Boelens Python ist eine der seltensten und faszinierendsten Riesenschlangen, die in unseren Terrarien gehalten werden. Man braucht viel Platz, um diese außergewöhnlichen, aber auch außergewöhnlich attraktiven Schlangen zu halten. Die Jungtiere überraschen mit einer völlig anderen Färbung. von Markus Borer

Es gibt mehrere Gründe dafür, dass Simalia boeleni so selten in der Terraristik-Szene anzutreffen ist. Die Tiere stammen aus dem Hochland von Neuguinea und von der vorgelagerten Insel Goodenough. Die klimatischen Gegebenheiten ihres Lebensraums, die Hochlandregenwälder in Höhenlagen von 1.000–2.600 m, sind im Großraum-Terrarium nicht leicht umzusetzen. Auch die Größe der Schlange selbst und die deshalb benötigte Größe des Terrariums sind wichtige Faktoren, warum diese Art bislang nicht sehr weit in der Hobbyhaltung verbreitet ist. Der Export von Wildfangtieren aus Neuguinea ist inzwischen verboten. Zudem gibt es nur spärliche Informationen und Angaben zur Haltung und erfolgreichen Vermehrung dieses speziellen und außergewöhnlichen Pythons im Terrarium. Einer der wenigen detaillierteren Artikel wurde 2017 in der REPTILIA veröffentlicht (Heuberger & Heuberger 2017). Auch deshalb ist die REPTILIA der richtige Platz, meine Erfahrungen mit dieser besonderen Riesenschlange mit der interessierten Leserschaft zu teilen.

Der erst im Jahr 2008 beschriebene Federschwanzgecko ist ein seltener Gast in der Terraristik. Aber in den letzten 15 Jahren konnten erste Erfahrungen in der Terrarienpflege gesammelt werde, die hier zusammengefasst geschildert werden sollen. Auch die Nachzucht dieses spektakulären Geckos ist inzwischen gelungen. von Mirko Barts

Der Federschwanzgecko ist eine seltene Erscheinung in unseren Terrarien. Sein Lebensraum ist nach heutigem Kenntnisstand auf den Iona-Nationalpark (das größte Schutzgebiet des Landes) und die angrenzenden Gebiete im südwestlichen Angola beschränkt. Die nachtaktiven Tiere leben am Fuß großer Felsansammlungen und verbringen den Tag unter von Erosion abgesprengten Felsplatten, die wenig direkte Sonneneinstrahlung erhalten. Diese Tagesverstecke werden oft von vielen Geckos derselben Art genutzt.

Pachydactylus rugosus lebt im südwestlichen Afrika in Trockenflüssen. Lange Jahre war sein Mikrohabitat unbekannt und Tiere wurden nur zufällig gefunden. Außerdem ist er eine außergewöhnliche Geckoart: Sein skurriles Aussehen, die geringe Größe und seine Verhaltensweisen machen ihn zu einem besonders interessanten Terrarienbewohner. von Mirko Barts

Die Gattung Pachydactylus (Dickfingergeckos) besteht aus 57 Arten, die nahezu alle Habitate des südlichen Afrikas bevölkert haben. Die nördliche Verbreitung endet kurz vor dem Äquator. Während im Süden viele Arten sympatrisch, also im gleichen Biotop, vorkommen und die einzelnen Taxa direkt aneinander grenzende Ha­bitate besiedeln, dünnt sich die „Pachydactylus-Dichte“ gen Norden deutlich aus, und es werden nur noch besondere Lebensräume von einzelnen Taxa genutzt.

