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Pythons
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Südpython
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Geckofüße

Pythons zählen schon immer zu den absoluten Lieblingen der Terrarianer. Völlig zu Recht! Verschiedenste Größen und Lebensweisen, spektakuläre Farben und Muster (natürlich oder herausgezüchtet), spannendes Verhalten – wer sich davon nicht faszinieren lässt, ist selber schuld. von Kriton Kunz

Menschen, die keine Schlangenfans sind, verbinden mit Pythons oft Grusel oder Angstgefühle. Würgeschlangen? Das klingt gefährlich, und im Geiste sehen sich solche Mitmenschen bereits in der tödlichen Umklammerung eines riesigen Monsters.
Wer dagegen Pythons schätzt und sie zu Hause pflegt, betrachtet sie in einem völlig anderen Licht: als herrliche, elegante, kraftvolle, ästhetische Tiere, archaisch und doch hoch entwickelt. Vor allem der Königspython, aber auch Netzpython, Dunkler Tigerpython, Kurschwanzpythons, Rautenpythons und selbst Grüne Baumpythons sind mittlerweile so sehr „Haustier“ geworden, dass bei ihnen in den meisten Fällen sogar die gezielte Zucht bestimmter Farb- und Zeichnungsformen im Fokus steht – also ganz ähnlich wie bei Goldfisch oder Kaninchen.

Nord-Kroatien ist von Österreich aus nur eine Tagesreise entfernt, aber bietet fantastische herpetologische Beobachtungs­möglichkeiten. Hier findet man schon zahlreiche südosteuropäische Charakterarten. Ein idealer Tipp für einen Kurztrip in der warmen Jahreszeit. von Kai Kolodziej und Philip Prokosch

Mitte Mai brachen wir gegen die Mittagszeit von Wien aus an die Westküste von Istrien auf, wo wir unsere gemeinsame Herping-Tour beginnen wollten. Das erste Ziel, eine Ruinenstadt im Landesinneren, erreichten wir am selben Tag gegen 22 Uhr. Hier erhofften wir aufgrund der milden Nachttemperaturen, die Katzenaugennatter (Telescopus fallax) bei der nächtlichen Jagd zu finden, immerhin hatte sich diese Stelle schon zuvor als vielversprechend erwiesen. Auch wenn wir in dieser Hinsicht enttäuscht wurden, konnten wir in den Spalten des Mauerwerks zahlreiche Skorpione (Euscorpius italicus) beobachten. Eine Schwarzlicht-Lampe leistete dabei sehr gute Dienste!

Selbst senkrecht oder kopfüber an glatten Glasscheiben entlang zu laufen, hat Menschen schon immer fasziniert. Seit über hundert Jahren ist diese Frage intensiver Forschungsgegenstand. Dank moderner Verfahren haben wir inzwischen eine recht genaue Vorstellung von den Besonderheiten des Geckofußes. Auch die Bionik interessiert sich für diese kleinen Reptilien. von Tobias Machts & Antonia Beuttner

Eine wissenschaftliche Kenntniszunahme innerhalb der Biologie beruht auf der ständigen Verbesserung verschiedener Methoden. Optische Hilfsmittel spielen hierbei eine entscheidende Rolle bei der Untersuchung von Ultrastrukturen. Während bei herkömmlichen Lichtmikroskopen die Auflösungsgrenze bei ca. 0,2 µm liegt, ist sie bei Elektronenmikroskopen mit rund 0,2 nm deutlich höher. Es existieren je nach Untersuchungsinteresse verschiedene Typen von Elektronenmikroskopen. Neben dem Transmissionselektronenmikroskop (kurz: TEM), bei welchem eine Probe mit einem gebündelten Elektronenstrahl „durchleuchtet“ wird, findet das sogenannte Rasterelektronenmikroskop (kurz: REM) in der Biologie Verwendung. Mit diesem wird die Oberfläche eines Präparats abgerastert (ähnlich einem Scanvorgang), was zu einem kontrastreichen, plastisch wirkenden Abbild der Präparatsoberfläche führt. Im Grunde genommen stellt das Rasterelektronenmikroskops somit eine Art „Auflichtmikroskop“ dar. Da der Elektronenstrahl eine Oberfläche so ungehindert wie möglich abrastern soll, herrscht im Raster­elektronenmikroskop ein Hochvakuum. Dadurch müssen die Präparate vorher einen speziellen Trocknungsprozess vollziehen (siehe unten). Die eigentliche Bilderzeugung entsteht durch energiearme Sekundärelektroden, die aufgrund des Elektronenstrahlbeschusses aus der Oberfläche des Präparates herausgeschleudert werden. Diese Sekundärelektronen werden mit einem Kollektor eingefangen und verstärkt.
Das eigentliche Bild wird ähnlich dem Bild in einer Fernsehröhre erzeugt. In diesem Fall wird die Sekundärelektronenausbeute zur Helligkeitssteuerung des Schreibstrahls in der Fernsehröhre benutzt (viele Elektroden: heller Bildbereich; wenig Elektroden: dunkler Bildbereich).

Meistens gilt die Bewunderung in der Herpetologie den vielfältigen Überlebensstrategien von adulten Froschlurchen. Der Weg zum „Meister der Anpassung“ beginnt aber viel früher. Bereits als Larve nutzen Laubfrösche das Spiel der Pigmente und scheinen fähig zu sein, sich das Verhalten von fremden Arten anzueignen. Ein Fallbeispiel anhand von Nördlichem Kammmolch und Europäischem Laubfrosch im selben Fortpflanzungsgewässer.  von Philipp Goeldlinr

Amphibien haben nicht nur als erste Wirbeltiere das Land erobert, sondern sich auch in beeindruckender Art und Weise an die Bedingungen des jeweilig besiedelten Fleckchens Erde angepasst. Entweder, indem sie Strategien der Spezialisierung verfeinerten, oder, indem sie sich in gegenteiliger Richtung zu Generalisten entwickelt haben.
Meistens wird bei der Beobachtung der Anpassungsstrategien die Aufmerksamkeit auf die Arten- und Formenvielfalt der Lurche in ihrer endgültigen Entwicklungsstufe als Landwirbeltier gerichtet, während die Larven nie wirklich im Mittelpunkt der Neugier gestanden haben, obwohl anzunehmen ist, dass die bemerkenswerte Erfolgsgeschichte dieser Tiere bereits da ihren Ursprung hat.
Dass sich einige Kaulquappen bestimmter Verhaltensweisen bedienen, um sich vor Fischen zu schützen, ist von der Erdkröte (Bufo bufo) weitläufig bekannt. Deren Larven haben ein fischeigenes Verhalten adaptiert und tarnen sich in größeren Schwärmen, um den Fressfeinden größer respektive als Gesamtkorpus zu erscheinen. In diesem Artikel möchte ich nun eine Beobachtung ins Zentrum rücken, die Harald Cigler, Amphibienschutzbeauftragter im Kanton Zürich in der Schweiz, im Juli 2006 am Europäischen Laubfrosch (Hyla arborea) machte und dokumentierte. Zusammen mit Gaston Guex vom Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften der Universität Zürich startete er im Anschluss ein Experiment, um sie zu validieren.