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		<title>www.reptilia.de - Redaktionsblog</title>
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		<lastBuildDate>Wed, 23 Dec 2009 08:26:00 +0100</lastBuildDate>
		
		
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			<title>Mein allerletzter Tag in Brasilien</title>
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			<description>Unser Redakteur Dr. Axel Kwet ist momentan wieder auf einer herpetologischen Forschungsreise durch...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="font-style: italic;" class="bodytext">Unser Redakteur Dr. Axel Kwet ist momentan wieder auf einer herpetologischen Forschungsreise durch Süd-Brasilien. Für die Blogs von reptilia.de und <a href="http://blogs.dw-world.de/forschertagebuch/kwet" title="Opens external link in new window" target="_blank" class="external-link-new-window" >Deutscher Welle</a> schreibt er regelmäßig über seine  Erlebnisse: </p>
<p style="font-weight: bold;" class="bodytext">Porto Alegre</p>
<p class="bodytext">Zum Abschluss verbringen Koni und ich noch einen halben Tag an der UFRGS, also an der staatlichen Uni von Porto Alegre. <br /> <br /> Wie zu Beginn meiner Reise treffe ich Marcio und die vielen netten Studenten und Studentinnen, wie Patrick, Luis, Carol, Simone usw. Wir diskutieren und klären Fragen, neue Probleme tauchen auf und zahlreiche Ansatzpunkte ergeben sich für eine zukünftige Zusammenarbeit. Der Kreis schließt sich, und abends gehen wir zum Abschied alle gemeinsam noch mal richtig brasilianisch Churrasco-Essen. Auch Camila ist dabei und die „Sammlungsmanagerin“ Glaucia von der PUC-Universität, mit der ich zu meiner Anfangszeit vor 15 Jahren sehr viel zusammengearbeitet habe. <br /> <br /> Dann bringe ich Koni zum Flughafen, und wir verabschieden uns nach zwei wirklich tollen und erfolgreichen Wochen im Feld. Koni erwarten nun noch weitere Abenteuer in Südamerika, mich bald Frost und Eis in Deutschland. <br /> <br /> Aber erst habe ich ja noch einen weiteren, einen allerletzten Tag in Brasilien. Den verbringe ich mit meinen Kooperationspartnern an den beiden großen Universitäten UFRGS und PUC in Porto Alegre – und ansonsten nochmal mit etwas Bürokratie (&quot;Brazil&quot; lässt wieder grüßen …): Denn mein sog. CPF ist abgelaufen. Das ist schlecht. Das CPF (Cadastro de Pessoas Físicas) ist ein kleines Kärtchen mit einer Art Steuernummer und im Land mittlerweile wichtiger als ein Pass oder Personalausweis – ohne diese Nummer geht wenig, wenn man sich im Land nicht nur als Tourist bewegen möchte. Es gelingt mir aber tatsächlich, mit Hilfe von Marcio und einer &quot;Steuernachzahlung&quot; in Höhe von 5,50 Reais (das sind nicht mal 2 Euro!) mein CPF zu erneuern, ufff!<br /> <br /> Ich gebe außerdem den weißen Kombi zurück, der uns in den vergangenen 4,5 Wochen ein so treuer Begleiter war – oder sagen wir lieber: fast, denn einen groben Aussetzer gab´s ja doch mal...<br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_814eef6de9.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="450" height="300" alt="" /><br /><br /> Doch insgesamt haben wir auch über 5500 km zurückgelegt (!), das ist kein Pappenstiel für die alte &quot;Blechkiste&quot; auf so manch übler Piste. Hoffentlich schauen die Leute bei der PUC nicht so genau ins Fahrtenbuch oder auf den Kilometerzähler…<br /> <br /> Ansonsten freue ich mich jetzt trotz aller Begeisterung und Erfolge auch wieder auf zu Hause, auf die Familie und vor allem natürlich auf meinen kleinen Sohn Leo (knapp dreieinhalb), der nun fast fünf Wochen auf mich verzichten musste – etwas nachdenklich stimmt es einen ja schon, wenn man hört, dass die Gleichaltrigen im Kindergarten wohl zu ihm gesagt haben: Dein Papa ist tot, der kommt nie mehr…<br /> <br /> Und dann bleibt mir jetzt eigentlich nur noch, mich bei allen Lesern zu bedanken, die bis jetzt durchgehalten haben, und bei allen Personen, die mir meine Reise ermöglichten, angefangen von meinen beiden Arbeitgebern (Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart und Dr. Andreas Schlüter sowie Natur und Tier Verlag Münster mit Matthias Schmidt und Heiko Werning), über die Leute des Convênios zwischen der Uni Tübingen und der Uni in Porto Alegre (Professor Wolf Engels, Dr. Anne Zillikens, Dr. Rainer Radtke, Dr. Betina Blochtein, Sabine Heinle, Eric Burger und viele mehr), bis hin zu allen Beteiligten vor Ort, also vor allem Anne, Josy, Marcio, Camila, Rodrigo, Jair, Koni und die vielen Studenten an den Universitäten in Porto Alegre (PUC, UFRGS), Florianópolis (UFSC), Santa Cruz do Sul (UNISC) und Santa Maria (UFSM). Auch den Geldgebern sei noch mal speziell gedankt, die Reise wurde vor allem mit Mitteln aus dem &quot;Bromelienprojekt&quot; von Anne (BMBF) sowie Biopat finanziert.<br /> <br /> Bei der Deutschen Welle und ganz speziell bei Ulrike Wolpers bedanke ich mich für die Möglichkeit, diesen Wissenschafts-Blog mitgestalten, sogar mitgründen zu dürfen, denn dies war sozusagen der Probelauf für zukünftige Blogs dieser Art bei der Deutschen Welle. Sicher lässt sich noch manches verbessern oder ergänzen (z. B. wollten wir eigentlich Tondokumente einbauen, wie die so völlig anders wie bei uns klingenden Rufe der Frösche, oder auch Videosequenzen – das hat leider jetzt nicht geklappt), und für Anregungen bin ich (sind wir) jederzeit dankbar. Wer weiß, vielleicht bin ich ja mal wieder mit von der Partie...<br /> <br /> Mit den besten Grüßen, <br /> <br /> euer Axel</p>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Wed, 23 Dec 2009 08:26:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
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			<title>Trödeln auf brasilianisch</title>
			<link>http://www.reptilia.de/Blogeintraege.465.0.html?&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=1098&#38;cHash=bd9ccea0b0</link>
			<description>Unser Redakteur Dr. Axel Kwet ist momentan wieder auf einer herpetologischen Forschungsreise durch...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="font-style: italic;" class="bodytext">Unser Redakteur Dr. Axel Kwet ist momentan wieder auf einer herpetologischen Forschungsreise durch Süd-Brasilien. Für die Blogs von reptilia.de und <a href="http://blogs.dw-world.de/forschertagebuch/kwet" title="Opens external link in new window" target="_blank" class="external-link-new-window" >Deutscher Welle</a> schreibt er regelmäßig über seine  Erlebnisse: </p>
<p style="font-weight: bold;" class="bodytext">Porto Alegre</p>
