Das aktuelle Heft

Titelthema
Skurrile Frösche
Haltung und Zucht
Buschvipern
Reise
Italien
Haltung und Zucht
Doscenschildkröten

Seltsames Aussehen und außergewöhnliche Fortpflanzungsbiologie: Salomonenzipfelfrösche sind in allen erdenklichen Färbungen perfekt angepasst an das Leben in der Laubstreu, überraschen aber durch ihre temperamentvolle Art. Gelege werden im Boden vergraben, die Entwicklung erfolgt komplett im Ei. Eine spannende Art für Freunde des nicht Alltäglichen! von Manfred Brunner, Florian Glaser & Thomas Wampula

Es gibt Bilder, die wollen einem einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen – manchmal können dies auch Bilder von Fröschen sein, deren Faszination nie erlahmt. Im alten „Nietzke“, also „Terrarientiere 1“ von Günther Nietzke aus dem Jahr 1977, befindet sich so ein Foto. Schwarzweiß zeigt es einen Helmkopf: groß und plump, ein Maul mit kurzen Beinen – einfach schön!
Damit war der Helmkopf ein Traum- und Wunschfrosch, jedoch eigentlich ohne Hoffnung, ihn je halten zu können. 2010 aber wurde ein Pärchen auf einer Terrarienbörse in St. Pölten angeboten. Da waren sie nun tatsächlich: groß, plump, einfach schön.

Wo anfangen und wo aufhören beim Thema „skurrile Frösche“, wenn sich diese Tiere doch an Absonderlichkeiten geradezu überbieten? Ein Streifzug durch eine Welt bizarrer Frosch-Gestalten. von Kriton Kunz

„Skurrile Frösche“, das ist eigentlich ein Pleonasmus, also so etwas wie „nasser Regen“ oder eine „runde Kugel“. Denn wer Froschlurche liebt und sich näher mit ihnen beschäftigt, wird überall auf Eigenschaften, Fähigkeiten und Merkmale stoßen, die uns skurril vorkommen. Das fängt bei der Metamorphose an, der vollständigen Umwandlung von einer Kaulquappe in einen Frosch, die wahlweise auch noch beispielsweise direkt im Ei oder in der Rückenhaut der Mutter stattfinden kann, und hört bei Arten auf, die mit den Hinterbeinen Flaggensignale geben.

Mit ihrer einzigartigen Brutbiologie gehören Wabenkröten zweifellos zu den faszinierendsten Amphibien überhaupt. Wie Aliens wachsen die Larven eingewachsen im Rücken der Mutter heran, bis sie schließlich daraus hervorbrechen, je nach Art sogar erst nach der Metamorphose.. Ein unglaubliches Spektakel! Über das wir wenig wüssten, wenn wir diese Amphibien nicht in menschlicher Obhut halten würden. Dennoch bleiben viele Fragen noch ungeklärt. von David Massemin

Unter der bemerkenswerten Familie der Zungenlosen Frösche (Pipidae) ragen die derzeit sieben beschriebenen Arten der neotropischen Wabenkröten (Gattung Pipa) durch ihr skurriles Äußeres, bemerkenswerte anatomische Anpassungen an das Leben in Gewässern, vor allem aber durch ihr hochinteressantes Brutverhalten heraus: Während der Paarung führen diese aquatisch lebenden Frösche im Wasser Loopings aus, in deren Verlauf der Laich auf den Rücken des Weibchens gelangt, wo die Eier später in spezielle Bruttaschen eingebaut werden.

Seltsames Aussehen und außergewöhnliche Fortpflanzungsbiologie: Salomonenzipfelfrösche sind in allen erdenklichen Färbungen perfekt angepasst an das Leben in der Laubstreu, überraschen aber durch ihre temperamentvolle Art. Gelege werden im Boden vergraben, die Entwicklung erfolgt komplett im Ei. Eine spannende Art für Freunde des nicht Alltäglichen! von Philippe Goeldlin

ie Salomonen sind eine südpazifische Inselgruppe vulkanischen Ursprungs. Frösche sind die einzigen hier natürlich vorkommenden Amphibien und in rund 20 Arten auf den Inseln vertreten.
Das Verbreitungsgebiet des Salomonenzipfelfrosches (Cornufer guentheri) erstreckt sich sowohl über die zu Papua-Neuguinea zählende autonome Provinz Bougainville und Buka als auch über die Salomonen.