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Die neue Ära
28. March 2013 12:47 Uhr - von 

Antonia Pachmann

Im Dezember kehrte ich von Honduras zurück nach Guatemala und entschied mich, am 21.12 in Tikal zu sein. Dieses große, für die Mayas bedeutsame Datum, den 13. Baktun, der Beginn einer neuen Ära, in Guatemalas wichtigsten Mayaruinen zu verbringen schien mir passend. Und natürlich nicht nur mir, denn es hiess, dass schon viele Monate im Voraus alle Unterkünfte in der Nähe Tikals ausgebucht waren und dass Menschen aus aller Herren Länder zu diesem einmaligen Ereignis anreisten. 

Ich hatte also ziemliches Glück, als ich, doch eher spontan, mit einem Freund in Flores, der Halbinsel auf dem Petén Itzá See, ankam und wir noch eine Unterkunft ergattern konnten. 

Am Nachmittag des 20. begannen die Veranstaltungen zwischen den Mayaruinen und reichten bis zum Nachmittag des darauffolgenden Tages. 

Natürlich waren viele Menschen gekommen, jedoch hatte ich es mir bei weitem voller vorgestellt, da in Guatemala schon seit Monaten spekuliert wurde, wieviele Tausend Besucher wohl da sein mögen.

Menschenmassen auf dem Gran Plaza zum 13. Baktun, Tikal

Bevor es richtig losging, konnte man sich die Bühne aus der Nähe betrachten...

...Opfergaben in einen Kreis legen, bzw. das Geschehen fotografieren.

Ein Schamane wurde für das Fernsehn interviewt, doch leider schien er ein wenig wirres Zeug zu reden, weshalb kurz darauf lieber ein paar Touristen vor laufender Kamera ausgefragt wurden, wie ihnen alles gefällt. 

Dann ging es auch schon los:

Sehr prunkvoll waren die Akteure kostümiert.

Verschiedene Tänze wurden aufgeführt, wie zum Beispiel hier eine Art "Mais-Huldigungs-tanz" - selbstverständlich sehr wichtig bei einem Volk, welches Mais über Jahrtausende als Hauptnahrungsmittel hat.

Der Tanz des Jaguars, welcher ebenfalls verehrt wurde.

 Und "El juego de la pelota" ("Das Spiel des Balls")

Begleitet wurde alles mit live-Musik. Der uns den Rücken zuwendende Mann, der, wie es scheint eine Art Tigerente auf dem Kopf trägt, nutzt leere Schildkrötenpanzer als Trommeln.

Was diese zwei Kerle symbolisieren habe ich leider nicht ganz mitbekommen.

 

Allgemein gesehen gab es gar nicht so viele Ausländer wie erwartet, sondern auch erstaunlich viele Mayas, die aus ganz Guatemala gekommen sind, um hier ein von ihren Vorfahren prognostiziertes Event zu zelebrieren.

 

Die andere Seite eines solchen Ereignis': 6 gewaltige Satellitenschüsseln stehen zwischen den frühzeitlichen Tempeln der Mayas. Damit die Show, zu welcher der Präsident kam, auch ins Fernsehn übertragen werden konnte.  Auch wurden extra Antennen aufgebaut, damit in dieser Zeit in Tikal auch jeder Handyempfang im Regenwald hat. 

Logischerweise haben sich sämtliche Tiere, die sich sonst auch teilweise recht offen gezeigt haben, bei einem solchen Ansturm der Menschen zurückgezogen.

Die große Show auf dem Gran Plaza endete kurz nach Mitternacht und dann verstreuten sich die Leute. Es gab sehr viele kleinere Veranstaltungen an verschiedenen Stellen der großflächigen, ehemaligen Mayastadt. Auf dem Gran Plaza veranstaltete einige Mayas traditionelle Tänze, wie sie auch heute noch Gang und Gebe in einigen Communities sind. Diese waren nicht so schick wie die große Show, die ins Fernsehn übertragen wurde, dafür aber realistischer und wurden nicht von Schauspielern ausgetragen. 

 Am Fuß eines Tempels in der "mundo perdido" ("lost world") geriet ich versehentlich in eine Zeremonie einiger, nun, sagen wir mal Hippies. Es waren Schamanen aus wer-weiß-wie-vielen Ländern anwesend, von denen immermal einer etwas auf Spanisch oder Englisch sagte. Irgendein Freiwilliger aus dem Kreis der Leute, die um ein Lagerfeuer sassen, übersetzte dann.

 Dies war nur eine von vielen Zeremonien, die in dieser Nacht in Tikal abgehalten wurden. Leider hatten scheinbar die meisten nichts mit Mayas oder deren Kultur zu tun. Diese Zeremonien gingen die ganze Nacht hindurch bis zum Vormittag des Folgetages.

Foto von Alejandro Plata

Foto von Alejandro Plata

Später hörte ich von einer Zeremonie, die in den Maya-Ruinen von Yaxha, unweit von Tikal, veranstaltet wurde. Diese war von US-Amerikanern besucht, die tausende von Dollar zahlten, damit Ihnen ein "echter Maya-Schamane" ihr Lagerfeuer anzündete. 

Zum Sonnenaufgang begab ich mich auf das Dach eines Tempels. Oben angekommen, mußte ich überrascht feststellen, dass diese Idee viele Leute hatten...

Kurz nach Sonnenaufgang konnte man wunderbar über die Wipfel der Regenwaldriesen schauen und Tukane und Papageien beobachten.

Ausruhen auf dem Dach eines Tempels: nach einer anstrengenden Nacht kann man überall schlafen!

 
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