<p class="bodytext">So, es ist Sonntagmorgen, und die letzte Nacht mit brasilianischen Fröschen steht uns heute bevor: Nachdem es in Porto Alegre die ganze Nacht noch kräftig geregnet hat, herrscht nun strahlendes Wetter mit Sonnenschein. <br /> <br /> Bevor wir gleich in Richtung Osten an den Strand düsen, schauen Koni und ich uns erst noch mal auf dem Brique um. <br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_f4d0a3ea9d.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="303" alt="" /><br /><br /> Das ist der sonntägliche Flohmarkt in Porto Alegre, der sich direkt am zentralen Erholungspark der Stadt befindet, dem &quot;parque da redenção&quot; oder auch Farroupilha-Park (nach der sog. Farrapen-Revolution von 1835-1845, als sich Rio Grande do Sul wegen der verfassungswidrigen Krönung des fünfjährigen Kaisers Peter II gegen das Kaiserreich Brasilien erhob). <br /> <br /> Leider sind die dort angebotenen Gegenstände aber auch nicht mehr das, was sie vor 10 oder 15 Jahren mal waren (ja, ja, die gute alte Zeit...). Ehrlich gesagt gibt´s nur Nippes und Ramsch, keine besonderen oder gar wertvollen Gegenstände, die man kaufen möchte. Koni findet immerhin ein wunderbares Schnee-Motiv aus den Schweizer Alpen, möchte es aber lieber doch nicht mitnehmen. <br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_839ace721b.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="303" alt="" /><br /><br /> Und auch für meine beiden Süßen zuhause (Ute und mein kleiner Leo) finde ich nichts Gescheites, außer die netten, von Indios geschnitzten Holztierchen (von denen wir mittlerweile aber schon ne ganze Stange daheim rumstehen haben – diesmal kaufe ich ein kleines Krokodil…). Das Beste auf dem Markt sind eigentlich die kulinarischen Dinge, wie die wirklich leckeren &quot;churros&quot;, süß frittierte &quot;Teigstangen&quot;, dick gefüllt mit noch süßerer &quot;leite condensado&quot;, einer Art brauner, gezuckerter Kondensmilch (gibt es so wohl nur in Brasilien und Uruguay, jedenfalls hab ich das bei uns noch nie gesehen). <br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_5ed75a7487.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="303" alt="" /><br /><br /> Auch &quot;pipoca com leite condensado&quot; ist ganz gut – das ist Popcorn, in diesem Fall eben mit gezuckerter Kondensmilch (also nicht einfach nur mit Salz oder Zucker wie bei uns).</p>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Wed, 23 Dec 2009 08:23:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Büchsendreher und Autogramm-Jäger am Strand</title>
			<link>http://www.reptilia.de/Blogeintraege.465.0.html?&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=1099&#38;cHash=d293566854</link>
			<description>Unser Redakteur Dr. Axel Kwet ist momentan wieder auf einer herpetologischen Forschungsreise durch...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="font-style: italic;" class="bodytext">Unser Redakteur Dr. Axel Kwet ist momentan wieder auf einer herpetologischen Forschungsreise durch Süd-Brasilien. Für die Blogs von reptilia.de und <a href="http://blogs.dw-world.de/forschertagebuch/kwet" title="Opens external link in new window" target="_blank" class="external-link-new-window" >Deutscher Welle</a> schreibt er regelmäßig über seine  Erlebnisse: </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Am frühen Nachmittag brechen wir dann auf und sind in knapp zwei Stunden am Strand. Beeindruckend auf der Fahrt ist eine fast &quot;lichtdichte&quot; Baumallee, die sich wie ein dunkler Tunnel über uns schließt. <br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_b948914458.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="303" alt="" /><br /><br /> An der Küste selbst sind überall noch Spuren der Verwüstung zu sehen, z. B. abgeknickte Bäume oder abgedeckte Dächer, die irgendeiner der zahlreichen Tornados in diesem Jahr hinterlassen hat. <br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_3bd4005139.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="303" alt="" /><br /><br /> Der Sandstrand ist, wie eigentlich überall in Rio Grande do Sul, nicht besonders einladend (&quot;sem graça&quot;, wie man hier passend sagt, also ohne Witz, ohne Pepp oder so). Mir kommt es vor wie im norddeutschen Wattenmeer, alles völlig platt und gerade, keine malerischen Palmen und auch die mäßigen Temperaturen und der starke Wind passen ziemlich gut ins Bild. <br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_b50274d06a.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="300" alt="" /><br /><br /> Badegäste gibt es keine, außer einem verlorenen Rudel &quot;vira-latas&quot; – ein weiteres, sehr gut gewähltes brasilianisches Wort. Das heißt wörtlich &quot;Büchsendreher&quot; oder &quot;Büchsenwender&quot; und wird im übertragenen Sinne für Straßenköter jeglicher Couleur verwendet. Klar, auf der Suche nach Fressbaren durchstöbern die alles, was am Straßenrand nur so rumliegt… <br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_5891192c0b.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="450" height="300" alt="" /><br /><br /> Und dann gibt es auch noch eine Handvoll Fischer und einen älteren Mann am Strand, der mich aus seinem Häuschen beim Filmen beobachtet und plötzlich wild gestikulierend auf mich zustürmt – in der Hand einen Schreibblock mit Unterlage und einen Kugelschreiber. <br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_5c5035dd6b.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="300" alt="" /><br /><br /> Ich verstehe erst nur Bahnhof, obwohl sich mein Portugiesisch auf der viereinhalbwöchigen Reise eigentlich wieder ganz gut gemacht hat. Zuvor hatte ich die Sprache ja fast vier Jahre lang gar nicht mehr gesprochen, nur hin und wieder mal portugiesische Mails geschrieben. Aber es liegt wohl auch eher an dem Menschen selbst, der stark nuschelt und offenbar sein Gebiss daheim vergessen hat. Irgendwann verstehe ich trotzdem: Er möchte ein Autogramm! <br /> <br /> Hätte ja nie gedacht, dass man mit einem Blog der Deutschen Welle so schnell zu Ruhm und Ansehen kommt, dazu auch noch im Ausland. Da werden mich auf dem Frankfurter Flughafen dann sicher ganze Fanscharen erwarten! Naja, vielleicht auch nicht, denn im Laufe des Gesprächs, das Koni von weitem mit seinem Tele beobachtet, stellt sich irgendwann heraus, dass der nette Herr mich mit einem Schauspieler aus einer der vielen brasilianischen Telenovelas verwechselt hat! Mist, sicher nur so ein kleiner Sekundärschauspieler, also wieder nichts mit der Ehre!