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23.01.13

Bunte Hakennasen

BERRY, JOHN (2012): Designer-Morphs. Western Hognose Snakes.A complete guide to care, breeding morphs and mutations. – Big Reptile World, Bristol. 202 S., Hardcover, 297 Fotos, ISBN 978-1-62050-519-9; 32,95 £ (ca. 40 €)

Der Haupttitel dieses Buchs, „Designer-Morphs. Western HognoseSnakes“, ist eine gehörige Untertreibung, und erst der Untertitel verrät, was Autor John R. Berry hier tatsächlich vorgelegt hat: nämlich einen Praxisratgeber rund um Haltung und Zucht der Westlichen Hakennasennatter, plus eben eine komplette Übersicht über die Vielzahl mittlerweile erhältlicher Morphen.

Alle relevanten Themen werden behandelt, von Systematik und Lebensweise in der Natur bis hin zu Erwerb, Quarantäne, Gesundheit, Haltung, Nachzucht und Zucht, und man merkt jedem Satz an, dass hier ein sehr erfahrener Züchter spricht. Besonders deutlich wird das bei den Ausführungen zur Unterbringung der Tiere, denn hier steht die Rackhaltung dermaßen klar im Vordergrund, dass Berry sich nicht einmal die Mühe machte, ein Foto eines Schauterrariums mit Hakennasennatter aufzutreiben – ein Becken zeigt hier sogar eine Kornnatter.

Ansonsten aber besticht der Praxisteil durch viele Tipps und Tricks, die Anfängern wie Fortgeschrittenen auf alle Fälle weiterhelfen können. Positiv finde ich beispielsweise, dass Berry selbst Themen wie UV-Licht anspricht, auch wenn man sich zu diesem Thema vielleicht eher einen Tierarzt denn den Produktmanager von ArcadiaReptiles als Gast-Autor gewünscht hätte. Auffällig ist zudem die vielfache Erwähnung der F10-Produktserie, auch wenn diese sich mittlerweile bei vielen Züchtern durchgesetzt hat – sogar zum Bekämpfen von Schimmel auf Eiern und zur Inhalationstherapie empfiehlt Berry F10. Das mag zwar auf empirisch positiven Erfahrungen beruhen, und es existiert bereits mindestens eine tiermedizinische Studie zu diesem Thema, aber da gruselt es einen dennoch ein bisschen.

Ab S. 93 folgt dann der starke Part über Selektionszucht – mit einer sehr kurzen theoretischen Einführung und dann der Vorstellung der bislang bekannten Morphen, durchweg mit eindrucksvollen Fotos von Berry, aber auch von Kollegen aus aller Welt. REPTILIA-Autor Filip Longhitano ist hier natürlich ebenfalls vertreten. Sogar einige „Unproven“-Morphen sind in diesem Teil des Buchs erfasst und weisen auf, dass es eben erst so richtig losgeht mit dem Hakennasen-Boom. Und so weist denn Berry bereits auf die Notwendigkeit einer zukünftig überarbeiten Auflage hin und lädt Züchter zur Mitarbeit ein.

Wer diese Tiere liebt und sich für ihre Farbzucht begeistern kann, muss dieses Buch ganz einfach haben!

Kriton Kunz

Publiziert in: REPTILIA, 18 (1): 86



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