Die Brückenechse hat im vergangenen Jahr durch die Entschlüsselung ihres Genoms Schlagzeilen gemacht (z. B. Grolle 2020; siehe REPTILIA Nr. 146). Schon immer haben diese „lebenden Fossilien“ Reptilienfreunde fasziniert. Die einzigen lebenden Exemplare in Deutschland kann man im Berliner Zoo bestaunen. Vereinzelt wurden die Echsen früher aber auch anderswo gehalten – etwa im Kölner Zoo. Andree und Beate Hauschild haben für REPTILIA eine Zeitzeugin interviewt: die Tierpflegerin Margot Schneider, die eines der seltenen Tiere damals versorgt hat. von Andree und Beate Hauschild

REPTILIA: Margot, du warst 1967 noch in der Ausbildung im Kölner Zoo, als ein Geschenk aus Neuseeland bei euch ankam: eine Brückenechse. Erinnerst du dich?
Schneider: Ja, natürlich erinnere ich mich. Das war die Zeit, als das heutige Aquarium noch im Rohbau war. Ein Mitarbeiter brachte damals eine Holzkiste vom Flughafen, Absender war eine Behörde in Neuseeland. Mein Chef Dr. Kühme und ich öffneten die Kiste und bestaunten die Echse, die putzmunter aus dem Behälter kroch. Meine angebotenen Regenwürmer hat sie schwuppdiwupp von der Pinzette gefressen.

„Süßigkeiten, Souvenirs und Spielzeug“ – dies war die offizielle Deklaration zweier Pakete aus Mexiko, die vom Zoll des Flughafens Köln/Bonn am 30. Oktober und 8. November 2020 beschlagnahmt wurden. Neben den deklarierten Süßigkeiten und Spielsachen befanden sich allerdings auch 25 herpetologische Bonbons in der Sendung. Zur Bestimmung und Erstversorgung brachte der Zoll die teils stark gefährdeten und streng geschützten Reptilien umgehend in das Zoologische Forschungsmuseum Koenig in Bonn. Unsere Autoren berichten über die Hintergrunde dieses traurigen Schmuggelfalls. von Philipp Ginal und Inna Rech

Als das erste Paket im Zoologischen Forschungsmuseum Koenig (ZFMK) eintraf, wussten wir selbst noch nicht genau, was uns da erwarten würde. Der Zoll hatte uns nur mitgeteilt, dass zwei lebende sowie mehrere tote Echsen gefunden worden waren. Um den beiden Überlebenden das Schicksal ihrer Artgenossen zu ersparen, wurden die Tiere samt Paket umgehend in das Museum gebracht. Schon beim Öffnen der Sendung kam uns ein beißender Geruch entgegen, der das Schlimmste vermuten ließ.

Der Traum jedes Terrarianers ist frei gestaltbare Fläche irgendeiner Form. Durch den Umzug in ein neues Heim stand unserem Autor ein neuer Raum zur Verfügung, den er für seine Reptilien herrichten konnte. Der Umbau der alten Terrarienanlage zu einer neuen für die aktuellen Bedürfnisse konnte beginnen. Ein in vielerlei Hinsicht lehrreiches Unterfangen. von Joschka Schulz

Man lernt nie aus, erst recht nicht als Terrarianer. Aber in meinem ehemaligen Terrarienraum habe ich über die Jahre einen Arbeitsablauf ausgefeilt, der Sinn ergeben hat. Wichtig bei der Neukonzeptionierung für den neuen Raum ist, dass man sich bei einem solchen Projekt nicht von anderen Menschen reinreden lässt. Ich habe die letzten Jahre nun einmal meine Erfahrungen gemacht und baue darauf mein eigenes, neues System auf, denn ich weiß am besten, wie meine Terrarienhaltung funktioniert und wie nicht. Was man an den Ergebnissen deutlich sieht.

Nur Weiden, Acker, Industrie? Keineswegs! Auch Norddeutschland hat trotz intensiver Landwirtschaft und dicht besiedelter Regionen viele Naturhighlights zu bieten und ist die Heimat für eine ganze Reihe von Amphibien- und Reptilienarten. Vom spektakulär blauen Moorfrosch bis zur Kreuzotter bieten sich hier auch in Lockdown-Zeiten aufregende Herping-Möglichkeiten. von Benny Trapp

Nordrhein-Westfalen
Mit knapp 18 Millionen Einwohnern ist NRW das bevölkerungsreichste Bundesland und gehört zusammengenommen sogar zu den 30 größten Metropolregionen weltweit. Geschuldet ist dies der frühen Industrialisierung, die bis heute einen entsprechenden Einfluss auf Natur und Landschaft hat. Ohne die dauerhafte Entwässerung weiter Teile des Ruhrgebiets durch Abpumpen und Kanalisierung der Fließgewässer würden beispielsweise etliche Städte, die während der aktiven Bergbauzeit unterhalb des Grundwasserspiegels erbaut wurden, schlicht überflutet. Entstehen würde eine gigantische Seenplatte, auf deren Grund ganze Großstädte wie Essen liegen würden. Durch den Kohlebergbau wurde die Erdoberfläche in einigen Regionen um weit mehr als 15 m gesenkt. Nichts hier ist also, insbesondere auch in den großflächig abgebauten Braunkohlerevieren, noch irgendwie natürlichen Ursprungs.