<br /> <br /> Wir wenden uns daher dem Hinterland zu, dort ist es nämlich eh viel schöner. Eine urige Dünenlandschaft mit eingestreuten Tümpeln und karger Strandvegetation, wie Wollgräser oder Sonnentau. Macht Spaß, dort nach Echsen und Schlangen zu suchen. Nur, die haben bei dem kühlen windigen Wetter wohl weniger Spaß und sind nicht aufzutreiben.<br />  <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_42642c95e6.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="300" alt="" /><br /><br /> Kein einziger <span style="font-style: italic;">Liolaemus </span>(so eine brauner Strandleguan), keine einzige <span style="font-style: italic;">Lystrophis </span>(eine rot-schwarze Natter mit Hakennase), nichts. Die sind an sich sehr häufig hier, und Koni ist sichtlich enttäuscht, doch ich kann ihn auf abends vertrösten. <br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_562766d72e.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="450" height="300" alt="" /><br /><br /> Ich weiß ja, dass es hier wenigstens einige Amphibienarten gibt, die er noch nicht kennt, und als Höhepunkt stelle ich ihm sogar in Aussicht, dass wir vielleicht einen Breitschnauzenkaiman finden. Diese südlichste Kaimanart ist zwar nur selten, kommt aber immerhin hier vor. Mit Marcos haben wir vor sechs Jahren mal ein Jungtier gefangen. Nun, um es vorweg zu nehmen, auch dieses Reptil zeigt sich heute Nacht leider nicht. <br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_73da5446ed.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="450" height="300" alt="" /><br /><br /> Aber dennoch ist es ein schöner Abschluss mit vielen unterschiedlichen Fröschen, z. B. mit der Sandkröte <span style="font-style: italic;">Rhinella arenarum</span>:<br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_c7013b7f35.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="450" height="300" alt="" /><br /><br /> Außerdem finden wir den kurzköpfigen Pfeiffrosch <span style="font-style: italic;">Physalaemus biligonigerus</span>:<br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_a74b0d3494.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="450" height="300" alt="" /><br /><br /> Den Kleinen Harlekinfrosch <span style="font-style: italic;">Pseudis minutus</span>:<br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_6a938da424.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="450" height="300" alt="" /><br /><br /> <br /> Und die beiden Laubfrösche <span style="font-style: italic;">Dendropsophus sanborni</span> und <span style="font-style: italic;">Hypsiboas pulchellus</span>:<br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_64245aa7c9.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="450" height="300" alt="" /><br /><br /> <br /> Wir fotografieren und filmen bis fast in die Morgenstunden. Müde und erschöpft sind wir schließlich gegen 5 Uhr morgens wieder in Porto Alegre.</p>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Wed, 23 Dec 2009 08:23:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Schokopizza und ein verlorenes Geschenk</title>
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			<description>Unser Redakteur Dr. Axel Kwet ist momentan wieder auf einer herpetologischen Forschungsreise durch...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="font-style: italic;" class="bodytext">Unser Redakteur Dr. Axel Kwet ist momentan wieder auf einer herpetologischen Forschungsreise durch Süd-Brasilien. Für die Blogs von reptilia.de und <a href="http://blogs.dw-world.de/forschertagebuch/kwet" title="Opens external link in new window" target="_blank" class="external-link-new-window" >Deutscher Welle</a> schreibt er regelmäßig über seine  Erlebnisse: </p>
<p style="font-weight: bold;" class="bodytext">Porto Alegre</p>
<p class="bodytext">Meine Hoffnungen für die heutige Nacht aber sind längst übererfüllt, das ist wirklich ein furioses Finale meiner Reise, die sich nun leider langsam dem Ende zuneigt. Nur noch zwei Tage, dann geht es in Richtung Deutschland. Nach einer viel zu kurzen Nacht in der Pension &quot;Camilas Eltern&quot; fahren Koni und ich also nach Porto Alegre. <br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_0c5eb5756f.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="300" alt="" /><br /><br /> Wir nehmen dabei Freund Raúl mit, dessen Flugzeug nach Montevideo allerdings erst abends geht. So nutzen wir die Zeit, nochmal nach den Schwarzkröten in Taquara zu gucken - leider erfolglos, denn von den extremen Unwettern in Santa Maria ist dort nur ein dünner Nieselregen angekommen. Ein weiterer Beleg für die Wetterabhängigkeit und die Unwägbarkeiten, denen man als Feldbiologe auf der Suche nach den Objekten seiner Begierde ausgesetzt ist.<br /> <br /> Einen schönen Abschluss des Samstags haben wir dennoch: Das erste Mal seit langer Zeit esse ich mal wieder Pizza in einer speziellen südbrasilianischen Variante: das berühmte Rodízio. Das gibt es nämlich nicht nur im Churrasco, wenn viele Ober mit noch mehr Fleischvarianten an den Tisch kommen, und man wirklich Mühe hat, eine Auswahl zu treffen oder gar nein zu sagen, sondern auch in der Pizzeria. Unglaublich, welche Mengen man auf die Weise verzehren kann. Koni steigt nach etwa acht fetten Pizzaschnitten aus (jede wie gesagt in einer anderen Sorte), ich nach vielleicht 12, aber Raúl schafft locker nochmal fünf mehr. Nun gut, wer ihn kennt, weiß, dass er uns gegenüber klar im Volumenvorteil ist. Aber so leicht gebe ich nicht auf. Ich erinnere mich, dass es ja auch noch die Nachtisch-Pizza gibt. Das ist mein Metier und meine Chance: Raúl schafft nur noch zwei der für uns Deutsche unbekannten Pizzasorte, die immer süß ist und am ehesten an einen Crepe erinnert. Ich dagegen verschlinge tatsächlich folgende sechs (oder waren es sogar sieben?) dieser Teile (in chronologischer Reihenfolge): zunächst eine Eis-Pizza (die kommt gefroren auf den Tisch, wirklich!), dann die warmen Sorten, nämlich eine mit Mandeln, dann mit Banane, mit Honig, Ananas und Schokolade, die siebte weiß ich leider nicht mehr. So oder so ein knapper Ausgang zwischen Raúl und mir!