Kronenbasilisken sind elegante, ruhige und ausgesprochen hübsche Baumbewohner, die sich gut im Terrarium halten lassen. Unser Autor pflegt diese besonderen Leguane nun seit mehr als zehn Jahren – und konnte dabei interessante Beobachtungen machen. von Klaus Kirchschlager

Kronenbasilisken gehören zur Familie Corytophanidae, den Basilisken und Helmleguanen, die wiederum Teil der großen Gruppe der Leguanartigen (Iguania) ist. Die Gattung Laemanctus wird inzwischen in vier Arten unterteilt: Laemanctus serratus und L. longipes sind die beiden bekanntesten. In jüngerer Zeit wurde L. julioi aus Honduras neu beschrieben und L. waltersi, ebenfalls aus Honduras, vom Status einer Unterart von L. longipes in den Artrang erhoben. Von L. longipes werden weiterhin noch zwei Unterarten anerkannt, von L. serratus drei.

Der Hühnerfresser ist eine große, kräftige Natter aus dem tropischen Amerika. Er ist ungewöhnlich lebhaft und für Schlangenverhältnisse ein echter Vielfraß. Sein ungestümes Verteidigungsverhalten legt er im Terrarium rasch ab. Die Eingewöhnung von Wildfängen ist heikel, Nachzuchttiere dagegen können gut gepflegt werden. von Volker Franz

Der Hühnerfresser (Spilotes pullatus) hat ein großes Verbreitungsgebiet, das sich von Südmexiko bis nach Nordargentinien erstreckt. Seine Lebensräume sind Savannen, Galeriewälder, tropische Primär- und Sekundärregenwälder sowie Mangroven. Als Kulturfolger wird er nicht selten im Umfeld menschlicher Ansiedelungen angetroffen. Meist hält er sich in der Nähe von Gewässern wie Teichen und Flüssen auf. Er bewohnt hauptsächlich das Flachland bis in Höhenlangen von 1.500 m. In Kolumbien soll sich seine vertikale Verbreitung aber bis auf Höhenlagen von 2.600 m erstrecken.

Wildfänge selten importierter Achatschneckenarten erfolgreich zu etablieren, kann eine große Herausforderung sein. Umso schöner, wenn es schließlich doch klappt und die „Unhaltbaren“ sich als durchaus haltbar erweisen – und sogar reichlich vermehren. von Melanie Görner

Während einige Achatschneckenarten sehr häufig gehalten werden, sind andere nach wie vor Raritäten in unseren Terrarien. Die hier vorgestellte Archachatina knorrii ist eine kleine, farbenfrohe Art mit einer Gehäusegröße von 6–7 cm. Das ausgeprägte Rot, das vom Apex bis zur dritten Windung reicht, und das kräftig gelbe Haus mit quer verlaufenden, schwarzen Streifen sind Alleinstellungsmerkmale dieser besonderen Spezies.

Beim Fußball heißt es, Deutschland habe 80 Millionen Bundestrainer. Beim Thema Achatschnecken ist es ganz ähnlich: Fast jeder, der diese Tiere hält, schwört auf sein ganz persönliches Rezept – jedoch sind viele dieser seit Langem wiederholten „Mantras“ mittlerweile überholt.
von Ingo Fritzsche

Wie sollte eine optimale Haltung von Achatschnecken aussehen? Bei den Antworten auf diese Frage werden häufig veraltete Methoden als einzig richtige Haltungsweise dargestellt. Sie stammen oft aus Berichten, die seit vielen Jahren immer wieder unkritisch kopiert wurden. Im Folgenden möchte ich einige essenzielle Haltungsempfehlungen einem kritischen Blick unterziehen.

Die Nachzucht der bedrohten Fidschileguane ist immer noch etwas Besonderes – vor allem, wenn die Zeitigung der Eier gleich zwei Mal im großen Schauterrarium eines Zoos gelungen ist. von Jochen Scholdei

Die vier Arten der Fidschi­leguane (Brachylophus) gehören zu den Echten Leguanen (Familie Iguanidae) und bewohnen die Südsee-Inselstaaten Fidschi, Tonga und Vanuatu. Es handelt sich um tagaktive Tropenwaldechsen, die im Geäst von Sträuchern und Bäumen leben und entsprechend gut klettern können.

Der Ausgangspunkt war ein trauriger: beschlagnahmte geschmuggelte Schildkröten. Doch daraus wurde im Allwetterzoo Münster eine über viele Jahre konstante Nachzucht bis in die F2-Generation, bei der die Gelege im Gehege belassen und ausgebrütet werden können. von Jochen Scholdei

Bereits in der REPTILIA Nr. 77 (Juni/Juli 2009) und Nr. 80 (Dezember 2009/Januar 2010) hatte ich über die erfolgreiche Haltung und Nachzucht der im Juni 2004 aus Hongkong in den Allwetterzoo Münster gebrachten Indischen Sternschildkröten (Geochelone elegans) berichtet. Die CITES-Behörde von Hongkong hatte sich damals an die TSA Europe (Turtle Survival Alliance) gewandt, um die beschlagnahmten Tiere, die sehr wahrscheinlich aus Sri Lanka stammten, zu verteilen. Der Allwetterzoo hatte damals zwei Männchen und drei Weibchen übernommen und später zur Nachzucht gebracht – es gelangen sogar Schlupf und Aufzucht von zwei Schildkrötenzwillingen.

