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Titelthema
Riedfrösche
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Hyperolius
Terraristik
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Natur- und Artenschutz
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Riedfrösche der Gattung Hyperolius sind eine äußerst formenreiche Froschgruppe mit oft attraktiven Farben und Mustern, außerdem bestechen sie durch spannend zu beobachtende Verhaltensweisen. Dass viele Arten sich auch noch sehr leicht pflegen und vermehren lassen, macht sie für die Terraristik hochinteressant. Ein Überblick. von Kriton Kunz

Seit vielen Jahrzehnten wurden Riedfrösche der Gattung Hyperolius für die Terraristik importiert und – zu meist niedrigen Preisen – verkauft, häufig an Ein­steiger. Auf den ersten Blick schien es sich bei diesen oft wunderschön gefärbten und gezeichneten Tieren auch wirklich um ideale Anfängertiere zu handeln. Ins feuchtwarme Tropenterrarium gesetzt, gediehen sie offenbar wochen- oder monatelang bestens. Dann allerdings fiel erst ein Exemplar tot vom Ast, ein zweites folgte. Die restlichen Frösche magerten ab, zeigten Schädigungen der Haut und segneten schließlich ebenfalls das Zeitliche. „So was Blödes! Na ja, Wildfänge eben, da steckt man halt nicht drin“, wurde die Sache häufig abgetan. Entsprechend negative Erfahrungen machten viele Halter, als Beispiele sei auf Polder (1975) oder Heselhaus (1982) verwiesen.

Einer der größten und spektakulärsten Riedfrösche ist Hyperolius riggenbachi. Obwohl gelegentlich importiert und auch nachgezogen, ist der Weg hin zu einer dauerhaften Vermehrung über viele Gene­rationen und damit zur sicheren Etablierung in der Terraristik noch weit. Verdient hätte es die wunderschöne Art allemal! von Kriton Kunz

Noch ziemlich am Anfang, was Haltung und Nachzucht von Riedfröschen der Gattung Hyperolius angeht, stehen wir ausgerechnet mit einer der attraktivsten Arten: Riggenbachs Riedfrosch, Hyperolius riggenbachi. Zwar wurde diese faszinierende Spezies bereits hier und da vermehrt (Bottig 2011; Halfpenny 1995; Pinto 1998), doch von einer dauerhaften Nachzucht über viele Generationen und dadurch der Deckung des terraristischen Bedarfs über Jungtiere sind wir leider noch weit entfernt.
Auch ich selbst kann mit dieser Art erst auf wenige Nachzuchtgenerationen zurückblicken, möchte sie aber dennoch hier bereits vorstellen: zum einen, weil die Tiere einfach wunderschön sind und eine weitere Verbreitung verdient hätten, zum anderen, um nicht nur die Bedingungen zu schildern, die bei mir zum Erfolg geführt haben, sondern auch die Angaben aus der Literatur wiederzugeben – in der Hoffnung, dadurch Froschfreunden verschiedene Blickwinkel auf Pflege und Nachzucht von Riggenbachs Riedfrosch zu bieten und ihnen somit zu erleichtern, selbst Erfolge zu erzielen.

Wer Pfeilgiftfrösche in naturnah gestalteten Terrarien pflegt, vergesellschaftet gerne andere Arten mit ihnen, um Futterinsekten in Schach zu halten. Unser Autor kam eher zufällig in den Besitz von Hyperolius substriatus, setzte sie zu seinen Pfeilgiftfröschen – und stellte erstaunt fest, wie sie sich nach und nach zu den eigentlichen Stars im Terrarium entwickelten. von Uwe Dost

Seit vielen Jahren pflege und vermehre ich Froschlurche im Terrarium. Besonders angetan haben es mir die auffällig gefärbten, hübsch gezeichneten und vor allem tagaktiven Vertreter der Pfeilgiftfrösche. Diese Juwelen des Regenwaldes bestechen nicht nur durch ihre attraktive Optik, sondern auch durch ihre interessante Fortpflanzungsbiologie. Da sie mit knapp zwei bis maximal sieben Zentimetern eine recht überschaubare Endgröße erreichen, können sie bereits in kleineren Terrarien erfolgreich gepflegt werden. Besonders viel Freude macht mir dabei auch die Erschaffung eines „Zimmerregenwaldes“ mit üppigem Pflanzenwuchs samt Wasserlauf, um den kleinen, bunten Froschlurchen einen ansprechenden Lebensraum in meiner Obhut bieten zu können.
Die meisten Pfeilgiftfrösche fressen nur relativ kleine Futtertiere, etwa Obstfliegen (Drosophila), Springschwänze (Collembolen) und Weiße Asseln. Bereits Terflys (Krullfliegen), nicht voll flugfähige Stubenfliegen, können nicht von allen Arten über- bzw. bewältigt werden. Um den Speiseplan der Frösche abwechslungsreich zu gestalten, verfüttere ich auch Mikro- oder kleine Heimchen und Grillen. Nicht selten entziehen sich einige dieser flinken, dämmerungs- oder nachtaktiven Insekten in großen, dicht bepflanzten Terrarien geschickt dem Zugriff der Baum- und Blattsteiger. In reich strukturierten Regenwaldterrarien finden diese Insekten genug Futter und Versteckmöglichkeiten, um zu überleben und heranzuwachsen. Bereits eine bis zwei Häutungen später droht ihnen dann von den meisten Pfeilgiftfröschen keine Gefahr mehr.