<br /> <br /> Nach der Pizza-Schlacht liefern wir Raúl so gegen zehn Uhr abends am Flughafen ab, und da der Abend ansonsten noch jung ist, wir anderseits aber seit Wochen auf Nacht gepolt sind, also so früh schon keinesfalls müde sind, entscheiden Koni und ich uns, heute ausnahmsweise mal in Porto Alegre auszugehen. Das erste Mal überhaupt, seit wir hier sind, keine nächtlichen Froschexkursionen. <br /> <br /> Zu Zeiten meiner Dissertation, als ich ja länger in Porto Alegre lebte, gab´s das öfter mal, dass man mit befreundeten Studenten in die Kneipe oder zum Tanzen ausgegangen ist. So kann ich mich an eine spezielle Adresse erinnern, die es denn auch heute noch gibt und die ich Koni zeigen will. Sie heißt Stuttgart! Wie meine Heimatstadt also, und ich habe nie rausgefunden, ob der Besitzer (oder dessen Eltern) vor Jahren vielleicht mal aus der Schwabenmetropole ausgewandert ist oder ob er vielleicht nur eine unsere schwäbischen Nobelkarossen fährt (dann sicher aufgrund des Gewinns, den er mit dem Laden eingefahren hat – Porsche und Mercedes-Limousinen sind wirklich selten auf den Straßen von Porto Alegre zu sehen). Der Abend jedenfalls endet feucht-fröhlich mit Bier und einigen Caipirinhas – und bei mir mit einem Geschenk von Koni: am Eingang schafft er es, zwei T-Shirts mit dem Aufdruck Stuttgart (zum achtjährigen Jubiläum der Cervecaria) zu ergattern, die sind eigentlich nur für Bedienstete gedacht! Damit bedankt er sich auf wirklich originelle Weise bei mir für die zwei Wochen im Feld. Die haben aber natürlich auch mir viel Spaß bereitet, und vielen Dank daher auch zurück an Dich, Koni, für die tolle Begleitung. Was wir super finden: Da Koni zwei Shirts gekauft hat und die Geschichte von dem Stuttgarter Biologen in der Stuttgarter Bar in Brasilien offenbar bis zum Besitzer vorgedrungen ist, müssen wir beim Rausgehen an der Kasse (wo man die Rechnung für den ganzen Abend bekommt) nichts zahlen, alles umsonst, und so wenig haben wir wirklich nicht getrunken...<br /> <br /> Ein kleiner Wermutstropfen nur, bevor Koni am übernächsten Tag dann weiter nach Buenos Aires fliegt, offenbart sich erst am Flughafen. Als wir dort nämlich unser offizielles Abschiedsfoto machen wollen, zeigt sich, dass Konis Stuttgart-Shirt nicht da ist. Dem reichlichen Caipirinha-Genuss sei Dank, hat er es offenbar im Taxi liegengelassen… Schade, wie gewonnen, so zerronnen. Ganz zerronnen ist unsere gemeinsame Zeit im Feld aber noch nicht, ein letzter Tag und eine letzte Nacht liegt morgen noch vor uns: Wir wollen an den Strand bei Pinhal fahren. Natürlich nicht zum Baden!</p>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Tue, 22 Dec 2009 08:22:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Krötengifte</title>
			<link>http://www.reptilia.de/Blogeintraege.465.0.html?&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=1096&#38;cHash=08d95ff96a</link>
			<description>Unser Redakteur Dr. Axel Kwet ist momentan wieder auf einer herpetologischen Forschungsreise durch...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="font-style: italic;" class="bodytext">Unser Redakteur Dr. Axel Kwet ist momentan wieder auf einer herpetologischen Forschungsreise durch Süd-Brasilien. Für die Blogs von reptilia.de und <a href="http://blogs.dw-world.de/forschertagebuch/kwet" title="Opens external link in new window" target="_blank" class="external-link-new-window" >Deutscher Welle</a> schreibt er regelmäßig über seine  Erlebnisse: </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Ich habe am Anfang dieses Blogs doch mal angekündigt, kurz die Hintergründe zu erläutern, warum viele Biologen (und vor allem Pharmakologen) Schwarzkröten so aufregend finden: Das ist derselbe Grund, warum der Spinne die Kröte nicht schmeckt – nämlich die hochtoxischen Substanzen in der Haut dieser kleinen Amphibien (man könnte aus Sicht der Achtbeinerin auch sagen: &quot;Bäh-Stoffe&quot;). In der stark granulierten Krötenhaut finden sich zahlreiche Drüsen, die bis zum Platzen mit einem hochprozentigen Giftcocktail angefüllt sind. Vor einigen Jahren war ich nur wegen Schwarzkröten schon mal eine Woche in Uruguay unterwegs, und zwar mit Prof. Mebs, einem renommierten &quot;Gifttierspezialisten&quot; von der Uni Frankfurt, und eben jenem Kollegen und guten Freund Raúl Maneyro, der nun auch wieder mit von der Partie ist. <br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_52f63364c9.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="300" alt="" /><br /><br /> Auf der Suche nach den Tierchen hatten wir damals noch Glück im Unglück: Die ersten sechs Tage der Reise gab´s nur ein einziges frisch metamorphosiertes Jungtier, und erst ganz am Ende unserer siebentägigen Reise (mit vielen schönen Erlebnissen, aber eben keinen Schwarzkröten) gelang es uns, wenigstens von einer Art, nämlich Melanophryniscus montevidensis, doch noch mehrere Exemplare zu finden. Dies wirklich am allerletzten Ort (La Paloma in Rocha), den wir damals in höchster Verzweiflung und nach Beachtung der lokalen Wetterereignisse noch ansteuerten. <br /> <br /> Die Gifte, die wir damals aus der Haut extrahieren und im Labor untersuchen konnten, haben wir bis nach Japan verschickt, um den Verdacht zu überprüfen, ob die Kröten nicht vielleicht das tödliche Gift der Kugelfische, Tetrodotoxin, produzieren. Diesem Gift fallen vor allem in Japan jährlich mehrere Menschen zum Opfer, die (bzw. deren Köche) die hohe Kunst der gefahrlosen Zubereitung von Fugu (Kugelfischfilet) nicht beherrschen. <br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_fb2061ea9a.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="300" alt="" /><br /><br /> Natürlich besitzen fast alle Amphibien starke Hautgifte, aber einige Arten &quot;übertreiben&quot; es da vielleicht auch ein wenig, zum Beispiel nordamerikanische Salamander der Gattungen Notophtalmus und Taricha, oder auch die Stummelfußkröten der in den Anden lebenden Gattung Atelopus, die dieses tödliche Tetrodotoxin ebenfalls produzieren können (ein typischer Fall von &quot;overkill&quot; …). Stummelfußkröten sehen den Schwarzkröten ja recht ähnlich (beide waren sogar mal in derselben Gattung), sodass der Verdacht nahelag, das auch Letztere vielleicht Tetrodotoxin produzieren könnten. <br /> <br /> Unsere Untersuchungen ergaben allerdings, dass dies nicht der Fall ist. Dennoch sind Schwarzkröten hoch giftig, indem sie nämlich stattdessen alkaloide Substanzen enthalten, wie die berühmt-berüchtigten Pfeilgiftfrösche Amazoniens (z. B. Pumiliotoxin und ähnliche Wirkstoffe). Ihr Verzehr ist also nicht zu empfehlen, und kulinarisch ist da wenig zu holen. Aus pharmakologischer Sicht allerdings sind Schwarzkröten super interessant. <br /> <br /> Nicht wenige Medikamente, die heute im Kampf gegen menschliche Krankheiten eingesetzt werden, stammen ja ursprünglich aus Tieren mit giftigen Körpersubstanzen, wie eben Amphibien, deren Haut einen echten Cocktail unterschiedlicher Substanzen mit antibiotischer, antiviraler oder neurologischer Wirkung enthält. Zum Beispiel gibt es australische Laubfrösche, die ein schmerzstillendes Neuropeptid mit der 2000-fach stärkeren Wirkung als Morphin besitzen. Ein weiteres Peptid wirkt nicht nur gegen eine Reihe gefährlicher Bakterien, sondern auch gegen Herpes- und Aidsviren. Amerikanische und australische Wissenschaftler erhoffen sich von Fröschen generell sogar Mittel zur Krebstherapie. Vielleicht haben ja auch Schwarzkröten was zu bieten. Man wird sehen, ob sich die Hoffnungen erfüllen.</p>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Tue, 22 Dec 2009 08:21:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>3 Stunden im Forscher-Rausch</title>
