Eidechsennattern sind seit Jahrzehnten in der Terraristik bekannt. Ihre Haltung war zumeist aber Spezialisten der europäischen Schlangenfauna vorbehalten. Durch regelmäßige Nachzuchten von Liebhabern ist diese faszinierende Natter nun auch einem größeren Halterkreis zugänglich geworden. Das ausgeprägte Temperament, die Bewegungsfreudigkeit und die Größe der Tiere verlangen aber sehr geräumige Terrarien. von Oliver Gius

Nachzuchten von Eidechsennattern waren lange Zeit äußerst schwer bis gar nicht erhältlich, und die angebotenen Wildfänge zeigten häufig alle negativen Eigenschaften, die Wildfängen nachgesagt werden. Das hat dazu geführt, dass Eidechsennattern nur einem hartgesottenen Kern von Terrarianern vorbehalten waren. Mittlerweile sind aber zumindest von Malpolon insignitus regelmäßig Nachzuchten erhältlich, sodass auch die Zahl der Halter dieser äußerst interessanten Art in letzter Zeit deutlich gestiegen ist.
Eingewöhnte Exemplare gefallen vor allem durch ihr Verhaltensrepertoire. Auch der „grimmige“ Blick dieser Trugnattern zieht so manchen Reptilienfreund in seinen Bann. Werden die Ansprüche dieser Art beachtet, erweist sie sich als sehr gut für das Terrarium geeignet und bereitet große Freude und spannende Beobachtungen.
Ich erhebe keinen Anspruch darauf, dass die von mir beschriebene Pflege die einzig richtige Haltungsform darstellt. Vielmehr soll mein Bericht dazu beitragen, Fehler zu vermeiden, nicht zu wiederholen und dadurch die Lebensumstände der gehaltenen Tiere zu verbessern.

Zu den Greiffröschen gehören viele attraktive Arten. Eine besonders hübsche ist Callimedusa tomopterna mit ihrer schmucken Tigerzeichnung an den Seiten und weißen Punkten auf dem Rücken. Erfreulicherweise ist dieser Frosch weit verbreitet, nicht gefährdet und auch noch gut im Terrarium zu halten. Besonderes Augenmerk muss dabei auf die Simulation der Regenzeit gerichtet werden. Wer alles richtig macht, kriegt zur Belohnung hübsche Geschenkpakete: in Pflanzenblätter sorgsam verpackte Gelege.

Die neu gebildete Gattung Callimedusa wurde 2016 nach molekulargenetischen Untersuchungen aus der Gattung Phyllomedusa ausgegliedert (Duellman et al. 2016). In der gleichen Arbeit wurde die Unterfamilie Phyllomedusinae in den Status einer eigenen Familie Phyllomedusidae erhoben und ist damit keine Unterfamilie der Familie Hylidae mehr. Damit gehören die Greiffrösche taxonomisch auch nicht mehr zu den Laubfröschen – siehe die Erläuterungen im einleitenden Artikel von Lotz.
Die Gattung Callimedusa besteht aktuell aus sechs Arten:
Callimedusa atelopoides (Duellman, Cadle & Cannatella, 1988)
Callimedusa baltea (Duellman & Toft, 1979)
Callimedusa duellmani (Cannatella, 1982)
Callimedusa ecuatoriana (Cannatella, 1982)
Callimedusa perinesos (Duellman, 1973)
Callimedusa tomopterna (Cope, 1868)
Callimedusa bedeutet frei übersetzt etwa „schöne Qualle“ und setzt sich zusammen aus griechisch „kalos“ schön und „medusa“ Qualle, wobei sich der Begriff Qualle auf die Gelege der Tiere bezieht.

Agalychnis spurrelli gehört sicher zu den faszinierendsten Fröschen der Gattung Agalychnis. Stets steht er etwas im Schatten des bekann­ten Rotaugen-Laubfroschs, Agalychnis callidryas, dabei ist er mindestens genauso interessant. Zum einen besitzt er Schwimmhäute, die drei Viertel der Füße ausmachen und beim Springen zum Gleiten genutzt werden. Eine weitere Besonderheit stellt die Massenpaarung dar, die unmittelbar nach Regenfällen stattfindet. In der Terrarienhaltung ist dieser Frosch leider noch immer ein eher seltener Pflegling. Zeit, das zu ändern.

Agalychnis spurrelli kann man in einem großen Verbreitungsgebiet finden, das von Costa Rica über Panama und Kolumbien bis nach Ecuador reicht. Dabei gibt es mehrere Lokalformen, die sich vor allem in der Größe unterscheiden: Auf der Pazifikseite Costa Ricas sind die Männchen ca. 45–55 mm und die Weibchen 60–65 mm groß, wohingegen die Größe der Tiere auf der Karibikseite von 70–75 mm bei den Männchen und 85–90 mm bei den Weibchen reicht. In Ecuador kann man Männchen mit einer Größe von 60–65 mm und Weibchen mit einer Größe von 70–75 mm finden.
Die Oberseite des Frosches ist glatt, die Farbe ein sattes Grün mit weißen, runden Punkten, wohingegen die Flanken weißgräulich bis gelb oder sogar orange sind. Bei Nacht jedoch wird die Oberseite wesentlich dunkler. Die Bauchfarbe ist weißgräulich bis hin zu gelborange. Die Augen sind rot, jedoch um einiges dunkler als z. B. bei Agalychnis callidryas. Besonders markant sind bei dieser Art die stark ausgeprägten Schwimmhäute, mit denen sie sogar in der Lage ist, ein wenig durch die Luft zu gleiten, um so beim Sprung durch das Astwerk der Bäume den freien Fall etwas abzumildern.

