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Nicht nur in den Tropen gibt es Amphibien mit spektakulären Lebensweisen. Auch vor unserer europäischen Haustür haben wir kuriose Arten. Die Geburtshelferkröten der Gattung Alytes sind dafür ein hervorragendes Beispiel. Die auf Mallorca heimische Art Alytes muletensis galt schon als ausgestorben. Ab jetzt helfen Terrarianer und Zoos gemeinsam im Projekt Citizen Conservation, sie zu erhalten. von Philipp Ginal

Die fünf Arten der Geburtshelferkröten – A. cisternasii, A. dickhilleni, A. maurus, A. muletensis und A. obstetricans (Letztere mit den vier Unterarten A. o. obstetricans, A. o. boscai, A. o. pertinax sowie A. o. almogavarii) – sind vor allem auf der Iberischen Halbinsel (A. cisternasii, A. dickhilleni, alle Unterarten außer der Nominatform von A. obstetricans) verbreitet. Lediglich das Verbreitungsgebiet von A. o. obstetricans erstreckt sich bis nach Deutschland. Alytes muletensis besiedelt dagegen als Inselendemit den Norden Mallorcas, während A. maurus der einzige Gattungsvertreter außerhalb Europas und in Marokko beheimatet ist.

Die Namen Geburtshelferkröte wie auch Alytes rühren von der einzigartigen Fortpflanzungsbiologie der kleinen Tiere her. Sie betreiben eine ausgeprägte Brutpflege, bei der sich die Eltern bis zum Schlupf der Kaulquappen um die Eier kümmern. Nach der Eiablage durch das Weibchen wickelt sich das Männchen die Laichschnur in einem komplizierten Vorgang um die Hinterbeine, um sie dann drei bis sechs Wochen mit sich herumzutragen. Der Name Geburtshelferkröte geht auf die Übernahme der Laichschnüre durch das Männchen zurück. Gelegentlich kommt es auch vor, dass in der Endphase des „Aufladevorgangs“ der Rest der Laichschnüre aus der Kloake des Weibchens gezogen wird, sodass diese regelrecht entbunden werden. Der Gattungsname Alytes bezieht sich ebenfalls auf diese Brutpflege und kommt vom griechischen Wort alytos, was „gefesselt“ bedeutet.

den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 145