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Titelthema
Einheimische Schlangen
Nachzucht
Sechsstreifenskink
Reise
USA, New Mexico
Reportage
Schaben

Wer sagt, dass einheimische Schlangen nicht spektakulär sein können? Die größte Vertreterin ist die Äskulapnatter. Sie hat schon die Menschen in der Antike schwer beeindruckt und gilt bis heute als Symbol für die Heilkunst. Überraschungen sind bei einer Sichtung nie ausgeschlossen. von Hans Esterbauer

Die Äskulapnatter, Zamenis longissimus (Laurenti, 1768), gehört zur Unterfamilie Colubrinae (Land- und Baumnattern) aus der Familie Colubridae (Echte Nattern). Der Gattungsname kommt aus dem Griechischen: „zamenes“ = „rasend“, „tobend“, „mächtig“. Der lateinische Artname bedeutet so viel wie: „längste“ oder „sehr lang“. Passend, denn bei der Äskulapnatter handelt es sich um unsere größte einheimische Schlange.

Lockdown und kein Ende? Keine Frühjahrsreise in den Süden möglich? Kein Grund zum Verzagen: In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es zwar nicht sehr viele Schlangenarten, eine Begegnung mit ihnen ist dafür aber immer etwas Besonderes – und für viele schon so überraschend, dass sie erschrocken sofort Polizei oder Feuerwehr rufen, wenn sich mal eine Ringelnatter in ihre Nähe verirrt. Grund genug, sich endlich einmal wieder etwas eingehender mit der einheimischen Schlangenfauna zu beschäftigen. Und selbst erfahrene Terrarianer werden da noch manche Überraschung und Begegnung erleben, die den Vergleich zu einer solchen mit exotischen Schlangen anderer Länder nicht zu scheuen brauchen. von Benny Trapp

In Deutschland sind insgesamt sieben Schlangenarten verbreitet, in Österreich sind es derer sechs (eine weitere ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts ausgestorben bzw. verschollen), und die Schweiz zählt sogar stolze neun Schlangenarten zu ihrer heimischen Herpetofauna.

Die Kreuzotter zeichnet sich neben ihrer hohen Toleranz gegenüber kalten und rauen Lebensräumen auch durch ihre Farb- und Zeichnungsvielfalt aus. Diese zeigt sich in diversen Lokalformen und bei Verbreitungsschwerpunkten, aber immer wieder kommt es auch durch genetische Mutationen zu komplett „neuen“ Farb- oder Zeichnungsausprägungen. Dieser Artikel soll einen kleinen Überblick über diese Vielfalt bieten und den aktuellen Stand der Farbformen und besonderer Einzelfunde dokumentieren – ohne Anspruch auf Vollständigkeit. von Andre Schmid

Wenn man die Zeichnungsvielfat der Kreuzotter betrachtet, muss man beachten, dass auch die „normale“ Varianz der „normalen“ Färbung schon durchaus „bunte“ Vipern hervorbringen kann. Auch sind zu sämtlichen Farbvarianten unzählige Nuancen der Zwischenstufen möglich, die diesen Artikel bei weitem sprengen würden.
Durch die stetige Zunahme der naturbegeisterten und reptilienaffinen Naturbeobachter, Naturfotografen und natürlich auch „Herper“ sind bereits viele besonders gefärbte Kreuzottern gefunden worden. Dank der mittlerweile erschwinglichen Kameratechnik gibt es inzwischen auch zu vielen besonderen Funden Fotobelege, die außergewöhnliche Tiere aussagekräftig dokumentieren.

Die kleinste einheimische Schlange ist auch zugleich die am wenigsten beachtete. Die Schlingnatter ist eine Meisterin der Heimlichtuerei. Dabei lohnt sie einen genaueren Blick. von Hans Esterbauer

Die Schling- oder Glattnatter gehört wie alle unsere heimischen Natternarten zur Unterfamilie Colubrinae aus der Familie der Colubridae. Coronella austriaca wurde 1768 vom österreichischen Arzt, Naturforscher, Herpetologen und Zoologen Josephus Nicolaus Laurenti anhand von Exemplaren aus dem Wiener Raum beschrieben und der von ihm eigens geschaffenen Gattung Coronella zugeordnet. Der heute gültige wissenschaftliche Name Coronella austriaca wurde von der mitunter herz- oder kronenförmigen Hinterkopfzeichnung (lat. coronella = Krönchen) sowie dem Herkunftsland des ersten beschriebenen Tiers (lat. austriaca = österreichisch) abgeleitet.
Ihr Trivialname Schlingnatter bezieht sich auf die Art des Tötens der Beute durch Konstruktion (Erdrücken). Der Name Glattnatter ist auf das sehr glatte Schuppenkleid – die Schuppen sind nicht gekielt – zurückzuführen.