			<link>http://www.reptilia.de/Blogeintraege.465.0.html?&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=1095&#38;cHash=3756e30433</link>
			<description>Unser Redakteur Dr. Axel Kwet ist momentan wieder auf einer herpetologischen Forschungsreise durch...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="font-style: italic;" class="bodytext">Unser Redakteur Dr. Axel Kwet ist momentan wieder auf einer herpetologischen Forschungsreise durch Süd-Brasilien. Für die Blogs von reptilia.de und <a href="http://blogs.dw-world.de/forschertagebuch/kwet" title="Opens external link in new window" target="_blank" class="external-link-new-window" >Deutscher Welle</a> schreibt er regelmäßig über seine  Erlebnisse: </p>
<p style="font-weight: bold;" class="bodytext"> 							Im zentralen Rio Grande do Sul</p>
<p class="bodytext">Camila ist leider nicht mit dabei, aber die beiden brasilianischen Studenten Samanta und Bruno, die uns zusammen mit Raúl begleiten, kennen das Gebiet ebenfalls sehr gut; sie haben dort auch längere Zeit gearbeitet. <br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_f38770e9b0.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="300" alt="" /><br /><br /> Als wir nach der Anfahrt und dem schwierigen Weg im Gelände (inklusive mehrmaligem Überklettern von Weidezäunen – die mit Stacheldraht sind besonders fies, an solchen Gebilden habe ich im Laufe der Jahre schon zwei Paar Hüftstiefel verloren) endlich an dem kleinen Bach eintreffen, ist der kaum mehr wiederzuerkennen. Vor zwei Tagen noch ein kleines, fast stehendes Rinnsal, ist er nun weit über die Ufer getreten. Eigentlich ist das gesamte Gelände weithin überflutet. Auch der darüberliegende Hang ist eine einzige Sumpffläche, aus der das Wasser nun in kleinen Sturzbächen abfließt. Komisch, genau dort rufen viele Grillen – zumindest vermute ich das zunächst; die müssen dann offenbar aquatisch leben. <br /> <br /> Dass das leise zirpende Geräusch aber tatsächlich zahlreichen Schwarzkröten im Liebestaumel zuzuschreiben ist, glaube ich erst, als Samanta das erste rufende Männchen findet. Unglaublich, dieser Ton hat wenig bis gar nichts mit einem Froschruf zu tun! Dann erinnere ich mich an meine Ausfahrt in das Gebiet von Eden in der Nähe von Porto Alegre, ganz am Anfang meiner Reise. Auch dort gab es ähnliche Schwarzkröten, die so eigenartig riefen. Beide Arten zählen zur &quot;braunen Sorte&quot; (nicht politisch gemeint), also zu den Arten aus der tumifrons-Gruppe, die meist noch so einen komische Knubbel auf der Nase haben – wozu der dient, ist noch unklar. Die Braunen rufen jedenfalls ganz anders als die &quot;richtig schwarzen&quot; Schwarzkröten aus der atroluteus-Gruppe, die laute, vogelähnliche Trillerlaute von sich geben. Die kenne ich ganz gut z. B. aus Uruguay oder von der Küste her.<br /> <br /> Ich bin nun aber hier im zentralen Rio Grande do Sul und völlig aus dem Häuschen wegen der Krötchen, fotografiere, filme und mache Tonaufnahmen von ihnen – über drei Stunden lang. Die anderen sind längst weitergezogen, Koni klappert auf Schlangensuche (erfolglos) die nassen Waldränder ab, Raúl und die beiden Studenten sind weiter unten an einem teichähnlichen Gewässer, wo es viel mehr Froscharten gibt, z. B. den eigenartigen braun-gelben Engmaulfrosch Elachistocleis bicolor (den ich nachher noch fangen und zeigen kann – diese Amphibien sind echt schwierig zu kriegen, da meist nur die winzige Nasenspitze aus den Gräsern ragt). <br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_99e9884784.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="300" alt="" /><br /><br /> Hier oben in dem nassen Hang rufen aber ausschließlich Schwarzkröten, die dafür in rauen Mengen. <br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_59bb92213a.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="300" alt="" /><br /><br /> Vermutlich sind es mehrere hundert Tiere, die heute Nacht aktiv sind. Ich finde Exemplare in allen möglichen Farbvariationen, auch Tiere im Amplexus (Paarungsumklammerung) und Eigelege sind dabei.<br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_0ec378cf6a.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="300" alt="" /><br /><br /> Manche Exemplare zeigen sogar den berühmten &quot;Unkenreflex&quot;, über den ich ja schon mal gebloggt habe. Zu putzig sieht das aus – manchmal auch sehr urig – so mit dem in die &quot;falsche Richtung&quot; durchgedrückten Rücken.<br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_897e7de95d.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="300" alt="" /><br /><br /> Ein schönes Bild im Gruselstil gelingt mir schließlich noch: das der kleinen Kröte mit großer Spinne im Hintergrund (wer regelmäßig mitliest, hat es sicher schon bemerkt, dass ich solche Fotosituationen ganz gerne mag …). Dieses Bild ist tatsächlich nicht gestellt, die Spinne ist beim Fototermin urplötzlich aufgetaucht und auf die Kröte gesprungen, wohl um deren Nützlichkeit als Nahrungsobjekt zu testen. <br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_af062ecc91.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="300" alt="" /><br /><br /> Sie musste allerdings schnell einsehen, dass das offenbar nicht der Fall ist, und sitzt nun im Hintergrund (sicher enttäuscht, aber mein Mitleid hält sich ehrlich gesagt in Grenzen …). <br /> <br /> Und noch ein witziges Foto ist das meines Rucksacks, den ich nach zwei Stunden Abwesenheit (ich hab ihn einfach irgendwo an einen Busch gelehnt) über und über bedeckt von Nachtfaltern wiederfinde, die gierig an ihm saugen – ich weiß auch schon, was die da suchen: Es sind jene Salze, die ich über mehrere Brasilienexpeditionen hinweg unter den tropischen Klimabedingungen selbst verloren habe …<br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_6afeec425c.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="300" alt="" /></p>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Tue, 22 Dec 2009 08:19:00 +0100</pubDate>
			
