  Lortet, 1883) ist eine bisher noch immer relativ selten in der Terraristik gepflegte Art. Sie erreicht im Durchschnitt eine Körpergröße von etwa 11–13 cm (Weibchen) bzw. ca. 9–11 cm (Männchen), bei einem durchschnittlichen Körpergewicht von 250–350 g (Weibchen) bzw. 120–150 g (Männchen). Das bisher größte dokumentierte Exemplar hat eine Länge von 14,42 cm (Farkas et al. 1997). Die Art ist die kleinste Vertreterin der Gattung Testudo.

Die meisten Terrarianer denken bei Spinnen sofort an die zahlreichen Vogelspinnengattungen, wie z. B. Poecilotheria oder Theraphosa, die schon seit Jahrzehnten bei uns gehalten und nachgezogen werden. Jedoch sind neben den mygalomorphen Vogelspinnen immer mehr araneomorphe Arten auf dem Vormarsch in unseren Terrarien. Eine besonders farbenprächtige Vertreterin der Sparassidae ist Heteropoda lunula. von Hannes Driemer

Die Gattung Heteropoda (La­treille, 1804) umfasst derzeit 189 Arten, die größtenteils in Südostasien und Australien, aber mittlerweile auch in Afrika, Südamerika und Teilen Europas (Heteropoda venatoria) beheimatet sind. Sie gehört zur Unterfamilie Heteropodinae, die wiederum der Familie Sparassidae (Riesenkrabbenspinnen) zugeordnet ist. Sparassidae sind, wie alle araneomorphen Spinnen, labidognath, das heißt, dass ihre Cheliceren wie eine Zange gegeneinander arbeiten. Dies unterscheidet sie von den Mygalomorphen (z. B. Vogel- und Falltürspinnen), deren Cheliceren orthognath, also parallel zueinander arbeiten.

Die Larven des Großen Schwarzkäfers, häufig nur als Zophobas bekannt, sind ein für viele Terrarientiere gut geeignetes Futter. Sie sind zwar regelmäßig als große „Würmer“ im Handel zu bekommen, jedoch gelingt auch die eigene Futtertierzucht, wenn man einige grundlegende Regeln beachtet. von Claudia und Andreas Schäberle

„Der Schwabe ist geizig.“  
Das ist so nicht ganz richtig, aber in Wahrheit sind wir tatsächlich immer darauf bedacht, die gesamte Haltung unserer Tiere nicht nur artgerecht, sondern auch möglichst kostengünstig zu gestalten. Vor allem für klein bleibende  Arten und für eigene Reptilien- und Amphibiennachzuchten ist es nicht immer einfach, geeignetes Futter im Handel zu erhalten.

Die Grüne Ameive (Ameiva ameiva) ist in der Terraristik ein eher seltener Pflegling. Dabei handelt es sich um eine höchst interessante Art, die sich – ausreichend Platz vorausgesetzt – gut halten und problemlos nachzüchten lässt. Die tagaktiven, bewegungsfreudigen Echsen erlauben zudem spannende Beobachtungen. von Simone Karlowski

Nicht nur in Privathaltung, auch in zoologischen Einrichtungen sind Grüne Ameiven (Ameiva ameiva) lediglich vereinzelt anzutreffen. Gründe dafür gibt es sicher einige, auf die ich im folgenden Text auch weiter eingehen werde. Dennoch halte ich sie für sehr interessante Pfleglinge, die sicher etwas mehr Beachtung vertragen können und sich relativ problemlos halten und auch nachzüchten lassen. Durch ihre Tagaktivität, Bewegungsfreude und Neugier sind sie zudem gut zu beobachten und auch für Schauanlagen geeignet.