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07.05.05

Leben mit Bartagamen – Der ausführliche Leitfaden für die Haltung von Bartagamen

Von: PALIKA, L.

PALIKA, L. (2004): Leben mit Bartagamen – Der ausführliche Leitfaden für die Haltung von Bartagamen. – Natur und Tier Verlag, Münster, 205 S., zahlreiche Abb., ISBN 3-931587-72- X, 19,80 €

Das Werk „Leben mit Bartagamen“ von LIZ PALIKA nimmt sicherlich einen einzigartigen Platz unter den über Reptilien veröffentlichten Büchern ein. Die preisgekrönte amerikanische Autorin Liz PALIKA hat nicht nur eine Anzahl von Hundebüchern verfasst, sondern auch Werke über Reptilien als Haustiere. Von diesen dürfte das hier in der deutschen Übersetzung vorliegende „Your Bearded Dragon´s Life“ wohl das Bekannteste sein.

Erfuhren wir bisher in der Literatur vieles über Pflege, Systematik und Ökologie von Bartagamen, so eröffnen sich hier ganz neue Dimensionen, die bis jetzt wohl noch nicht in einem Buch über Reptilien zu finden waren. Sie werden mit Dingen konfrontiert, die Sie sicherlich eher aus Fachbüchern über Katzen, Hunde oder Nagetiere kennen. Die artgerechte Pflege steht nicht ausschließlich im Vordergrund, sondern auch das Wohlbefinden und die Gesundheit der Tiere. Selbst Themen wie Alter und Tod, über die wir ja eigentlich nicht so gerne reden (und schreiben), werden nicht ausgelassen. Lassen Sie sich nicht davon irritieren, dass Bartagamen als Haustiere im klassischen Sinn dargestellt werden – es ist beabsichtigt! Sollten Sie einmal etwas über das Verhältnis zwischen Bartagame und Mensch, die Zähmung dieser Reptilien oder über das Familienleben mit ihnen erfahren wollen, dann sollten Sie das Buch auf jeden Fall erwerben. Selbst kleine Geschichten lassen sich hier finden!

Das Buch gliedert sich in insgesamt zwölf Kapitel. Nach einem Vorwort zur deutschen Ausgabe und der Einleitung folgt das erste Kapitel, das sich mit dem Aussehen einer Bartagame und der Anschaffung dieser Tiere beschäftigt. Anschließend finden Sie im zweiten Kapitel auf insgesamt 16 Seiten alles, was Sie über die Terrarienhaltung dieser Agamen wissen müssen, während in Kapitel 3 die richtige und ausgewogene Ernährung von Bartagamen thematisiert wird. Das folgende Kapitel ist der medizinischen Versorgung der Tiere vorbehalten. Auf 15 Seiten findet man viel Wissenswertes über den Besuch beim Tierarzt und die Behandlung von Krankheiten. Es werden nicht nur die verschiedensten Erkrankungen und Infektionen vorgestellt, sondern es werden auch verschiedene Verletzungsmuster angesprochen, wie z. B. Verbrennungen oder Blutungen. Selbst über das Verhalten im Notfall kann man sich hier informieren. Nicht zu vergessen sei hier das Erste-Hilfe-Set für Bartagamen! In Kapitel 5 gibt es eine Bartagamen-Sprechstunde. Hier sieht man gleich einen ganzen Gesundheitsleitfaden, wie er wohl nur selten zu finden ist. Von Außen- und Innenparasiten über ernährungsbedingte Stoffwechselstörungen bis hin zu bakteriellen Infektionen wurde hier nichts ausgelassen. Eine mehrseitige Liste der häufigsten Gesundheitsprobleme rundet dieses Kapitel ab. Im sechsten Kapitel wird ausführlich über das Verhalten von Bartagamen berichtet, und einzelne Elemente der Körpersprache von Bartagamen werden vorgestellt – wie beispielsweise das Kopfnicken, das Aufstellen des „Bartes“, das Züngeln oder das Winken mit den Armen, um nur einige zu nennen.

Die nächsten 15 Seiten sind dem wichtigen Thema „Wie gehe ich mit meiner Bartagame um?“ reserviert. Sicherlich ein Aspekt, der zu selten angesprochen wird und bei Bartagamen nicht oft genug erwähnt werden kann. Gerade bei Tieren, die häufig von Anfängern in der Terraristik ohne einschlägige Grundkenntnisse in der Terrarienhaltung gepflegt werden – darunter auch viele Kinder – ist es wichtig, den richtigen Umgang mit diesen Tieren zu vermitteln. Hier versteht es Liz PALIKA hervorragend, ihre Kenntnisse darzustellen. Sicherlich sind die Titel einiger Unterkapitel, wie „Vernunftbegabung“ oder „Grundlagen der Dressur“ etwas gewöhnungsbedürftig, aber deshalb sind diese nicht weniger interessant. Kapitel 8 behandelt in allen Einzelheiten die Pflege, wie z. B. Sauberkeit, Baden, Reinigen von Terrarien usw. Wie in anderen Fachbüchern auch, dürfen Informationen zur Vermehrung der Tiere natürlich nicht fehlen. Auf 21 Seiten erfährt der Leser im 9. Kapitel viel Wissenswertes über diesen Themenkomplex, während in Kapitel 10 Informationen zum Zeitaufwand für ein solches „Haustier“, zum Komplex „Familie und Bartagame“ und zur Versorgung der Tiere während der Urlaubszeit gegeben werden. Wie schon am Anfang dieser Besprechung erwähnt, gibt es auch ein Kapitel, in dem es um das Altwerden der Bartagame geht, bis hin zum Abschiednehmen von seinem Pflegling, wenn er stirbt. Es ist erstaunlich, wie ausführlich sich die Autorin mit diesem Thema befasst, aber es sind dort sicherlich einige Antworten zu finden, die Sie in anderen Büchern vergeblich suchen werden. Das letzte Kapitel dreht sich um die Zukunft der Bartagamen – so werden beispielsweise Gesetze in den USA angesprochen, die eine Haltung von Reptilien aufgrund der Krankheitsgefährdung für den Menschen verbieten, aber auch die Zerstörung der Lebensräume sowie auch andererseits Erhaltungsprogramme in menschlicher Obhut und Bildungsprogramme mit Vorschlägen für zukünftige Schutzmaßnahmen. Am Schluss finden Sie zwei Anhänge: Anhang A bietet Adressen und weitere Informationen mit nützlichen Hinweisen zu Bartagamen. In Anhang B werden in Kürze die übrigen Arten aus der Gattung Pogona vorgestellt. Am Ende folgt ein Index.

Sicherlich könnte man hier noch Verschiedenes ansprechen, das nicht gut gelungen ist und mich persönlich gestört hat. Aber diese Kritikpunkte sind so gering, dass ich darauf verzichten möchte.

Ich bin mir sicher, dass dieses Buch noch viele Leser finden wird, natürlich in erster Linie den Bartagamenfreund, aber ich kann dieses Buch auch allen denen empfehlen, die mal einen Blick aus einer sehr menschlichen Perspektive auf diese „Haustiere“ werfen möchten.

Martin Dieckmann

Publiziert in: DRACO, 6 (2), 22: 84–85



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