Eine faszinierende, in der Terraristik sehr seltene Schildkröte

 

von Hans - Dieter Philippen

Die Rotkopf-Schienenschildkröte (Podocnemis erythrocephalaSpix, 1824) besticht durch ihren namensgebenden, leuchtend roten Kopf und dessen starken Farbkontrast zum dunklen, fast schwärzlichen Panzer. In menschlicher Obhut ist die Art heutzutage relativ selten anzutreffen, zumindest hier in Europa. Das war einmal ganz anders. In den 60er- und 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts wurde diese Art, zusammen mit den Schwesterarten Arrau- und Riesen-Schienenschildkröte (P. unifilis und P. expansa), jährlich zu Tausenden importiert (Cornelissen 1974). Sie hatten damals einen ähnlichen Stellenwert wie wenig später die Rotwangen-Schmuckschildkröten (Trachemys scripta elegans).

von Herbert Meier

Die Rotkopf-Schienenschildkröte (Podocnemis erythrocephala) ist unter den Podocnemididae die kleinste Form, wird aber immer noch bis zu 32 cm groß. Dabei ist sie jedoch weniger massig als andere gleich große Schienenschildkröten. Podocnemis erythrocephala ist weitestgehend einfarbig dunkelbraun gefärbt, lediglich der Kopf ist leuchtend rot, wie es der deutsche Name und auch das wissenschaftliche Artepitheton schon andeuten: griech. erythros = rot; cephalon = Kopf.

von Sascha Pawlowski

Im Gegensatz zu Nordamerika kommen in Europa lediglich fünf verschiedene Wasserschildkrötenarten vor (Iverson & College 1992). Die Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis)ist davon die am weitesten verbreitete Art und kommt lokal in zahlreichen Unterarten vor (Fritz et al. 1998).

Die unterschätzte Rolle des Munddaches bei der Nahrungsaufnahme von Cuora amboinensis

von Egon Heiss & Nikolay Natchev

Die häutige Auskleidung der Mundhöhle von Wirbeltieren, die Mundschleimhaut, setzt sich aus zwei Gewebsschichten zusammen: dem oberen Epithel und dem darunter liegenden Bindegewebe, der sogenanntne „Lamina propria“. Die Mundschleimhaut weist zahlreiche anatomische Spezialisierungen auf, die eine Vielzahl an Funktionen erfüllen (Squier & Finkelstein 2003), und kann als eigenständiges Organ betrachtet werden.

Wildtiernutzung am Beispiel zweier bedrohter Urwaldarten

von Arun Kanagavel, Rajkumar S. und Rajeev Raghavan

Jagd ist einer der primären Bedrohungsfaktoren der biologischen Vielfalt weltweit. Sie bedingt lokales und/oder globales Artensterben und führt zu massiven ökologischen Veränderungen (Milner-Gulland & Bennett 2003; Brashares et al. 2011). In all ihren Ausprägungen ist sie Teil einer milliardenschweren internationalen Industrie, die immer mehr Protein benötigt, aber auch traditionelle Medizin und städtische Märkte bedienen sich ihrer.

von Lutz Geißler

So mancher Schildkrötenfreund wünscht sich, auf seinen Urlaubsreisen frei lebende Schildkröten zu entdecken. Als ich gemeinsam mit Joachim Langula und seiner Frau sowie weiteren naturinteressierten Freunden im Frühjahr 2012 in Venezuela unterwegs war, ging dieser Wunsch zumindest teilweise in Erfüllung.

von Sarah Wahl und Tim McCormack

Heutzutage wird es immer schwieriger, Schildkröten in Vietnam zu finden. Viele Arten sind durch die Zerstörung ihres Lebensraumes und die langjährige Bejagung kritisch bedroht. Außerdem sind die natürlichen Verbreitungsgebiete vieler Arten nach wie vor nicht bekannt.

von Hans - Dieter Philippen

Jeder Laie weiß, wie eine Landschildkröte "auszusehen hat". Man kann sich daher vorstellen, was der österreichischen Wissenschaftler Friedrich Siebenrock dachte, als er bei einem Besuch im Berliner Naturhistorischen Museum eine Schildkröte vorfand, die alle bis dato bekannten Vorstellungen über den Haufen warf. Daher war es auch nicht verwunderlich, dass er das Tier für ein „pathologisches Exemplar“ hielt.

von Bayram Göcmen

Bei der Feldarbeit in Alasehir, Mansia, Türkei, fand ein Landarbeiter eine ungewöhnliche Maurische Landschildkröte (Testudo graeca ibera), die sich bei näherer Überprüfung als ein omphalopager siamesischer Zwilling entpuppte, also als ein siamesischer Zwilling mit Fusion im Bauchbereich.

von Jens Jungnickel

Wer ein exotisches Reiseziel mit klangvollem Namen sucht, der kommt an Sansibar wohl nicht vorbei. Diese Eilande, wenige Kilometer vor der Ostküste Afrikas im Indischen Ozean gelegen, mit Traumstränden gesegnet und von türkisblauem Wasser umspült, gelten nicht umsonst als der Inbegriff einer Trauminsel.

Zu Sansibar gehören die zum Sansibar-Archipel zählenden Inseln Unguja (= Sansibar) und Pemba sowie die kleine Koralleninsel Latham Island, die sich südöstlich von Unguja befindet. Seit 1964 gehört Sansibar zu Tansania, genießt aber einen eher halbautonomen Status. Auf Unguja und dem nordöstlich davon gelegenen Pemba gibt es über eine Million Menschen. Die meisten von ihnen leben auf der Hauptinsel Unguja.