von Maik Schilde

Die Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni) ist wohl die mit Abstand am häufigsten gepflegte und vermehrte Schildkrötenart in menschlicher Obhut. Unkomplizierte Haltung, problemlose Verfügbarkeit und angenehmes Wesen machen sie für die meisten Menschen zum Synonym für ein Heim- und Haustier à la Meerschweinchen & Co. Mit einer Rückenpanzerlänge von 20–25 cm ist sie gut händelbar.

von Andreas S. Hennig

In den vergangenen Jahrzehnten gab es immer wieder Publikationen über die Zwillingsbildung bei Schildkröten in Liebhaberbeständen. Diese Vorfälle wurden stets anschaulich beschrieben und sind nicht auf bestimmte Arten, Gattungen oder Familien beschränkt. Allerdings wurden für dieses Phänomen bisher keine möglichen Ursachen in Erwägung gezogen.

In den ersten rund 13 Jahren meiner Schildkrötenhaltung hatte ich bei meinen Nachzuchtbemühungen nie einen Fall von Zwillingsbildung verzeichnen können. Im 14. Jahr allerdings registrierte ich gleich fünf Zwillingspaare: zwei Paare bei meinen McCords Schlangenhalsschildkröten (Chelodina mccordi) und je eines bei Rotbauch-Spitzkopfschildkröten (Emydura subglobosa), Gewöhnlichen Moschusschildkröten (Sternotherus odoratus) und Gelbrand-Scharnierschildkröten (Cuora flavomarginata).

Worin lag der Grund für diese plötzliche Häufung? Da ich ausschließen konnte, neben einem Atomkraftwerk zu wohnen, musste eine andere Ursache zur Lösung des Rätsels führen. Schritt für Schritt prüfte ich meine Haltungsbedingungen und die Veränderungen, die in den Monaten zuvor (möglicherweise zunächst unbemerkt) eingetreten waren. Es waren jedoch keine neuen Schildkröten der betreffenden Arten neu in den Bestand gekommen, die Haltungsbedingungen einschließlich Rhythmus im Jahresverlauf waren gleich geblieben, es waren dieselben Tiere, die zum Verpaaren vorübergehend miteinander vergesellschaftet worden waren und in den Jahren zuvor erfolgreich für befruchtete Eier und Nachzuchten ohne Zwillingsbildungen gesorgt hatten.

von Andreas S. Hennig

Wie der vorangegangene Beitrag zeigt, fressen Schlammschildkröten (also die Vertreter der Gattungen Kinosternon, Sternotherus, Claudius und Staurotypus) überwiegend Insekten, Gehäuseschnecken, Krebstiere und Muscheln. Diese Vorgabe macht es uns als Terrarianer leicht, die Ernährung in Menschenobhut naturnah umzusetzen. Sicher ist es einfacher, auf einen gut und langfristig lagerbaren Vorrat an Trockenfutter und den allseits beliebten Schildkrötenpudding zurückzugreifen. Aber mehr Abwechslung bietet eine gepflegte Palette an Lebendfutter, u. a. ergänzt mit einem Frostbestand an Wirbellosen, Süßwasserfisch und Muschelfleisch. Der Aufwand ist natürlich höher, doch danken unsere Schildkröten ihn mit guter Kondition und erfreulichen Nachzuchtergebnissen.

Lebende Wirbellose zu verfüttern, hat neben dem eigentlichen Ernährungszweck einen angenehmen Nebeneffekt: Die Schildkröten werden beschäftigt. Im Regelfall wird das vorbereitete, portionierte Futter ins Wasserbecken geworfen, die Schildkröten sind einige Minuten lang aufgeregt mit dem schnellstmöglichen Erbeuten der Futterbrocken beschäftigt und verschlingen so viel so schnell wie möglich. Und danach ist wieder Ruhe.

von Andreas S. Hennig

Schlammschildkröten (Familie Kinosternidae; Gattungen Kinosternon, Sternotherus, Claudius und Staurotypus) erfahren seit einigen Jahren wieder eine erhöhte Aufmerksamkeit bei Schildkrötenhaltern. Neben Klassikern wie Moschus-, Weißmaul-Klapp- und Großkopf-Schlammschildkröten umfasst die Gruppe auch Arten, die noch nicht seit vielen Jahrzehnten oder in nicht sehr großen Zahlen in europäischen Aquaterrarien gehalten werden. Neben dem im Natur und Tier - Verlag erschienenen Buch „Schlammschildkröten“ von Maik Schilde gab es immer wieder Haltungs- und Zuchtberichte über einzelne Vertreter der oben genannten Gattungen in diversen Fachzeitschriften. Was es noch nicht gab, war eine umfassendere Publikation zur Ernährung von Schlammschildkröten in der Natur. Mit dem vorliegenden Artikel soll diese Lücke gefüllt werden.

So wertete ich zahlreiche Freilanduntersuchungen aus, mit dem Ziel, einen möglichst detailreichen Speiseplan zu erstellen, der für die Haltung in Menschenobhut Rückschlüsse auf die naturnahe Fütterung von Kinosterniden erlaubt und Anregungen für Fütterungspraktiken (nicht nur bei Schlammschildkröten) abseits von Schildkrötenpudding und Trockenfutter bieten soll.

