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15.08.02

Faszinierende Taggeckos – die Gattung Phelsuma

Von: Hallmann, G., Krüger, J. & G. Trautmann

Hallmann, G., Krüger, J. & G. Trautmann (1997): Faszinierende Taggeckos – die Gattung Phelsuma. – Natur und Tier - Verlag, Münster, 229 S., 142 Farbfotos, 1 S/W-Foto, 49 Zeichnungen, ISBN 3-931587-10-X, 44,80 €. Neuauflage € 39,80.

Das Buch „Faszinierende Taggeckos“ der Autoren Hallmann, Krüger und Trautmann wurde mit seinem Erscheinen das Standardbuch  („die Bibel“) der deutschsprachigen Phelsumenliteratur. Die Autoren sind anerkannte Taggeckospezialisten und haben umfangreiche eigene Erfahrungen bei Naturbeobachtung, Pflege und Vermehrung von Phelsumen mit einer intensiven Literaturauswertung zu einem beeindruckenden Buch zusammengefasst.

Das Buch gibt auf den ersten 67 Seiten eine Übersicht über die gesamte Gattung Phelsuma, an die sich ein 138 Seiten umfassender Artenteil anschließt. Den Abschluss bilden Glossar, Hinweise auf Zeitschriften und Interessengruppen, eine Erläuterung madagassischer Ortsnamen sowie das Literaturverzeichnis.

Die Autoren beginnen mit Erläuterungen zur Geschichte der Erforschung der Phelsumen und zum Stand der Klassifikation. Dabei wird auch auf die Stellung der Phelsumen in der Systematik und die Verwandtschaft zu anderen Gattungen eingegangen. Sehr hilfreich ist eine tabellarische Übersicht über alle zum Zeitpunkt der Drucklegung bekannten Phelsumentaxa. Die nach dem Erscheinen des Buches neu beschriebenen Arten, wie Phelsuma hielscheri und Phelsuma malamakibo, können selbstverständlich noch nicht erfasst sein, dafür ist die inzwischen zur Gattung Rhoptropella gestellte Phelsuma ocellata noch enthalten.

Fundiert wird im folgenden Kapitel erläutert, welche anatomischen Merkmale eine Phelsume kennzeichnen, die wesentlichen werden auch im Bild vorgestellt. Lediglich die Annahme, das stark ausgeprägte Kalksäckchen nur im Terrarium vorkommen, ist inzwischen durch Naturfunde widerlegt. Weitere Kapitel beschäftigen sich mit dem Verhalten von Phelsumen, der Verbreitung und den Lebensräumen der Gattung sowie mit Fragen der Gefährdung und des Artenschutzes. Im Folgenden werden allgemeine Hinweise für die Haltung und Pflege von Phelsumen gegeben. Dabei werden Vor- und Nachteile verschiedener Haltungsmethoden – wie Zimmer-, Gewächshaus- und Freilandhaltung – diskutiert, vier Terrararientypen für Phelsumen entsprechend den natürlichen Lebensräumen der verschiedenen Arten vorgestellt und Hinweise für die Bepflanzung und das richtige Terrarienklima gegeben. Die Vergesellschaftung von Phelsumen mit anderen Terrarientieren lehnen die Autoren ab, eine Einstellung, die in dieser Absolutheit diskussionswürdig erscheint. So hat zum Beispiel die gemeinsame Haltung und Nachzucht von Phelsuma madagascariensis kochi und Oedura monilis bei einem der Rezensenten ebenso funktioniert, wie bei dem anderen die Vergesellschaftung mehrerer Phelsumen- mit verschiedenen Anolisarten.

Die folgenden Kapitel beschäftigen sich mit Krankheiten von Phelsumen, der Ernährung sowie Fortpflanzung und Zucht. Auch diese Kapitel enthalten durchgehend fundierte, nachvollziehbare Angaben. Bei den Hinweisen auf weiterführende Literatur zum Thema Reptilienkrankheiten hätte „Ippen, R., Schröder, H.-D. & K. Elze (1985): Handbuch der Zootierkrankheiten, Band 1 – Reptilien“, erschienen im Akademie-Verlag Berlin aufgenommen werden sollen.

Nachdem im ersten Teil des Buches die gesamte Gattung Phelsuma im Mittelpunkt stand, folgt im zweiten Teil die Beschreibung aller Arten und Unterarten. Die Vorstellung jedes Tieres beginnt mit einer Synonymieliste, anschließend werden die Ableitung des Namens erklärt und die Terra typica  genannt. Die ausführliche Beschreibung der einzelnen Arten und Unterarten wird durch aussagekräftige Bilder ergänzt. Verbreitung und Lebensraum werden bei jeder Art erläutert und auf einer Karte grafisch dargestellt. Bei den Hinweisen zur Haltung beziehen sich die Autoren auf die im Abschnitt über Haltung und Pflege vorgestellten Terrarientypen. Des Weiteren wird sehr ausführlich und gut nachvollziehbar  die Fortpflanzung beschrieben. Bei einigen Arten folgt noch eine Anmerkung, die Besonderheiten erläutert. Bei Arten, die mehrere Unterarten aufweisen, sind tabellarische Bestimmungshilfen vorhanden, die bei der Identifizierung sehr hilfreich sind. Erfreulicherweise werden auch die extrem seltenen Arten Phelsuma antanosy, Phelsuma masohoala und Phelsuma pronki in Wort und Bild vorgestellt, viele Terrarianer dürften diese Tiere zuvor noch nicht zu Gesicht bekommen haben.

Im Glossar werden schließlich wichtige Fachbegriffe erläutert und anschließend einige Interessengruppen und Zeitschriften aufgeführt. Die Erläuterung madagassischer Ortsnamen dient der Verständlichkeit und ermöglicht den Vergleich mit anderen Literaturquellen. Diese findet man im Literaturverzeichnis reichlich, insgesamt sind über 700 Bücher und Artikel benannt.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass dieses Buch eine detaillierte und umfassende Übersicht über alle Fragen zur Gattung Phelsuma darstellt und deshalb bei keinem Taggecko-Interessierten im Bücherschrank fehlen sollte.

Peter Krause & Hans-Peter Berghof

Publiziert in: DRACO, 3 (3), 11: 85–86



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