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Der Palmatogecko (Pachydactylus rangei) ist an sich schon ein einzigartiger Gecko. Neben seinen charakteristischen Augen und der nahezu transparenten Haut besitzt er als einzige Geckoart „Schwimmhäute“ zwischen den Zehen aller vier Füße, die ihm auch den Namen „Schwimmfußgecko“ eingebracht haben. Nun kommt eine weitere bemerkenswerte Eigenart hinzu. von David Prötzel

Die „Schwimmhäute“ des Palmatogeckos sind eine Anpassung an sein Leben in den Sanddünen der Namib-Wüste. Sie ermöglichen ihm, auf besonders effiziente Art im lockeren Sand zu graben (Russell & Bauer 1990). Ihr besonderes Erscheinungsbild und das aktive Verhalten machen den Pal­matogecko zu einem interessanten Terrarienbewohner. Versuchshalber leuchtete ich meine Tiere im Terrarium mit einer UV-Lampe an – und sie strahlten fast schon grell zurück. Um die Augen und entlang der Flanken zeigen die Geckos eine starke neongrüne Fluoreszenz.

„Frosch leuchtet im Dunkeln”, „Chamäleons mit Disco-Effekt“ oder auch „Geckos leuchten unter UV-Licht neongrün“ – in letzter Zeit überschlugen sich geradezu die Meldungen über die Entdeckung fluoreszierender Reptilien- und Amphibienarten. Bis vor wenigen Jahren war das Phänomen der Biofluoreszenz fast ausschließlich von marinen Organismen bekannt. Nun zeigt sich, dass es viel weiter verbreitet ist als angenommen. von David Prötzel

Zahlreiche Korallen und Schwämme erscheinen unter Blaulicht gelb oder auch rot, was dank neuer LED-Technik in Aquarien eindrucksvoll in Szene gesetzt werden kann. Kürzlich wurde Fluoreszenz sogar bei über 180 Knochenfischarten (Sparks et al. 2014) und zwei Haiarten nachgewiesen. Im Rahmen dieser Untersuchungen wurde auch die Fähigkeit, zu fluoreszieren, des Panzers einer Schildkröte, der Echten Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata), entdeckt.

Biologische Entdeckungen kann man mittlerweile nicht nur in der Natur machen, sondern auch beim Surfen im Internet – die Zeiten ändern sich! So stießen unser Autor und seine Kollegen von der Zoologischen Staatssammlung München bei einer Fotocommunity auf ein Bild von Paul Bertner, das die kleine, unscheinbar gefärbte madagassische Chamäleonart Calumma gastrotaenia unter zusätzlicher UV-Beleuchtung zeigte. Das eigentlich einheitlich grün gefärbte Tier hatte nun blaue Punkte hinter dem Auge, die die Forscher in dieser Form noch nie gesehen hatten – der Auftakt zu einer aufregenden Entdeckung! von David Prötzel

Von dem überraschenden Internetfoto neugierig geworden, beleuchteten wir die in Alkohol gelagerten Chamäleons der Zoologischen Staatssammlung München und entdeckten tatsächlich bei vielen Arten fluoreszierende Muster im Kopfbereich. Erdchamäleons der Gattung Brookesia fluoreszieren sogar entlang des ganzen Körpers. Der Effekt ist nicht mehr sichtbar bei Exemplaren, die länger als 20 Jahre gelagert waren, und natürlich am eindrucksvollsten bei lebenden Tieren. So konnte ich auch bei meinem zu Hause gepflegten Pantherchamäleonmännchen einen beeindruckenden fluoreszierenden „Kranz“ am Kopf erkennen.

Ob im Terrarium zu Hause oder bei Reisen unterwegs – wohl jeder ambitioniertere Fotograf unter den Terrarianern würde gerne mal fluoreszierende Skorpione so ablichten, wie man sie nachts bei Exkusionen mit der UV-Lampe sieht. Benny Trapp ist professioneller Naturfotograf. Im Gespräch mit REPTILIA-Redakteur Heiko Werning verrät er, wie man mit einer normalen digitalen Spiegelreflexkamera eindrucksvolle Bilder von „Leuchtskorpionen“ hinbekommt. von Heiko Werning

REPTILIA: Wohl jeder Terrarianer ist fasziniert von den Bildern nachts fluoreszierender Amphibien und Reptilien. Am bekanntesten und besonders auffällig ist dieser Effekt ja bei Skorpionen. Was gibt es zu beachten, wenn man solche Bilder auch einmal schießen möchte, zum Beispiel, wenn man im Urlaub in Süd­europa oder anderswo unterwegs ist?