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Die zweite Corona-Welle ist da, der zweite Lockdown auch, und niemand weiß, wann man wieder problemlos reisen können wird. Je nach Wohnort darf man mitunter nicht einmal weiter als 15 Kilometer wegfahren. Keine Chance also, Amphibien und Reptilien in freier Natur zu beobachten? Von wegen! Spannende Entdeckungen lassen sich immer machen. Aber bitte rücksichtsvoll, der Natur und den Tieren gegenüber! Naturfotograf Benny Trapp weiß, wie’s geht. von Benny Trapp

Herping vor der Haustür – das klingt für manche leichter als für andere, je nachdem, wo man halt zu Hause ist. Wohnt man mitten in der City, wird man es gewöhnlich schwerer haben, Wildtiere in Fußentfernung zu beobachten, als am Stadtrand oder auf dem Land. Aber auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel, denn einige Amphibien und Reptilien haben es durchaus geschafft, bis in die Zentren der Zivilisation zu gelangen und sich dort zu etablieren.

Zwischen Alpen, Thüringer Wald und Mittelrheintal liegen nicht nur einige der bekanntesten Touristenregionen Deutschlands, sondern auch zahlreiche interessante Ziele für Tagesausflüge. Für Amphibien- und Reptilienfreunde gibt es hier viel zu entdecken. Neben klassischen Ausflugszielen lohnen mitunter auch Steinbrüche oder die Umgebung von ehemaligen Truppenübungsplätzen die Suche. von Benny Trapp

Im Folgenden möchte ich ein paar Anregungen geben, wie man sich auch ohne Fernreise das Leben etwas versüßen kann, ohne dabei verantworten zu müssen, dass bestimmte Naturbereiche überlaufen werden. In diesem Artikel sollen zunächst der Süden und die Mitte Deutschlands behandelt werden.

Nur Weiden, Acker, Industrie? Keineswegs! Auch Norddeutschland hat trotz intensiver Landwirtschaft und dicht besiedelter Regionen viele Naturhighlights zu bieten und ist die Heimat für eine ganze Reihe von Amphibien- und Reptilienarten. Vom spektakulär blauen Moorfrosch bis zur Kreuzotter bieten sich hier auch in Lockdown-Zeiten aufregende Herping-Möglichkeiten. von Benny Trapp

Nordrhein-Westfalen
Mit knapp 18 Millionen Einwohnern ist NRW das bevölkerungsreichste Bundesland und gehört zusammengenommen sogar zu den 30 größten Metropolregionen weltweit. Geschuldet ist dies der frühen Industrialisierung, die bis heute einen entsprechenden Einfluss auf Natur und Landschaft hat. Ohne die dauerhafte Entwässerung weiter Teile des Ruhrgebiets durch Abpumpen und Kanalisierung der Fließgewässer würden beispielsweise etliche Städte, die während der aktiven Bergbauzeit unterhalb des Grundwasserspiegels erbaut wurden, schlicht überflutet. Entstehen würde eine gigantische Seenplatte, auf deren Grund ganze Großstädte wie Essen liegen würden. Durch den Kohlebergbau wurde die Erdoberfläche in einigen Regionen um weit mehr als 15 m gesenkt. Nichts hier ist also, insbesondere auch in den großflächig abgebauten Braunkohlerevieren, noch irgendwie natürlichen Ursprungs.