Sie sind der Klassiker unter den Reptilien in menschlicher Obhut: Griechische Landschildkröten. Ganze Generationen von Tierhaltern haben die Panzerträger schon begeistert. Artgerechte Haltung und Nachzucht können heute problemlos gelingen, da die Ansprüche der Tiere bestens bekannt sind. Ein Beispiel für eine artgerechte Haltung aus Österreich. von Hans Esterbauer

Die Griechische Landschildkröte, Testudo hermanni boett­geri, ist eine der beliebtesten Schildkröten in menschlicher Obhut. Adulte Exemplare erreichen normalerweise ein Stockmaß von 20–25 cm. Sie haben einen starren Bauchpanzer (Plastron), der auch bei Weibchen kein Scharnier vor den Hinterbeinen aufweist. Der Rückenpanzer (Carapax) ist mäßig hoch gewölbt. Er verbreitert sich meist etwas zum Schwanzende hin und wirkt deshalb in der Aufsicht oval bis leicht trapezförmig. Die Männchen bleiben stets kleiner als die Weibchen, und ihr Bauchpanzer ist bei geschlechtsreifen Tieren konkav. Die Grundfarbe variiert von gelboliv bis ockerbräunlich. Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Griechenland, Bulgarien, Mazedonien, Serbien und Montenegro, Albanien, das südliche Rumänien, Teile von Kroatien bis in die Türkei. Das Klima im Herkunftsland ist im Sommer sehr sonnig und trocken, im Winter kühl. Die Lebenserwartung liegt bei etwa 80 bis 120 Jahren.

Krokodil- und Alligatorschleichen sind echte Charaktertiere. Im Terrarium werden sie schnell zahm und erweisen sich als recht intelligent, vergleichbar mit Waranen. Während einige Arten gelegentlich gepflegt werden, sind andere noch völliges Neuland. Eine Übersicht. von Christian Langner, Rob Nixon & Frank Colacicco

Die im deutschen Sprachgebrauch als Krokodil- oder Alligatorschleichen bezeichneten Echsen der Gattungen Elgaria und Gerrhonotus haben den Erstautor schon seit früher Jugend in ihren Bann gezogen. Das erste Mal bekam er Anfang der 1980er-Jahre eine dieser Echsen im legendären Terrariengeschäft der Firma Gutsche in Aachen-Brandt zu Gesicht. Schon damals waren die Tiere eher selten im Handel, und der Preis des schön gefärbten, imposanten Männchens von Elgaria multicarinata lag ohnehin weit jenseits des damals zur Verfügung stehenden Taschengeldes.
Der Wunsch aber, diese Tiere eines Tages einmal selbst zu pflegen, blieb bestehen. Es sollte allerdings noch weit über ein Jahrzehnt vergehen, bevor er in Erfüllung gehen konnte. Die seit den 1990er-Jahren gewachsenen Kontakte zu befreundeten Terrarianern in den USA ermöglichten es dem Erstautor schließlich, dass im Tausch nach und nach verschiedene Arten beider Gattungen in seine Terrarien Einzug hielten und die Tiere auch in ihren natürlichen Biotopen beobachtet werden konnten.

Die Gallwespenschleiche ist nicht nur einfach so spektakulär gefärbt – es gibt auch einen spektakulären Grund dafür: Die Jungtiere dieser Art ahmen einen giftigen Tausendfüßler nach und hoffen dadurch Angreifern zu entgehen. In der Literatur stehen falsche Angaben über die Biologie dieser Art – Terrarienbeobachtungen stellen dies richtig. von Christian Langner

Bei Diploglossus lessonae handelt es sich um eine sehr farbenprächtige Schleiche. Besonders im Jugendkleid sind diese Echsen spektakulär gefärbt. Die Jungtiere weisen eine kontrastreiche Schwarzweißbänderung auf, die sich von der Schnauze über die gesamte Körperoberfläche bis in die Region der Schwanzspitze fortsetzt. Die komplette Unterseite ist leuchtend rot gefärbt.
Mit zunehmendem Alter der Tiere verblasst diese Zeichnung. Die Streifenzeichnung der Jungtiere verschwindet nahezu vollständig, ist bei jüngeren Adulti aber noch ansatzweise zu erkennen. Bei den Männchen färben sich die Kopf- und Halsregion sowie der Schwanz hellgelb. Ihre Rückenzeichnung wird mit zunehmendem Alter einfarbig braun. Die Weibchen erscheinen meist komplett bräunlich, nur selten sind auch bei ihnen die gelben Farbanteile vorhanden, dann aber meist deutlich blasser. Die rote Ventralfärbung der Jungtiere bleibt bei beiden Geschlechtern auch im Erwachsenenalter erhalten, aber etwas weniger ausgeprägt. Frisch gehäutete Exemplare erscheinen am farbintensivsten.
Die Häutungsreste werden anscheinend gefressen, da im Terrarium noch nie welche gefunden wurden. Beobachtet wurde dies jedoch bisher noch nicht. Die auffällige Warnfärbung der Jungtiere bleibt bei der nahe verwandten und ähnlich gefärbten westbrasilianischen Art Diploglossus fasciatus auch im Erwachsenenalter erhalten.

