Das aktuelle Heft

Titelthema Großwarane
Titelthema Komodowaran
Terraristik Indigonatter
Reise Kapverden

Über den Versuch, die Welt mit Illus­trationen ein Stück besser zu machen. von Sascha Düvel

Was sind Warane? Zunächst einmal echte Schönheiten – was freilich im Auge des Betrachters liegt. Perfekt angepasst an ihren Lebensraum sind sie allemal; immerhin haben sie es bis heute geschafft, erfolgreich auf unserem Planeten unterwegs zu sein. Jetzt liegt es in unserer Hand, dass dies auch so bleibt. Denn Warane gelten als gefährdet. Zwar schützt das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) sie, die Einhaltung der Handelsquote wird aber nur wenig überprüft. Besonders Großwarane werden beispielsweise in Südostasien trotz bestehender Schutzgesetze in hohem Maße gefangen und getötet. Die geschieht hauptsächlich aufgrund der hohen Nachfrage nach Waranfleisch und -häuten. Es soll hier aber auch auf das Problem hingewiesen werden, dass einige kleinere Arten wegen ihres wunderschönen Aussehens für den Heimtiermarkt in nicht nahhaltiger Weise gefangen und gehandelt werden.

Komodo! Für jeden Reptilienfreund ist der Name dieser Insel eines der größten Zauberwörter. Bei uns kann man die größten Echsen der Welt nur in den Zoo-Terrarien von beispielsweise Frankfurt/Main, Leipzig, Prag, Rotterdam und Lausanne bestaunen. Ein eindrucksvolles Erlebnis – doch wer träumte nicht davon, die imposanten Warane auch einmal in freier Natur zu beobachten? Zwei Reiseberichte von den Dracheninseln. von Ivan Kocourek

Als ich klein war, es muss so um das Jahr 1972 in der Tschechoslowakei gewesen sein, geriet mir ein Büchlein mit dem Titel „Dracheninsel“ von František Běhounek in die Hände, einem bedeutenden tschechischen Wissenschaftler und Strahlungsforscher, Professor und Akademiker, aber auch Autor von Abenteuerbüchern für Kinder. Dieses Buch wurde im Jahr 1958 in der Karavana-Edition herausgegeben und beschreibt zwei „Robinsonaden“ – die erste spielt in den winterlichen Rocky Mountains in Nordamerika, die zweite auf der indonesischen Insel Komodo. In dieser Zeit formte sich mein positives Verhältnis zu Reptilien, und so habe ich die Erlebnisse der Hauptperson zwischen den riesigen Waranen aus diesem moosigen Buch mit Begeisterung verschlungen. Im Unterbewusstsein blieb eine Sehnsucht zurück, diese exotische und ferne Insel einmal mit eigenen Augen zu sehen. Damals war das eine völlig unrealistische Vorstellung, da die Regimes im Ostblock Reisen nicht zuließen.

Komodo! Für jeden Reptilienfreund ist der Name dieser Insel eines der größten Zauberwörter. Bei uns kann man die größten Echsen der Welt nur in den Zoo-Terrarien von beispielsweise Frankfurt/Main, Leipzig, Prag, Rotterdam und Lausanne bestaunen. Ein eindrucksvolles Erlebnis – doch wer träumte nicht davon, die imposanten Warane auch einmal in freier Natur zu beobachten? Zwei Reiseberichte von den Dracheninseln. von Philip-Sebastian Gehring

Für herpetophile Reiselustige gibt es auf der Welt ein paar Ziele, um die man nicht herumkommt: Meerechsen auf den Galapagos-Inseln im Pazifik beobachten, Chamäleons im Regenwald von Madagaskar suchen und Komodowarane auf Komodo bestaunen. Wenn man sich mit „Echsen-Laien“ über sein Hobby und seine Leidenschaft unterhält, so kommt das Gespräch meist sehr schnell auf Komodowarane und ob es nicht das Lebensziel überhaupt sei, diese einmal live zu erleben.

Die größten Großwarane sind für die meisten privaten Terrarianer aus Platzgründen nicht zu halten und bleiben daher ein unerfüllbarer Traum. Wer aber dennoch auf den „Spirit“ eines Großwarans nicht verzichten möchte, findet mit Goulds Waran einen idealen Kompromiss, dessen Platzansprüche bei entsprechenden Möglichkeiten durchaus zu erfüllen sind. Und dann hat man nicht nur einen imposanten Waran, sondern sogar noch ein echtes Rennpferd zu Hause! von Chris Ocker und Dennis Fischer

Unter den knapp 30 Waran-Arten des australischen Kontinents hat Varanus gouldii das mit Abstand größte Verbreitungsgebiet. Mit Ausnahme der südlichen Küstenregion und der Cape-York-Halbinsel wird praktisch die gesamte Landmasse des Kontinents in unterschiedlichsten Lebensräumen besiedelt. Nicht zuletzt diese weite Verbreitung in verschiedenen Habitaten macht es wahrscheinlich, dass sich hinter dem Namen Varanus gouldii mehr als eine Art verbirgt.