Die Nachzucht der bedrohten Fidschileguane ist immer noch etwas Besonderes – vor allem, wenn die Zeitigung der Eier gleich zwei Mal im großen Schauterrarium eines Zoos gelungen ist. von Jochen Scholdei

Die vier Arten der Fidschi­leguane (Brachylophus) gehören zu den Echten Leguanen (Familie Iguanidae) und bewohnen die Südsee-Inselstaaten Fidschi, Tonga und Vanuatu. Es handelt sich um tagaktive Tropenwaldechsen, die im Geäst von Sträuchern und Bäumen leben und entsprechend gut klettern können.

Der Ausgangspunkt war ein trauriger: beschlagnahmte geschmuggelte Schildkröten. Doch daraus wurde im Allwetterzoo Münster eine über viele Jahre konstante Nachzucht bis in die F2-Generation, bei der die Gelege im Gehege belassen und ausgebrütet werden können. von Jochen Scholdei

Bereits in der REPTILIA Nr. 77 (Juni/Juli 2009) und Nr. 80 (Dezember 2009/Januar 2010) hatte ich über die erfolgreiche Haltung und Nachzucht der im Juni 2004 aus Hongkong in den Allwetterzoo Münster gebrachten Indischen Sternschildkröten (Geochelone elegans) berichtet. Die CITES-Behörde von Hongkong hatte sich damals an die TSA Europe (Turtle Survival Alliance) gewandt, um die beschlagnahmten Tiere, die sehr wahrscheinlich aus Sri Lanka stammten, zu verteilen. Der Allwetterzoo hatte damals zwei Männchen und drei Weibchen übernommen und später zur Nachzucht gebracht – es gelangen sogar Schlupf und Aufzucht von zwei Schildkrötenzwillingen.

Wenig beachtet, aber überraschend hübsch: Der Sechsstreifen-Kanarenskink entpuppt sich bei näherem Hinsehen nicht nur als buntes Schmuckstück, sondern auch als idealer Terrarienbewohner, der zudem ausgesprochen friedlich auch im Umgang mit seinesgleichen ist. von Friedrich Rudolf Becker

Skinke (Scincidae), auch Glattechsen genannt, bilden mit rund 1.500 Arten die zahlenmäßig größte Familie unter den Echsen. Sie kommen weltweit in den unterschiedlichsten Lebensräumen der Tropen und Subtropen vor und treten nicht selten als Kulturfolger auf.
In die Terrarienhaltung haben die verschiedensten Arten Eingang gefunden. Begehrt sind u. a. die australischen Blauzungenskinke (Tiliqua), asiatische Baumskinke (Lamprolepis) oder auch das urtümliche Rotaugen-Buschkrokodil (Tribolonotus gracilis).

Segelechsen sind wahrhaftig außergewöhnliche Tiere! Es handelt sich nicht nur um die größten Agamen der Welt, dank ihrem riesigen Segel und dem auffälligen Schädel sind sie auch sonst eine auffällig-bizzare Erscheinung. Trotzdem kennen nur wenige sie näher, viele Angaben in der Literatur oder im Internet sind verwirrend oder schlicht falsch. Im Terrarium wurden sie zwar immer wieder gehalten, doch letztlich haben sie sich kaum stärker etabliert. Dabei können Segelechsen farblich spektakulär sein, mit Unterschieden sowohl zwischen den Arten als auch den Individuen. Dasselbe gilt für ihr Verhalten. Ein Bericht über die Haltung verschiedener Hydrosaurus-Arten seit 25 Jahren.
Teil 1 (Nr. 143): Systematik, Biologie, Merkmale, Bestimmung; Teil 2 (Nr. 144): Zoohaltung, Erwerb, Zähmen, das Terrarium; Teil 3 (Nr. 145): Wasserteil, Einrichtung, Bepflanzung; Teil 4 (Nr. 146): Technik; Teil 5 (Nr. 147): Ernährung und Terrarienhaltung.
von Oliver Fischer

Segelechsen erlangen mit 2,5–3 Jahren die Geschlechtsreife. Beim Vater meiner H. celebensis fand eine Umfärbung des bei beiden Geschlechtern helleren Jugendkleids im Alter von ca. 15 Monaten statt. Die bei männlichen H. celebensis zunehmende Schwarzfärbung sowie Änderungen der Körperproportionen zeigen sich in diesem Alter jeweils zuerst am Kopf. Beim subadulten Tier mit rund 1,5 Jahren ist dann der ganze Körper ausgeprägt schwarz und mit den typischen weiß-gelben Sprenkeln versehen. In diesem Stadium ist auch das Schwanzsegel bereits deutlich erhöht, wächst bei den Männchen aber später noch weiter.

