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07.05.05

Bartagamen und Kragenechsen

Von: HAUSCHILD, A. & H. BOSCH

HAUSCHILD, A. & H. BOSCH (2004): Bartagamen und Kragenechsen. – Natur und Tier -Verlag, Münster; 95 S., 51 Farbfotos, 21 Zeichnungen, 11 Verbreitungskarten, Paperback; 5. Auflage, ISBN 3931587-17-7; 19,80 €

Das Buch „Bartagamen und Kragenechsen“ von Andree HAUSCHILD und Hubert BOSCH ist nicht nur das erste, sondern sicherlich auch das bekannteste Werk im deutschsprachigen Raum, das sich ausschließlich mit Bartagamen, aber auch mit Kragenechsen beschäftigt. Hinzu kommt, dass es das einzige Buch ist, in denen alle Arten der Gattung Pogona ausführlicher besprochen werden.

Nun habe ich die mittlerweile 5. Auflage (2004) vor mir, und für mich ist dieses Werk immer noch die Nummer 1, wenn es um Fragen über Bartagamen geht. Immer wieder treten Probleme mit diesen Tieren auf, und in den meisten Fällen stößt man in diesem Ratgeber auf eine Antwort. Gerade die hervorragende Zusammenarbeit mit anderen Züchtern lässt das Buch auch nach über sieben Jahren immer noch nicht langweilig werden. Es ist in neun Kapitel aufgeteilt. Während im ersten auf die Agamen im Allgemeinen („Kurzcharakteristik der Familie Agamidae“ und „Verbreitung“) eingegangen wird, werden im zweiten Kapitel die beiden im Buch besprochenen Gattungen Pogona und Chlamydosaurus sowie die Agamen des australischen Archipels etwas näher vorgestellt. Das dritte Kapitel beschäftigt sich ausschließlich mit der Gattung Pogona und ist mit 44 Seiten auch der Mittelpunkt dieses Werkes, in dem neben allgemeinen Informationen, wie z. B. Größe, Gestalt, Färbung, Geschlechtsunterschiede, Nahrung, Vermehrung, Eizeitigung und Schlupf sowie Aufzucht von Jungtieren, auch alle Arten der Gattung präsentiert werden. Hier erfährt der Leser viel Wissenswertes und Nützliches über die Pflege und Vermehrung von Bartagamen im Terrarium. Soweit Daten vorhanden sind, werden alle Arten ausführlich besprochen. Leider fehlen bis heute von einigen Arten die entsprechenden Erfahrungswerte bei der Haltung. Andere wichtige Daten, wie von Pogona barbata, wären heute nicht mehr zu erbringen, da diese Art aus den Terrarien verschwunden ist! Am Beispiel der Zwergbartagame (Pogona henrylawsoni) weisen die Autoren daher darauf hin, wirklich nur gesunde Tiere zur Vermehrung zu bringen, um diese Art auch auf lange Sicht weiter in den Terrarien zu erhalten.

Im Anschluss an die Artbeschreibungen findet sich noch je ein Unterkapitel zu Farbzüchtungen und Bastardisierungen von Bartagamen. Kapitel 4 beschäftigt sich mit der Kragenechse (Chlamydosaurus kingii), während das fünfte Kapitel sich ausführlich mit den Erkrankungen von Bartagamen und Kragenechsen befasst. Im anschließenden Kapitel finden wir nützliche Hinweise über die „Mindestanforderungen für eine artgemäße Haltung“ und über geltende Schutzbestimmungen. Ein Fachwortregister befindet sich im siebten Kapitel. Im Anhang (Kapitel 8) werden alle zurzeit bekannten Gattungen aus der Familie Agamidae aufgeführt. Dabei wurden in dieser Neuauflage auch neu beschriebene Gattungen wie Paracalotes, Complicitus und Thaumatorhynchus berücksichtigt. Es schließt sich ein ausführliches Literaturverzeichnis an.

Was ich in diesem Buch vermisse, sind ausführlichere Informationen und Bilder über die eigentliche Pflege im Terrarium, über Größe, Einrichtung und Technik von Terrarien, sowie weitere Angaben über Erwerb, Eingewöhnung und Besatzdichte von Bartagamen. Ein weiteres Thema, das bei vielen Bartagamenpflegern Fragen aufwirft und immer wieder für Diskussion sorgt, ist die Vergesellschaftung mit anderen Reptilien. Vergesellschaftungen gibt es häufig, und wir kennen sie aus manchen Zoos und Tiergärten. Aber auch in der privaten Haltung wurden Erfahrungen zu diesem Thema gesammelt, die sicherlich nützlich sind. Klimadaten aus den Lebensräumen der im Terrarium gepflegten Arten würden das Buch sicherlich weiter aufwerten.

Die im Buch „Bartagamen und Kragenechsen“ von Andree HAUSCHILD und Hubert BOSCH enthaltenen Informationen sind unentbehrlich für jeden, der sich mit Bartagamen und Kragenechsen beschäftigen möchte, und ich kann das Buch daher uneingeschränkt empfehlen.

Martin Dieckmann

Publiziert in: DRACO, 6 (2), 22: 87–88



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