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Das aktuelle Heft

Titelthema
Schlammschildkröten
Haltung
Zwillingsbildung
Porträt
Steppenschildkröte
Titelthema
Lebendfutter

von Andreas S. Hennig

Wie der vorangegangene Beitrag zeigt, fressen Schlammschildkröten (also die Vertreter der Gattungen Kinosternon, Sternotherus, Claudius und Staurotypus) überwiegend Insekten, Gehäuseschnecken, Krebstiere und Muscheln. Diese Vorgabe macht es uns als Terrarianer leicht, die Ernährung in Menschenobhut naturnah umzusetzen. Sicher ist es einfacher, auf einen gut und langfristig lagerbaren Vorrat an Trockenfutter und den allseits beliebten Schildkrötenpudding zurückzugreifen. Aber mehr Abwechslung bietet eine gepflegte Palette an Lebendfutter, u. a. ergänzt mit einem Frostbestand an Wirbellosen, Süßwasserfisch und Muschelfleisch. Der Aufwand ist natürlich höher, doch danken unsere Schildkröten ihn mit guter Kondition und erfreulichen Nachzuchtergebnissen.

Lebende Wirbellose zu verfüttern, hat neben dem eigentlichen Ernährungszweck einen angenehmen Nebeneffekt: Die Schildkröten werden beschäftigt. Im Regelfall wird das vorbereitete, portionierte Futter ins Wasserbecken geworfen, die Schildkröten sind einige Minuten lang aufgeregt mit dem schnellstmöglichen Erbeuten der Futterbrocken beschäftigt und verschlingen so viel so schnell wie möglich. Und danach ist wieder Ruhe.

von Andreas S. Hennig

Schlammschildkröten (Familie Kinosternidae; Gattungen Kinosternon, Sternotherus, Claudius und Staurotypus) erfahren seit einigen Jahren wieder eine erhöhte Aufmerksamkeit bei Schildkrötenhaltern. Neben Klassikern wie Moschus-, Weißmaul-Klapp- und Großkopf-Schlammschildkröten umfasst die Gruppe auch Arten, die noch nicht seit vielen Jahrzehnten oder in nicht sehr großen Zahlen in europäischen Aquaterrarien gehalten werden. Neben dem im Natur und Tier - Verlag erschienenen Buch „Schlammschildkröten“ von Maik Schilde gab es immer wieder Haltungs- und Zuchtberichte über einzelne Vertreter der oben genannten Gattungen in diversen Fachzeitschriften. Was es noch nicht gab, war eine umfassendere Publikation zur Ernährung von Schlammschildkröten in der Natur. Mit dem vorliegenden Artikel soll diese Lücke gefüllt werden.

So wertete ich zahlreiche Freilanduntersuchungen aus, mit dem Ziel, einen möglichst detailreichen Speiseplan zu erstellen, der für die Haltung in Menschenobhut Rückschlüsse auf die naturnahe Fütterung von Kinosterniden erlaubt und Anregungen für Fütterungspraktiken (nicht nur bei Schlammschildkröten) abseits von Schildkrötenpudding und Trockenfutter bieten soll.

von Andreas S. Hennig

In den vergangenen Jahrzehnten gab es immer wieder Publikationen über die Zwillingsbildung bei Schildkröten in Liebhaberbeständen. Diese Vorfälle wurden stets anschaulich beschrieben und sind nicht auf bestimmte Arten, Gattungen oder Familien beschränkt. Allerdings wurden für dieses Phänomen bisher keine möglichen Ursachen in Erwägung gezogen.

In den ersten rund 13 Jahren meiner Schildkrötenhaltung hatte ich bei meinen Nachzuchtbemühungen nie einen Fall von Zwillingsbildung verzeichnen können. Im 14. Jahr allerdings registrierte ich gleich fünf Zwillingspaare: zwei Paare bei meinen McCords Schlangenhalsschildkröten (Chelodina mccordi) und je eines bei Rotbauch-Spitzkopfschildkröten (Emydura subglobosa), Gewöhnlichen Moschusschildkröten (Sternotherus odoratus) und Gelbrand-Scharnierschildkröten (Cuora flavomarginata).

Worin lag der Grund für diese plötzliche Häufung? Da ich ausschließen konnte, neben einem Atomkraftwerk zu wohnen, musste eine andere Ursache zur Lösung des Rätsels führen. Schritt für Schritt prüfte ich meine Haltungsbedingungen und die Veränderungen, die in den Monaten zuvor (möglicherweise zunächst unbemerkt) eingetreten waren. Es waren jedoch keine neuen Schildkröten der betreffenden Arten neu in den Bestand gekommen, die Haltungsbedingungen einschließlich Rhythmus im Jahresverlauf waren gleich geblieben, es waren dieselben Tiere, die zum Verpaaren vorübergehend miteinander vergesellschaftet worden waren und in den Jahren zuvor erfolgreich für befruchtete Eier und Nachzuchten ohne Zwillingsbildungen gesorgt hatten.

von Maik Schilde

Die Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni) ist wohl die mit Abstand am häufigsten gepflegte und vermehrte Schildkrötenart in menschlicher Obhut. Unkomplizierte Haltung, problemlose Verfügbarkeit und angenehmes Wesen machen sie für die meisten Menschen zum Synonym für ein Heim- und Haustier à la Meerschweinchen & Co. Mit einer Rückenpanzerlänge von 20–25 cm ist sie gut händelbar.