Wer sagt, dass einheimische Schlangen nicht spektakulär sein können? Die größte Vertreterin ist die Äskulapnatter. Sie hat schon die Menschen in der Antike schwer beeindruckt und gilt bis heute als Symbol für die Heilkunst. Überraschungen sind bei einer Sichtung nie ausgeschlossen. von Hans Esterbauer

Die Äskulapnatter, Zamenis longissimus (Laurenti, 1768), gehört zur Unterfamilie Colubrinae (Land- und Baumnattern) aus der Familie Colubridae (Echte Nattern). Der Gattungsname kommt aus dem Griechischen: „zamenes“ = „rasend“, „tobend“, „mächtig“. Der lateinische Artname bedeutet so viel wie: „längste“ oder „sehr lang“. Passend, denn bei der Äskulapnatter handelt es sich um unsere größte einheimische Schlange.

Die kleinste einheimische Schlange ist auch zugleich die am wenigsten beachtete. Die Schlingnatter ist eine Meisterin der Heimlichtuerei. Dabei lohnt sie einen genaueren Blick. von Hans Esterbauer

Die Schling- oder Glattnatter gehört wie alle unsere heimischen Natternarten zur Unterfamilie Colubrinae aus der Familie der Colubridae. Coronella austriaca wurde 1768 vom österreichischen Arzt, Naturforscher, Herpetologen und Zoologen Josephus Nicolaus Laurenti anhand von Exemplaren aus dem Wiener Raum beschrieben und der von ihm eigens geschaffenen Gattung Coronella zugeordnet. Der heute gültige wissenschaftliche Name Coronella austriaca wurde von der mitunter herz- oder kronenförmigen Hinterkopfzeichnung (lat. coronella = Krönchen) sowie dem Herkunftsland des ersten beschriebenen Tiers (lat. austriaca = österreichisch) abgeleitet.
Ihr Trivialname Schlingnatter bezieht sich auf die Art des Tötens der Beute durch Konstruktion (Erdrücken). Der Name Glattnatter ist auf das sehr glatte Schuppenkleid – die Schuppen sind nicht gekielt – zurückzuführen.

Segelechsen sind wahrhaftig außergewöhnliche Tiere! Es handelt sich nicht nur um die größten Agamen der Welt, dank ihrem riesigen Segel und dem auffälligen Schädel sind sie auch sonst eine auffällig-bizzare Erscheinung. Trotzdem kennen nur wenige sie näher, viele Angaben in der Literatur oder im Internet sind verwirrend oder schlicht falsch. Im Terrarium wurden sie zwar immer wieder gehalten, doch letztlich haben sie sich kaum stärker etabliert. Dabei können Segelechsen farblich spektakulär sein, mit Unterschieden sowohl zwischen den Arten als auch den Individuen. Dasselbe gilt für ihr Verhalten. Ein Bericht über die Haltung verschiedener Hydrosaurus-Arten seit 25 Jahren.
Teil 1 (Nr. 143): Systematik, Biologie, Merkmale, Bestimmung; Teil 2 (Nr. 144): Zoohaltung, Erwerb, Zähmen, das Terrarium; Teil 3 (Nr. 145): Wasserteil, Einrichtung, Bepflanzung; Teil 4 (Nr. 146): Technik.
von Oliver Fischer

Ernährung
Es ist nicht leicht, den natürlichen Ernährungsgewohnheiten von Segelechsen auf den Grund zu gehen. Sie wurden hauptsächlich als Pflanzenfresser beschrieben (z. B. Kopstein 1924; Manthey & Schuster 1999; Taylor 1924), die u. a. sehr gerne Feigen nehmen (Gaulke 1989). Dies widerspricht in Teilen aber der Tatsache, dass Segelechsen auch als Lauerjäger agieren. Denn sie beobachten stets aufmerksam ihre Umgebung, und sobald sie von ihrem „Hochsitz“ aus ein Beutetier erspähen, stürzen sie sich von ihrem Ast oder Liegefelsen he­runter und jagen der Beute hinterher.
Auch die von mir gehaltenen Tiere lassen eine prächtige Schüssel an Blättern und Früchten sofort unbeachtet, wenn es irgendwo etwas Krabbelendes oder Kriechendes zu holen gibt. Meine zutraulichen Tiere von H. celebensis springen aufgeregt umgehend auf mich, wenn ich mit ihrem Lieblingsfutter, „Black Tiger“-Crevetten, in der Hand das Terrarium öffne. Segelechsen können sogar durchaus kannibalisch sein. So ist in einem philippinischen Youtube-Video zu sehen, wie ein adultes Tier seinen kleineren Artgenossen packt und frisst.

