Hausschlangen zählen zu den absoluten Top-Arten, wenn es darum geht, relativ klein bleibende, extrem einfach zu haltende und nachzuzüchtende Schlangen für die Terraristik zu stellen. Und im Gegensatz zu Kornnatter & Co brauchen sie nicht einmal eine „harte“ Überwinterung, lassen sich also das ganze Jahr über beobachten. von Kriton Kunz

Dass die Systematik von Hausschlangen der Gattungen Lampr­ophis und Boaedon nicht ganz einfach ist, haben Sie vielleicht bereits im einleitenden Artikel gelesen. Umso einfacher jedoch ist es, die bei uns üblicherweise durch Nachzucht zu bekommenden Arten zu pflegen und zur Vermehrung zu bringen – vor allem die Gestreifte Hausschlange, also den Komplex um Boaedon lineatus (früher Lampr­ophis lineatus).
Aus Afrika, vor allem Tansania, werden regelmäßig Exemplare verschiedener Arten importiert und sehr preiswert angeboten. Als Einsteiger sollte man allerdings besser die Finger von Wildfängen lassen und versuchen, an Nachzuchten zu kommen. Das ist bei Hausschlangen erstaunlicherweise oft gar nicht mal so einfach, da sich leider nicht allzu viele Terrarianer für sie begeistern. Mit etwas Geduld wird man jedoch im Fachhandel, auf Börsen oder über Anzeigenportale sicher fündig.

Haltung im Terrarium
Normalerweise werden Weibchen etwas über einen Meter lang, 130 cm sind schon eher ungewöhnlich. Männchen bleiben kleiner und schlanker. Für ein durchschnittlich großes Pärchen eignet sich somit ein Terrarium ab etwa 100 x 50 x 50 cm.
Als Bodengrund kommen beispielsweise Erde oder Erde-Sand-Gemische infrage. Wird Kleintierstreu eingesetzt, sollte man lieber etwas mehr bezahlen und dafür staubarme Sorten erwerben.
Hausschlangen lieben enge Verstecke, daher sollten Korkröhren und -platten, große Tonscherben und ähnliche Unterschlupfmöglichkeiten reichlich vorhanden sein. Die Tiere klettern auch sehr geschickt, weshalb einige Äste nicht fehlen sollten. Künstliche Pflanzen oder echte Gewächse, am besten direkt im Topf eingesetzt, verschönern das Terrarium...

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 129

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Ein ganz besonderer Reiz geht von grünen Schlangen aus, und davon gibt es in der Terraristik so einige; wunderschöne Arten in Rot, Schwarz, Weiß und anderen Farben ebenfalls. Das aparte Erscheinungsbild der edel gezeichneten Aurora-Hausschlange allerdings ist absolut einzigartig. Dass sie neben ihrer Attraktivität auch noch sehr einfach zu halten und zur Nachzucht zu bringen ist, macht sie vollends zu einem für das Hobby wunderbar geeigneten Pflegling.


Patterson (1988) rühmt die „wundervolle Färbung“ der Aurora-Hausschlange (Lamprophis aurora) und nennt sie „eine der schönsten Schlangen Südafrikas“, Branch (1984) preist sie als eine „wundervoll gezeichnete Art“, und „die Jungtiere dieser Schlange glitzern wie Juwele“ (Branch 1992a). Sollte man da nicht neugierig werden auf eine solche Schönheit?

Hausschlangen sind gnadenlos unterschätzt. Dabei ist ihre Formenvielfalt enorm, Haltung, Pflege und Nachzucht vieler Arten sind nicht schwierig. Ein Streifzug durch die Welt der Hausschlangen.

Was sind Hausschlangen? Ein kurzer Blick auf dieses Heft verdeutlicht, dass der Name nichts mit der Vereinigung der Immobilienbesitzer „Haus und Grund“ zu tun hat. Schlangen mit Haus trifft wohl auch nicht zu. Aber einige Vertreter der Hausschlangen sind echte Kulturfolger und verdingen sich auf bäuerlichen Anwesen als Schädlingsbekämpfer, indem sie die dort vorkommenden Mäuse fressen. So hat sich der Begriff „Hausschlange“ in etlichen europäischen wie auch afrikanischen Sprachen fest etabliert. Diese Vorliebe gilt aber keineswegs für alle Arten aus dieser Verwandtschaftsgruppe. Andere fressen lieber Echsen, Frösche oder Kröten und halten sich eher fern vom Menschen.