von Fabian Schmidt & Andreas S. Hennig

Nicht nur Privathalter, sondern auch zoologische Gärten widmen sich der erfolgreichen Haltung und Nachzucht bedrohter Schildkrötenarten. So stellen jüngste Nachzuchtergebnisse in den Schildkrötenhaltungen deutscher, österreichischer und Schweizer Zoos einen großartigen Ausschnitt ihrer gesamten tiergärtnerischen Leistung dar. Seien es die Papua-Weichschildkröten (Carettochelys insculpta), die 2017 im Zoo Frankfurt/Main schlüpften, der über Jahre hinweg regelmäßig zu verzeichnende Schlupf bei McCords Schlangenhalsschildkröten (Chelodina mccordi) im Bergzoo Halle (Saale), der bereits vierte Nachzuchterfolg bei den Strahlenschildkröten (Astrochelys radiata) im REPTILIUM Landau oder der 2017 bestätigte Zuchterfolg aus dem Vorjahr bei den Strahlen-Dreikielschildkröten (Geoclemys hamiltonii) im Zoo Leipzig: Tiergärten leisten vorbildliche Bildungs-, Tier- und Naturschutzarbeit


Beschreibung
Chelodina mccordi ist eine mittelgroße Schlangenhalsschildkröte (bis 22 cm Rückenpanzerlänge, im Mittel 14–19 cm). Der Carapax ist graubraun gefärbt, das cremeweiße Plastron weist an den Schildnähten dunkle Markierungen auf. Die Oberseiten von Kopf, Hals und Extremitäten sind grau, deren Unterseiten weißlich gefärbt. Ähnlichkeiten bestehen mit den nahe verwandten
Chelodina pritchardi und Ch. noveaguineae, doch besitzt Ch. mccordi neben weiteren Unterscheidungsmerkmalen einen schmaleren ersten Marginalschild als die beiden anderen Arten. Schlüpfl inge zeigen auf dem Plastron ein unregelmäßiges schwarz-gelbes Muster, das mit zunehmendem Alter verblasst. Die Männchen besitzen einen etwas längeren und dickeren Schwanz. Weibchen werden offensichtlich größer als die männlichen Exemplare.

von Günter Kalter

Vor einigen Jahren erhielt ich ein Männchen der Mittelländischen Zierschildkröte (Chrysemys picta marginata). Von Anfang an faszinierte mich dieser geschickte Schwimmer durch sein  farbenprächtiges Aussehen und sein lebhaftes Verhalten. Nach intensiver Suche konnte ich weitere adulte Exemplare sowie Jungtiere zum Aufbau einer Zuchtgruppe erwerben. Das war nicht immer leicht, da in Menschenobhut auch Unterartbastarde gehalten werden, die nicht auf Anhieb als solche zu erkennen sind. Zwar gibt es in der Natur an den gemeinsamen Verbreitungsgrenzen der Unterarten großfl ächige Intergradationszonen (Populationen mit Unterartenmischlingen), doch sollte in der Terraristik zwingend auf eine Vermischung verzichtet werden. Mit EU-Importen
ist nicht mehr zu rechnen, und der vorhandene Tierbestand sollte klug gemanagt werden, damit wir uns auch in vielen Jahren noch an unterartreinen Tieren erfreuen können.

von Andreas S. Hennig

Sie waren der Anfang – mein Anfang: Zwei kleine Südliche Zierschildkröten begründeten vor fast drei Jahrzehnten meinen Schildkrötenbestand. Zuvor hatte ich mich jahrelang in Theorie gebadet und Reptilienliteratur gewälzt, doch nun waren die beiden Chrysemys picta im Babyformat mein Start in die praktische Terraristik. In der Tat suchte ich mir damals eine Schildkrötenart aus, die wegen ihrer Attraktivität auch heute noch für nicht wenige Naturfreunde der Auslöser für die ernsthafte Tierhaltung ist. Wer sich für sie entschieden hat, wird seine Wahl nicht bereuen. Es handelt sich um einen recht klein bleibenden Sonnenanbeter, dessen Ansprüche an Licht und Temperatur dank moderner und mittlerweile leicht im Handel zu bekommender Technik gut erfüllt werden können. Sowohl Zubehörindustrie als auch unsere heimische Natur bieten vielfältige Einrichtungsgegenstände für das artgerechte Aquaterrarium.

von Sebastian Nickl & Steffen Szymanski

Weichschildkröten wissen den interessierten Betrachter immer wieder zu begeistern, sei es durch ihr ungewöhnliches Erscheinungsbild oder auch ein mitunter für Schildkröten untypisches Verhalten. Dennoch sind sie verhältnismäßig seltene Gäste in europäischen Haltungen und stellen eher eine Randerscheinung dar. Leider sind viele im Handel erhältliche Arten wie die Chinesische Weichschildkröte (Pelodiscus sinensis) verhältnismäßig bissig, oder sie sprengen – wie im Fall der mitunter öfter gehandelten Florida-Weichschildkröten (Apalone ferox) – schnell den Rahmen handelsüblicher Aquarien. Andere Arten, die sich aufgrund ihrer Größe und ihres Temperaments durchaus gut für eine Zimmerhaltung eignen würden, sind dagegen kaum erhältlich. Zu ihnen gehört die Senegal-Klappenweichschildkröte (Cyclanorbis senegalensis) aus Westafrika. Sie ist die kleinste Weichschildkröte Afrikas und erreicht eine Panzerlänge von etwa 30 cm (maximal 35 cm), was eine Haltung in konventionellen Aquaterrarien gerade noch als gut möglich erscheinen lässt. Leider liegen bis dato jedoch nur sehr wenige Erfahrungen mit diesen sympathischen Tieren vor, zur Nachzucht gar keine. Gelegentlich aber finden einige wenige Exemplare über den Großhandel ihren Weg nach Europa.

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 51

von Hendrik Pempelfort

Die Aufzucht von juvenilen Wasserschildkröten verläuft nicht immer problemlos. Aus diesem Grund haben sich erfahrene Züchter mit der Zeit unabgesprochen auf gewisse Standards geeinigt.