Geißelspinnen sind ebenso heimliche wie faszinierende Kreaturen. Ihre bizarre Gestalt macht sie in der Terraristik beliebt, doch noch spannender sind ihre Verhaltensweisen. Erst allmählich beginnen wir, mehr darüber herauszufinden. Unser kolumbianischer Autor wirft einen Blick nicht nur auf die Arten seines Heimatlandes, sondern auch auf den aktuellen Stand der Verhaltensforschung. von Jorge Cañas-Orozco

Wohl den meisten Menschen fallen zum Thema „Spinnentiere“ neben den Webspinnen höchstens noch die Skorpione ein. Die Arachniden bilden jedoch eine Tierklasse mit einem weit größeren Reichtum an Formen, Größen und Verhaltensweisen. Unter ihren Vertretern befindet sich auch die Ordnung der Geißelspinnen (Amblypygi). Diese Tiere zeichnen sich durch ein sehr langes, dünnes erstes Beinpaar aus, das nicht der Fortbewegung dient. Vielmehr sind diese Beine, denen die Evolution eine peitschen- oder geißelförmige Gestalt verliehen hat, ihre wichtigsten Werkzeuge: Sie erfüllen neben der Tastfunktion auch chemorezeptorische Aufgaben. Mit ihrer Hilfe finden Geißelspinnen Beute oder Geschlechtspartner und können Gefahren erkennen, ja, sich generell in der Welt zurechtfinden.

Königspythons sind wunderschöne Tiere, faszinierende Lebewesen und auch für Anfänger gut geeignete, preisgünstig zu erstehende Terrarienbewohner. Aber Königspythons können auch hochpreisige Investmentobjekte sein. Spezielle Farbmorphen erzielen mitunter beeindruckende Preise, und ihre Zucht ist nicht nur Liebhaberei, sondern auch eine wirkliche Investment-Entscheidung. Besonders problematisch ist dies bei Hetero-Tieren, die nur Erbanlagen für bestimmte Merkmale in sich tragen, diese aber nach außen gar nicht zeigen. Ein Einblick in die Geschäftswelt, spannend wie ein Wirtschaftskrimi – mit noch offenem Ausgang. von Stefan Broghammer

Ich hoffe, dieser Artikel hat sich zum Zeitpunkt des Drucks noch nicht erübrigt, das wäre schade. Oder, falls er sich doch erübrigt haben sollte: dann hoffentlich durch eine Wendung zum Positiven.

Eine neue Morphe
2017 habe ich die ersten Bilder einer neuen Königsypthon-Morphe gesehen, des Red Balls. Sie gingen durch das Internet und waren die Sensation für alle Königspython-Züchter und -Enthusiasten. Ein kleiner, bis dato unbekannter Züchter hatte ihn gezogen. Es waren recht wackelige, laienhafte Bilder auf Facebook zu sehen. Ich arbeitete zu diesem Zeitpunkt an der Neuauflage meines Python-regius-Buches und wollte unbedingt gute Fotos von dem Tier haben bzw. natürlich auch Informationen darüber, um es mit in das Buch zu nehmen.
Also versuchte ich, den Züchter über Facebook zu kontaktieren, was nicht einfach war – leider ohne Erfolg. Schade erst einmal. Es haben wohl unzählige Terrarianer versucht, Infos, Preise und eventuell auch Tiere zu bekommen. Dem Züchter war das wohl zu viel, er hat fast alle Anfragen ignoriert. Einige Wochen später habe ich es noch einmal versucht, über den Facebook-Messenger mit meinem Namen, und bat ihn um Fotos für das Buch. Ich bekam Antwort, alle benötigten Infos und auch einige Bilder, was mich sehr freute.

Der wunderschöne Stormtrooper löste 2015 einen absoluten Hype in der Königspython-Szene aus. Seine Genetik ist zwar nach wie vor nicht entschlüsselt, aber was Züchter John Dague ganz genau weiß, ist, welch wunderbaren sonstigen Kombos sich mit Axanthic erzielen lassen. von John Dague

Ich würde ja gerne mit der klassischen Geschichte starten, dass ich Schlangen schon immer geliebt habe, sie mich als Terrarientiere mein ganzes Leben lang begleiteten und so alles begann – aber das wäre einfach nicht die Wahrheit. Tatsache ist vielmehr, dass ich hier und da Frösche und Schildkröten gefangen habe, wenn ich durch Iowa wanderte, zum Campen oder Angeln ging. Schlangen dagegen mochte ich als Kind und Jugendlicher überhaupt nicht.
Ich blicke nicht voller Verklärung auf jene Zeiten zurück, ja, ich schäme mich heute sogar ein kleines bisschen dafür. Ich war einer von denen, die Angst haben, wenn sie allein nur eine harmlose Strumpfbandnatter sehen. Damals hatte ich nicht das geringste Bedürfnis, eine Schlange zu berühren, in der Hand zu halten oder gar zu besitzen. Für Menschen, die mich früher kannten, ist es eine absolute Überraschung, zu sehen, wie völlig anders ich geworden bin!

