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Titelthema
Riedfrösche
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Hyperolius
Terraristik
Kurzhorn-Krötenechse
Natur- und Artenschutz
Gelbrandkäfer

Riedfrösche der Gattung Hyperolius sind eine äußerst formenreiche Froschgruppe mit oft attraktiven Farben und Mustern, außerdem bestechen sie durch spannend zu beobachtende Verhaltensweisen. Dass viele Arten sich auch noch sehr leicht pflegen und vermehren lassen, macht sie für die Terraristik hochinteressant. Ein Überblick. von Kriton Kunz

Seit vielen Jahrzehnten wurden Riedfrösche der Gattung Hyperolius für die Terraristik importiert und – zu meist niedrigen Preisen – verkauft, häufig an Ein­steiger. Auf den ersten Blick schien es sich bei diesen oft wunderschön gefärbten und gezeichneten Tieren auch wirklich um ideale Anfängertiere zu handeln. Ins feuchtwarme Tropenterrarium gesetzt, gediehen sie offenbar wochen- oder monatelang bestens. Dann allerdings fiel erst ein Exemplar tot vom Ast, ein zweites folgte. Die restlichen Frösche magerten ab, zeigten Schädigungen der Haut und segneten schließlich ebenfalls das Zeitliche. „So was Blödes! Na ja, Wildfänge eben, da steckt man halt nicht drin“, wurde die Sache häufig abgetan. Entsprechend negative Erfahrungen machten viele Halter, als Beispiele sei auf Polder (1975) oder Heselhaus (1982) verwiesen.

Die Mexikanische Kurzhornkrötenechse ist eine der spannendsten Arten ihrer Gattung. Neben der lebendgebärenden Fortpflanzungsweise hat sie einen sehr ruhigen und angenehmen Charakter. Anfängern in der Krötenechsenhaltung ist sie allerdings nicht zu empfehlen. Erst fortgeschrittene Halter sollten sich an ihr versuchen. Nicht umsonst werden die Krötenechsen seit jeher als „Königsklasse der Terraristik“ betrachtet. von Joschka Schulz

Die Gattung Phrynosoma umfasst derzeit 22 beschriebene Arten (Stand Februar 2018). Bei Phrynosoma orbiculare sind fünf Unterarten anerkannt (nach http://reptile-database.reptarium.cz). Die Bestimmung der Mexikanischen Kurzhornkrötenechse ist recht schwer, selbst mit Hilfe des Bestimmungsschlüssels von Baur & Montanucci (1998). Wichtig ist, dass man das Herkunftsgebiet seiner Tiere kennt; das ist für die Bestimmung der Unterart immens hilfreich. Phrynosoma orbiculare Linnaeus, 1758 ist die erste wissenschaftlich beschriebene Krötenechsenart.

Idylle am Weiher? Alles eine Frage der Perspektive. Für Molchlarven ist der Gelbrandkäfer ein Gegner wie aus einem Horrorfilm, und selbst erwachsene Tiere müssen den wirbellosen Räuber womöglich fürchten. Eine Bestandsaufnahme. von Daniel Jestrzemski

Im Alter von 12 Jahren machte ich mit meinem Vater in einem Hamburger Moorgebiet einen ungewöhnlichen Fang. In einem dunklen und schlammigen Wassergraben von etwa zwei Metern Breite fischten wir im Sommer mit einem Kescher (Netzdurchmesser ca. 18 cm) nach Wassertieren. Bei einem dieser „Fischzüge“ entdeckten wir im Keschernetz sowohl einen adulten Teichmolch (Lissotriton vulgaris) als auch eine ca. 5 cm lange Larve des Gemeinen Gelbrandkäfers (Dytiscus marginalis). Während sich Letztere lebhaft im mitgebrachten Wasserbehälter tummelte, zeigte der Teichmolch zu meiner Enttäuschung keine Lebenszeichen. Wir schlussfolgerten, dass der Schwanzlurch womöglich Opfer eines Angriffs der mitgefangenen Gelb­randkäferlarve geworden war.