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Ein anderes Schildkröten Projekt in La Barrona
27. January 2013 17:14 Uhr - von 

Antonia Pachmann

Ich hatte schon einiges von dem Schildkröten-Projekt von "Akazul", nahe der Grenze zu San Salvador gehört. Angeblich leistet dieses Team die wissenschaftlichste Arbeit in Sachen Meeresschildkröten in Guatemala und so konnte ich nicht umhin, mir selbst ein Bild von der Arbeit der Engländer Scott und Sara zu machen. 

Neben der umfangreichen Arbeit mit den Schildkröten (Akazul ist die einzige Organisation in Guatemala, die Eiablegende Meeresschildkröten markieren) wird auch eng mit der lokalen Bevölkerung zusammengearbeitet, was ein wichtiger Teil der Schutzmassnahmen ist. Mehr dazu in meiner aktuellen Kolumne in der REPTILIA.

Den Einheimischen werden in einem kostenlosen Kurs Erste-Hilfe-Maßnahmen beigebracht - sehr wichtig in den abgelegenen Gebieten des Landes. Von La Barrona bis zum nächsten Krankenhaus sind es viele Stunden Fahrt, auch mit winzigen Booten über einen Fluß mit starker Strömung. Da kaum jemand ein Auto besitzt, wird sich fast ausschliesslich selbst geholfen, bei nahezu allen Arten von Verletzungen.

Akazul hat ein großes, gut funktionierendes Tortugario (Brutstation) mit vielen Eiern der Oliv-Bastardschildkröte, Lepidochelys olivacea. Hin und wieder tauchen verrückte Launen der Natur auf: Mutationen. Dieser Schlüpfling hat eine stark verformte Vorderflosse (siehe oben)...

...und einen seltsamen Zipfel, der aus dem Bauchpanzer herauswächst. Dieses Tier hat in der Natur keine Überlebenschance. Es war lebendig und kräftig, konnte jedoch weder richtig krabbeln, noch schwimmen.

Eine weitere Besonderheit: ein schwach albinotisches Tier, welches fast kein Melanin produziert. Die Flossen und der verformte Kopf weisen aber noch etwas Schwarz auf. Nachdem ein Nest geschlüpft ist, wird es ausgegraben, um die Schalenreste zu zählen, eventuell verbliebene Schlüpflinge, die noch im Sand vergraben sind zu befreien und die noch "geschlossenen" Eier vorsichtig zu öffnen. Meistens sind diese unbefruchtet. Es kommt aber auch schonmal vor, dass man ein Embryo darin findet. So ist es mir mit dem oben abgebildeten Tier ergangen. Als ich vorsichtig die Eierschale öffnete, fand ich die albinotische Schildkröte. Sie befand sich noch in der Eihülle, die sie einschloss und hatte noch den Dottersack am Bauch. Ich entfernte die Eihülle und erschrak ein wenig, als ich feststellte, dass das Tier am Leben war. Es regte sich in meiner Hand, verstarb aber leider innerhalb weniger Minuten in dieser.

 
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