Wenig beachtet, aber überraschend hübsch: Der Sechsstreifen-Kanarenskink entpuppt sich bei näherem Hinsehen nicht nur als buntes Schmuckstück, sondern auch als idealer Terrarienbewohner, der zudem ausgesprochen friedlich auch im Umgang mit seinesgleichen ist. von Friedrich Rudolf Becker

Skinke (Scincidae), auch Glattechsen genannt, bilden mit rund 1.500 Arten die zahlenmäßig größte Familie unter den Echsen. Sie kommen weltweit in den unterschiedlichsten Lebensräumen der Tropen und Subtropen vor und treten nicht selten als Kulturfolger auf.
In die Terrarienhaltung haben die verschiedensten Arten Eingang gefunden. Begehrt sind u. a. die australischen Blauzungenskinke (Tiliqua), asiatische Baumskinke (Lamprolepis) oder auch das urtümliche Rotaugen-Buschkrokodil (Tribolonotus gracilis).

Segelechsen sind wahrhaftig außergewöhnliche Tiere! Es handelt sich nicht nur um die größten Agamen der Welt, dank ihrem riesigen Segel und dem auffälligen Schädel sind sie auch sonst eine auffällig-bizzare Erscheinung. Trotzdem kennen nur wenige sie näher, viele Angaben in der Literatur oder im Internet sind verwirrend oder schlicht falsch. Im Terrarium wurden sie zwar immer wieder gehalten, doch letztlich haben sie sich kaum stärker etabliert. Dabei können Segelechsen farblich spektakulär sein, mit Unterschieden sowohl zwischen den Arten als auch den Individuen. Dasselbe gilt für ihr Verhalten. Ein Bericht über die Haltung verschiedener Hydrosaurus-Arten seit 25 Jahren.
Teil 1 (Nr. 143): Systematik, Biologie, Merkmale, Bestimmung; Teil 2 (Nr. 144): Zoohaltung, Erwerb, Zähmen, das Terrarium; Teil 3 (Nr. 145): Wasserteil, Einrichtung, Bepflanzung; Teil 4 (Nr. 146): Technik; Teil 5 (Nr. 147): Ernährung und Terrarienhaltung.
von Oliver Fischer

Segelechsen erlangen mit 2,5–3 Jahren die Geschlechtsreife. Beim Vater meiner H. celebensis fand eine Umfärbung des bei beiden Geschlechtern helleren Jugendkleids im Alter von ca. 15 Monaten statt. Die bei männlichen H. celebensis zunehmende Schwarzfärbung sowie Änderungen der Körperproportionen zeigen sich in diesem Alter jeweils zuerst am Kopf. Beim subadulten Tier mit rund 1,5 Jahren ist dann der ganze Körper ausgeprägt schwarz und mit den typischen weiß-gelben Sprenkeln versehen. In diesem Stadium ist auch das Schwanzsegel bereits deutlich erhöht, wächst bei den Männchen aber später noch weiter.

Wer sagt, dass einheimische Schlangen nicht spektakulär sein können? Die größte Vertreterin ist die Äskulapnatter. Sie hat schon die Menschen in der Antike schwer beeindruckt und gilt bis heute als Symbol für die Heilkunst. Überraschungen sind bei einer Sichtung nie ausgeschlossen. von Hans Esterbauer

Die Äskulapnatter, Zamenis longissimus (Laurenti, 1768), gehört zur Unterfamilie Colubrinae (Land- und Baumnattern) aus der Familie Colubridae (Echte Nattern). Der Gattungsname kommt aus dem Griechischen: „zamenes“ = „rasend“, „tobend“, „mächtig“. Der lateinische Artname bedeutet so viel wie: „längste“ oder „sehr lang“. Passend, denn bei der Äskulapnatter handelt es sich um unsere größte einheimische Schlange.

Die kleinste einheimische Schlange ist auch zugleich die am wenigsten beachtete. Die Schlingnatter ist eine Meisterin der Heimlichtuerei. Dabei lohnt sie einen genaueren Blick. von Hans Esterbauer

Die Schling- oder Glattnatter gehört wie alle unsere heimischen Natternarten zur Unterfamilie Colubrinae aus der Familie der Colubridae. Coronella austriaca wurde 1768 vom österreichischen Arzt, Naturforscher, Herpetologen und Zoologen Josephus Nicolaus Laurenti anhand von Exemplaren aus dem Wiener Raum beschrieben und der von ihm eigens geschaffenen Gattung Coronella zugeordnet. Der heute gültige wissenschaftliche Name Coronella austriaca wurde von der mitunter herz- oder kronenförmigen Hinterkopfzeichnung (lat. coronella = Krönchen) sowie dem Herkunftsland des ersten beschriebenen Tiers (lat. austriaca = österreichisch) abgeleitet.
Ihr Trivialname Schlingnatter bezieht sich auf die Art des Tötens der Beute durch Konstruktion (Erdrücken). Der Name Glattnatter ist auf das sehr glatte Schuppenkleid – die Schuppen sind nicht gekielt – zurückzuführen.