Sonnenuntergang – das klingt romantisch. Mit der atemberaubenden Morphe Sunset geht in der Königspython-Szene die Sonne allerdings keineswegs unter, sondern auf, denn seit Langem gab es keine vergleichbar vielversprechende neue Morphe. von Stefan Broghammer

In den letzten Jahren hatten einige Züchter das Gefühl, am einstmals ach so strahlenden Königspython-Himmel gehe die Sonne jetzt tatsächlich unter. Ich würde sagen: mitnichten! Wie schon in der Fotostory dieser REPTILIA-Ausgabe erwähnt, gab es in der letzten Zeit tatsächlich ein Überangebot an Tieren, und die extrem hohen Preise einzelner Tiere von einigen zehntausend Euro pro Exemplar gehören im Gros tatsächlich der Vergangenheit an.
Aber es gibt noch immer ein paar ganz teure Morphen, und seltsamerweise hat genau der edelste Fisch im Teich diesen romantischen, aber auch negativ zu assoziierenden Namen: der Sunset, zu Deutsch Sonnenuntergang.

Wie oft wurde die Zucht von Königspythons schon totgesagt! Dabei steckt dieses Hobby mehr denn je voller faszinierender Möglichkeiten. Ein Blick auf heute und ein Ausblick auf morgen.. von Justin Kobylka

„Der Königspython-Hype ist vorbei! Wir haben doch alle dieselben Viecher ...“ Einer der führenden Züchter sagte das zu mir, während wir als Tischnachbarn auf der National Reptile Breeders‘ Expo 2014 in Florida standen. „Wir haben höchstens noch ein bis zwei Jahre, dann sind alle Königspythons einfach nur noch Heimtiere für den Zooladen um die Ecke.“ Die Tiere an seinem Stand schienen der lebendige Beweis dafür zu sein: Sein Tisch war voller brandneuer Designermorphen – die wahrscheinlich bis zur nächsten Expo im Preis um die Hälfte fallen würden.
Aus dem heutigen Blinkwinkel muss ich jedoch sagen: Dieser Züchter hätte sich nicht gravierender irren können. Es hat sich herausgestellt, dass auf unserem Gebiet noch so viel zu tun ist – und das Business ist so groß wie eh und je. Anstatt in sich zusammenzufallen, hat der Markt eine Explosion der Kreativität erlebt, richtungsweisende Kombos und Möglichkeiten auf völlig neuen Gebieten sind aufgetaucht. Statt aufzugeben, haben viele Züchter ihre Fantasie bei der Zusammenstellung ihrer Paare spielen lassen, mit unwahrscheinlich faszinierenden Ergebnissen.

Farbmorphenzüchtung speziell beim Königspython ist zu einem ganz eigenen Zweig in der Terraristik geworden. Wer glaubt, dass auf diesem Feld inzwischen alles abgegrast sei, der irrt. Immer wieder tauchen neue spektakuläre Varianten auf. Und nachdem der Markt eine Weile lang übersättigt schien, gibt es nun wieder eine verstärkte Nachfrage. von Stefan Broghammer

Die REPTILIA hat mich gebeten, etwas über die „neusten Morphen“ beim Königspython zu schreiben. Das ist gar nicht einfach. Welche sind interessant genug, um sie vorzustellen? Welche werden begehrt sein, welche nicht viel beachtet? Eine große Rolle spielt hierbei die „Promotion“, die ein Züchter für seine neuen Morphen macht. Nur etwas Neues zu züchten und als genetisch zu prüfen, das reicht meist nicht aus heutzutage. Es gibt schon so viele Morphen und viele ähneln einander. Wer vor rund zehn Jahren einen weißen Königspython gezüchtet hatte, konnte sicher sein, dass ihm die Szene die Tür einrennt, um die „Zutaten“ zu kaufen. Heute gibt es so viele Kombos, die am Schluss weiß sind, dass es schon fast wieder schade ist, wenn man „nur“ weiße Tiere anbietet.

Aufgrund ihrer überschaubaren Größe sind Keilkopf-Glattstirnkaimane gut geeignete Schautiere für Zoos. Sie zeigen ein faszinierendes Brutverhalten, das aber auch einige Probleme bereiten kann. Doch mit der richtigen Strategie steht der harmonischen Haltung nichts im Wege.
von Simone Karlowski

„Keilkopf-Glattstirnkaiman“ – ein Name, für den manche Zoo-Besucher beim Lesen der Gehegebeschilderung einen zweiten Versuch benötigen. Dabei verdeutlicht er eigentlich sehr passend das Aussehen dieser kleinen südamerikanischen Kaiman-Art: keilförmiger Kopf und glatte Stirn. Genauer gesagt: Es geht um den fehlenden knöchernen Grat zwischen den Augen, der die Gattung Paleosuchus charakterisiert.