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Enrichment ist in der Reptilienhaltung noch eine relativ neue Haltungsstrategie. Wie kann man die Umwelt seiner Tiere ganz konkret anreichern, um ihnen ein spannenderes, aktiveres und insgesamt noch besseres Leben zu ermöglichen? Einige Beispiele aus der Praxis. von Frank Kröhnke

Herausforderungen bei der Fütterung
Unter den vergleichsweise wenigen Veröffentlichungen zum Thema Reptilien-Enrichment gibt es einen Artikel aus einem Britischen Zoo (Bryant & Kother 2015), der beschreibt, dass Papua-Weichschildkröten (Carettochelys insculpta) einem mit Fisch gefüllten ballartigen Hundespielzeug einige Aufmerksamkeit widmeten und hingebungsvoll die Nahrung dort „herausarbeiteten“.

Enrichment bedeutet, durch Umweltreize das Wohlbefinden der Tiere zu steigern. Aber welche Bereiche der Umwelt können im Terrarium überhaupt gewinnbringend verändert werden? Ist jede Form von zusätzlichen Reizen gut? Ist Stressfreiheit überhaupt erstrebenswert? Die Beschäftigung mit diesen Themen bedeutet regelmäßige Lernprozesse – für die Tiere wie für den Halter. von Frank Kröhnke

In der Tierhaltung im Allgemeinen und in der Terraristik im Besonderen werden mitunter konträre Ansichten bezüglicher der „optimalen“ Haltungsform einer Art vertreten. Ich denke, dass dies an sich etwas Positives ist und unsere Sichtweise erweitert. Weniger zielführend sind dagegen manche Debatten und deren Auswüchse, wie sie gerne in diversen Internetforen geführt werden.

„Enrichment“ – was ist das denn nun schon wieder? Viele haben den Begriff vielleicht schon mal im Zusammenhang mit der Zootierhaltung gehört. Oder gesehen, was er bedeuten kann, wenn sie im Zoo Affen beobachtet haben, die kleine Leckerbissen aus Kisten herauspulen mussten. Aber bei Reptilien? Das Enrichment-Konzept geht über eine reine Beschäftigungstherapie für gelangweilte Zootiere weit hinaus – und kann auch in der Terraristik Anwendung finden. Und dabei helfen, Terrarientiere aktiver und artgerechter zu halten. von Frank Kröhnke

Viele Leser werden sich nach dem Betrachten des Covers dieser REPTILIA vielleicht gefragt haben: „Was bedeutet Enrichment überhaupt?“ Um diesen Begriff zu erklären, zäume ich das Pferd von hinten auf. Zwei Beispiele:

  • Ein Zimmer mit Fenster und Toilette, ein Sofa, ein voller Kühlschrank und ein Fernseher – das wäre für einen Menschen eine Grundausstattung, die sein Leben sichern würde. Dennoch wären viele unter diesen Bedingungen langfristig nicht glücklich.
  • Das Gegenteil von Enrichment wäre ein völlig leeres Terrarium zur Haltung eines Reptils. Da dieser Zustand jedoch nicht mit den Maßgaben des Tierschutzgesetzes konform ist, gehen wir davon aus, dass die Behältergröße den Mindestanforderungen entspricht, und fügen unserem leeren Terrarium noch eine Wärmelampe, Bodengrund, eine Versteckmöglichkeit und ein kleines Wasserschälchen hinzu. Nun haben wir die gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen erfüllt.