Der Afrikanische Fettschwanzgecko ist zwar in der Terraristik ein alter Bekannter, aber sein Stern geht dennoch gerade erst leuchtend auf: Morphenzüchter haben die Art für sich entdeckt und etliche attraktive Farbformen erzielt. Allmählich schwappt der Trend aus den USA und einigen europäischen Nationen auch in die deutschsprachigen Länder. von Manuel Diego (Manu_KP)

Bei Hemitheconyx caudicinctus han­delt es sich um einen mittelgroßen, bodenlebenden Gecko, der im Deutschen auch Afrikanischer Fettschwanzgecko oder Afrikanischer Krallengecko genannt wird. International ist er unter Liebhabern als „African fat-tailed gecko“ bekannt, was häufig mit AFT abgekürzt wird, beispielsweise in einschlägigen Foren oder sozialen Medien.
Wir haben es hier mit einem wundervollen und sehr interessanten Tier zu tun, das ein etwas schüchternes Verhalten zeigt. Ursprünglich stammt die Art aus Westafrika, genauer gesagt aus der Region zwischen Kamerun und Nigeria im Osten sowie Senegal im Westen. Dort bewohnen diese Geckos felsige oder mit Gesträuch bestandene Gebiete. Das Klima im Verbreitungsgebiet ist warm und trocken.

Die als chinesische Albino-Weichschildkröten kursierenden Tiere entstammen großen Farmzuchten in Ostasien und lassen sich keiner Art konkret zuordnen. Möglicherweise handelt es sich um eine inzwischen mehr oder weniger domestizierte Hybridform. Für die private Aquarienhaltung sind die charismatischen Tiere auf jeden Fall bestens geeignet – auch eine Empfehlung für Einsteiger! von Torsten Laicher und Florian Müncheberg

Die bei uns am häufigsten erhältliche Albino-Weichschildkröte stammt von asiatischen Schildkrötenfarmen, wo Weichschildkröten einer jahrtausendealten Tradition folgend (Gong et al. 2018) in geradezu unfassbaren Stückzahlen für den Lebensmittelmarkt gezüchtet werden (Stuckas et al. 2011). Im Handel werden diese Tiere als Albino-Form der Chinesischen Weichschildkröte (Pelodiscus sinensis) angeboten. Nun hat sich allerdings in den letzten Jahren durch DNA-Untersuchungen herausgestellt, dass es sich bei den ursprünglich als Chinesische Weichschildkröten bezeichneten Tieren in Wirklichkeit nicht um eine einzige Art, sondern um einen ganzen Artenkomplex aus mindestens fünf Spezies handelt (Stuckas et al. 2011; Farkas et al. 2019). Zudem kam es auf den asiatischen Schildkrötenfarmen zur Hybridisierung verschiedener Arten der Gattung Pelodiscus (Gong et al. 2018). Berücksichtigt man diese Erkenntnisse, muss im Fall unserer Albinos sicher ein dickes Fragezeichen hinter den Artnamen sinensis gesetzt werden.

Die auch bei uns einheimische Östliche Smaragdeidechse gehört zu den prächtigsten Echsen überhaupt. Vor allem Männchen in der Paarungszeit bestechen durch ihr kräftiges Grün und eine leuchtend blaue Kehle. Ihre natürlichen Vorkommen sind streng geschützt, aber zum Glück ist es heute kein Problem mehr, Terrariennachzuchten dieser charismatischen Reptilien zu erstehen. Eine Top-Empfehlung für das Freilandterrarium! von Claudia und Andreas Schäberle

Smaragdeidechsen werden schon seit langer Zeit in Terrarien und Freianlagen gehalten. Bereits 1895 wurden diese Eidechsen in Regensburg durch Wilhelm Geyer für 60 Pfennig gehandelt (Geyer 1895). Als einheimisches Reptil war die Haltung vor allem in den Anfängen der Terrarsitik weit verbreitet. Bis Ende der 1970er-Jahre war eine Entnahme aus der Natur in Deutschland legal. Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet dies aber seit 1980 ausdrücklich. Es wäre aber auch überhaupt nicht erforderlich, Wildfänge zu pflegen, da es genügend Züchter dieser Art gibt. Mit ein wenig Geduld sind Jungtiere problemlos erhältlich.

