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Der Leopardgecko – gähn? Alles schon bekannt? Schon hundert Mal gelesen? Na, mal sehen! Dieser Klassiker ist immer noch eines der attraktivsten Terrarientiere und jedem Einsteiger wärmstens ans Herz zu legen. Aber auch „alten Hasen“ bietet er sicherlich noch manche Überraschung. Und dafür muss man nicht einmal auf die stetig wachsende Zahl an Farbmorphen schauen. Auch der gute, alte Natur-Leopardgecko vermag nach wie vor zu faszinieren! von Frank Krönke

Tiere, die in der Terraristik boomen, zeigen meist fünf charakteristische Eigenschaften:
1) Sie sind tendenziell ökologische Generalisten und daher meistens auch weit verbreitet, oder ihre Lebensansprüche treffen zufällig gut die häuslichen Haltungsbedingungen. Beides führt dazu, dass sie wenig empfindlich gegenüber Haltungsfehlern sind.
2) Sie sind häufig ansprechend gefärbt und gemustert, außerdem zeigen sie eine hohe Variabilität dieser Merkmale. Dementsprechend treten auch Farb- und Zeichnungsvarianten auf.
3) Sie sind unproblematisch in der Ernährung.
4) Sie sind leicht zu vermehren.
5) Sie zeigen ein „freundliches“, oft schon haustierartiges Wesen.

Auch im Terrarium kann man immer noch spannende Beobachtungen an Leopardgeckos tätigen, und noch längst nicht alle Fragen sind geklärt. Gleichzeitig tun sich ganz neue Betätigungs- und Diskussionsfelder auf - nicht zuletzt durch die Massen an Farbzuchten. Einige Facetten zum vielleicht populärsten Terrarientier überhaupt. von Frank Krönke

Über die richtige Haltung von Leopardgeckos im Terrarium ist bereits viel und gut geschrieben worden (z. B. Seufer et al. 2005; Grießhammer & Köhler 2009; Henkel & Schmidt 2013; Duscha & Drewes 2015), weshalb ich an dieser Stelle nur auf die häufigsten Haltungsfehler hinweisen möchte:

  • Zu warme und trockene Terrarien, in denen die Tiere nicht (ausreichend) zwischen warm und kühler sowie zwischen trocken und (leicht) feucht wählen können. Leopardgeckos sind zwar sehr robust und tolerieren auch Fehler erstaunlich gut, doch geht es ja nicht darum, was die Tiere (gerade noch) aushalten, sondern wie die Optimalbedingungen aussehen!
  • Kalzium- und Vitaminmangel in der Ernährung, besonders bei Weibchen, die regelmäßig Gelege produzieren
  • Überfütterung führt zu trägen, wurstartigen Geckos und ist der Gesundheit und dem Wohlbefinden abträglich

Derzeit sind sechs Leopardgecko-Arten der Gattung Eublepharis beschrieben, die in Südwest- und Südasien verbreitet sind. Entgegen dem weit verbreiteten Bild in der Terraristik bewohnen sie keineswegs nur steinige Halbwüsten. Der „normale“ Leopardgecko E. macularius kommt in einem breiten Spektrum von Lebensräumen vor, während seine Verwandten mitunter gänzlich andere Lebensraumtypen bevorzugen. Schlüsselfaktor ist hierbei immer das Klima. von Frank Krönke

Es sind derzeit sechs Leopardgeckoarten beschrieben: Der Iranische Fettschwanzgecko (E. angramainyu), der Pakistanische oder Gewöhnliche Leopardgecko (E. macularius), der Turkmenische Leopardgecko (E. turcmenicus), der Westindische Leopardgecko (E. fuscus), der Satpura-Leopardgecko (E. satpuraensis) und der Ostindische Leopardgecko (E. hardwickii).
Im Deutschen werden alle Geckos der Gattung Eublepharis sowohl als Fettschwanzgeckos als auch als Leopardgeckos bezeichnet (z. B. Seufer et al. 2005). Ein guter Bestimmungsschlüssel für die Arten wurde von Mirza et al. (2014) publiziert.