So unterschiedlich neotropische Laubfrösche auch sind, in der Haltung gibt es doch viele Gemeinsamkeiten. Die meisten Arten leben in luftigen Höhen der Bäume. Aufbau und Inneneinrichtung der Terrarien können eins zu eins auf sehr viele Arten übertragen werden. Der größte Unterschied der Haltungsparameter besteht im Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsbedürfnis der jeweiligen Art. Auch die Simulation von Jahreszeiten, sprich Trocken- und Regenzeit oder Kälte­einbrüche, sind ausschlaggebende Faktoren, um die Frösche artgerecht zu halten und nachzuzüchten. Wegen der großen Vielfalt ist es unabdingbar, sich ausführlich über die Lebensweise und Ansprüche der jeweiligen Art zu informieren.

Das Terrarium
Aus der Lebensweise der Frösche folgt logisch, dass die Behälter, in denen die Tiere gehalten werden, eher hoch als breit sein sollten. Bei Hoch­terrarien ist es sehr wichtig, dass diese über ein Kaminsystem als Lüftung verfügen, also einer Lüftung im oberen und unteren Bereich. Optimal liegen sich die beiden Lüftungen gegenüber, sodass die Luft durch das gesamte Terrarium strömt.
Nun kommt es darauf an, welche Arten man pflegen will. So schätzen einige Arten mehr, andere weniger eine hohe Luftfeuchte innerhalb des Terrariums. Generell kann empfohlen werden, den Deckel mindestens zu 1/3 mit Gaze zu versehen, wenn von einem gewöhnlichen Terrarium ausgegangen wird, das vorne horizontal unter den Scheiben einen Lüftungsstreifen aufweist. Bei meinen Terrarien besteht der Deckel teilweise ganz aus Gaze. Hier fallen die normalen Standardterrarien leider aus dem Rahmen, da diese meist zu kleine Lüftungsflächen aufweisen. Die großzügige Lüftung ist ein Garant für gesunde Frösche, da sonst nach kurzer Zeit aufgrund von Staunässe Krankheiten auftreten können.
Neben der Haltung in gewöhnlichen Terrarien ist es für einige Arten sinnvoll, sie in einem Gazeterrarium auf dem Balkon oder im Garten zu übersommern. Gerade viele Phyllomedusidae profitieren von dieser Haltung. Und auch wenn es am Tage sehr heiß wird, ist dies für die „Wachsfrösche“ kein Problem.

 Durch Zucht erzielte Farb- und Zeichnungsvarianten begeistern Schlangenfreunde weltweit. Königspython, Kornnatter und viele andere sind vorangegangen, nun machen sich engagierte Züchter auf, auch die ohnehin schon hohe Variabilität bei Hausschlangen zu steigern. Mit eindrucksvollen Ergebnissen, wie unser Autor, ein kommerzieller Züchter aus Südafrika, zeigt. von Rolf Dennison

Fast jeder Schlangenhalter hat schon von Hausschlangen gehört. Diese afrikanischen Nattern sind lange Zeit für ziemlich gewöhnlich und einfarbig gehalten worden, aber die Zeiten ändern sich. Hausschlangen werden in der Terraristik mit zunehmend größerem Interesse betrachtet. Kein Wunder, nimmt doch die Zahl sowohl von unterschiedlich gefärbten, neu bekannt gewordenen Lokalformen ebenso stetig zu wie die von gezielten, teils atemberaubend schönen Farbzüchtungen. Hausschlangen scheinen diesbezüglich dem Trend zu folgen, den wir von Korn- und Königsnattern schon lange kennen. In diesem Artikel sollen einige der bemerkenswertesten Farbvarianten von Hausschlangen vorgestellt werden, mit denen unsere Firma in Südafrika arbeitet.
Hausschlangen sind schon seit langer Zeit ein Favorit vieler Terrarianer, weil sie so gutmütig, hübsch und pflegeleicht sind. Hier in der Ultimate Exotics Reptile Breeding Facility in Südafrika gehören sie auf jeden Fall zu unseren liebsten Pfleglingen. Alles begann damit, dass ich im Alter von neun Jahren eine wildlebende Hausschlange gefunden hatte, die auf einem Spielzeugboot in unserem Swimmingpool herumtrieb. Meine Eltern, die selbst immer schon echte Naturfreunde waren, erkannten meine Begeisterung und Faszination und erlaubten es mir, die Schlange zu behalten. Das war der Beginn meiner Terrarianerlaufbahn und einer bis heute andauernden Leidenschaft für Hausschlangen.
Die Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Hausschlangen der Gattungen Boaedon und Lamprophis waren in letzter Zeit einigen Änderungen unterworfen – siehe hierzu den Artikel von Ralf Hörold in dieser REPTILIA. Wie man dort lesen kann, gibt es eine erstaunliche Vielfalt an Hausschlangenarten. Viele von ihnen sind noch nicht in der Terraristik etabliert, einige gelten als gefährdet...