Zwischen Alpen, Thüringer Wald und Mittelrheintal liegen nicht nur einige der bekanntesten Touristenregionen Deutschlands, sondern auch zahlreiche interessante Ziele für Tagesausflüge. Für Amphibien- und Reptilienfreunde gibt es hier viel zu entdecken. Neben klassischen Ausflugszielen lohnen mitunter auch Steinbrüche oder die Umgebung von ehemaligen Truppenübungsplätzen die Suche. von Benny Trapp

Im Folgenden möchte ich ein paar Anregungen geben, wie man sich auch ohne Fernreise das Leben etwas versüßen kann, ohne dabei verantworten zu müssen, dass bestimmte Naturbereiche überlaufen werden. In diesem Artikel sollen zunächst der Süden und die Mitte Deutschlands behandelt werden.

Die zweite Corona-Welle ist da, der zweite Lockdown auch, und niemand weiß, wann man wieder problemlos reisen können wird. Je nach Wohnort darf man mitunter nicht einmal weiter als 15 Kilometer wegfahren. Keine Chance also, Amphibien und Reptilien in freier Natur zu beobachten? Von wegen! Spannende Entdeckungen lassen sich immer machen. Aber bitte rücksichtsvoll, der Natur und den Tieren gegenüber! Naturfotograf Benny Trapp weiß, wie’s geht. von Benny Trapp

Herping vor der Haustür – das klingt für manche leichter als für andere, je nachdem, wo man halt zu Hause ist. Wohnt man mitten in der City, wird man es gewöhnlich schwerer haben, Wildtiere in Fußentfernung zu beobachten, als am Stadtrand oder auf dem Land. Aber auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel, denn einige Amphibien und Reptilien haben es durchaus geschafft, bis in die Zentren der Zivilisation zu gelangen und sich dort zu etablieren.

Auch das bestgepflegte Terrarientier stirbt eines Tages. Mancher Besitzer wünscht sich, den wirbellosen Pflegling dauerhaft als Präparat zu behalten. In Museumssammlungen sind Präparationen von Wirbellosen weit verbreitet, allerdings geht es dabei nicht um eine attraktive Präsentation. Aber auch diese ist möglich! von Jörg Petzold

Seit 17 Jahren präpariere ich hauptberuflich wildlebende Tiere, meist Säugetiere und Vögel, aber auch Haustiere. Darunter fallen neben Hermelin, Fuchs, Fasan und Co. auch nicht alltägliche Aufträge, wie z. B. Ganzpräparate von Bär, Keiler und Biber oder auch in zunehmender Anzahl Tiere aus Terrarienhaltung, von Schlangen über Echsen bis hin zu Schildkröten.

Derzeit sind sechs Leopardgecko-Arten der Gattung Eublepharis beschrieben, die in Südwest- und Südasien verbreitet sind. Entgegen dem weit verbreiteten Bild in der Terraristik bewohnen sie keineswegs nur steinige Halbwüsten. Der „normale“ Leopardgecko E. macularius kommt in einem breiten Spektrum von Lebensräumen vor, während seine Verwandten mitunter gänzlich andere Lebensraumtypen bevorzugen. Schlüsselfaktor ist hierbei immer das Klima. von Frank Krönke

Es sind derzeit sechs Leopardgeckoarten beschrieben: Der Iranische Fettschwanzgecko (E. angramainyu), der Pakistanische oder Gewöhnliche Leopardgecko (E. macularius), der Turkmenische Leopardgecko (E. turcmenicus), der Westindische Leopardgecko (E. fuscus), der Satpura-Leopardgecko (E. satpuraensis) und der Ostindische Leopardgecko (E. hardwickii).
Im Deutschen werden alle Geckos der Gattung Eublepharis sowohl als Fettschwanzgeckos als auch als Leopardgeckos bezeichnet (z. B. Seufer et al. 2005). Ein guter Bestimmungsschlüssel für die Arten wurde von Mirza et al. (2014) publiziert.

Gebietsfremde Arten sind am Alpenfluss Inn mittlerweile mehr Regel als Ausnahme. Egal ob Schildkröte, Aquarien-, Teich- oder Besatzfisch – sie alle stellen eine ernste Bedrohung für die heimische Artenvielfalt dar. Doch das Eindämmen der „invasiven Arten“ gleicht einer Sisyphos-Arbeit. von Lisa Reggentin

Wege kontrollieren, Pflanzen beschneiden, Infotafeln aufstellen, Müll einsammeln und über die Verhaltensregeln in der Natur informieren. So oder ähnlich sieht ein normaler Arbeitstag in einem Schutzgebiet aus. Hin und wieder sind die Aufgaben im Alltag der Schutzgebietsbetreuer*innen aber weitaus kniffliger – und der Erfolg ist nicht immer garantiert: Gemeint ist der Kampf gegen invasive gebietsfremde Arten (Invasive Alien Species). Diese siedeln sich neu auf einem Territorium an, das eigentlich nicht zu ihrem ursprünglichen Lebensraum zählt. Zu den sogenannten Neophyten gehören laut Definition alle Pflanzen, die nach 1492 – dem Jahr der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus – bewusst oder unbewusst in ein neues geografisches Gebiet gelangt sind. Bei Tieren spricht man dann von Neozoen.

Boas zählen zu den Evergreens der Terraristik. Heute gelingt sogar die Nachzucht solcher Spezies, die sich bis vor einiger Zeit nicht einmal langfristig halten ließen. Auch die Erhaltungszucht bedrohter Arten und Unterarten gewinnt an Bedeutung. von Kriton Kunz

Boa constrictor ist wohl der einzige wissenschaftliche Name einer Schlange überhaupt, der selbst Laien ein Begriff ist. Er steht im Mainstream schon immer stellvertretend für Exotik, Gefahr aus dem Hinterhalt, eine „Würgeschlange“ mit gewaltiger Kraft – ein sehr schräges Bild dieser Art und ihrer Boa-Verwandtschaft, das sich da im öffentlichen Bewusstsein etabliert hat.