Landschildkröten (hier: Testudo hermanni hermanni) suchen aktiv nach ganz verschiedener Nahrung und sollten entsprechend vielfältig ernährt werden Foto: F. Krönke

Enrichment – von der Idee zum Konzept

„Environmental Enrichment“, die Anreicherung der Umweltbedingungen in der Tierhaltung, hat sich erst in jüngerer Zeit als eigener Wissenschaftszweig herausgebildet. Dabei wurde die Terraristik erstaunlicherweise weitgehend ignoriert. Ein Blick in die Geschichte und auf die aktuelle Diskussion, was artgerechte Tierhaltung eben auch ausmacht. In der REPTILIA Nr. 151 habe ich im Titelthema ausführlich über die Möglichkeiten des Enrichments in der Terraristik berichtet, mit vielen praktischen Fallbeispielen. Erstaunlicherweise wird dieser Aspekt der Tierhaltung bei Säugetieren und Vögeln intensiv diskutiert, in Zoos beschäftigt man sich inzwischen engagiert damit, Umweltreize und geistige Herausforderungen für die Pfleglinge zu ersinnen. An der Terraristik scheint diese Diskussion weitgehend vorbeigegangen zu sein. Oder doch nicht? Haben Terrarianer vielleicht sogar schon sehr viel länger sozusagen intuitiv auf solche Anforderungen geachtet? Nach Lehrbuchmeinung findet die Idee des Enrichments, also die Schaffung von Möglichkeiten zum Ausleben möglichst vieler natürlicher Bedürfnisse der Pfleglinge in der Tierhaltung, ihren Ursprung in den USA und …

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27. Januar 2023
Gute Tierhaltung und Enrichment – nur neumodischer Kram?

Konzepte wie Gute Tierhaltung und Enrichment stoßen unter altgedienten Terrarianern oft auf Skepsis. „Was soll denn das nun wieder sein?“, wird gefragt, und: „Bisher ging’s doch auch gut ohne!“ Dabei zeigt ein Blick in die über 150-jährige Tradition der Terraristik, dass schon die Altvorderen mitunter durchaus modern gedacht haben – und dass die scheinbar neumodischen Flausen in Wirklichkeit schon immer zum Kern der Terraristik gehörten. Die Terraristik blickt in Deutschland bereits auf eine über 150-jährige Tradition zurück. Da erscheint mir ein Blick in die Werke unserer Vorfahren lohnend. Hier sollten Aussagen über das Selbstverständnis bezüglich der Reptilienhaltung zu finden und in Bezug zum übergeordneten Diskurs über Gute Tierhaltung und das Enrichment-Konzept zu setzen sein. Dabei hat mich interessiert, wie sich das heute aktuelle Konzept der „Guten Tierhaltung“ (worunter „Enrichment“ zu subsumieren ist) in der Terraristik entwickelt hat bzw. wann es entstanden ist. Es ist darüber hinaus nicht nur ein Blick durch …

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27. Januar 2023
Artgerecht? Gute Tierhaltung in der Terraristik

„Artgerecht“ – kaum ein Begriff ist in Bezug auf Tierhaltung so sehr in aller Munde. Doch was bedeutet das eigentlich? Wir blicken auf die Kriterien für „gute Tierhaltung“, schauen in die Geschichte der Terraristik, fragen dabei, ob das eigentlich wirklich so neue Ideen sind, und verfolgen schließlich, wie das Konzept einer an Reizen reicheren Tierhaltung, das sogenannte Enrichment, immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Ich kann mich irren, doch habe ich den Eindruck, dass die heutigen Wissenschaftler, deren Texte zum Thema „Tierwohl bei Reptilien“ ich gelesen habe, selbst weder über praktische Erfahrung im Umgang mit Reptilien außerhalb ihrer Studien verfügen, noch das Wissen und die Erfahrungen der „Szene“ gut kennen, also das Haltungsniveau und den Wissensschatz der Reptilienhalter. Leider scheinen sie meist nicht einmal ansatzweise die Vielzahl fachspezifischer Publikationen zu den unterschiedlichsten Bereichen der Reptilienhaltung zu kennen. Ich möchte damit keinesfalls behaupten, dass ein Wissenschaftler nur dann solide Forschung an …

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27. Januar 2023

In welchen Bereichen ist Enrichment bei Reptilien möglich?

24. September 2021

Enrichment bedeutet, durch Umweltreize das Wohlbefinden der Tiere zu steigern. Aber welche Bereiche der Umwelt können im Terrarium überhaupt gewinnbringend verändert werden? Ist jede Form von zusätzlichen Reizen gut? Ist Stressfreiheit überhaupt erstrebenswert? Die Beschäftigung mit diesen Themen bedeutet regelmäßige Lernprozesse – für die Tiere wie für den Halter. In der Tierhaltung im Allgemeinen und in der Terraristik im Besonderen werden mitunter konträre Ansichten bezüglicher der „optimalen“ Haltungsform einer Art vertreten. Ich denke, dass dies an sich etwas Positives ist und unsere Sichtweise erweitert. Weniger zielführend sind dagegen manche Debatten und deren Auswüchse, wie sie gerne in diversen Internetforen geführt werden. Bitte nicht stören? Exemplarisch möchte ich aus der Vielfalt ein Argument herausgreifen: Die Behandlung eines Terrarientiers (ich gehe hier von einem Nachzucht­exemplar aus) habe auch unter Terrarienbedingungen stets als Wildtier zu erfolgen, wozu dann gehöre, dass es möglichst wenig gestört und nur, wenn es zwingend erforderlich ist, angefasst werden …

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