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			<title>Im Jagdfieber</title>
			<link>http://www.reptilia.de/Blogeintraege.465.0.html?&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=1094&#38;cHash=bb1b0f3448</link>
			<description>Unser Redakteur Dr. Axel Kwet ist momentan wieder auf einer herpetologischen Forschungsreise durch...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="font-style: italic;" class="bodytext">Unser Redakteur Dr. Axel Kwet ist momentan wieder auf einer herpetologischen Forschungsreise durch Süd-Brasilien. Für die Blogs von reptilia.de und <a href="http://blogs.dw-world.de/forschertagebuch/kwet" title="Opens external link in new window" target="_blank" class="external-link-new-window" >Deutscher Welle</a> schreibt er regelmäßig über seine  Erlebnisse: </p>
<p style="font-weight: bold;" class="bodytext">Universität von Santa Maria</p>
<p class="bodytext">Es schüttet wie aus Kübeln, und die Straßen und Gehwege in Santa Maria sind so überschwemmt, dass man an der Uni trockenen Fußes nicht mehr von einem ins nächste Gebäude kommt: Wenn das kein &quot;Melano-Wetter&quot; ist! <br /> <br /> Ach so, wer es nicht mehr weiß: Melano ist unser interner Spitzname für die netten Schwarzkrötchen der Gattung <span style="font-style: italic;">Melanophryniscus </span>mit ihren schönen roten Bäuchen. Die zeigen in Südbrasilien und Uruguay eine wunderbare Artenvielfalt und haben dort sozusagen ihr &quot;Epizentrum der Verbreitung&quot;. Rund 15 und damit die Hälfte aller bekannten Arten (die aber zum Teil eben noch wissenschaftlich unbeschrieben sind) kommen in Rio Grande do Sul vor. <br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_4c41384de3.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="300" alt="" /><br /><br /> Eine der schönsten Arten hat mein verstorbener Kollege und guter Freund Marcos Di-Bernardo noch kurz vor seinem Tode beschrieben: <span style="font-style: italic;">Melanophryniscus admirabilis</span>!<br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_3ec5cd9418.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="300" alt="" /><br /><br /> <br /> Und eine weitere noch unbeschriebene Art wartet nun vielleicht in Itaara auf uns – wenn der Wettergott es will. Wie gesagt, auf der Hinfahrt mit Camila vor nur zwei Tagen war am einzigen bekannten Fundort keine Spur von den Tieren zu finden. Auch das Umdrehen von Steinen und altem Holz, normalerweise ein Garant für das Antreffen von Amphibien und Reptilien, erbrachte keinen Erfolg. Wohin sich die Krötchen in trockenen Zeiten zurückziehen, ist uns ein Rätsel. Da sie nach starkem Regen urplötzlich aus der Versenkung auftauchen und schon nach wenigen Stunden am Gewässer rufen, können sie aber nicht weit sein. Offenbar warten sie irgendwo unterirdisch ganz in der Nähe, vielleicht in Mäusegängen oder im lückigen Wurzelwerk alter Bäume und Sträucher.<br /> <br /> Wir sind also nun sehr auf den Ausflug gespannt, die Vorzeichen sind gut. Wegen der regenempfindlichen Foto- und Filmausrüstung warten wir aber erst noch etwas, bis die allerheftigsten Schauer vorübergezogen sind. Kein Problem, die Zeit zu überbrücken, denn auch hier an der Uni von Santa Maria haben wir Internetanschluss. Ich kann die letzten Blogs schreiben, und Koni zeigt den staunenden Studenten derweil seine herrlichen Schlangenbilder aus Peru, Costa Rica und Europa. Als es dann gegen 19 Uhr anfängt zu dämmern, ist der Zeitpunkt richtig. Der Regen hat nun fast aufgehört, und wir fahren los. Insgeheim hoffe ich ja schon auf die eine oder andere Schwarzkröte, bin aber zugleich äußerst skeptisch, denn ihre Laichsaison ist eigentlich schon rum. Im Dezember sind die Tiere normalerweise nicht mehr aktiv. Na ja, was heißt das schon im nicht normalen El-Niño-Jahr?</p>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Tue, 22 Dec 2009 08:18:00 +0100</pubDate>
			
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			<title>Ein Morgen im Museum und viele schwarze Wolken</title>
			<link>http://www.reptilia.de/Blogeintraege.465.0.html?&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=1088&#38;cHash=67d40008ad</link>
			<description>Unser Redakteur Dr. Axel Kwet ist momentan wieder auf einer herpetologischen Forschungsreise durch...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="font-style: italic;" class="bodytext">Unser Redakteur Dr. Axel Kwet ist momentan wieder auf einer herpetologischen Forschungsreise durch Süd-Brasilien. Für die Blogs von reptilia.de und <a href="http://blogs.dw-world.de/forschertagebuch/kwet" title="Opens external link in new window" target="_blank" class="external-link-new-window" >Deutscher Welle</a> schreibt er regelmäßig über seine  Erlebnisse: </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><img src="uploads/RTEmagicC_f7b5a408c0.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="300" alt="" /><br /><br /> Morgens schauen wir uns noch zusammen mit Jair das Museum an. <img src="uploads/RTEmagicC_05b651d210.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="300" alt="" /><br /><br /> Seit meinem letzten Aufenthalt hat sich viel geändert, er ist mit den ganzen Exponaten in ein größeres Gebäude umgezogen und es sind viele neue hinzugekommen. Es gibt z. B. Aquarien mit einheimischen Wasserpflanzen, Insekten- und Froschmodelle, selbst gebaute, von Kindern bemalte Dinosaurier, sogar ein Charles Darwin begegnet mit (und draußen auf der Wiese steht ein halb fertiges Modell seines Schiffs, der Beagle – fast so wie bei uns im Stuttgarter Museum, nur hat das dort ein Vermögen gekostet!). <br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_58627c8a99.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="300" alt="" /><br /><br /> Eine weitere Leidenschaft von Jair kommt im Museum noch zum Tragen: die des Fliegens. Jair hat drei noch funktionierende Ultraleichtflugzeuge, mit denen er manchmal abhebt, und im Museum sind außerdem noch nette Modelle alter Flugzeugveteranen zu bewundern.<br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_3326cf838b.