Früher waren Arten der nordamerikanischen Gattung Nerodia auch in der europäischen Terraristik weit verbreitet und sehr beliebt. Leider hat sich das mittlerweile geändert, und Schwimmnattern, wie sie im Deutschen heißen, bilden hierzulande nur noch eine Randerscheinung. Das ist sehr schade, denn diese Schlangen geben pflegeleichte, beeindruckende Schautiere ab – so auch die Siegelring-Schwimmnatter. von Leo Spinner

Für einen Bewohner von New England an der US-Nordostküste wie mich gibt es direkt vor der Haustür den Großteil des Jahres nicht allzu viele „reptilische Lockungen“. Ich erinnere mich noch, wie ich meiner Kindheit in Cape Cod in Massachusetts während der lang anhaltenden Winter sehnsüchtig darauf wartete, dass es endlich Frühling werde und ich die ersten terraristisch spannenden Geschöpfe in die Finger bekäme. Dieser Teil des Kontinents hatte in der Beziehung nicht gerade viel zu bieten, aber von den Arten, die es gab, waren viele sehr pflegeleicht. Unter denjenigen, die besonders früh zum Vorschein kamen, waren Flecken-Querzahnmolch (Ambystoma maculatum), Tropfenschildkröte (Clemmys guttata), Zierschildkröte (Chrysemys picta), Strumpfbandnattern (Thamnophis) und die massige Siegelring-Schwimmnatter (Nerodia sipedon), die allesamt von Ende März bis Anfang April aus der Überwinterung erschienen.

Thamnophis scalaris ist eine weniger bekannte Strumpfbandnatter. Ihre Heimat sind Gebirge Mexikos, entsprechend spezieller sind auch ihre Temperaturansprüche. Die Art besticht durch eine klare Zeichnung, große Farbvarianz und eine geringe Körpergröße. Eine Strumpfbandnatter für Kenner. von Frank Thews

Thamnophis scalaris kommt aus Mexiko. Das Verbreitungsgebiet der Treppen-Strumpfbandnatter ist auf das Hochland von Jalisco bis Veracruz beschränkt. Sie besiedelt Höhen von 2.100 bis 4.300 m, das Habitat ist geprägt durch Mischwälder mit weitläufigen offenen Stellen und Grasflächen. Meine Tiere stammen von einem Fundort in 2.670 m Höhe, das genauere Habitat ist mir leider nicht bekannt.

Strumpfbandnatter ist längst nicht gleich Strumpfbandnatter. Thamnophis cyrtopsis ocellatus gehört nicht nur farblich zu den herausragenden Arten, sie weist auch einige Eigenheiten in der Lebensweise auf. Für Einsteiger gibt es geeignetere Arten, aber für erfahrene Terrarianer ist diese Unterart ein echtes Juwel. von Philipp Haag

Ich habe mit unserem Hobby Terraristik im Alter von zehn Jahren angefangen. Da es in unserer Nachbarschaft ein Reptiliengeschäft gab, kam eins zum anderen. Ich war vom ersten Tag an fasziniert von Echsen, Schlangen, Kaimanen und Co. Jetzt bin ich 37 Jahre alt und pflege seit 27 Jahren Reptilien. Da ich meine gesamte Schulzeit über fast meine komplette Freizeit in Terraristikgeschäften gejobbt habe, durfte ich mit allen handelsüblichen Reptilien Erfahrungen sammeln. Allerdings habe ich mich privat die ersten 21 Jahre nur mit Echsen beschäftigt. Im Jahr 2014 verliebte ich mich dann in ein Pärchen Diamantpythons (Morelia spilota spilota).

Wenn in den vergangenen Jahren aus den USA Molche und Salamander importiert wurden, so handelte es sich vor allem um Arten aus den östlichen und südöstlichen Staaten. Doch auch an der Westküste des Landes sind interessante Vertreter zu Hause. Allein in Kalifornien sind 46 Schwanzlurche bekannt. Einer davon: der Rauhäutige Gelbbauchmolch, Taricha granulosa. von Friedrich Rudolf Becker

Der Rauhäutige Gelbbauchmolch (Taricha granulosa) ist ein bis zu 22 cm groß werdender Vertreter der Echten Salamander (Salamandridae). Seinen Namen verdankt er der rauen, körnigen Hautoberfläche und der gelborange Färbung seiner Unterseite. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Alaska im Norden und bis ins kalifornische Santa Cruz County südlich von San Francisco im Süden. Die Art bewohnt unterschiedlichste Habitate vom Flachland bis ins Hochgebirge und hält sich meist in der Nähe von permanenten Gewässern auf.