Anders als die Langnasen-Strauchnatter ist die Smaragdgrüne Strauchnatter in unseren Terrarien bislang sehr rar, es liegen kaum Erfahrungen vor. Dabei handelt es sich um eine attraktive, baumbewohnende Art mit einer etwas überraschenden Vorliebe für Wasser. Aufgrund der spärlichen Literatur soll an dieser Stelle über bisherige Erfahrungen mit dieser Art berichtet werden, wenn bislang auch keine Nachzucht gelungen ist – nicht zuletzt mangels Männchen. von Oliver Gius

Philodrays viridissima, die Smaragdgrüne Strauchnatter, ist mit Sicherheit eine der Schlangenarten, die mehr Aufmerksamkeit in der Terraristik verdient hätten. Ihr faszinierendes Äußeres sowie die gute Haltbarkeit sprächen eigentlich sehr für sie. Wieso sie dennoch eine so untergeordnete Rolle spielt und bisher kaum beachtet wurde, ist nur schwer nachvollziehbar. Dieser Bericht soll mehr Interesse für diese Art wecken, damit sie sich hoffentlich eines Tages wie vor ihr schon die Langnasen-Strauchnatter (Philodryas baroni) in der Schlangenhaltung etablieren kann.

Auch im Terrarium kann man immer noch spannende Beobachtungen an Leopardgeckos tätigen, und noch längst nicht alle Fragen sind geklärt. Gleichzeitig tun sich ganz neue Betätigungs- und Diskussionsfelder auf - nicht zuletzt durch die Massen an Farbzuchten. Einige Facetten zum vielleicht populärsten Terrarientier überhaupt. von Frank Krönke

Über die richtige Haltung von Leopardgeckos im Terrarium ist bereits viel und gut geschrieben worden (z. B. Seufer et al. 2005; Grießhammer & Köhler 2009; Henkel & Schmidt 2013; Duscha & Drewes 2015), weshalb ich an dieser Stelle nur auf die häufigsten Haltungsfehler hinweisen möchte:

  • Zu warme und trockene Terrarien, in denen die Tiere nicht (ausreichend) zwischen warm und kühler sowie zwischen trocken und (leicht) feucht wählen können. Leopardgeckos sind zwar sehr robust und tolerieren auch Fehler erstaunlich gut, doch geht es ja nicht darum, was die Tiere (gerade noch) aushalten, sondern wie die Optimalbedingungen aussehen!
  • Kalzium- und Vitaminmangel in der Ernährung, besonders bei Weibchen, die regelmäßig Gelege produzieren
  • Überfütterung führt zu trägen, wurstartigen Geckos und ist der Gesundheit und dem Wohlbefinden abträglich

Der Leopardgecko – gähn? Alles schon bekannt? Schon hundert Mal gelesen? Na, mal sehen! Dieser Klassiker ist immer noch eines der attraktivsten Terrarientiere und jedem Einsteiger wärmstens ans Herz zu legen. Aber auch „alten Hasen“ bietet er sicherlich noch manche Überraschung. Und dafür muss man nicht einmal auf die stetig wachsende Zahl an Farbmorphen schauen. Auch der gute, alte Natur-Leopardgecko vermag nach wie vor zu faszinieren! von Frank Krönke

Tiere, die in der Terraristik boomen, zeigen meist fünf charakteristische Eigenschaften:
1) Sie sind tendenziell ökologische Generalisten und daher meistens auch weit verbreitet, oder ihre Lebensansprüche treffen zufällig gut die häuslichen Haltungsbedingungen. Beides führt dazu, dass sie wenig empfindlich gegenüber Haltungsfehlern sind.
2) Sie sind häufig ansprechend gefärbt und gemustert, außerdem zeigen sie eine hohe Variabilität dieser Merkmale. Dementsprechend treten auch Farb- und Zeichnungsvarianten auf.
3) Sie sind unproblematisch in der Ernährung.
4) Sie sind leicht zu vermehren.
5) Sie zeigen ein „freundliches“, oft schon haustierartiges Wesen.