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="303" alt="" /><br /><br /> Und Koni fängt direkt neben dem Museum immerhin noch einen <br /> halbwüchsigen Teju - so ist der Schmerz über die verpasste <br /> Wassernatter zwar nicht ganz verwunden, aber immerhin etwas <br /> abgemildert. <br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_7317ca8073.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="300" alt="" /><br /><br /> Apropos Schmerz: Bei der näheren Besichtigigung einer der Flieger von Jair werde ich kurz und schmerzhaft aus dem Nichts attackiert, sozusagen ein Angriff nach der Blitzkriegstaktik: Eine Wespe aus einem kleinen Nest, das an der Unterseite des Gestänges saß, hat sich da wohl auf den Schlips bzw. Flügel getreten gefühlt. <br /> <br /> Ich bezahle mit einer schmerzhaften Schwellung am Arm, sie mit dem Tode … <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_d6f3f8b7d8.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="300" alt="" /><br /><br /> <br /> Toll jedenfalls, was Du da aufgebaut hast, Jair und vielen Dank für die tolle Bewirtung! Dann verabschieden wir uns (nicht ohne noch ein Mittagessen zu bekommen), denn wir müssen wieder zurück nach Santa Maria. <br /> <br /> Gegen 17 Uhr haben wir mit Raúl und zwei Studenten einen weiteren Treffpunkt an der Uni ausgemacht. Wir fahren also los und haben schon so eine Vorahnung: Am Himmel stehen in Richtung Santa Maria/Itaara rabenschwarze Wolken: Kein Zweifel, Unwetter gehen im Gebiet der neuen <span style="font-style: italic;">Melanophryniscus</span>-Art nieder!</p>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Sat, 19 Dec 2009 08:17:00 +0100</pubDate>
			
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			<title>Churrasco um zwei Uhr nachts</title>
			<link>http://www.reptilia.de/Blogeintraege.465.0.html?&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=1087&#38;cHash=0291c391ac</link>
			<description>Unser Redakteur Dr. Axel Kwet ist momentan wieder auf einer herpetologischen Forschungsreise durch...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="font-style: italic;" class="bodytext">Unser Redakteur Dr. Axel Kwet ist momentan wieder auf einer herpetologischen Forschungsreise durch Süd-Brasilien. Für die Blogs von reptilia.de und <a href="http://blogs.dw-world.de/forschertagebuch/kwet" title="Opens external link in new window" target="_blank" class="external-link-new-window" >Deutscher Welle</a> schreibt er regelmäßig über seine  Erlebnisse: </p>
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<p class="bodytext">So ändern wir also wieder mal den Plan und schauen uns stattdessen die Froschfauna hinter Jairs Haus an. <br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_93b5016cbc.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="300" alt="" /><br /><br /> Dort gibt es einige interessante Teiche und aufgelassene Reisfelder (vermutlich war das der Nachbar, der nach den vielen Unwettern und dreimaligen Verlusten der Aussaat für dieses Jahr aufgegeben hat …). <br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_8cfeeb129d.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="300" alt="" /><br /><br /> Koni und ich freuen uns jedenfalls, dass Jair und seine Frau so flexibel sind, dass wir das Churrasco kurzfristig auch in ihrem Haus durchführen können. Alles kein Problem, ich weiß, aber dass der kaum zehnjährige Sohn einfach um Mitternacht aus dem Bett „geworfen“ wird, damit wir in seinem Zimmer ein Plätzchen zum Schlafen finden, ist uns nun wirklich peinlich. Als wir aus dem Feld zurückkehren, ist das Zimmer schon für uns vorbereitet, und der arme Kleine ist vermutlich ins Wohnzimmer umgezogen. Hier ist sie wieder, die großartige brasilianische Gastfreundschaft! Koni und ich sind jedenfalls froh, dass wegen uns nicht auch noch die ältere Tochter aus ihrem Zimmer geworfen wird.<br /> <br /> Ach so, das hätte ich fast vergessen: Etwas amphibische Feldarbeit gab´s ja wie erwähnt auch noch. Zu viert ziehen wir kurz vor Mitternacht ins Gelände und suchen statt <span style="font-style: italic;">Hypsiboas stella</span>e eben die „normalen“ Arten im Tiefland von Rio Grande do Sul. <br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_a5e84223c8.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="300" alt="" /><br /><br /> Immerhin sind die auch fast alle neu für Koni, da wir diesen Naturraum bisher noch nicht bereist haben. Wir finden zum Beispiel <span style="font-style: italic;">Leptodactylus latinasus, Leptodactylus fuscus</span> (der mit seinen lustigen Pfiffen so klingt, als ob man von einem frechen Mitbürger veräppelt wird), <span style="font-style: italic;">Pseudopaludicola falcipes </span>(mit etwa 15 mm Länge der kleinste Frosch hier im Süden) oder <span style="font-style: italic;">Dendropsophus sanborni </span>(auch kaum größer). <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_7514636e36.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="300" alt="" /><br /><br /> <br /> <br /> <img src="uploads/RTEmagicC_4000d8e7aa.jpg.jpg" style="margin: 0px 0px 11px;" align="center" width="455" height="300" alt="" /><br /><br /> Und was traurig stimmt: Es gibt leider auch Ochsenfrösche. Tatsächlich ist dieser gefährliche Einwanderer aus Nordamerika auch schon hier angekommen. Vor Jahrzehnten in vielen Teilen Brasiliens im großen Stil gezüchtet (Froschschenkel), dann oft entflohen oder ausgesetzt, haben sich diese großen und gefräßigen Frösche mittlerweile unkontrolliert im Freiland vermehrt und sind wohl nicht zu stoppen. Gerade sind sie dabei, ganz Südbrasilien und Uruguay zu erobern, man findet sie dort bereits in sehr vielen Gebieten, auch in Nationalparks. Ochsenfrösche verdrängen die einheimische Froschfauna und sind Überträger des erwähnten Chytridpilzes, gegen den sie selbst immun sind. Camila, die mit Ochsenfröschen arbeitet, kann ein Lied davon singen, welch großes Problem diese Art in Südamerika darstellt. Das ist kaum mit dem vergleichbar, was sich in Europa (Italien, Frankreich, Spanien) abspielt, obwohl die Art auch bei uns ein Problem ist. Selbst an einer Stelle in Deutschland ist der Ochsenfrosch seit einigen Jahren heimisch und vermehrt sich rasant, in der Nähe von Karlsruhe. <br /> <br /> Eine kleinere, sagen wir mal, zwischenmenschliche „Interaktion“ ergibt sich schließlich zus der Tatsache, dass ich im Uferbereich eines Teiches plötzlich eine <span style="font-style: italic;">Helicops infrataeniatus </span>erspähe. Diese harmlose, aber oft bissige und