Einer der größten und spektakulärsten Riedfrösche ist Hyperolius riggenbachi. Obwohl gelegentlich importiert und auch nachgezogen, ist der Weg hin zu einer dauerhaften Vermehrung über viele Gene­rationen und damit zur sicheren Etablierung in der Terraristik noch weit. Verdient hätte es die wunderschöne Art allemal! von Kriton Kunz

Noch ziemlich am Anfang, was Haltung und Nachzucht von Riedfröschen der Gattung Hyperolius angeht, stehen wir ausgerechnet mit einer der attraktivsten Arten: Riggenbachs Riedfrosch, Hyperolius riggenbachi. Zwar wurde diese faszinierende Spezies bereits hier und da vermehrt (Bottig 2011; Halfpenny 1995; Pinto 1998), doch von einer dauerhaften Nachzucht über viele Generationen und dadurch der Deckung des terraristischen Bedarfs über Jungtiere sind wir leider noch weit entfernt.
Auch ich selbst kann mit dieser Art erst auf wenige Nachzuchtgenerationen zurückblicken, möchte sie aber dennoch hier bereits vorstellen: zum einen, weil die Tiere einfach wunderschön sind und eine weitere Verbreitung verdient hätten, zum anderen, um nicht nur die Bedingungen zu schildern, die bei mir zum Erfolg geführt haben, sondern auch die Angaben aus der Literatur wiederzugeben – in der Hoffnung, dadurch Froschfreunden verschiedene Blickwinkel auf Pflege und Nachzucht von Riggenbachs Riedfrosch zu bieten und ihnen somit zu erleichtern, selbst Erfolge zu erzielen.

Systematik
Hyperolius riggenbachi wurde 1910 von Nieden als Rappia riggenbachi beschrieben, zu Ehren des Sammlers des Typusexemplars, des Zoologen Fritz Wilhelm Riggenbach (1864–1944), der Anfang des 20. Jahrhunderts an deutschen Zentralafrika-Expeditionen teilnahm, unter der Leitung von Adolf Friedrich, Herzog zu Mecklenburg.
Ahl (1931) beschrieb etliche Jahre später unter dem Namen Hyperolius hieroglyphicus einen Riedfrosch, der 1973 durch Amiet als Unterart von H. riggenbachi eingestuft wurde, also als H. r. hieroglyphicus. Auch Schiøtz (1999) erkennt diese beiden Unterarten an. Amiet (2012) jedoch zieht die Unterarten wegen einer fehlenden geografischen Trennung wieder ein und sieht H. hieroglyphicus somit lediglich als Synonym von H. riggenbachi, eine Auffassung, der ich hier folge...


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