Gebietsfremde Arten sind am Alpenfluss Inn mittlerweile mehr Regel als Ausnahme. Egal ob Schildkröte, Aquarien-, Teich- oder Besatzfisch – sie alle stellen eine ernste Bedrohung für die heimische Artenvielfalt dar. Doch das Eindämmen der „invasiven Arten“ gleicht einer Sisyphos-Arbeit. von Lisa Reggentin

Wege kontrollieren, Pflanzen beschneiden, Infotafeln aufstellen, Müll einsammeln und über die Verhaltensregeln in der Natur informieren. So oder ähnlich sieht ein normaler Arbeitstag in einem Schutzgebiet aus. Hin und wieder sind die Aufgaben im Alltag der Schutzgebietsbetreuer*innen aber weitaus kniffliger – und der Erfolg ist nicht immer garantiert: Gemeint ist der Kampf gegen invasive gebietsfremde Arten (Invasive Alien Species). Diese siedeln sich neu auf einem Territorium an, das eigentlich nicht zu ihrem ursprünglichen Lebensraum zählt. Zu den sogenannten Neophyten gehören laut Definition alle Pflanzen, die nach 1492 – dem Jahr der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus – bewusst oder unbewusst in ein neues geografisches Gebiet gelangt sind. Bei Tieren spricht man dann von Neozoen.

Boas zählen zu den Evergreens der Terraristik. Heute gelingt sogar die Nachzucht solcher Spezies, die sich bis vor einiger Zeit nicht einmal langfristig halten ließen. Auch die Erhaltungszucht bedrohter Arten und Unterarten gewinnt an Bedeutung. von Kriton Kunz

Boa constrictor ist wohl der einzige wissenschaftliche Name einer Schlange überhaupt, der selbst Laien ein Begriff ist. Er steht im Mainstream schon immer stellvertretend für Exotik, Gefahr aus dem Hinterhalt, eine „Würgeschlange“ mit gewaltiger Kraft – ein sehr schräges Bild dieser Art und ihrer Boa-Verwandtschaft, das sich da im öffentlichen Bewusstsein etabliert hat.

Aus der Gattung Rhinoclemmys ist in der Terraristik vor allem die Pracht-Erdschildkröte (R. pulcherrima) etabliert. Die Amerikanischen Erdschildkröten umfassen jedoch noch etliche weitere, teils hochattraktive Arten – mit Kolumbien als einem Hotspot ihrer Diversität, wie unser dort heimischer Autor zu berichten weiß. von Jorge Cañas-Orozco

In der Mythologie des Hinduismus ruht die Erde auf vier Elefanten, die von einer Schildkröte getragen werden. Ganz ähnlich verhält es sich in der Tradition einiger Stämme der nordamerikanischen Ureinwohner, nur dass der Planet hier direkt auf dem Panzer des Reptils ruht. Die japanische Mythologie wiederum gibt nicht der Erde, sondern dem Paradies der Unsterblichen einen Platz auf der Schildkröte. Ähnliche Geschichten entstanden im Lauf der Zeiten rund um den Globus.

Sie sind die Erdferkel unter den Schildkröten – und gleichzeitig perfekte Terrarientiere für Freunde terrestrisch lebender Schildkröten, die keine Freilandanlagen besitzen. Dabei haben Amerikanische Erdschildkröten der Gattung Rhinoclemmys bisher leider zu wenig Aufmerksamkeit in der Terraristik erhalten. Weil sie zu häufig und zu billig angeboten werden – oder gar nicht. von Stephan Ettmar

Erdschildkröten der Neuen Welt werden taxonomisch in der Gattung Rhinoclemmys zusammengefasst. Sie gehören stammesgeschichtlich zu den Altwelt-Sumpfschildkröten (Geoemydidae), die ihren Verbreitungsschwerpunkt sonst eigentlich in Südostasien haben. Innerhalb dieser Familie werden sie jedoch als eigene Subfamilie angesehen, die nicht näher mit den in der Alten Welt vorkommenden Arten verwandt ist. Sie bilden also sozusagen das Gegenstück zu den Europäischen Sumpfschildkröten (Emys sp.), welche die einzigen Vertreter der Neuweltlichen Sumpfschildkröten (Emydidae) in der Alten Welt sind.

