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Das aktuelle Heft

Titelthema
Schlammschildkröten
Haltung
Zwillingsbildung
Porträt
Steppenschildkröte
Titelthema
Lebendfutter

von Andreas S. Hennig

Wie der vorangegangene Beitrag zeigt, fressen Schlammschildkröten (also die Vertreter der Gattungen Kinosternon, Sternotherus, Claudius und Staurotypus) überwiegend Insekten, Gehäuseschnecken, Krebstiere und Muscheln. Diese Vorgabe macht es uns als Terrarianer leicht, die Ernährung in Menschenobhut naturnah umzusetzen. Sicher ist es einfacher, auf einen gut und langfristig lagerbaren Vorrat an Trockenfutter und den allseits beliebten Schildkrötenpudding zurückzugreifen. Aber mehr Abwechslung bietet eine gepflegte Palette an Lebendfutter, u. a. ergänzt mit einem Frostbestand an Wirbellosen, Süßwasserfisch und Muschelfleisch. Der Aufwand ist natürlich höher, doch danken unsere Schildkröten ihn mit guter Kondition und erfreulichen Nachzuchtergebnissen.

Lebende Wirbellose zu verfüttern, hat neben dem eigentlichen Ernährungszweck einen angenehmen Nebeneffekt: Die Schildkröten werden beschäftigt. Im Regelfall wird das vorbereitete, portionierte Futter ins Wasserbecken geworfen, die Schildkröten sind einige Minuten lang aufgeregt mit dem schnellstmöglichen Erbeuten der Futterbrocken beschäftigt und verschlingen so viel so schnell wie möglich. Und danach ist wieder Ruhe.

In der Natur allerdings nimmt der Nahrungserwerb wesentlich mehr Zeit in Anspruch. Große und kleine Wirbellose müssen gesucht, gefunden und erbeutet werden. Je nach Art und Größe des jeweiligen Beutetiers dauert dies auf jeden Fall länger als eine einmalige punktuelle Fütterung pro Tag, erst recht angesichts von Fastentagen, wie sie häufig praktiziert werden.

Nun ist es für Terrarianer oder Zootierpfleger in den seltensten Fällen möglich, kleinste Futterportionen den gesamten Tag über zu verteilen – es ist zum Gedeihen der Schildkröten auch nicht notwendig. Allerdings könnte im Rahmen der Möglichkeiten versucht werden, mit der einmaligen Tagesgabe eine zeitlich längere Beschäftigung der Schildkröten zu erreichen. Dies gelingt beispielweise mit dem Verfüttern des bisweilen arg verpönten Mehlwurms: Eine Handvoll davon über die gesamte Wasserfläche eines Aquaterrariums verstreut – ggf. in einem Becken, das mit Wurzeln und (künstlichen) Pflanzen vielfältig strukturiert ist –, beschäftigt Schildkröten jeder Größe eine stattliche Zeitspanne über die Kurzzeitfütterung hinaus. Den gleichen Beschäftigungseffekt gibt es mit einem Schwung lebender Wasserflöhe.

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 54