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 129

 Hausschlangen zählen zu den absoluten Top-Arten, wenn es darum geht, relativ klein bleibende, extrem einfach zu haltende und nachzuzüchtende Schlangen für die Terraristik zu stellen. Und im Gegensatz zu Kornnatter & Co brauchen sie nicht einmal eine „harte“ Überwinterung, lassen sich also das ganze Jahr über beobachten. von Kriton Kunz

Dass die Systematik von Hausschlangen der Gattungen Lampr­ophis und Boaedon nicht ganz einfach ist, haben Sie vielleicht bereits im einleitenden Artikel gelesen. Umso einfacher jedoch ist es, die bei uns üblicherweise durch Nachzucht zu bekommenden Arten zu pflegen und zur Vermehrung zu bringen – vor allem die Gestreifte Hausschlange, also den Komplex um Boaedon lineatus (früher Lampr­ophis lineatus).
Aus Afrika, vor allem Tansania, werden regelmäßig Exemplare verschiedener Arten importiert und sehr preiswert angeboten. Als Einsteiger sollte man allerdings besser die Finger von Wildfängen lassen und versuchen, an Nachzuchten zu kommen. Das ist bei Hausschlangen erstaunlicherweise oft gar nicht mal so einfach, da sich leider nicht allzu viele Terrarianer für sie begeistern. Mit etwas Geduld wird man jedoch im Fachhandel, auf Börsen oder über Anzeigenportale sicher fündig.

Haltung im Terrarium
Normalerweise werden Weibchen etwas über einen Meter lang, 130 cm sind schon eher ungewöhnlich. Männchen bleiben kleiner und schlanker. Für ein durchschnittlich großes Pärchen eignet sich somit ein Terrarium ab etwa 100 x 50 x 50 cm.
Als Bodengrund kommen beispielsweise Erde oder Erde-Sand-Gemische infrage. Wird Kleintierstreu eingesetzt, sollte man lieber etwas mehr bezahlen und dafür staubarme Sorten erwerben.
Hausschlangen lieben enge Verstecke, daher sollten Korkröhren und -platten, große Tonscherben und ähnliche Unterschlupfmöglichkeiten reichlich vorhanden sein. Die Tiere klettern auch sehr geschickt, weshalb einige Äste nicht fehlen sollten. Künstliche Pflanzen oder echte Gewächse, am besten direkt im Topf eingesetzt, verschönern das Terrarium...

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 129

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Ein ganz besonderer Reiz geht von grünen Schlangen aus, und davon gibt es in der Terraristik so einige; wunderschöne Arten in Rot, Schwarz, Weiß und anderen Farben ebenfalls. Das aparte Erscheinungsbild der edel gezeichneten Aurora-Hausschlange allerdings ist absolut einzigartig. Dass sie neben ihrer Attraktivität auch noch sehr einfach zu halten und zur Nachzucht zu bringen ist, macht sie vollends zu einem für das Hobby wunderbar geeigneten Pflegling.


Patterson (1988) rühmt die „wundervolle Färbung“ der Aurora-Hausschlange (Lamprophis aurora) und nennt sie „eine der schönsten Schlangen Südafrikas“, Branch (1984) preist sie als eine „wundervoll gezeichnete Art“, und „die Jungtiere dieser Schlange glitzern wie Juwele“ (Branch 1992a). Sollte man da nicht neugierig werden auf eine solche Schönheit?

Hausschlangen sind gnadenlos unterschätzt. Dabei ist ihre Formenvielfalt enorm, Haltung, Pflege und Nachzucht vieler Arten sind nicht schwierig. Ein Streifzug durch die Welt der Hausschlangen.

Was sind Hausschlangen? Ein kurzer Blick auf dieses Heft verdeutlicht, dass der Name nichts mit der Vereinigung der Immobilienbesitzer „Haus und Grund“ zu tun hat. Schlangen mit Haus trifft wohl auch nicht zu. Aber einige Vertreter der Hausschlangen sind echte Kulturfolger und verdingen sich auf bäuerlichen Anwesen als Schädlingsbekämpfer, indem sie die dort vorkommenden Mäuse fressen. So hat sich der Begriff „Hausschlange“ in etlichen europäischen wie auch afrikanischen Sprachen fest etabliert. Diese Vorliebe gilt aber keineswegs für alle Arten aus dieser Verwandtschaftsgruppe. Andere fressen lieber Echsen, Frösche oder Kröten und halten sich eher fern vom Menschen.