Die USA sind Heimat einer Reihe recht klein bleibender Schildkrötenarten. In ihrer Lebensweise und damit auch in ihren Haltungsansprüchen unterscheiden sich die fünf in diesem Beitrag vorgestellten Spezies zwar, allen gemein ist jedoch, dass es sich um äußerst liebenswerte Pfleglinge handelt, die aufgrund ihrer geringen Größe besonders gut für die private Haltung geeignet sind.von Leo Spinner

Ob Sie gerade Ihre ersten Erfahrungen mit Schildkröten sammeln oder schon ein Leben lang mit diesen beeindruckenden Geschöpfen arbeiten: Man kann mit Sicherheit sagen, dass wir alle auf derselben Seite stehen, was unsere Faszination für sie betrifft.

Antonia Pachmann schrieb während ihrer herpetologischen Reisen 2007 bis 2010 und 2011 bis 2013 regelmäßige Kolumnen für die REPTILIA. Zwischenzeitlich hat sie ihr Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nachgeholt und an der Universität Leipzig Biologie studiert. Dieser Artikel ist eine gekürzte Version ihrer Bachelorarbeit, in der sie sich natürlich mit Reptilien beschäftigt hat – mit Grünen Wasseragamen. Nach einer Freiwilligenarbeit bei einem Kobra-Projekt in Thailand in diesem Jahr ist nun ein Herpetologie-Master-Studium in Brüssel geplant. von Antonia Pachmann

Die Tierhaltung in zoologischen Gärten hat in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Mit steigender Habitatzerstörung und Gefährdung ganzer Taxa rückt Artenschutz zunehmend in den Fokus der Aufmerksamkeit. Mittlerweile sind 40 % aller erfassten Amphibienarten, ein Viertel der Säugetiere und jede achte Vogelart bedroht. Viele zoologische Einrichtungen sind daher bemüht, einen Beitrag zu deren Schutz zu leisten.

Bizarre Hautkämme, Stacheln, Drachenköpfe – Wasseragamen und Segelechsen gehören zu den eindrucksvollsten Echsen überhaupt. Die Riesen unter den Agamen haben teils eine lange Tradition als Terrarientiere, sind aber etwas aus der Mode gekommen. Segel­echsen gelten bis heute als schwierig. Doch alle diese Wasserdrachen lohnen eine intensive Beschäftigung mit ihnen – ausreichend Platz vorausgesetzt. von Oliver Fischer

Agamen bilden innerhalb der Schuppenkriechtiere eine prominente Familie mit über 300 Arten, die sich die unterschiedlichsten Lebensräume – von der Wüste bis zu tropischen Wäldern – in der Alten Welt und Australien erschlossen haben.

Viele Skorpione sind für den Menschen harmlos – der Gelbe Mittelmeerskopion ist es nicht. Dafür zeigt er ein faszinierendes Fortpflanzungsverhalten. Unser Autor konnte die selten anzutreffenden Tiere während einer Auslandsmission im natürlichen Verbreitungsgebiet beobachten. von Hans Esterbauer

Skorpione gehören zu den Spinnentieren (Arachnida) und sind urtümliche Vertreter dieser Klasse. Wie Fossilienfunde bekunden, leben sie schon seit mindestens 400 Millionen Jahren auf der Erde und sind damit die ältesten aller terrestrischen Arthropoden. Ihre Gestalt hat sich seither kaum verändert.
Alle Skorpione produzieren Gift, um Beutetiere zu töten, doch nur etwas mehr als zwei Dutzend Arten – die nahezu alle aus der Familie Buthidae kommen, mit Ausnahme der Hemiscorpiidae (allen voran Hemiscorpius lepturus) –, können Menschen ernsthaft gefährlich werden.

Der Niederländer Matthijs Kuijpers ist einer der international bekanntesten Amphibien- und Reptilienfotografen. Fast 2.000 der kaltblütigen Geschöpfe hat er nach eigenen Angaben inzwischen fotografiert und besitzt damit die vermutlich weltgrößte Kollektion an solchen Fotos. Einige der schönsten Bilder zeigt er nun auch den Lesern der REPTILIA. von Heiko Werning

Alles fing an wie bei so vielen von uns: Im Alter von zehn Jahren bekam der reptilienbegeisterte Matthijs Kuijpers aus Rotterdam seine erste Schlange. Dabei sollte es nicht bleiben. Bald schon war das Kinderzimmer zugestellt, mit 16 brauchte er ein eigenes Terrarienzimmer. Eine typische Terrarianerkarriere also.