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Cayos Cochinos
20. February 2013 16:30 Uhr - von 

Antonia Pachmann


Nachdem ich auf Utila war, besuchte ich noch eine andere Inselgruppe der Bay-Islands: die Cayos Cochinos (übersetzt: Schweineinseln). Hauptgrund war das Vorkommen der „Boa rosada“, oder „pink boa“ im Englischen, auf den zwei großen Hauptinseln.

Ich kam in einem kleinen Fischerdorf bei den Einheimischen auf der einzigen bewohnten Insel unter, welche gerade einmal 100m lang ist und um die 50 Garifunas beherbergt. Die Garifunas sind ein Volksstamm in der Karibik und der Küstenregion Guatemalas und Honduras’, welche von ehemaligen, per Schiff verunglückten Sklaven aus Afrika abstammen. Die Garifunas sind das einzige Volk auf den Cayos Cochinos.

 

Paradiesisch: Anfahrt mit dem Fischerboot auf die kleine bewohnte Insel der Cayos Cochinos

 

Gefangen: diese junge, unechte Karettschildkröte, Caretta caretta, war das Haustier einiger Bewohner der Insel. Zu „fressen“ gaben sie ihr Fische der doppelten Größe der Schildkröte und glaubten allen ernstes, dass sie sie damit am leben erhalten könnten.

 

Auf der schmalen Insel gab es zwei Häuserreihen und man war nie weiter als 15m vom Meer entfernt. Ein wie die anderen Hütten mit Holzbrettern zusammengenageltes Haus diente als Kirche und ein handschriftlich beschriebener Zettel neben der Tür wies darauf hin. Es gibt nur einen Baum auf der Sandinsel und um so erstaunter war ich, auf dieser Leguane anzutreffen. Ein Jungtier huschte an dem ruhigeren Ende der Insel über den Sand unter ein Haus, welches sich als Generator-hütte entpuppte. Als ich durch die Fenster spähte, konnte ich einen adulten Leguan auf einem Balken ruhen sehen und nahm zunächst an, es würde sich um Ctenosaura similis handel. Dies ist jedoch nicht der Fall, wie ich später erfuhr. Es handelt sich um eine Art namens Ctenosaura melanosterna.

 

Ich kann mir schlecht vorstellen, dass es eine sich vermehrende Population auf dieser winzigen Insel gibt, das bedeutet, dass die zwei Leguane, welche ich entdecken konnte, entweder durch Treibholz oder die Menschen auf die Insel gelangten.

 

Blick von der bewohnten Insel auf eine der bewaldeten Hauptinseln. Ein kleines Stück der zweiten Hauptinsel ist im linken Bildrand zu sehen.

 

 

Frische Meereskost: ein Garifuna Junge bereitet einen soeben gefangenen Lobster auf den Kochtopf vor.

 

Auf der Fahrt zur Hauptinsel, wo die rosa Boas leben.

Dort angekommen brauchten wir gar nicht weit in den Wald laufen, um eine der Boas zu finden, die sich bequem auf einem Ast sonnte.

 

 

Dieser Boa ging es nicht sehr gut: ich konnte extrem viele Zecken an ihr finden.

Ein paar wenige Bäume weiter konnten wir eine zweite, dann eine dritte und sogar noch eine vierte Boa constrictor finden – alle im Umkreis von höchstens 10m.

 

 

Der Junge, der uns mit dem Boot auf die Insel gefahren hatte, störte eine Boa, indem er sie anstupste. Da sie nun eh schon aufgeschreckt war und die Verteidigungspoition einnahm, fing ich sie ein, um sie mir genauer anzuschauen.

 

 

Auch diese Boa hatte nicht nur sehr viele Zecken, die ich per Hand entfernte, sondern sah durch die faltige Haut auch recht dehydriert aus – obwohl nur 2 Schritte von ihrem Liegeplatz entfernt ein Bach floß.

Die Boas sind nicht, wie der Name vermuten lässt, rosa, sonder einfach nur etwas heller als die „normale“ Festlandform. Dies liegt daran, dass sie weniger Melanin produzieren und somit auf natürliche Weise hypomelanistisch sind. Jedoch weisen auch diese Exemplare ein dunkleres Schwanzende auf.

Einige Stellen am Kopf der oben abgebildeten Boa sind zwar leicht rosa, jedoch ist zum Beispiel eine von Lester Melendes’ Boa constrictors im Museum deutlich mehr rosa als diese, obwohl es eine „gewöhnliche“ Boa ist und nicht von den Cayos Cochinos stammt.

Die Einheimischen von den Inseln sagen, dass wenn die Tiere über 10 Minuten in der Sonne waren, färben sie sich rosa, aber ob dies stimmt, bleibt Spekulation.

 

 

Ich und zwei der rosa Boas.

Als dann noch ein kleiner Anolis vorbei huschte, fing ich diesen mit der freien Hand und war rundum zufrieden mit der Boa in der einen und dem Anolis in der anderen Hand.

 

 

Anolis lemurinus

 

 
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