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16.08.07

Dornschwanzagamen Art für Art

Von: Löhr, Beate, Frahm, S. & Evers, M.

Löhr, Beate (2004): Geyrs Dornschwanzagame, Uromastyx geyri. – Art für Art, Agamen Nr. 1, Münster (Natur und Tier - Verlag), 64 S., 47 Farbfotos, Softcover. € 9,80. Frahm, S. (2006): Die Geschmückte Dornschwanzagame, Uromastyx ocellata. – Art für Art, Agamen Nr. 5. Münster (Natur und Tier - Verlag), 64 S., 57 Farbfotos, Softcover. € 9,80. Evers, M. (2007): Die Bunte Dornschwanzagame, Uromastyx ornata. – Art für Art, Agamen Nr. 6. Münster (Natur und Tier - Verlag), 64 S., 36 Farbfotos, Softcover. € 9,80.

Zur Besprechung liegen als Erstes die drei bisher erschienen Dornschwanzagamen-Bände der erfolgreichen Art-für-Art-Reihe vor. Diese nordafrikanischen und arabischen boden- und felsbewohnenden Agamen sind aufgrund ihres bizarren Äußeren, ihrer attraktiven Lebensweise und ihres sehr ruhigen Wesens beliebte Terrarientiere. Die Nachzucht gelingt regelmäßig, doch bei einigen Arten treten nach wie vor Schwierigkeiten auf. Ziel dieser Reihe ist es, einzelne Spezies in Form einer Monografie vorzustellen und mögliche Probleme sowie deren Lösung anschaulich zu erklären.

Bereits in der ersten Staffel erschien – von der bekannten und langjährigen Dornschwanzzüchterin Beate Löhr – der Band über Uromastyx geyri, eine bis dato noch  nicht so häufig nachgezogene Art. Löhr vermehrt diese Agamen seit vielen Jahren und bringt hier ihren Erfahrungsschatz zu Papier. Unterstützt wurde sie von ihrem Lebensgefährten, dem „Dornschwanzpapst“ Thomas Wilms, dessen Buch weiter unten vorgestellt wird. Das Buch ist wie die meisten Bände dieser Reihe nach dem bewährten Konzept gegliedert. Der Leser erfährt viel Interessantes über den Lebensraum, die natürlichen Verhaltensweisen sowie Informationen zu nahe verwandten Arten. Im Terraristik-Teil gibt es natürlich „Wissen satt“. Aufbau, Beleuchtung, Bodengrund sowie Nahrung und letztlich die Nachzucht sind die Hauptthemen dieses Praxisteils. Hier werden alle Grundlagen und Bedingungen zur erfolgreichen Uromastyx-Vermehrung geschildert und praxisnah erläutert. Unterstützt werden diese Informationen durch prachtvolle Farbfotos. Kurzum, jeder, der diesen Band aufmerksam liest, sollte in Zukunft keine Schwierigkeiten haben, die Art erfolgreich zu halten und zu vermehren.

Noch nicht so häufig vermehrt wie die Dornschwanzarten des U.-acanthinura-Komplexes werden Spezies des U.-ocellata-Komplexes. Die beiden Arten U. ocellata und U. ornata werden zwar regelmäßig aus Ägypten nach Europa und in die USA exportiert, die Tiere erkranken bei den monatelangen falschen Hälterungsbedingungen und auf den Transporten oft schwer und/oder entwickeln Mangelerscheinungen. Dies scheint der Hauptgrund, warum viele Exemplare nicht mehr zu retten sind, wenn sie in Liebhaberhände gelangen. Nur erfahrene Halter, die auch Krankheitsbilder erkennen und wissen, was zu tun ist, um das Tier zu retten, konnten diese Arten längere Zeit im Terrarium halten. Einer von ihnen ist der Hamburger Sönke Frahm, der sich in aufopfernder Weise um seine Geschmückten-Dornschwanzagamen (Uromastyx ocellata)  kümmerte und wohl einer der Ersten war, die diese Art kontinuierlich vermehrten. All diese Erfahrungen teilt er in seiner ersten Veröffentlichung in der Art-für-Art-Reihe mit. Es wird hier ganz besonders deutlich, welche Anstrengungen der Autor unternehmen musste, um zum Erfolg zu gelangen. Auch in diesem Band werden die einzelnen Informationen nach dem bewährten Konzept der Reihe, und der Leser erfährt alles Wissenswerte zur Art und deren erfolgreicher Haltung und Vermehrung. Selbst eine Kurzanleitung zum Bau eines aufwändigen Felsterrariums, die mit vielen Detailfotos bestückt ist, zeigt der Autor in seinem Buch.

Der langjährige Halter und Züchter Michael Evers schrieb den dritten hier besprochenen Band der Reihe, in dem er neue Aspekte in die Dornschwanzliteratur einbringen konnte. In dieser Monografie wird die Bunte Dornschwanzagame (Uromastyx ornata) behandelt. Die Art bleibt etwas kleiner als die zuvor behandelte, es gelten jedoch ähnliche Angaben. Auch diese Tiere werden in größeren Stückzahlen importiert und erreichen den Liebhaber oft nur in einem sehr besorgniserregenden Zustand. Michael Evers’ langjährige Erfahrungen mit der erfolgreichen Pflege und Vermehrung dieser Art schreibt er in diesem Band nieder. Besondere Anerkennung gilt etlichen Informationen, die ein erfahrener Halter als selbstverständlich empfindet und nicht immer erwähnt. Dies sind beispielsweise die überaus hohen Stromkosten, die diese Sonnenkinder unter den Echsen verursachen, oder auch der Platz, den die Tiere für ihren künstlichen Lebensraum einfordern, um ausdauernd und „glücklich“ im Terrarium zu leben.

Bei allen drei Bänden empfinde ich die Fähigkeit der Autoren besonders beeindruckend, ihre Tiere in allen Lebensumständen und gerade bei der Paarung, Eiablage und beim Schlupf zu fotografieren. Die Möglichkeit, solche Beobachtungen zu dokumentieren, zeigt, dass sich die Autoren regelmäßig mit ihren Tiere beschäftigen und in Situationen wie bevorstehender Eiablage oder Schlupf permanent ihre Pfleglinge beobachten und kontrollieren.

Kompliment an alle drei Autoren.

Mirko Barts

 

Publiziert in: DRACO, 8 (3), 31: 82–83



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