stinkende Wassernatter (wenn man sie fängt, entleert sie ihre Kloake) mit schönem schwarz-roten Bauch ist eigentlich sehr häufig im Tiefland, und ich habe sie schon öfter gesehen und fotografiert. Nun will ich aber auch mal ein schönes Foto im Habitat machen, die Schlange eventuell sogar dort filmen. Daher fange ich das Tier nicht, rufe zur Sicherheit aber schon mal Koni herbei, der beim Stichwort Schlange auch sofort aus dem Hintergrund heranpoltert. So war das aber natürlich nicht gedacht von mir, die Schlange reagiert sofort und taucht ab. Am Ende stehen wir beide mit leeren Händen da: ich ohne Film und Foto, Koni ohne Schlange. Beide sind wir etwas säuerlich und es fallen ein paar härtere Worte, aber glücklicherweise glätten sich die Wogen schnell wieder. Dem brasilianischen Studenten, der direkt daneben stand, ist das übrigens gar nicht aufgefallen. Für Brasilianer klingt die offenbar harte Aussprache der Deutschen wohl immer so, als würden wir uns beschimpfen. Das haben mir jetzt schon mehrere Leute dort bestätigt, eigenartig, wenn die Selbstwahrnehmung eine ganz andere als die Außenwahrnehmung ist.<br /> <br /> Gegen 1.00 (Koni und ich dürfen noch etwas länger im Feld bleiben) kehren Jair und der Student ins Haus zurück und entzünden tatsächlich noch das Feuer: Ganz klar, das Churrasco wird noch serviert, und zwar um 2 Uhr nachts! Nachdem der Biervorrat leer getrunken und der selbst gebrannte Schnaps ausprobiert ist, geht´s irgendwann gegen 4 Uhr ins Bett. </p>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Sat, 19 Dec 2009 08:15:00 +0100</pubDate>
			
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			<title>Der Stellae-Frosch</title>
			<link>http://www.reptilia.de/Blogeintraege.465.0.html?&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=1086&#38;cHash=745093d547</link>
			<description>Unser Redakteur Dr. Axel Kwet ist momentan wieder auf einer herpetologischen Forschungsreise durch...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="font-style: italic;" class="bodytext">Unser Redakteur Dr. Axel Kwet ist momentan wieder auf einer herpetologischen Forschungsreise durch Süd-Brasilien. Für die Blogs von reptilia.de und <a href="http://blogs.dw-world.de/forschertagebuch/kwet" title="Opens external link in new window" target="_blank" class="external-link-new-window" >Deutscher Welle</a> schreibt er regelmäßig über seine  Erlebnisse: </p>
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<p class="bodytext">Vermutlich gibt es im Reservat auch den schönen Hypsiboas stellae. Diesen seltenen Laubfrosch habe ich erst vor wenigen Jahren entdeckt und kürzlich auch beschrieben. Die Exemplare für die Beschreibung (das sog. Typusmaterial) stammen aus drei Bächen der Hangwälder in der Umgebung von Santa Cruz bzw. der nahe gelegenen Orte Rio Pardinho und Sinimbu. <br /> <br /> Damals war ich auf abenteuerlichen Pfaden alleine mit einem PUC/Tübingen-Kombi (das war, glaube ich, damals noch das Vorgängermodell) unterwegs und musste eine Nacht im Auto übernachten (direkt in der sog. Typus-Lokalität), weil der steinige Mini-Weg irgendwann gegen drei Uhr morgens an einem abgelegenen Gehöft aufhörte und mich die Müdigkeit übermannte.<br /> <br /> Den Artnamen dieser neuen Froschart haben wir damals über den Verein Biopat an einen Spender vermittelt, in diesem Fall an die britische Firma Stellae Company (ich hab darüber, glaube ich, schon mal kurz gebloggt). <br /> <br /> Der „Taufpate“ gibt Geld für die Erforschung der neuen Art oder allgemein für den Naturschutz (z. B. zum Aufkauf von Waldflächen usw.) und darf dafür den Artnamen wählen, in diesem Fall eben stellae. <br /> <br /> Ob man das nun mag oder nicht, es ist längst Realität, dass die Kommerzialisierung auch in der Biologie angekommen ist. Das lässt sich nicht wegdiskutieren und nicht wegleugnen. Da für taxonomische Forschungen und für Feldarbeiten, wie ich sie durchführe, leider traditionell nur wenig Geld zur Verfügung steht, selbst an unseren Naturkundemuseen nicht, ist man als Biologe dazu gezwungen, auch solche Wege zu gehen. Letzten Endes ist es aber nicht verwerflich und eigentlich eher eine Geschmacksfrage. <br /> <br /> Es macht keinen großen Unterschied, ob man eine neue Art nach einem Paten benennt, der die eigene Arbeit mit einer Geldspende ermöglicht, oder zu Ehren eines verdienten Kollegen, sei der nun schon tot (wie bei mir im Falle von Pseudis cardosoi, Proceratophrys brauni oder <span style="font-style: italic;">Trachycephalus dibernardoi</span>) oder am Leben, wie bei<span style="font-style: italic;"> Adenomera engelsi</span>. Der Forscherkollege hat sich eben durch wissenschaftliche Leistungen hervorgetan, der Pate durch monetäre Unterstützung der eigenen Forschungsarbeiten. Beides ist wichtig.<br /> <br /> Natürlich kann man eine Art auch einfach nach bestimmten typischen Merkmalen, z. B. nach ihrem Aussehen (wie Elachistocleis erythrogaster, das bedeutet: mit rotem Bauch) oder nach dem Lebensraum benennen (wie Adenomera araucaria, nach dem gleichnamigen Nadelbaum, unter dem der kleine Frosch lebt). Nur hat man dann schnell das Problem einer „Namensinflation“, denn es gibt ja viele rotbäuchige Frösche oder Amphibien, die sich im Araukarienwald wohlfühlen. Wollte man die alle nach denselben Merkmalen benennen, könnte es schnell unübersichtlich werden, zu viele „erythrogasters“ und „araucarias“ … Ich selbst bin übrigens auch froh, dass mein Name selten ist, ja, vermutlich ein Unikat darstellt (jedenfalls weiß ich von keinem zweiten Axel Kwet).<br /> <br /> Zum taxonomischen Problem wird das Ganze dann, wenn bei Gattungsumstellungen von Arten (was immer wieder vorkommt), ein häufiger Name plötzlich doppelt belegt ist, z. B. wenn zu einem schon in einer Gattung existierenden „maculatus“ (die „Gefleckten“ gibt´s wirklich fast wie Sand am Meer)durch die Umstellung nun ein weiterer dazukommt; der wurde ursprünglich in einer anderen Gattung beschrieben und aufgrund seiner Flecken eben auch „maculatus“ benannt. Zwei identische Namen, also Träger derselben Art- und Gattungsnamen, sind nach dem zoologischen Code unzulässig, sodass man in solchen Fällen einen neuen Namen (replacement name) vergeben muss. Doch eigentlich ist das zu kompliziert jetzt hier … Und auch unnötig, weil wir Hypsiboas stellae in dieser Nacht ja eh verpasst haben.</p>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Sat, 19 Dec 2009 08:14:00 +0100</pubDate>
			
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