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Nordamerik. Kleinleguane
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Mal wieder ein kleiner nordamerikanischer Leguan, der aus dem heutigen Rampenlicht der Terraristik gestoßen wurde. Bei wenigen noch ein gefeierter Klassiker, wartet der Seitenfleckleguan heimlich und geduldig auf sein Comeback auf der großen Bühne. Denn die Beschäftigung mit den kleinen Kerl­chen lohnt unbedingt: Sie sind hübsch, zeigen ein interessantes Verhalten und sind aufgrund ihrer geringen Größe sehr gut im Zimmerterrarium zu halten. von Joschka Schulz

Ich selber pflegte schon vor vielen Jahren einen Seitenfleckleguan, er war sogar meine zweite Echse überhaupt. Damals als „Kumpel“ für meine Krötenechse eingesetzt, turnte „Gerda“, das Seitenfleckleguanweibchen, munter in meinem Terrarium umher. Heute sind Seitenfleckleguane kaum noch zu erhalten. Auf Messen sind die Tiere fast ganz verschwunden, und wenn Wildfänge angeboten werden, sind es meist nur adulte Männchen, die es aufgrund der geringen Lebenserwartung der Tiere leider selten lange im Terrarium machen. Daher entschied ich mich nach mehreren fehlgeschlagenen Anläufen zu einem privaten Import von vier Tieren mit bekanntem Fundort.

Systematik
Seitenfleckleguane bilden in der Familie der Krötenechsenverwandten (Phrynosomatidae) die Gattung Uta. Zu ihr gehören derzeit sieben Arten. Uta stansburiana wurde 1852 von Baird & Girard wissenschaftlich beschrieben und wird inzwischen in sieben Unterarten aufgeteilt (siehe Reptile Database, http://reptile-database.reptarium.cz, Stand November 2017). Das Typusexemplar von Uta stansburiana wurde aus Utah beschrieben, worauf der heutige Gattungsname zurückzuführen ist. Der Artname stansburiana ist auf den US-Major, Vermessungstechniker und Leiter der Expedition zum Fundort des Typusexemplars Howard S. Stansbury zurückzuführen.

Merkmale
Seitenfleckleguane erreichen nur etwa 70 mm Kopf-Rumpf-Länge und eine Gesamtlänge von bis zu 16 cm beim Männchen, die Weibchen bleiben geringfügig kleiner. Wegen ihrer geringen Größe müssen diese Leguane sehr viele Fressfeinde fürchten. Dementsprechend ist ihre Vermehrungsrate hoch. Sie sind mitunter die am häufigsten anzutreffenden Echsen in ihrem Verbreitungsgebiet.
Die Tiere können sehr variabel gezeichnet sein. So treten neben „normal“ gefleckten Leguanen auch gestreifte oder zeichnungslose Varianten auf. Weibchen bilden eine schwache Trächtigkeitsfärbung aus. Typisch für den Seitenfleckleguan ist der namensgebende dunkle Fleck in der Achselregion. Dieser ist bei den Männchen stärker ausgeprägt als bei den Weibchen. Er ist jedoch nicht immer vorhanden. Uta stansburiana besitzt ein äußerlich gut sichtbares Trommelfell, das nicht von Schuppen überstanden oder bedeckt ist.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 131